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Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten – Kosten, Vorteile und Fördermöglichkeiten

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In den meisten Fällen lohnt es sich, von einer Gasheizung zur Wärmepumpe umzurüsten. Sie entgehen damit steigenden Gaskosten und erfüllen bereits heute das ab 2045 geltende gesetzliche Heizverbot für klimaschädliche Brennstoffe. Die Umrüstung im Altbau kostet ca. 26.000 bis 55.000 Euro, wird aber staatlich gefördert.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Aktualisiert am
Bauarbeiter montiert Wärmepumpe an eine Häuserwand
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Womit möchten Sie in Zukunft heizen?

Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Wann lohnt es sich?

Die Umrüstung einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe lohnt sich in vielen Fällen:

  • Defekte Heizung: Wenn Ihre Gasheizung kaputt ist oder eine teure Reparatur erfordert, lohnt sich jetzt der Wechsel zur Wärmepumpe mehr als der Einbau einer neuen Gasheizung, da Sie langfristig Energiekosten sparen.

  • Grundförderung: Aktuell gibt es eine Grundförderung von 30 Prozent, wenn Sie Ihre alte Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten.

  • Alte Heizung: Wenn Ihre funktionstüchtige Gasheizung älter als 20 Jahre ist, profitieren Sie von zusätzlich 16 Prozent Förderung durch den Klimageschwindigkeitsbonus. Ab Februar 2027 sinkt dieser Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte.

  • Einkommensbonus: Je nach Haushaltseinkommen (bis maximal 50.000 Euro) gibt es einen gestaffelten Zuschuss zwischen 10 und 40 Prozent. Familien profitieren zudem von einem pauschalen Einkommensabzug, der die Einstufung erleichtert.

  • Steigende CO2-Steuer: Durch den steigenden CO2-Preis können laut Berechnungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München bis 2027 Mehrkosten von knapp 160 bis 800 Euro für eine Gasheizung anfallen. Langfristig müssen Sie damit rechnen, bis zu 3.000 Euro zusätzlich im Jahr für CO2-Emmissionen zu zahlen.

Die Umrüstung lohnt sich fast immer, da Gasheizungen ein Auslaufmodell sind und der Betrieb immer teurer wird. Daher rät der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) dringend davon ab, sich eine neue Gasheizung einzubauen. Empfohlen wird, eine Wärmepumpe nachzurüsten, da sie klimafreundlich und effizient ist und für viele Häuser geeignet ist.

Welche langfristigen Vorteile hat die Umrüstung auf eine Wärmepumpe?

Es bietet langfristige Vorteile, von Gas auf eine Wärmepumpe zu wechseln, die über reine Kosteneinsparungen hinausgehen. Die Umrüstung steigert den Wert Ihrer Immobilie, da klimafreundliche und energieeffiziente Technologien bei Käufer:innen immer gefragter werden. Zudem ist die Wärmepumpe eine zukunftssichere Lösung, die unabhängig von fossilen Brennstoffen ist und zur Erreichung der Klimaziele beiträgt.

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Kosten für die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe

Wenn Sie von Gas auf eine Wärmepumpe umrüsten, liegen die Gesamtkosten bei ca. 26.000 bis 50.000 Euro – ohne Förderung.

In der Tabelle werden die Kosten für den Ersatz einer Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aufgelistet.

Kostenstelle

Kosten* für die Umrüstung

Anschaffungskosten Wärmepumpe

17.000 - 25.000 €

Installationskosten

5.000 - 10.000 €

Entsorgung der alten Gasheizung

2.000 - 3.000 €

Hydraulischer Abgleich

700 - 1.500 €

Austausch der Heizpumpe

300 - 500 €

Erneuerung des Heizsystems

1.000 - 15.000 €

Umrüstungskosten insgesamt

26.000 - 55.000 €

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

Umrüstung einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe zur Innenaufstellung.
Bei der Umrüstung wird der alte Gaskessel ausgebaut und entsorgt, bevor die neue Wärmepumpe eingebaut wird.

Unterschiedliche Kosten je nach Wärmepumpenmodell

Entscheidend dafür, wie viel die Umrüstung Ihrer Gasheizung kostet, sind die Kosten für die Wärmepumpe. Sie unterscheiden sich je nach Wärmepumpenart.

Wärmepumpenart

Anschaffungskosten*

Installationskosten*

Luft-Wasser-Wärmepumpe

17.000 - 25.000 €

5.000 - 10.000 €

Erdwärmepumpe

18.000 - 25.000 €

8.000 - 25.000 €

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

18.000 - 25.000 €

10.000 - 25.000 €

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

Wie hoch sind die laufenden Kosten und Einsparungen nach der Umrüstung?

Nach der Umrüstung belaufen sich die laufenden Heizkosten mit einer Wärmepumpe laut dem aktuellen Ariadne-Report (2026) auf durchschnittlich 12,20 Euro pro Quadratmeter, während für die alte Gasheizung durchschnittlich 16,20 Euro pro Quadratmeter anfielen.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche bedeuten diese Werte:

  • Betriebskosten vor der Umrüstung (Gasheizung): 2.106 Euro pro Jahr

  • Betriebskosten nach der Umrüstung (Wärmepumpe): 1.586 Euro pro Jahr

  • Ihre jährliche Ersparnis: 520 Euro pro Jahr

Beim Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe zeigt sich die deutliche Ersparnis bei den laufenden Kosten von mehreren Hundert Euro im Jahr. Dieser Kostenvorteil entsteht durch die hohe Effizienz der Wärmepumpen-Technologie.

Kosten und Einsparungen über 20 Jahre (Beispiel: 130 m² Einfamilienhaus)

Zeitraum

Gesamtheizkosten* Gasheizung

Gesamtheizkosten* Wärmepumpe

Ersparnis

Nach 1 Jahr

2.106 €

1.586 €

520 €

Nach 5 Jahren

10.530 €

7.930 €

2.600 €

Nach 10 Jahren

21.060 €

15.860 €

5.200 €

Nach 15 Jahren

31.590 €

23.790 €

7.800 €

Nach 20 Jahren

42.120 €

31.720 €

10.400 €

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

Auf die typische Lebensdauer einer Heizung von 20 Jahren gerechnet, sparen Sie mit der Wärmepumpe in diesem Beispiel mindestens 10.400 Euro an reinen Betriebskosten ein. Da der Gaspreis durch die gesetzlich verankerte CO₂-Abgabe in den kommenden Jahren zwangsläufig steigen wird, vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Systemen von Jahr zu Jahr. Die tatsächliche finanzielle Entlastung am Ende der 20 Jahre wird also voraussichtlich noch spürbar über diesen 10.400 Euro liegen.

Warum ist die Wärmepumpe im Betrieb so viel günstiger als eine Gasheizung?

Eine Gasheizung nutzt dagegen nur die Energie, die im Gas steckt. Dagegen ermöglicht es die besondere Wärmepumpen-Funktion, aus einer Einheit Strom drei- bis fünfmal so viel Wärme aus der Umwelt zu gewinnen. Daher muss der Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe geteilt werden.

Die Kosten für den jährlichen Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe berechnen Sie mit folgender Formel:

Stromkosten im Jahr berechnen

(Wärmebedarf Gebäude in kWh / Jahresarbeitszahl) x Strompreis = Stromkosten der Wärmepumpe

Beispiel: (20.000 kWh / 4) x 0,25 Euro = 1.250 Euro

Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Beispiel für ein 130 m² großes Haus

Kostenstelle

Kosten* für Umrüstung

Luft-Wasser-Wärmepumpe (ohne Förderung)

20.000 €

Installation

8.000 €

Entsorgung alte Gasheizung

2.000 €

Austausch von 7 Heizkörpern (à 1.000 €)

7.000 €

Hydraulischer Abgleich

1.000 €

Gesamtkosten (ohne Förderung)

38.000 €

*Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

Sie kaufen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die inklusive Installation 28.000 Euro kostet. Für die Entsorgung Ihrer alten Gasheizung zahlen Sie rund 2.000 Euro. Außerdem müssen Sie sieben Heizkörper für je 1.000 Euro austauschen und einen hydraulischen Abgleich für 1.000 Euro durchführen lassen. Insgesamt würde die Umrüstung ohne Förderung in diesem Beispiel 38.000 Euro kosten.

Welche Förderung gibt es, wenn Sie von Gas auf Wärmepumpe umrüsten?

Förderung für den Heizungstausch

Eine der attraktivsten Förderungen für die Umrüstung von Gas auf eine Wärmepumpe ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie bietet:

  • 30 Prozent Grundförderung: Für den Kauf und Einbau in ein Bestandsgebäude.

  • 16 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus: Für den frühzeitigen Heizungstausch. (Hinweis: Ab Februar 2027 sinkt dieser Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte).

  • Bis zu 40 Prozent Einkommensbonus: Haushalte mit einem Einkommen bis 30.000 Euro erhalten 40 Prozent, bis 40.000 Euro sind es 30 Prozent und bis 50.000 Euro gibt es 10 Prozent Bonus. Für Familien mit Kindern werden bei der Berechnung pauschal 10.000 Euro vom Haushaltseinkommen abgezogen.

  • Maximaler Fördersatz: 80 Prozent (Die verschiedenen Boni lassen sich kombinieren, sind aber bei 80 Prozent gedeckelt).

  • Förderfähige Kosten: Maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.

Wenn Sie die Förderung für Wärmepumpen nutzen, können Sie die Kosten für die Umrüstung Ihrer Gasheizung um 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten senken. Bei voll ausgeschöpften förderfähigen Kosten von 28.000 Euro erhalten Sie einen Zuschuss zwischen 8.400 Euro (bei 30 % Grundförderung) und 22.400 Euro (beim 80 % Höchstsatz). Statt der vollen 28.000 Euro müssten Sie mit Förderung für diesen Anteil der Investition somit lediglich zwischen 5.600 und 19.600 Euro selbst zahlen.

Die BEG-Förderung ist mit regionalen Förderprogrammen kombinierbar. Erkundigen Sie sich dazu am besten bei ihrer regionalen Fachfirma.

Förderung für Heizungsoptimierung und Sanierungsmaßnahmen

Förderung für Heizungsoptimierung und Sanierungsmaßnahmen

Nicht nur die Anschaffung und Installation der Wärmepumpe, sondern auch viele weitere Arbeiten rund um die Umrüstung der Gasheizung sind förderfähig:

BAFA-Zuschuss für Heizungsoptimierung

  • Fördersatz: 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben (plus 5 Prozent iSFP-Bonus)

  • Förderfähige Maßnahmen: Hydraulischer Abgleich, Austausch der Heizungspumpe, Dämmung von Rohrleitungen, Einbau von Flächenheizungen, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

BAFA-Zuschuss für energetische Einzelmaßnahmen

  • Fördersatz: 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben (plus 5 Prozent iSFP-Bonus)

  • Förderfähige Maßnahmen: Wärmedämmung, Austausch von Fenstern und Türen

BAFA-Förderung für Fachplanung und Baubegleitung

  • Fördersatz: 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben

  • Förderfähig: Energieberatung, Planung und professionelle Baubegleitung

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Welche Voraussetzungen gibt es, um von Gasheizung zur Wärmepumpe umzurüsten?

Damit die Betriebskosten der Wärmepumpe gering bleiben, ist es ideal, wenn das Haus und die Heizsysteme bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Gebäudeeigenschaften

Grundsätzlich ist der Wechsel von Gas zur Wärmepumpe in fast jedem Haus möglich. Auch die Umrüstung einer Wärmepumpe im Altbau ist in den meisten Fällen kein Problem. Je besser das Haus allerdings gedämmt ist, desto geringer sind die Energiekosten. Bei sehr schlechten Dämmwerten ist eine energetische Sanierung daher sinnvoll. Ein Heizstab kann die Wärmepumpe bei sehr niedrigen Außentemperaturen unterstützen und für ausreichend Wärme im Haus sorgen.

Heizsysteme und Vorlauftemperaturen

Einer der wichtigsten Punkte bei der Umrüstung der Gasheizung auf eine Wärmepumpe ist die Einstellung der richtigen Vorlauftemperatur. Gasheizungen laufen in unsanierten Altbau oft mit Vorlauftemperaturen von 75 bis 90 °C, moderne Brennwertkessel mit ca. 55 bis 60 °C. Die Wärmepumpe arbeitet jedoch am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen von 30 bis 35 °C. Empfohlen werden Vorlauftemperaturen bis zu 55 Grad, damit die Stromkosten noch im Rahmen bleiben.

Für einen effizienten Betrieb nach der Umrüstung muss die Fachfirma die Vorlauftemperatur gegebenenfalls senken. Das gelingt mit folgenden Maßnahmen:

  • Heizkurve anpassen

  • hydraulischer Abgleich

  • Einbau einer Hocheffizienzpumpe

  • Thermostatventile richtig einstellen

  • Dämmung der Heizkörper und -rohre

  • Einbau von Flächenheizungen, wie eine Fußbodenheizung oder Niedertemperatur-Heizkörper

  • Gebäudedämmung verbessern

Als Alternative für unsanierte Altbauten können auch Hochtemperatur-Wärmepumpen infrage kommen. Sie arbeiten auch mit hohen Vorlauftemperaturen von z. B. 80 °C. Aus Kostensicht ist es jedoch meist sinnvoller, die Vorlauftemperatur durch Sanierungsmaßnahmen zu senken.

Installation der Heizkörper
Wenn Sie eine Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten, werden häufig einige Heizkörper ausgetauscht.
Tipp: Wärmepumpen-Ampel nutzen

Mit der Wärmepumpen-Ampel der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. (FfE) können Sie mit einem Rechner herausfinden, ob Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist und welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt.

Wann amortisiert sich die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe?

Die Umrüstung auf eine Wärmepumpe lohnt sich bereits nach wenigen Jahren. Bei der Berechnung spielen die anfänglichen Investitionskosten, der Fördersatz und die laufenden Betriebskosten eine entscheidende Rolle.

Die Tabelle zeigt einen Kosten- und Amortisationsvergleich (10 Jahre):

Kostenfaktor

Wärmepumpe Kosten*

Gasheizung Kosten*

Investitionskosten gesamt (ohne Förderung)

38.000 €

20.000 €

Förderung (46 % von max. 28.000 € förderfähigen Kosten)

-12.880 €

Netto-Investitionskosten

25.120 €

20.000 €

Laufende Kosten im Jahr

1.586 €

2.106 €

Laufende Kosten (10 Jahre)

15.860 €

21.060 €

Gesamtkosten (10 Jahre)

40.980 €

41.060 €

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: Juli 2026

  • Anschaffungskosten: Durch die 46 % Förderung (Grundförderung + Klimageschwindigkeits-Bonus) sinkt die Eigenbeteiligung für die Wärmepumpe auf 25.120 Euro. Die Mehrkosten gegenüber einer neuen Gasheizung betragen somit nur noch 5.120 Euro.

  • Amortisationszeit: Durch die jährliche Betriebskostenersparnis von 520 Euro rechnet sich die Wärmepumpe nach knapp 10 Jahren (ca. 9,8 Jahre).

  • Kostengleichstand nach 10 Jahren: Nach einem Jahrzehnt liegen beide Systeme bei den Gesamtkosten fast exakt gleichauf (die Wärmepumpe ist 80 Euro günstiger). Ab dem 11. Jahr sparen Sie mit der Wärmepumpe deutlich.

  • Zusätzliche CO₂-Kosten für Gas: Der gesetzlich steigende CO₂-Preis ist hier noch nicht eingerechnet. Dieser kann für eine Gasheizung zusätzliche Mehrkosten von mehreren hundert bis tausend Euro pro Jahr bedeuten. In der Praxis wird sich die Wärmepumpe dadurch noch wesentlich schneller amortisieren.

Gasheizung zur Wärmepumpe oder Hybridheizung umrüsten – Was ist besser?

Eine Hybridheizung sollte nur dann infrage kommen, wenn Ihre Gasheizung noch sehr neu ist oder wenn Ihr Haus für den effizienten Betrieb mit einer Wärmepumpe aufwendig gedämmt werden müsste und Sie diese Sanierungskosten aufschieben möchten. In den meisten anderen Fällen ist eine vollständige Umrüstung auf eine reine Wärmepumpe die bessere und zukunftssichere Lösung.

Gasheizung komplett umrüsten auf eine Wärmepumpe

Vor allem bei gut gedämmten Häusern oder wenn Sie ohnehin eine Sanierung planen, sollten Sie komplett von Gas auf eine Wärmepumpe umsteigen. So optimieren Sie den Energieverbrauch Ihres Hauses, machen sich unabhängig von fossilen Brennstoffen und erfüllen bereits jetzt alle gesetzlichen Vorgaben für die Zukunft. Sie können Förderungen sowohl für die Wärmepumpe als auch für eine Wärmedämmung oder den Austausch einer funktionstüchtigen, aber alten Gasheizung erhalten.

Vorteile der kompletten Umrüstung

Nachteile der kompletten Umrüstung

Zukunftsfähige Lösung

Eventuell zusätzliche Kosten für Sanierung (z.B. Dämmung, Heizkörper)

Geringerer Energieverbrauch und dauerhaft niedrigere Energiekosten

Hohe staatliche Förderungen für Wärmepumpe und Dämmmaßnahmen

Unabhängigkeit von steigenden CO₂-Preisen und teurem Biogas

Gasheizung umrüsten zur Hybridheizung

Eine Hybridheizung kombiniert eine alte Gasheizung mit einer klimafreundlichen Heizung, wie einer Wärmepumpe. Das kann in Bestandsgebäuden mit knappem Budget im ersten Moment sinnvoll erscheinen. Langfristig ist die komplette Umrüstung zur Wärmepumpe jedoch günstiger.

Bei der Kombilösung übernimmt die Wärmepumpe die Grundlast des Heizens und die Warmwasserbereitung. Nur wenn die Heizlast an sehr kalten Tagen zu groß wird, schaltet sich die Gasheizung zu.

Vorteile der Gas-Hybridlösung

Nachteile der Gas-Hybridlösung

Sanierungskosten (z.B. Dämmung) können aufgeschoben werden

Übergangslösung (bis spätestens 2045)

Geringere Energiekosten im Vergleich zur reinen Gasheizung

Keine staatliche Förderung für den Gas-Teil der Heizung

Weniger CO₂-Emissionen als eine reine Gasheizung

Abhängigkeit von teurem Biogas durch die gesetzliche "Bio-Treppe"

Wichtig bei Gas-Hybridlösungen: Bio-Treppe und 2045-Ziel

Wenn Sie sich für eine Hybridlösung entscheiden, müssen Sie die langfristigen Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes beachten:

  • Die Bio-Treppe: Auf dem Weg dorthin muss der Brennstoff für den Gaskessel stufenweise zu einem immer höheren Anteil aus Biogas bestehen: Ab 2029 mindestens 10 bis 15 Prozent Biogas; Ab 2035 mindestens 30 Prozent Biogas; Ab 2040 mindestens 60 Prozent Biogas

  • Klimaziel 2045: Spätestens 2045 müssen alle Heizungen in Deutschland zu 100 Prozent klimafreundlich laufen.

  • Kosten- und Versorgungsrisiko: Biogas ist teuer. Zudem warnen Expert:innen, dass eine flächendeckende Versorgung für alle Privathaushalte nicht garantiert werden kann, da die Produktionskapazitäten schlicht nicht ausreichen.

  • Technische Voraussetzungen: Das Zusammenspiel aus Wärmepumpe und Gasheizung erfordert einen neuen Pufferspeicher. Ist Ihre alte Gasheizung nicht ab Werk „renewable ready“, muss zudem die Steuerungstechnik aufwendig nachgerüstet werden.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umrüstung auf eine Wärmepumpe

Bevor Sie Ihre Gasheizung mit einer Wärmepumpe nachrüsten oder komplett zur Wärmepumpe wechseln, sollten Sie folgende Schritte durchlaufen:

1. Energieberatung und individueller Sanierungsfahrplan

Eine Energieberatung hilft Ihnen, den aktuellen energetischen Zustand Ihres Hauses zu bewerten und Einsparpotenziale zu erkennen. Im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) werden Ihnen konkrete Maßnahmen aufgezeigt, wie Sie Ihr Haus optimal z. B. für den Betrieb einer Wärmepumpe vorbereiten können – etwa durch Dämmung oder den Austausch ineffizienter Heizkörper.

2. Heizkörper prüfen

Wärmepumpen laufen optimal mit Vorlauftemperaturen bis etwa 55 Grad. In Neubauten werden dafür Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen eingebaut. Prüfen Sie, ob Ihre Heizkörper auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen funktionieren. Ansonsten können spezielle Wärmepumpen-Heizkörper eingebaut werden.

3. Heizlast berechnen lassen

Um zu entscheiden, ob eine Wärmepumpe allein effizient heizen kann, ist die Heizlast ausschlaggebend. In Altbauten sollte die Berechnung ein Fachbetrieb übernehmen. Eine Heizlast über 15 Kilowatt gilt als hoch, sodass sich eine Wärmepumpe allein kaum rentiert. Dann wären eine Gas-Hybridheizung oder energetische Sanierung sinnvoll.

4. Wärmeverluste minimieren

Eine gute Dämmung ist keine grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass eine Wärmepumpe effizient heizt. Doch je besser das Haus isoliert ist, desto weniger Heizleistung ist nötig und desto weniger Betriebskosten fallen an. Daher lohnt sich eine energetische Sanierung, wie zum Beispiel die Dämmung der Wände, Türen und Fenster, langfristig.

5. Passende Wärmepumpe wählen

Welche Wärmepumpe für Ihr Haus die richtige ist, sollten Sie mit einem Fachbetrieb absprechen. Denn je nachdem, ob Sie eine Luft-, Wasser- oder Erdwärmepumpe wählen, sind unterschiedliche Voraussetzungen erforderlich. Wichtig ist, dass Sie sich für ein Modell aus der Liste der förderfähigen Wärmepumpen entscheiden.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Vorteile bietet die Umrüstung von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe?

Die Umrüstung von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe bietet langfristig niedrigere Betriebskosten, macht unabhängig von fossilen Brennstoffen und steigert den Wert der Immobilie, da Wärmepumpen klimafreundlich, effizient und zukunftssicher sind. Zudem profitieren Sie von attraktiven Förderungen, die die Investitionskosten deutlich senken. Sie leisten einen Beitrag zum Umweltschutz und müssen keine steigenden CO2-Preise zahlen.

Lässt sich jede Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüsten?

Viele Gasheizungen lassen sich auf eine Wärmepumpe umrüsten. Ob eine Umrüstung möglich und sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Gebäudetyp, der Heizlast und den örtlichen Gegebenheiten ab. Hierzu sollten Sie sich von einer Fachfirma beraten lassen.

Welche Fehler sollte ich beim Umrüsten einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe vermeiden?

Vermeiden Sie den häufigen Fehler, die Gasheizung ohne gründliche Planung und Beratung auf die Wärmepumpe umzurüsten. Die Installation der Wärmepumpe in ein bestehendes Heizsystem ist komplexer als bei einer Gasheizung. Die Fachfirma sollte daher auf die Umrüstung spezialisiert sein und die Vorlauftemperatur richtig einstellen. Sonst drohen Effizienzverluste und hohe Betriebskosten.

Was kostet die Umrüstung von Gas auf eine Wärmepumpe?

Die Umrüstung von Gas auf eine Wärmepumpe kostet je nach Größe und Ausstattung etwa 26.000 bis 55.000 Euro ohne Förderung, wobei bis zu 80 Prozent der Kosten durch Förderprogramme übernommen werden können.

Eignet sich eine Wärmepumpe für Altbauten?

Ja, eine Wärmepumpe eignet sich auch für die meisten Altbauten. Zusätzliche Maßnahmen, wie ein hydraulischer Abgleich, der Einbau einer neuen Heizpumpe oder Heizkörper können den Betrieb effizienter gestalten. Ideal ist es, wenn die Wärmedämmung des Altbaus durch Sanierungsmaßnahmen verbessert wird.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Lina Strauss ist seit über drei Jahren bei Aroundhome und hilft unseren Leser:innen mit ihren Artikeln dabei, die wichtigsten Infos zu allen Themen rund ums Haus auf einen Blick zu finden. Ihr Interesse liegt vor allem bei zukunftsweisenden Themen aus dem Energie- und Immobiliensektor.

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