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Energiekosten voll im Griff - mit der eigenen Solaranlage!

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
26. August 2022

Eine Solaranlage auf dem Dach lohnt sich für Sie in vielerlei Hinsicht. Sie senken damit nicht nur umweltschonend Ihre Stromkosten, Sie können sogar Ihre Haushaltskasse aufbessern. Denn obwohl die Einspeisevergütung stark gesunken ist, sind die Kosten für Solaranlagen mittlerweile so rekordverdächtig günstig, dass sich die Anschaffung schnell rentiert und sogar Gewinn abwirft. Informieren Sie sich, warum eine genaue Planung essenziell ist und welche Fördermöglichkeiten für Ihre PV-Anlage infrage kommen.

Wann lohnt sich eine Solaranlage?

Die Voraussetzung für eine ertragreiche Solaranlage ist eine verschattungsfreie Dachfläche, die mit einer asbestfreien Dachdeckung bestückt ist. Auch die Dachausrichtung spielt eine Rolle: Eine Ausrichtung nach Süden gekoppelt mit einer Neigung zwischen 30 Grad und 60 Grad ist ideal. Aber auch Ost- und Westdächer können sinnvoll eingesetzt werden. Lassen Sie sich hierzu am besten umfangreich von einem Fachbetrieb beraten.

Die Vorteile von Solarstrom im Überblick:

  • Solarstrom ist wesentlich günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz und macht Sie unabhängiger vom lokalen Stromanbieter. Aktuell gilt für die meisten Verbraucher:innen: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto lukrativer ist eine Photovoltaikanlage für Sie. Aber auch für das Einspeisen des Stroms plant die Bundesregierung finanzielle Anreize. Mehr dazu im Abschnitt „Einspeisen oder selbst verbrauchen?“.
  • Attraktive Förderprogramme oder Mietmodelle machen die Solaranlage auf dem eigenen Dach für jeden erschwinglich. Wichtig: Informieren Sie sich über mögliche Einschränkungen der Finanzierung der Solaranlage im Alter!
  • Solarstrom ist nachhaltig. Solarenergie erzeugt keine Abgase, keinen Lärm, Solaranlagen auf Dächern fallen kaum auf und es ergeben sich durch die Nutzung keine Folgewirkungen für Pflanzen oder Tiere.

Checklisten für die Planung Ihrer Solaranlage:

Aktuelle Entwicklungen: Kommt die Solarpflicht für alle?

2022 hat Baden-Württemberg als erstes Bundesland eine weitreichende Solarpflicht eingeführt. Seit Mai 2022 müssen alle neu gebauten Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren. Ab dem 1. Januar 2023 werden Hausbesitzer:innen auch bei umfangreichen Dachsanierungsarbeiten dazu verpflichtet, eine Photovoltaikanlage einbauen zu lassen. Weitere Bundesländer planen ähnliche Beschlüsse oder haben Sie bereits umgesetzt. Inwiefern Ihre Region betroffen ist, erfahren Sie in unserem Artikel:

Begriffsklärung: Solarthermie vs. Photovoltaik

Wenn Sie sich erstmals mit dem Thema Solarenergie auseinandersetzen, stellen Sie fest, dass die technischen Begriffe oftmals gar nicht so eindeutig zugeordnet werden. Da werden Solaranlagen synonym zu Solarthermieanlagen verwendet und Solarmodule sind einer Photovoltaikanlage gleichgesetzt. Unter einer Solaranlage versteht man eine technisch komplette Vorrichtung zur Umwandlung von Sonnenenergie in andere Energieformen. Das kann zum Beispiel bei einer Photovoltaikanlage Solarstrom sein, aber auch Wärme, die als Heizungsunterstützung oder für die Warmwasserbereitung genutzt werden kann, wie bei der Solarthermieanlage. Zu einer Photovoltaikanlage gehören neben den Solarzellen, ein Solarspeicher, ein Wechselrichter und Stromzähler.

Solaranlage wird auf dem Dach installiert
Mehr zum Thema:

Komponenten der Solaranlage einfach erklärt

Ein Solarmodul erzeugt Strom, sobald die Sonne darauf scheint. Damit alleine können Sie aber noch nicht viel anfangen. Der Solarstrom muss umgewandelt, ins Netz eingespeist oder vorgehalten werden. Sie müssen ihn messen, um Eigenverbrauch und Einspeisemenge zu bestimmen. Die Anlage braucht Schutz vor Überspannung und eine digitale Optimierung und muss mit den Strombetreibern im öffentlichen Stromnetz kommunizieren können. Um dies zu realisieren, benötigen Sie einige technische Komponenten, die Ihre Solaranlage komplett machen.

Infografik Solar Funktionsweise

Solarmodule, Solarpanele und Solarkollektoren

Die Begriffe Solarmodul und Solarpanel umschreiben das Gleiche: Mehrere Solarzellen werden auf einem Solarmodul zur Erzeugung von Solarstrom zusammengefasst. Eine Photovoltaikanlage kann dabei eine oder mehrere hintereinander geschaltete Solarmodule umfassen. Solarpanels gibt es auch in kleinen Ausführungen von wenigen Quadratzentimetern, die flexibel einsetzbar sind. Verwendet werden sie als mobile Stromquelle, um das Smartphone unterwegs aufzuladen, oder als Stromlieferant für das Gartenhaus oder die Gartenbeleuchtung. Solarkollektoren werden bei solarthermischen Anlagen für die Heizungsunterstützung genutzt oder um die Aufbereitung von Warmwasser zu ermöglichen.

Solarthermie
Mehrere Solarzellen werden auf einem Solarmodul zur Erzeugung von Solarstrom zusammengefasst.

Solardachziegel

Clever und ästhetisch ist die Alternative der Solardachziegel oder auch Solardachpfannen. Während herkömmliche Solarmodule immer als Aufdach- oder Indachkonstruktion auf den klassischen Dachziegeln verankert werden, sind Solardachziegel weitaus unauffälliger. Sie bilden eine funktionelle Dachhaut, die nicht nur das Haus schützt, sondern auch Strom aus Sonnenstrahlen erzeugt. Für private Betreiber sind Solardachziegel im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen weniger ertragreich. Häufig werden sie auf denkmalgeschützen Gebäuden eingesetzt, um die Optik zu erhalten. Wer dennoch auf Solardachziegel setzen möchte, sollte sich vorher bei einer Solarfachfirma beraten lassen.

Vater mit zwei Kindern
Von der passenden Solaranlage profitiert die ganze Familie.

Stromzähler

Der Eigenverbrauch des produzierten Stromes ist besonders attraktiv, auch wenn mit der hauseigenen Stromanlage selten eine autarke Stromversorgung erreicht wird. Ein Strombezug aus dem öffentlichen Netz erfolgt zwangsweise. Damit sowohl die Einspeisevergütung als auch die Kosten für den externen Strombezug korrekt verrechnet werden, sind verschiedene Stromzähler nötig. Zunächst einmal muss die Gesamtproduktion der Photovoltaikanlage erfasst werden. Danach fließt der Strom ins Hausnetz ein. Wird er dort nicht verbraucht, wird ihr Ertrag in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür benötigen Sie einen Einspeisezähler. Wollen Sie dagegen Strom verbrauchen und können aktuell nicht selbst produzieren oder halten keinen vorrätig, müssen Sie diesen aus dem öffentlichen Netz beziehen. Diese Daten erfasst der Bezugszähler.

Stromspeicher

Weil die Einspeisevergütung früher sehr viel höher lag als heute, wurden PV-Anlagen oftmals ohne Stromspeicher installiert. Es war rentabler, den produzierten Solarstrom zu verkaufen, als ihn zu verbrauchen. Aufgrund der steigenden Preise für Netzstrom ist der Eigenverbrauch mittlerweile für viele Verbraucher:innen attraktiver geworden. Darum sind Solarspeicher heute ein wichtiges Bauteil der Solaranlage. Sie ermöglichen es, den Strom bedarfsgerecht dann zu verbrauchen, wenn er benötigt wird – zeitlich unabhängig von der Produktion. Wollen Sie einen Stromspeicher nachrüsten, ist der Eigenverbrauch von Bedeutung, um die richtige Speicherkapazität auszuwählen. Der Eigenverbrauch ergibt sich, wenn man die Gesamtproduktion minus der Einspeisung berechnet. Dieser Wert ist ebenfalls wichtig, wenn man eine Eigenverbrauchsförderung erhält.

Einspeisen oder selbst verbrauchen?

Bisher ist es sinnvoller, den Solarstrom selbst zu verbrauchen, da die Kosten für die Produktion zwischen 10 und 14 Cent pro kWh liegen, während Netzstrom ungefähr dreimal so viel kostet. Der Teil, der nicht selbst genutzt wird, kann für 6 Cent pro kWh ins Netz gespeist werden. Da die Produktionskosten deutlich höher ausfallen, ist diese Variante bisher nicht attraktiv. Die Bundesregierung plant jedoch Mitte 2022 eine Änderung des EEG, um Verbraucher:innen zu animieren, ihren eigenen Solarstrom komplett ins Stromnetz zu speisen.

Die Einspeisevergütung soll für neu in Betrieb genommene Anlagen steigen. Die ersten 10 Kilowatt Leistung sollen mit 13,8 Cent/kWh vergütet werden, die folgenden 90 Kilowatt Leistung mit 11,3 Cent/kWh und die nächsten 200 Kilowatt Leistung schließlich mit 9,4 Cent/kWh. So ist es möglich, dass Sie Gewinn erwirtschaften, wenn Sie Ihre Anlage ausschließlich für die Einspeisung nutzen. Um diese Fördersätze in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie dem Netzbetreiber bis Dezember mitteilen, dass Sie im Folgejahr komplett einspeisen wollen. 2022 ist es ausreichend, die Meldung nach Inkrafttreten der geplanten Fördersätze, aber vor Inbetriebnahme der Anlage zu geben. Somit können Sie jedes Jahr erneut entscheiden, ob Sie Ihren Solarstrom einspeisen oder selbst verbrauchen möchten.

Der Eigenverbrauch ist weiterhin sinnvoll, wenn die Kosten für Netzstrom 45 Cent pro kWh übersteigen oder Sie einen hohen Stromverbrauch haben durch beispielsweise das Laden eines Elektroautos oder den Betrieb einer Wärmepumpe.

Solarcloud

Die Solarcloud ist keine physikalische Komponente Ihrer PV-Anlage. Sie ist ein virtueller Stromspeicher, der es Ihnen ermöglicht, sehr große Strommengen zu speichern und später wieder abzurufen. Selbstverständlich wird der Solarstrom nicht wirklich gespeichert, wie das bei einem Akku der Fall ist. Vielmehr speisen Sie in einen großen Pool ein und erwerben so das Recht, dieselbe Menge Strom später wieder abzurufen. Das Ganze wird von großen Strombetreibern realisiert und gewartet. Sie zahlen eine geringe monatliche Gebühr und erhalten so die Möglichkeit, nicht nur die begrenzten Kapazitäten des eigenen Stromspeichers zu nutzen, sondern sehr viel unabhängiger zu werden. Wenn Sie noch über eine PV-Anlage ohne eigenen Stromspeicher verfügen, Ihren Eigenverbrauch jedoch erhöhen wollen, ist die Solarcloud eine praktische Möglichkeit.

Photovoltaikanlage auf dem Dach
Solaranlagen werden für Eigenheimbesitzer immer beliebter.

Wechselrichter

Der Strom, den Sie mit Ihren Solarmodulen produzieren, nennt sich Gleichstrom. Wird er über lange Strecken transportiert, ist der Stromverlust recht hoch. Deshalb wird im öffentlichen Stromnetz Wechselstrom verwendet. Möchten Sie Ihren selbst produzierten Solarstrom in Ihr Hausnetz oder das öffentliche Stromnetz einspeisen, wandelt der Wechselrichter den Gleichstrom in Wechselstrom um. Zudem überwacht er zum Beispiel die Arbeit der Solarmodule und ermittelt deren optimalen Arbeitspunkt. Er sorgt so dafür, dass die Stromausbeute möglichst hoch ist. Gleichzeitig überwacht er aber auch das öffentliche Stromnetz. Er schützt die Solaranlage und das Stromnetz, indem er bei Störungen und Schwankungen die Systeme reguliert oder trennt.

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Kosten für eine Solaranlage

Die Kosten betragen je nach Solaranlagen-Hersteller derzeit etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro kW. Aufgrund der Preisspanne ergibt es Sinn, die Preise für Solarmodule genau zu vergleichen. Die Solaranlage selbst zu montieren, lohnt sich hingegen nicht: Die Montagekosten sind vergleichsweise gering und meist im Preis mitinbegriffen. Für die laufenden Kosten können Sie mit circa ein Prozent der Anschaffungskosten rechnen. Bei einer solarthermischen Anlage beginnen die Anschaffungskosten bei circa 4.500 Euro.

Unser Tipp:

20 Prozent der Anschaffungskosten können Sie als Sonderabschreibung geltend machen und auf das Jahr der Anschaffung und die folgenden vier Jahre verteilen. Weitere steuerliche Besonderheiten von Photovoltaikanlagen erfahren Sie in unserer Übersicht.

Förderung: So wird die eigene Solaranlage erschwinglich

So verlockend der Gedanke ist, seinen Strom selbst zu produzieren, die einmaligen hohen Investitionskosten schrecken viele ab. Um diesen Umstand abzufedern, gibt es günstige staatliche Förderkredite und Zuschüsse. So können Sie beispielsweise mit dem Förderprogramm 270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Förderkredit für Solaranlagen erhalten. Auch für Solarthermieanlagen können Sie Fördermittel, zum Beispiel über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), beantragen.

Die Alternative zum Kauf: Solaranlage mieten

Klassischerweise sind es drei Hürden, die Interessenten beim Kauf einer Solaranlage nehmen müssen: technisches Know-how bei der Auswahl, Berechnung der Rentabilität für unterschiedliche Varianten und die Finanzierung. Wen diese Punkte überfordern, für den ist das Mietmodell eine tolle Alternative. Hier müssen Sie sich um fast nichts selber kümmern, denn die Montage der Solaranlage übernimmt der Servicedienstleister, der die Anlage bereitstellt und laufende Kosten für Wartung und Reparatur sind mit dem Mietpreis bereits abgegolten. Die Kalkulation ist somit denkbar einfach. Bei den meisten Mietverträgen ist es zudem so, dass sie eine feste Laufzeit beinhalten, nach der die PV-Anlage abgegolten ist. Es handelt sich also, um genau zu sein, um einen Mietkauf.

Hausdach mit Solaranlage
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