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Solaranlagen 2024: Kosten, Förderungen und aktuelle Entwicklungen

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
19. Januar 2024

Mit einer Solaranlage auf Ihrem Dach können Sie nicht nur umweltfreundlich Strom erzeugen und Ihre Stromkosten senken, sondern auch Ihre Haushaltskasse aufbessern und unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz werden. Informieren Sie sich, warum eine genaue Planung essenziell ist und welche Fördermöglichkeiten infrage kommen.

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Welche Typen einer Solaranlage gibt es?

Unter einer Solaranlage versteht man eine technisch komplette Vorrichtung zur Umwandlung von Sonnenenergie in andere Energieformen. Es gibt zwei Solaranlagen-Typen: mit einer Photovoltaikanlage können Sie Ihren Strom selbst erzeugen, der entweder für den Eigenbedarf genutzt wird oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Eine Solarthermieanlage hingegen unterstützt Ihre Heizung und kann für die Warmwasserbereitung verwendet werden. Wenn im Alltag von Solaranlagen gesprochen wird, sind eigentlich immer Photovoltaikanlagen, also Anlagen zur Stromerzeugung, gemeint. Die kurzen Erklärungen in unserem Solaranlagen-Lexikon unterstützen Sie bei der richtigen Kaufentscheidung.

Was ändert sich 2024 bei Solaranlagen?

In 2024 bleiben Solaranlagen für Privatpersonen attrativ. Nicht zuletzt, da sich auch Bestimmungen zur Solarpflicht in einigen Bundesländern erweitert haben. Gewinne, die aus der Einspeisung des Stroms entstehen, müssen auch in 2024 nicht mehr versteuert werden, sofern die Anlage eine Bruttoleistung von bis zu 30 kWp aufweist. Auch die Senkung der Umsatzsteuer auf null Prozent für neu angeschaffte PV-Anlagen bleibt 2024 bestehen. Das bereits 2023 diskutierte "Solarpaket I" soll Anfang 2024 verabschiedet werden, wobei ein genauer Zeitpunkt noch nicht bekannt ist. Folgende Neuerungen könnten sich daraus ergeben:

Repowering

Es soll künftig möglich sein, alte Solarmodule auszutauschen (Repowering) und dabei die bestehende, höhere Einspeisevergütung zu behalten. Erhöht sich dadurch die Anlagengröße, soll der alte Vergütungssatz nur für die ursprüngliche Größe gelten und der Anlagenteil, der die Leistung gegenüber vorher vergrößert, soll die aktuell gültige Vergütung für Neuanlagen erhalten.

Steckersolargeräte und größere PV-Anlagen trennen

Steckersolar-Geräte und größere PV-Anlagen sollen künftig getrennt betrachtet werden. Somit würde die Mehrleistung durch eine Steckersolaranlage nicht zur PV-Anlagenleistung dazugerechnet werden. Der Vorteil: Das dadurch oftmals resultierende Risiko einer Überschreitung eines Leistungsgrenzwertes würde entfallen.

Schnellerer Netzanschluss

Zudem sollen künftig Solaranlagen mit einer Leistung bis zu 30 kWp schneller ans Netz angeschlossen werden. Die Netzbetreiber sollen dazu verpflichtet werden, auf Anfragen innerhalb von vier Wochen nach Antragsstellung zu reagieren. Ansonsten gelte die angefragte Anlage automatisch als genehmigt.

Welche Komponenten hat eine Solaranlage?

Eine Solaranlage wird so aufgebaut, dass die Solarmodule, möglichst viel Sonnenlicht in Strom umwandeln. Mithilfe eines Wechselrichters wird Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt. Zusätzlich braucht es ein Montagesystem zur sicheren Befestigung der Solarmodule und eine Verkabelung zur Verbindung der Komponenten. Mithilfe von Zählern und Messgeräten wird der Stromverbrauch überwacht. Auch eine Schutzvorrichtung, wie ein Überspannungsschutz, ist notwendig sowie ein Beobachtungs- und Steuerungssystem zur Fernüberwachung. Wer den gewonnenen Strom in das Stromnetz einspeisen möchte, braucht auch eine Netzeinspeisungsvorrichtung. Zusammen arbeiten diese Komponenten, um die Solarenergie zu erfassen, in Strom umzuwandeln und zu nutzen. Unser kostenloses Video-Tutorial verschafft Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Punkte von der Planung bis zur Anmeldung einer Solaranlage.

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Balkonkraftwerke als günstigere und einfachere Alternative

Balkonkraftwerke werden immer beliebter und gelten als Stecker-Solargeräte. Insbesondere Wohnungsbesitzer:innen und Mieter:innen entscheiden sich zunehmend für diese Mini-Solaranlagen, die mittlerweile sogar in einigen Bundesländern gefördert werden. Experten zufolge können durch solche Anlagen etwa 10 bis 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs selbst erzeugt anstatt vom Netzbetreiber bezogen werden. Die Inbetriebnahme von Balkonkraftwerken ist unkompliziert - die Solarmodule werden einfach auf dem Balkon montiert und sind leicht zu handhaben. Das Solarpanel wandelt Sonnenlicht in Gleichstrom um, der mithilfe eines Wechselrichters in Haushaltsstrom umgewandelt wird. Der erzeugte Wechselstrom fließt über ein Kabel in eine Steckdose und versorgt damit Geräte in der Wohnung. Die Preisspanne für Balkonkraftwerke variiert je nach Leistung und liegt zwischen 500 und 1.500 Euro.

Wann lohnt sich eine Solaranlage?

Eine ertragreiche Solaranlage hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben einer verschattungsfreien Dachfläche und einer asbestfreien Dachdeckung spielt die Dachausrichtung eine entscheidende Rolle. Idealerweise sollte das Dach nach Süden ausgerichtet sein, da dies die maximale Sonneneinstrahlung ermöglicht. Allerdings können auch Ost- und Westdächer effektiv genutzt werden, wobei die Erträge etwas geringer ausfallen können. In unserem kostenlosen Video-Tutorial erklären wir gemeinsam mit unserem Experten für Energiekonzepte, Christopher Döring, wie Solaranlagen funktionieren und sprechen über deren Wirtschaftlichkeit und Finanzierung. Ein Fachbetrieb kann eine genaue Ertragsberechnung durchführen, um festzustellen, ob sich eine Solaranlage für Ihr Dach lohnt.

So einfach ermitteln Sie das Potenzial Ihres Daches für Solar

Um im ersten Schritt festzustellen, ob sich eine Solaranlage auf dem eigenen Dach lohnt, gibt es einen einfachen Weg: einen Online-Solarkataster, den fast jedes Bundesland zur Verfügung stellt. Auf einer interaktiven Karte geben Sie Ihre Adresse und weitere Daten, wie die Neigung Ihres Daches, ein und erhalten Informationen über das Potenzial für Solar an Ihrem Standort.

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Wie viel kostet eine Solaranlage?

Die Kosten für eine Solaranlage unterscheiden sich je nach Leistung, Hersteller und ggf. der Speichergröße ziemlich stark. Ausgehend von einer durchschnittlichen 10 kWp Solaranlage ohne Speicher zahlen Sie aktuell etwa 12.000 bis 18.000 Euro. Der Preis für eine Photovoltaikanlage mit Speicher ist deutlich höher. Hierfür zahlen je nach Speichergröße etwa 13.300 bis 38.500 Euro. Für die laufenden Kosten können Sie mit circa einem Prozent der Anschaffungskosten rechnen. Da die Preise so weit auseinandergehen, ist es wichtig vorab zu überprüfen, mit welchen Kosten eine Anlage für Sie wirtschaftlich bleibt.

Bei einer solarthermischen Anlage für einen 4-Personen-Haushalt zur Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung liegen die Anschaffungskosten aktuell etwa zwischen 6.500 und 14.400 Euro. (Stand: 18.01.2024)

Alternative: Solaranlage mieten

Klassischerweise sind es drei Hürden, die Interessenten beim Kauf einer Solaranlage nehmen müssen: technisches Know-how bei der Auswahl, Berechnung der Rentabilität für unterschiedliche Varianten und die Finanzierung. Wen diese Punkte überfordern, für den ist das Mietmodell eine tolle Alternative. Hier müssen Sie sich um fast nichts selber kümmern, denn die Montage der Solaranlage übernimmt der Servicedienstleister, der die Anlage bereitstellt und laufende Kosten für Wartung und Reparatur sind mit dem Mietpreis bereits abgegolten.

Welche Förderungen gibt es für Solaranlagen?

So verlockend der Gedanke ist, seinen Strom selbst zu erzeugen, die einmaligen hohen Investitionskosten schrecken viele ab. Um diesen Umstand abzufedern, gibt es günstige staatliche Förderkredite und Zuschüsse. So können Sie beispielsweise mit dem Förderprogramm 270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Förderkredit für Solaranlagen erhalten. Auch für Solarthermieanlagen können Sie Fördermittel, zum Beispiel über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), beantragen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie groß muss eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus sein?

Für ein Einfamilienhaus empfiehlt sich eine PV-Anlage mit einer Leistung zwischen 5 und 10 kWp. Da für 1 kWp Leistung ungefähr 3 Solarpanels benötigt werden, sollten Sie mit ungefähr 15 bis 30 Stück auf dem Dach planen. Hierfür brauchen Sie circa 25 bis 60 m² Dachfläche.

Was bedeutet die Abkürzung kWp bei Photovoltaikanlagen?

Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt Peak und beschreibt die optimale Leistung von Solarmodulen während eines Tests im Labor. Da die Bedingungen in einem Labor anders sind als in der Realität, lässt sich aus dem kWp nicht direkt darauf schließen, wie viel Ertrag eine Photovoltaikanlage erreichen kann.

Sollte man Solarstrom einspeisen oder selbst nutzen?

Aufgrund der steigenden Strompreise ist es aktuell deutlich attraktiver, den Strom selbst zu verbrauchen. Vor 10 Jahren lag die Einspeisevergütung noch bei fast 29 Cent/kWh. Die Vergütung nach dem EEG 2023 liegt dagegen nur noch bei 8,2 Cent/kWh für eine Überschusseinspeisung und bei 13,0 Cent/kWh für eine Volleinspeisung. Der Strompreis ist mittlerweile bei Kosten von rund 48 Cent/kWh (Quelle BDEW, Februar 2023) angekommen. Die Gestehungskosten liegen laut Fraunhofer Institut aktuell zwischen 11 und 13 Cent/kWh. Pro selbst verbrauchter Kilowattstunde Solarstrom sparen Sie im Vergleich zum öffentlichen Netzstrom also deutlich.

Wie lange halten Solarpanels?

Generell können Sie mit einer Lebensdauer zwischen 20 und 40 Jahren für Ihre Photovoltaikanlage rechnen. Kristalline Solarmodule sollen laut Herstellerangaben und Fachkreisen circa 30 Jahre halten, während amorphe Solarzellen ungefähr 20 bis 25 Jahre schaffen.