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Solaranlage für Strom oder Warmwasser: Infos & Kosten

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
15. November 2022

Mit einer Solaranlage auf dem Dach senken Sie nicht nur umweltschonend Ihre Stromkosten, sondern können sogar Ihre Haushaltskasse aufbessern. Denn obwohl die Einspeisevergütung stark gesunken ist, rentiert sich die Anschaffung einer Solaranlage schnell. Informieren Sie sich, warum eine genaue Planung essenziell ist und welche Fördermöglichkeiten infrage kommen.

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Wann lohnt sich eine Solaranlage?

Die Voraussetzung für eine ertragreiche Solaranlage ist eine verschattungsfreie Dachfläche, die mit einer asbestfreien Dachdeckung bestückt ist. Auch die Dachausrichtung spielt eine Rolle: Eine Ausrichtung nach Süden, gekoppelt mit einer Neigung zwischen 30 Grad und 60 Grad, ist ideal. Aber auch Ost- und Westdächer können sinnvoll eingesetzt werden. Lassen Sie sich hierzu am besten umfangreich von einem Fachbetrieb beraten.

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Die Vorteile von Solarenergie

  • Solarstrom ist wesentlich günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz und macht Sie unabhängiger vom lokalen Stromanbieter.

  • Solarenergie ist nachhaltig - sie erzeugt keine Abgase, keinen Lärm und Solaranlagen auf Dächern fallen kaum auf.

  • Attraktive Förderprogramme oder Mietmodelle machen die Solaranlage auf dem eigenen Dach für jeden erschwinglich. Wichtig: Informieren Sie sich über mögliche Einschränkungen der Finanzierung der Solaranlage im Alter!

Was ist eine Solaranlage? Solarthermie vs. Photovoltaik

Wenn Sie sich erstmals mit dem Thema Solarenergie auseinandersetzen, stellen Sie fest, dass die technischen Begriffe oftmals gar nicht so eindeutig zugeordnet werden. Solaranlagen werden synonym zu Solarthermieanlagen verwendet und Solarmodule sind einer Photovoltaikanlage gleichgesetzt. Unter einer Solaranlage versteht man eine technisch komplette Vorrichtung zur Umwandlung von Sonnenenergie in andere Energieformen. Mit einer Photovoltaikanlage können Sie Ihren Strom selbst erzeugen. Eine Solarthermieanlage unterstützt Ihre Heizung und kann für die Warmwasserbereitung genutzt werden.

Aktuelle Entwicklungen: Kommt die Solarpflicht für alle?

2022 hat Baden-Württemberg als erstes Bundesland eine weitreichende Solarpflicht eingeführt. Seit Mai 2022 müssen alle neu gebauten Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren. Ab dem 1. Januar 2023 werden Hausbesitzer:innen auch bei umfangreichen Dachsanierungsarbeiten dazu verpflichtet, eine Photovoltaikanlage einbauen zu lassen. Weitere Bundesländer planen ähnliche Beschlüsse oder haben Sie bereits umgesetzt.

Welche Komponenten hat eine Solaranlage?

Ein Solarmodul erzeugt Strom, sobald die Sonne darauf scheint. Damit alleine können Sie aber noch nicht viel anfangen. Der Solarstrom muss umgewandelt, ins Netz eingespeist oder vorgehalten werden. Sie müssen ihn messen, um Eigenverbrauch und Einspeisemenge zu bestimmen. Die Anlage braucht Schutz vor Überspannung und eine digitale Optimierung und muss mit den Strombetreibern im öffentlichen Stromnetz kommunizieren können. Um dies zu realisieren, benötigen Sie einige technische Komponenten, die Ihre Solaranlage komplett machen.

ARTIKEL: Wie ist eine Solaranlage aufgebaut und wie wird sie montiert?

WEBINAR: Wie plane ich meine Solaranlage?

220819 EEL Solar Aufbau und Funktion
Aufbau und Funktion einer Solaranlage im Überblick.

Wie viel kostet eine Solaranlage?

Die Kosten betragen je nach Solaranlagen-Hersteller derzeit etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro kW. Aufgrund der Preisspanne ergibt es Sinn, die Preise für Solarmodule genau zu vergleichen. Die Solaranlage selbst zu montieren, lohnt sich hingegen nicht: Die Montagekosten sind vergleichsweise gering und meist im Preis mitinbegriffen. Für die laufenden Kosten können Sie mit circa ein Prozent der Anschaffungskosten rechnen. Bei einer solarthermischen Anlage beginnen die Anschaffungskosten bei circa 4.500 Euro.

ARTIKEL: Was kostet eine Solaranlage?

Welche Förderungen gibt es für Solaranlagen?

So verlockend der Gedanke ist, seinen Strom selbst zu erzeugen, die einmaligen hohen Investitionskosten schrecken viele ab. Um diesen Umstand abzufedern, gibt es günstige staatliche Förderkredite und Zuschüsse. So können Sie beispielsweise mit dem Förderprogramm 270 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Förderkredit für Solaranlagen erhalten. Auch für Solarthermieanlagen können Sie Fördermittel, zum Beispiel über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), beantragen.

Alternative: Solaranlage mieten

Klassischerweise sind es drei Hürden, die Interessenten beim Kauf einer Solaranlage nehmen müssen: technisches Know-how bei der Auswahl, Berechnung der Rentabilität für unterschiedliche Varianten und die Finanzierung. Wen diese Punkte überfordern, für den ist das Mietmodell eine tolle Alternative. Hier müssen Sie sich um fast nichts selber kümmern, denn die Montage der Solaranlage übernimmt der Servicedienstleister, der die Anlage bereitstellt und laufende Kosten für Wartung und Reparatur sind mit dem Mietpreis bereits abgegolten.

Passende Fachfirma für Solaranlagen finden

Haben Sie bereits eine konkrete Vorstellung, welches Solarprojekt Sie umsetzen wollen? Dann finden Sie auf Aroundhome passende Fachfirmen, die Ihnen ein Angebot machen und Sie bei der Umsetzung unterstützen können.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus?

Die Kosten für eine Solarthermieanlage für Warmwasser und die Heizung für ein Einfamilienhaus mit vier Personen setzt sich aus drei verschiedenen Faktoren zusammen: den Kollektoren, dem Wärmespeicher und der Installation. Mit Flachkollektoren von 15 m² und einem Kombiwärmespeicher von 1.000 l liegt der Preis der Solarthermieanlagen inkl. Installation zwischen 7.500 und 8.500 Euro. Je nach Art der Solarkollektoren und der Größe des Wärmespeichers kann der Preis auch höher ausfallen.

Was bedeutet die Abkürzung kWp bei Photovoltaikanlagen?

Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt Peak und beschreibt die optimale Leistung von Solarmodulen während eines Tests im Labor. Da die Bedingungen in einem Labor anders sind als in der Realität, lässt sich aus dem kWp nicht direkt darauf schließen, wie viel Ertrag eine Photovoltaikanlage erreichen kann.

Sollte man Solarstrom einspeisen oder selbst nutzen?

Aufgrund der steigenden Strompreise ist es aktuell deutlich attraktiver, den Strom selbst zu verbrauchen. Vor 10 Jahren lag die Einspeisevergütung noch bei fast 29 Cent pro Kilowattstunde. Die Vergütung nach dem EEG 2023 liegt dagegen nur noch bei 8,2 Cent pro Kilowattstunde. Der Strompreis ist mittlerweile bei Kosten von rund 48 Cent pro Kilowattstunde (Quelle Verivox, November 2022) angekommen. Die Gestehungskosten liegen laut einer Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahre 2021 zwischen 3,12 und 11,01 Cent/kWh. Das bedeutet, Sie sparen pro selbst verbrauchter Kilowattstunde Solarstrom über 30 Cent im Vergleich zum öffentlichen Netzbetreiber.

Wie lange halten Solarpanels?

Generell können Sie mit einer Lebensdauer zwischen 20 und 40 Jahren für Ihre Photovoltaikanlage rechnen. Kristalline Solarmodule sollen laut Herstellerangaben und Fachkreisen circa 30 Jahre halten, während amorphe Solarzellen ungefähr 20 bis 25 Jahre schaffen.

Sind Balkon-Solaranlagen sinnvoll?

Eine Solaranlage auf dem Balkon (auch Balkonkraftwerk oder Mini-Solaranlage genannt) zählt zu den Stecker-Solargeräten. Das bedeutet, das Solarpanel erzeugt aus Sonnenlicht Strom, der mithilfe des Wechselrichters zu Haushaltsstrom umgewandelt und direkt mit einem Stromkreis verbunden wird. Der Strom kann dann also in die Steckdose am Balkon fließen und von dort zu anderen Steckdosen in der Wohnung geleitet werden. Die kleinen Balkonkraftwerke helfen aufgrund der steigenden Strompreise durchaus, die Stromkosten zu senken. Etwa 10 Prozent des Jahresverbrauchs können so selbst erzeugt statt vom Netzbetreiber bezogen werden. Achten Sie auf eine senkrechte Montage an der Außenseite der Balkonbrüstung, die verschattungsfrei nach Südwest bis Südost ausgerichtet ist, für maximalen Ertrag.