Zeit für etwas Neues:

Moderne Fenster – Energie sparen und Einbrüche erschweren

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Claudia Mühlbauer
8. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Der U-Wert bezeichnet den Wärmeschutz eines Fensters: Je niedriger er ist, desto weniger Raumwärme geht durch das Fenster verloren.
  • Die häufigsten Materialien für Fenster sind heute Kunststoff, Holz und Aluminium.
  • Bauen Sie energieeffizient, können Sie unter Umständen staatliche Förderungen für Ihre Fenster erhalten.

Denken Sie darüber nach, die Fenster Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung zu erneuern? Als Faustformel gilt: Nach etwa 25 Jahren sind die Rahmen in die Jahre gekommen und die Fenster sollten erneuert werden. Außerdem bieten Ihnen moderne Fenster sehr gute Wärmedämmung mit Zwei- oder Dreifachverglasungen, eine Aufwertung des Gebäudes und einen viel besseren Einbruchschutz. Wir zeigen Ihnen, woran Sie gute Fensteranbieter:innen erkennen. 

Der U-Wert: Darum zahlen sich moderne Fenster aus

Kennen Sie das Gefühl, dass es nah am Fenster unangenehm kühl ist? Das ist bei älteren Fenstern selbst dann der Fall, wenn die Rahmen noch dicht schließen. Der Grund dafür liegt in dem für moderne Verhältnisse schlechten U-Wert. Dieser bemisst, wie viel Wärme eine Fläche von einem Quadratmeter Größe innerhalb einer Stunde durchlässt. Ältere Verglasungen lassen mehr Wärme nach außen entweichen als moderne.

Fenster Funktionsweise Waermeschutzglas
Funktionsweise von Wärmeschutzglas 

Das gilt auch für alte Fenster mit Doppelverglasung. Die technischen Innovationen im Fensterbau verringern zusätzlich die Wärmebrücken im Bereich der Rahmen und verbessern die Widerstandskraft gegen Eindringlinge. Moderne Fenster zahlen sich aus. Sie helfen, die Energiekosten zu senken und den Wohnkomfort zu steigern. Wenden Sie sich bezüglich Ihrer Fenster an fachkundige Anbieter:innen, können Sie mit einer umfassenden Beratung zur Planung rechnen.

Fenster-Materialien: pflegeleichte und witterungsbeständige Rahmen in attraktivem Design

Wenn Sie sich Ihre Wunschfenster aussuchen, sollten Sie im Vorfeld die verschiedenen Materialien vergleichen oder sich fachgerecht beraten lassen. In der Regel bestehen die Rahmen moderner Fenster aus Kunststoff, Holz oder Aluminium. All diese Materialien sind hervorragend für den Fensterbau geeignet: Sie sind witterungsbeständig, wärmedämmend, pflegeleicht und robust. Die Unterschiede zeigen sich besonders bei Wartung und Pflege, im Design und natürlich bei den Anschaffungskosten. 

  Kunststofffenster: günstig, vielseitig und modern

Viele Hersteller haben Fenster aus Kunststoff im Angebot. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit, da das Material leicht formbar ist und ohne viel Aufwand einen gekammerten Aufbau ermöglicht. Daraus folgen hervorragende Dämmeigenschaften. Zudem erweisen sich Fensterflügel aus Kunststoff als pflegeleicht und wartungsarm. Das Material ist witterungsbeständig und unempfindlich gegen Säuren, Laugen und Reinigungsmittel. Kunststofffenster sind ausgesprochen stabil. Ausgestattet mit entsprechender Verglasung und einbruchhemmenden Beschlägen, bieten diese Modelle effektiven Schutz vor Eindringlingen.

Weiße Kunststofffenster können sich auch in Altbauwohnungen sehen lassen.

Durch die leichte Formbarkeit des Kunststoffs können Sie die Fenster in verschiedenen Formen und Größen erhalten. Auch auf Maß gebaute Fenster sind zu attraktiven Preisen zu bekommen. In puncto Design müssen sich Kunststofffenster ebenfalls nicht verstecken: Der Rohstoff kann problemlos lichtecht eingefärbt werden. 

Rauch und Ruß setzen sich in solchen Fenstern allerdings hartnäckig fest und sind nur schwer zu entfernen. Zudem reagieren Kunststofffenster auf Temperaturschwankungen und dehnen sich mitunter stark aus oder schrumpfen. Sollten sich Ihre Kunststofffenster verfärbt oder die Form verändert haben, können Sie sich in einem Baumarkt oder bei einer Fachfirma zu möglichen Reparaturmaßnahmen beraten lassen.

  Holzfenster: gemütliches Flair aus nachwachsendem Rohstoff

Fenster mit Rahmen aus Holz verleihen jedem Raum eine warme und behagliche Atmosphäre. Zudem ist Holz ein nachwachsender und umweltfreundlicher Rohstoff. Holzfenster stellen eine erlaubte Alternative für denkmalgeschützte Gebäude dar. Darüber hinaus halten moderne Holzfester Kälte und Lärm zuverlässig ab und sind ein ernstzunehmendes Hindernis bei Einbruchsversuchen.

Zu den Nachteilen der Holzfenster gehören der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis und der hohe Pflege- und Wartungsaufwand. Auch wenn die Rahmen ab Werk sehr gut imprägniert sind, setzen die Witterungseinflüsse dem Naturmaterial über die Jahre zu. Wenn Sie sich für Fenster mit Holzrahmen entscheiden, ist nach einigen Jahren ein neuer Anstrich erforderlich. Ein Fachunternehmen berät Sie zu der Pflege für Holzfenster und kann Ihnen gute Hersteller empfehlen.

  Aluminiumfenster: robust und chic

Aus Aluminium gefertigte Fenster haben die Anbieter:innen meist in vielen Farben und Formen im Sortiment.

Aluminium bietet sich als nahezu ideale Lösung für Fensterrahmen an. Das Metall ist ausgesprochen stabil und witterungsbeständig und gut zu verarbeiten. Früher waren die Rahmen aus Metall eher unbeliebt, da Aluminium Wärme hervorragend leitet und die Aluminiumfenster so zu teuren Wärmebrücken wurden. Heutzutage sind Sie mit einem Aluminiumfenster allerdings gut beraten. Die Hersteller bauen die Rahmen so gekonnt auf, dass sie Modelle mit ausgezeichneten Dämmeigenschaften erhalten. Zusätzlich bietet das feste Material einen guten Einbruchsschutz und ist sehr pflegeleicht. Nachteilig sind hier lediglich der hohe Preis und die Tatsache, dass sich die ausgesuchte Farbe später kaum ändern lässt.

Energieeffiziente Fenster gesucht?
Mit der passenden Firma kein Problem!

Fenster-Typen: für jeden Raum und jeden Stil die passende Lösung finden

Fenster lassen nicht nur Licht in den Raum und ermöglichen einen freien Blick auf die Umgebung. Das Design hat auch einen großen Einfluss auf die Atmosphäre im Raum. Panoramafenster schaffen ein Gefühl der Weite, während Sprossenfester eher gemütlich wirken. Achten Sie bei Ihrer Planung neben dem Design der Fenster auch auf den geplanten Einsatzzweck. Der folgende Überblick hilft Ihnen bei der Auswahl der passenden Modelle aus der Vielzahl der unterschiedlichen Fenster-Angebote. 

  Unser Tipp:

Neben der Beratung durch ein Fachunternehmen sorgt auch ein Spaziergang durch die Nachbarschaft für Inspiration zu verschiedenen Fenstermodellen.

  Sprossenfenster: historisches Design mit ganz eigenem Charme

Fenster mit Sprossen erinnern an die gute alte Zeit, als große Glasflächen technisch nicht umsetzbar waren. Sprossenfenster verleihen einem Haus eine behagliche Atmosphäre und eignen sich ideal für historische Gebäude. Echte Sprossenfenster sind die teuerste und pflegeintensivste Wahl. Als günstigere Alternative finden Sie Modelle mit aufgesetzten Sprossen oder Fenster mit Sprossen zwischen der Verglasung. 

Fenster Sprossenarten
Es gibt verschiedene Arten, Sprossen in Ihre Fenster zu integrieren.

  Schiebefenster: platzsparend und praktisch

Klassische Fenster mit einem oder zwei Fensterflügeln benötigen viel Platz, wenn sie komplett geöffnet werden sollen. Schiebefenster erweisen sich mitunter als enorm praktisch, denn bei ihnen können Sie einen Teil des Fensters durch Schieben nach oben, unten oder zur Seite öffnen. Kräftiges Lüften ist hier möglich, ohne die Fensterbank abzuräumen, und es ragt kein Fensterflügel in den Raum.

Schiebefenster oder Türen für die Terrasse eignen sich perfekt, um den Sommer zu genießen und den Wohnraum harmonisch nach außen zu öffnen. An normalen Fensteröffnungen sind Modelle zum Schieben ebenfalls möglich. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass Sie für die Außenreinigung gegebenenfalls eine Fensterreinigungsfirma beauftragen müssen. Wenn Sie Fenster für kleine Räume suchen, können Sie sich auch von einem Einrichtungshaus bezüglich Ihrer Möglichkeiten beraten lassen.

  Dachfenster: freier Blick auf den Sternenhimmel

Ein Dachfenster sorgt bei gutem Wetter für einen perfekten Blick in den Himmel. 

Um unter Dachschrägen einen hellen und gut belüfteten Wohnraum zu schaffen, empfehlen sich spezielle Dachfenster. Die Klapp- oder Schwingfenster fügen sich harmonisch in die Dachkonstruktion ein und lassen sich einfach bedienen. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung im Dachbereich sind Sie mit einem passenden Rollo oder Sonnenschutz für die Fenster gut beraten.

  Kellerfenster: Licht, Luft und Einbruchsschutz

Moderne Kellerfenster helfen einerseits, Energie zu sparen und den Wohnkomfort durch ein Reduzieren der Fußkälte im Erdgeschoss zu steigern. Andererseits sind Kellerfenster beliebte Einstiegspunkte für Eindringlinge. Insbesondere oberirdische, schlecht einsehbare Kellerfenster sollten mit einbruchhemmenden Beschlägen sowie Scheiben aus Sicherheitsglas ausgerüstet sein.

Einbau und Austausch neuer Fenster leicht gemacht

Das Wichtigste bei der Anschaffung neuer Fenster ist die Planung. Besonders einfach haben Sie es bei einem Neubau, denn hier wird das Architektur- oder Bauträgerunternehmen Sie beraten und die geeigneten Fenster auswählen. Sie müssen sich lediglich Gedanken zu Material und Design machen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist eine fachkundige Baubegleitung oft sinnvoll.

Welches Material und Fensterdesign passt zu Ihrer Wohnung? Die Möglichkeiten sind vielfältig!

Wenn Sie Fenster an einem bestehenden Gebäude austauschen lassen möchten, stellt sich die Frage, ob Sie lediglich einen Austausch mit leichter Modernisierung oder die komplette energetische Sanierung des Objekts anstreben. Lassen Sie sich zu neuen Fenstern von einer Fachfirma beraten, denn Fenster, die zu gut dämmen, können beispielsweise in einem Altbau zur Schimmelbildung führen. Hier bieten sich ohne weitere Sanierungsmaßnahmen Fenster mit Zweifachverglasung an.

Die sehr energiesparende Dreifachverglasung passt zu hervorragend gedämmten Gebäuden wie Niedrigenergie- und Passivhäusern. Möchten Sie eine energetische Sanierung am gesamten Gebäude durchführen, gehören moderne Fenster unbedingt zum Konzept. 

Fördermittel – mit staatlicher Unterstützung bei den Fenstern sparen

Der Staat fördert energieeffizientes Bauen ebenso wie die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien. Auch für einen verbesserten Schutz gegen Eindringlinge stehen Fördermittel bereit. Zusätzlich können Sie Mittel für die Beratung und die fachkundige Prüfung der durchgeführten Arbeiten in Anspruch nehmen.

  BAFA-Förderung: Staatliche Fördergelder

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz an Bestandimmobilien, so auch Fenster. Dazu zählen notwendige Ausbauarbeiten, Austausch, Ertüchtigung (Neuverglasung, Überarbeitung der Rahmen, Herstellung von Gang- und Schließbarkeit sowie Verbesserung der Fugendichtheit und der Schlagregendichtheit), Einbau neuer Fenster sowie Fenstertüren. Die förderfähigen Ausgaben sind auf 60.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt.

  KfW-Förderung: Günstige Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet einen zinsgünstigen Kredit für energieeffizientes Bauen und Sanieren von Haus und Wohnung an. Mit dem Wohngebäude-Kredit 261, 262 sichern Sie sich bis zu 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen, etwa einen Fenstertausch. Voraussetzung ist, dass der Bau­antrag oder die Bau­anzeige des Wohn­gebäudes zum Zeit­punkt des Antrags mindestens fünf Jahre zurückliegt.

  Landeseigene Förderprogramme: zusätzliche Mittel von Ihrem Bundesland

Nicht nur der Bund fördert die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien durch neue Fenster. Auch die Bundesländer beteiligen sich teilweise an den entstehenden Kosten. Fördermitteldatenbanken geben einen umfassenden Überblick. In unserer Übersicht zur Fensterförderung finden Sie weitere Informationen zu aktuellen Förderprogrammen.

  Unser Tipp:
Viele der verschiedenen Fördermittel können Sie miteinander kombinieren und so die eigenen Investitionen möglichst gering halten. Staatliche Fördermittel erhalten Sie nicht nur für energiesparende neue Fenster, auch die Baubegleitung sowie die Energieberatung unterstützt der Staat mit Zuschüssen.

Was kosten Fenster?

Die Preise für Fenster richten sich nicht nur nach der Größe, dem Fenstertyp und der Glasscheibe. Das Material für den Rahmen spielt ebenso eine große Rolle wie die Anzahl der Türen. Im Groben rechnen Sie für ein einflügeliges Fenster der Größe 120 mal 80 Zentimeter mit Doppelverglasung und einem U-Wert von 1,1 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/qmK) mit zwei Dichtungen und einem Fünfkammersystem mit folgenden Kosten:

  • Kunststoff: ca. 200 Euro
  • Holz: ca. 340 Euro (heimisches Weichholz wie Kiefer)
  • Aluminium: ca. 400 Euro

In jedem Fall sind Sie gut beraten, wenn Sie mehrere Angebote vergleichen, bevor Sie einen Kauf abschließen. Zudem beraten Sie viele Fachbetriebe nicht nur zur Planung Ihrer Fenster, sondern auch zu passenden Türen. Oft können Sie dadurch Kosten sparen.

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