Die Energiekosten voll im Griff mit der eigenen Solaranlage

Eine Solaranlage auf dem Dach lohnt sich für Sie in vielerlei Hinsicht. Sie senken damit nicht nur umweltschonend Ihre Stromkosten, Sie können sogar Ihre Haushaltskasse aufbessern. Denn obwohl die Einspeisevergütung stark gesunken ist, sind die Kosten für Solaranlagen mittlerweile so rekordverdächtig günstig, dass sich die Anschaffung schnell rentiert und  sogar Gewinn abwirft. Warum eine genaue Planung essentiell ist und welche Fördermöglichkeiten infrage kommen, beantworten wir Ihnen im Folgenden.

Welche Anlage darf es sein? Solarthermie vs. Photovoltaik

Wenn Sie sich erstmals mit dem Thema Solarenergie auseinandersetzen, stellen Sie fest, dass die technischen Begriffe oftmals gar nicht so eindeutig verwendet werden. Da werden Solaranlagen synonym zu Solarthermieanlagen verwendet und Solarmodule sind einer Photovoltaikanlage gleichgesetzt. Damit Sie die richtige Auswahl für den eigenen Bedarf treffen können, erklären wir Ihnen, was mit den einzelnen Begriffen gemeint ist.

Der Begriff Solaranlagen in Abgrenzung zu Photovoltaikanlagen

Unter einer Solaranlage versteht man eine technisch komplette Vorrichtung zur Umwandlung von Sonnenenergie in andere Energieformen. Das kann, zum Beispiel bei einer Photovoltaikanlage, Solarstrom sein, aber auch Wärme, wie bei der Solarthermieanlage. Zu einer Photovoltaikanlage gehören, neben den Solarzellen auch ein Solarspeicher, ein Wechselrichter und Stromzähler.

Tipp:
Solaranlagen koppeln unterschiedliche Methoden zur Energieumwandlung. Es gibt Photovoltaikanlagen, in denen gleichzeitig eine Solarthermieanlage steckt.

Solarmodule und Solarpanel

Die Begriffe Solarmodul und Solarpanel umschreiben das Gleiche. Mehrere Solarzellen werden auf einem Solarmodul zur Erzeugung von Solarstrom zusammengefasst. Eine Photovoltaikanlage kann dabei eine oder mehrere, hintereinander geschaltete, Solarmodule umfassen.

Solarthermie
Mehrere Solarzellen werden auf einem Solarmodul zur Erzeugung von Solarstrom zusammengefasst. 

Solarpanels haben sehr unterschiedliche Größen. Es gibt kleine Ausführungen von wenigen Quadratzentimetern, die flexibel einsetzbar sind. Man findet sie auf Bushaltestellen, zum Betrieb der elektronischen Anzeigetafeln, als mobile Stromquelle, um das Smartphone unterwegs aufzuladen, oder als Stromlieferant für die dekorative Gartenbeleuchtung.

Für die hauseigene Stromerzeugung im größeren Stil sind die Solarmodule selbstverständlich entsprechend größer. Wählen Sie unter den zahlreichen Varianten diejenige, mit der Sie Ihre Dachfläche optimal ausnutzen, zum kleinstmöglichen Preis.

Solardachziegel

Solardachziegel
Solardachziegel

Clever und ästhetisch ist die Alternative der Solardachziegel oder auch Solardachpfannen. Während herkömmliche Solarmodule immer als Aufdach- oder Indachkonstruktion auf den klassischen Dachziegeln verankert werden, sind Solardachziegel weitaus unauffälliger. Sie bilden eine funktionelle Dachhaut, die nicht nur das Haus schützt, sondern auch Strom aus Sonnenstrahlen erzeugt.

Während frühere Modelle nur wenig Stromausbeute lieferten, sind die heutigen Solardachziegel echte Technikwunder. Am Markt finden sich Ausführungen, in die Solarzellen integriert werden und solche, die die komplette Dachpfanne ersetzen.

Tipp:

Richtig rentabel sind Solardachziegel beim Neubauten. Im Vergleich schneiden Sie bei den Kosten günstiger ab, als die Kombination aus klassischen Dachpfannen und aufgebauten Solarmodulen.

Die einzelnen Komponenten der Solaranlage einfach erklärt

Funktion Solaranlage
Funktionsweise einer Solaranlage

Ein Solarmodul erzeugt Strom, sobald die Sonne darauf scheint. Damit alleine können Sie aber noch nicht viel anfangen. Der Solarstrom muss umgewandelt, ins Netz eingespeist oder vorgehalten werden. Sie müssen ihn messen, um Eigenverbrauch und Einspeisemenge zu bestimmen. Die Anlage braucht Schutz vor Überspannung und eine digitale Optimierung und muss mit den Strombetreibern im öffentlichen Stromnetz kommunizieren können. Um dies zu realisieren, benötigen Sie einige technische Komponenten, die Ihre Solaranlage komplett machen.

Stromzähler

Der Eigenverbrauch des produzierten Stromes ist besonders attraktiv, auch wenn mit der hauseigenen Stromanlage selten eine autarke Stromversorgung erreicht wird. Ein Strombezug aus dem öffentlichen Netz erfolgt zwangsweise. Damit sowohl die Einspeisevergütung, als auch die Kosten für den externen Strombezug korrekt verrechnet werden, sind verschiedene Stromzähler nötig. Zunächst einmal muss die Gesamtproduktion der Photovoltaikanlage erfasst werden. Danach fließt der Strom ins Hausnetz ein. Wird er dort nicht verbraucht, fließt er in das öffentliche Stromnetz ab. Dafür benötigen Sie einen Einspeisezähler. Wollen Sie dagegen Strom verbrauchen und können aktuell nicht selbst produzieren oder halten keinen vorrätig, müssen Sie diesen aus dem öffentlichen Netz beziehen. Diese Daten erfasst der Bezugszähler.

Stromspeicher

Weil die Einspeisevergütung früher sehr viel höher lag als heute, wurden PV-Anlagen oftmals ohne Stromspeicher installiert. Es war einfach viel rentabler den produzierten Solarstrom zu verkaufen, als ihn zu verbrauchen. Heute sieht das anders aus. Nur noch an sehr ertragreichen Standorten lohnt sich die Einspeisung. Darum sind Stromspeicher zu einem wichtigen Bauteil der Solaranlage geworden. Sie ermöglichen es, den Strom bedarfsgerecht dann zu verbrauchen, wenn er benötigt wird - zeitlich unabhängig von der Produktion.

Tipp:

Wollen Sie einen Stromspeicher nachrüsten, ist der Eigenverbrauch von Bedeutung, um die richtige Speicherkapazität auszuwählen. Der Eigenverbrauch ergibt sich, wenn man die Gesamtproduktion minus der Einspeisung berechnet. Dieser Wert ist ebenfalls wichtig, wenn man eine Eigenverbrauchsförderung erhält.

Solarcloud

Die Solarcloud ist keine physikalische Komponente Ihrer PV-Anlage. Sie ist ein virtueller Stromspeicher, der es Ihnen ermöglicht sehr große Strommengen „zu speichern“ und später wieder abzurufen. Selbstverständlich wird der Solarstrom nicht wirklich gespeichert, wie das bei einem Akku der Fall ist. Vielmehr speisen Sie in einen großen Pool ein, und erwerben so das Recht, dieselbe Menge Strom später wieder abzurufen. Das Ganze wird von großen Strombetreibern realisiert und gewartet. Sie zahlen eine geringe monatliche Gebühr und erhalten so die Möglichkeit, nicht nur die begrenzten Kapazitäten des eigenen Stromspeichers zu nutzen, sondern sehr viel unabhängiger zu werden.

Tipp:

Wenn Sie noch über eine PV-Anlage ohne eigenen Stromspeicher verfügen, Ihren Eigenverbrauch jedoch erhöhen wollen, ist die Solarcloud eine praktische Möglichkeit.

Wechselrichter

Wechselrichter
Wechselrichter

Der Strom, den Sie mit Ihren Solarmodulen produzieren, ist Gleichstrom. Hier gibt es feste Pole: den Pluspol und den Minuspol, wie bei einer Batterie. Gleichstrom hat jedoch einen Nachteil: Wird er über lange Strecken transportiert, ist der Stromverlust recht hoch. Deshalb wird im öffentlichen Stromnetz Wechselstrom verwendet. Bei Wechselstrom gibt es keine festen Pole. Darum können Sie einen Stromstecker auch in beide Richtungen in die Steckdose stecken.

Möchten Sie Ihren selbst produzierten Solarstrom in Ihr Hausnetz oder das öffentliche Stromnetz einspeisen, wandelt der Wechselrichter den Gleichstrom in Wechselstrom um.

Daneben erfüllt der Wechselrichter aber noch weitere wichtige Funktionen, die ihn zum Herzstück der Solaranlage machen. Er überwacht zum Beispiel die Arbeit der Solarmodule und ermittelt deren optimalen Arbeitspunkt. Er sorgt so dafür, dass die Stromausbeute möglichst hoch ist. Gleichzeitig überwacht er aber auch das öffentliche Stromnetz. Er schützt die Solaranlage und das Stromnetz, indem er bei Störungen und Schwankungen die Systeme reguliert oder trennt.

Moderne Geräte kommunizieren per Bluetooth oder Netzanschluss mit Portalen, auf denen die Betriebsdaten der Solaranlage übersichtlich dargestellt werden. So wird das Monitoring zum Kinderspiel.

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Finanzierung und Förderung: So wird die eigene Solaranlage erschwinglich

So verlockend der Gedanke ist, seinen Strom selbst zu produzieren, die einmaligen hohen Investitionskosten schrecken viele ab. Um diesen Umstand abzufedern, gibt es sowohl günstige staatliche Förderkredite, als auch die Möglichkeit die Solaranlage zu mieten.

Kaufen oder Mieten – Tipps zur Entscheidungshilfe

Klassischerweise sind es drei Hürden, die Interessenten beim Kauf einer Solaranlage nehmen müssen:

  • Technisches Know-how bei der Auswahl
  • Berechnung der Rentabilität für unterschiedliche Varianten
  • Finanzierung

Wen diese Punkte überfordern, für den ist das Mietmodell eine tolle Alternative. Hier müssen Sie sich um fast nichts selber kümmern, denn die Montage übernimmt der Servicedienstleiter, der die Anlage bereitstellt und laufende Kosten für Wartung und Reparatur sind mit dem Mietpreis bereits abgegolten. Die Kalkulation ist somit denkbar einfach. Bei den meisten Mietverträgen ist es zudem so, dass sie eine feste Laufzeit beinhalten, nach der die PV-Anlage abgegolten ist. Es handelt sich also, um genau zu sein, um einen Mietkauf.

Tipp:
Eine Solaranlage zu mieten, kann sich auch für denjenigen lohnen, der das Geld für den Kauf verfügbar hätte. Bei einer Miete bleibt das Kapital frei für Anlageformen mit einer höheren Rendite als der Investition in eigenen Solarstrom. Vergessen Sie bei dieser Rechnung nicht, den Mehrpreis einer Mietanlage über die Laufzeit zu berücksichtigt.

Staatliche Förderungen

Wer sich für einen Kauf entscheidet, der kann zahlreiche staatliche Förderprogramme nutzen, mit denen der Staat den Ausbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien vorantreibt und die Anschaffung auch für Privatpersonen ermöglicht.

KfW Bankengruppe LogoSo können Sie beispielsweise einen sehr günstigen Kredit über das Förderprogramm „275“ der KfW Bank, für die Anschaffung der Stromspeicher Ihrer PV-Anlage erhalten. Auch zahlreiche andere Förderkredite stehen hier für Solarthemen bereit. Beispielsweise erhalten Sie mit dem Förderprogramm „270“ einen Förderkredit für Solaranlagen, die zur Einspeisung in das Stromnetz vorgesehen sind. Die einzelnen Förderkredite und deren Bedingungen können Sie bei der KfW-Bank online einsehen.

BAFA LogoAls staatliche Förderung erhalten Sie die Einspeisevergütung, die im EEG (erneuerbare Energien Gesetz) in fester Größe verankert ist. In früheren Jahren gab es eine zusätzliche Förderung bei Eigenverbrauch. Diese ist für neue Solaranlagen jedoch abgeschafft worden. Stattdessen werden heute Stromspeicher gefördert.
Tipp: Solarthermieanlagen erhalten derzeit in großem Umfang Fördermittel, zum Beispiel über die BAFA. Eine kombinierte Solaranlage für Strom und Wärme kann hier unter Umständen finanzielle Vorteile bringen.

Verbrauch und Rendite beim Kauf

Solaranlagen sind erschwinglich geworden. Während vor noch nicht allzu langer Zeit die Investitionskosten bei etwa 40.000 Euro lagen, sind sie heute mit durchschnittlich 17.000 Euro vergleichsweise niedrig. Je nach Dachgröße beginnt die Investitionssumme auch schon bei 9.500 Euro. Und das bedeutet: Lag der Anschaffungspreis im Jahre 2008 noch bei 4.800 Euro/kWp, liegt dieser heute bei 1.400 Euro/kWp. Das ist ein Preisverfall von 70 Prozent.

Umgerechnet auf den Verbrauch sind folgende Kennzahlen wichtig, um festzustellen, ob sich eine Eigeninvestition lohnt:

  • 29 Cent/kWh kostet derzeit der Bezug aus dem öffentlichen Netz.
  • Legt man die Kosten für eine Solaranlage um, ist der Preis für Solarstrom aus der Hausanlage 10-13 Cent/kWh.
  • Eine Solaranlage mit einer Nennleistung von 1 KWP erzeugt etwa 950 – 1.260 kWh Solarstrom.
Tipp:
Die Schwankung beim Preis des Solarstroms ergibt sich aus der Effizienz der Anlage. An sonnenreichen Standorten, mit einer perfekten Ausrichtung, produzieren Sie mehr Strom und amortisieren die Kosten schneller.

Das Fazit: Eine Solaranlage lohnt sich!

Die Vorteile einer Solaranlage liegen auf der Hand:

  • Solarstrom ist rund 70 % günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz.
  • Attraktive Förderprogramme oder Mietmodelle machen die Solaranlage auf dem eigenen Dach für jeden möglich.
  • Sie erhalten Strompreissicherheit.
  • Solarstrom ist nachhaltig. Solarenergie erzeugt keine Abgase, keinen Lärm, Solaranlagen auf Dächern fallen kaum auf und es ergeben sich durch die Nutzung keine Folgewirkungen für Pflanzen oder Tiere.

Somit ist es nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für unseren Planeten sinnvoll, den Solarausbau voranzutreiben. Betrachtet man außerdem die technische Entwicklung der E-Mobilität, wird klar: Mit Verbrennung Energie zu erzeugen hat ausgedient.

Welche Solaranlage für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist, können Sie mit unserem Solaranlagen-Fragebogen herausfinden!