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Ist eine Gasheizung noch zukunftssicher?

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
16. September 2022

Über Gasheizungen und ihre Zukunft wird in der Politik gerade viel diskutiert. Von der Gastherme zum Gas-Brennwertkessel: Erfahren Sie, welche Modelle zur Auswahl stehen, welche Vorteile Flüssiggas als Alternative zu Erdgas mit sich bringt und warum Solarthermie und Gas eine gelungene Kombination sind.

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Voraussetzungen für den Betrieb einer Erdgasheizung

Der Betrieb einer Erdgasheizung ist mit viel weniger Aufwand verbunden als der einer Ölheizung, denn Sie benötigen keinen Brennstofftank. Der Heizkessel selbst nimmt nur eine geringe Stellfläche in Anspruch. Ist Ihr Grundstück an das Gasnetz angeschlossen, benötigen Sie lediglich einen Schornstein sowie einen Strom- und Wasseranschluss in der Nähe des geplanten Aufstellorts. Eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik kann problemlos an die alten Heizungsleitungen im Haus angeschlossen werden. Neue Leitungen und Heizkörper müssen nicht installiert werden. Das gilt auch für eine bereits vorhandene, wasserführende Fußbodenheizung.

ARTIKEL: Welche Vor- und Nachteile bieten Fußbodenheizungen?

Moderne Gasheizung an der Wand
Gasheizungen gibt es auch im schlichten und unauffälligen Design.

Wenn Ihr Grundstück nicht ans Gasnetz angeschlossen ist, müssen Sie nicht auf eine moderne Gasheizung verzichten. Flüssiggas bietet eine gute Alternative. Es muss allerdings der Platz für den nötigen Gastank vorhanden sein.

Typen & Modelle von Gasheizungen

Beim Kauf einer neuen Gasheizung haben Sie die Wahl zwischen drei verschiedenen Heizungsarten. Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick:

Übersicht verschiedener Gasheizungen

Gas-Heizwertgerät

Gas-Heizwertkessel sind im Vergleich zur Brennwerttechnik bereits veraltet. Anders als bei Konstanttemperaturkesseln sorgt eine Steuerung für eine an den Bedarf angepasste Vorlauftemperatur. Konstanttemperaturheizungen liefern immer die volle Heizkraft, was in der Übergangszeit unnötig ist. Genau wie bei gut gedämmten Gebäuden genügen hier Vorlauftemperaturen von rund 40 Grad Celsius, die ein Gas-Heizwertgerät sparsam und effizient erzeugt. Bei einem erhöhten Bedarf sind aber auch höhere Werte möglich.

Klassische Gas-Heizwertgeräte dürfen seit 2015 nicht mehr installiert werden. Moderne Geräte mit Hochleistungspumpen dagegen sind weiterhin zugelassen, werden aber nicht mehr mit staatlichen Geldern gefördert.

Gastherme

Eine Gastherme beschreibt umgangssprachlich einen wandhängenden Heizkessel, der Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellt. Gasthermen werden auch als Gas-Wandheizgerät oder Gas-Etagenheizung bezeichnet. Anders als große Gas-Heizkessel können Gasthermen auch in Wohnräumen oder auf dem Dachboden eingebaut werden. Diese Form der Gasheizung ist dazu geeignet, einzelne Wohnungen oder kleine bis mittlere Einfamilienhäuser zu beheizen und mit warmem Wasser zu versorgen. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern liegt der Vorteil darin, dass jede Partei die Kosten für Heizung und Warmwasser selbst steuern kann. Dazu ist die Nachrüstung einfacher als bei einer Zentralheizung, denn nur die Gasleitung und kein ganzer Heizkreislauf muss durch das gesamte Gebäude in die einzelnen Wohnungen geführt werden.

Gas-Brennwertheizung

Gas-Brennwerheizungen sind eine spezielle Unterform der Gasthermen und die modernste Form von Gasheizungen. Hier nutzt der Heizkessel nicht nur die bei der Verbrennung entstehende Wärme. Die heißen Abgase werden ebenfalls zur Wärmegewinnung genutzt. Ein zweiter Wärmetauscher entzieht dem bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampf die Energie und führt sie ebenfalls dem Heizsystem zu. So nutzt eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik die im Gas enthaltene Energie nahezu vollständig aus, statt wertvolle Wärme durch den Schornstein entweichen zu lassen.

Grafik Heizung öl Gasheizung Brennwert Heizwert
Die verschiedenen Funktionsweisen von herkömmlichen Gasheizungen und Brennwertheizungen

Erdgas oder Flüssiggas?

Für eine Erdgasheizung benötigen Sie keinen Tank. Außerdem können Sie den Gasversorger jederzeit leicht wechselnFlüssiggas ist empfehlenswert, wenn Ihr Grundstück nicht an die Gasleitung angebunden ist. Allerdings benötigen Sie Platz für den Tank. Dafür können Sie den Brennstoff auf Vorrat einkaufen, wenn die Preise gerade niedrig sind. Viele Anbieter bieten den Gastank zur Miete und koppeln auch die Wartung und die Gaslieferung an den Vertrag. Rechnen Sie hier genau nach, ob sich das Mietmodell für sie rentiert.

Ihr Grundstück ist noch nicht für Gas erschlossen? Dann fragen Sie bei der Gemeinde nach, ob das in Zukunft geplant ist. Viele Gasheizungen sind für den Betrieb mit Flüssig- und Erdgas geeignet und können einfach umgestellt werden.

Nahaufnahme Heizung am Fenster
Neue Heizung gesucht?
Passende Heizungsanbieter in Ihrer Region

Was ist der Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert?

Wenn Sie sich für eine neue Flüssiggas- oder Erdgasheizung interessieren, werden Sie auf die Fachbegriffe Heizwert und Brennwert stoßen:

  • Heizwert: Der Heizwert gibt an, wie viel Energie ein Brennstoff bei der Verbrennung freigibt. Ein Kubikmeter Erdgas liefert einen Heizwert von 10,1 Kilowattstunden und ein Liter Heizöl einen Heizwert von 9,8 Kilowattstunden. Der Heizwert sagt nichts darüber aus, wie gut die jeweilige Heizungsanlage die freigesetzte Energie nutzt.

  • Brennwert: Der Brennwert wird als Menge der freigesetzten Energie bei der Verbrennung einer bestimmten Masse angegeben. Hier wird die Energiemenge bestimmt, die tatsächlich für das Heizen genutzt wird. Da moderne Brennwerttechnik die Energie zurückgewinnt, die im Wasserdampf der Abgase steckt, liegt der Brennwert von Erdgas bei rund 11,1 Kilowattstunden pro Kubikmeter.

Preise und Kosten einer Gasheizung

Die Anschaffungskosten für eine Gasheizung sind durchaus moderat. Die Preise richten sich nach Typ und Leistungsfähigkeit des gewählten Geräts. Insgesamt können Sie mit ca. 6.000 bis 10.000 Euro, inklusive Montage rechnen. Einen Überblick verschafft Ihnen unser Preisbeispiel:

Kosten für eine Gasheizung

Zusatz- & Wartungskosten

Zusätzlich zur Heizungsanlage fallen noch weitere Kosten an, die Sie bei Ihrer Planung nicht vergessen sollten. Dazu gehören unter anderem eventuelle Sanierungskosten für den Schornstein von ca. 1.000 Euro sowie jährliche Wartungkosten in Höhe von 200 bis 250 Euro pro Jahr. Soll zusätzlich eine Solarthermie-Anlage angeschafft werden, rechnen Sie hier mit Kosten in Höhe von 10.000 bis 15.000 Euro.

Empfehlenswert ist eine jährliche Inspektion und Heizungswartung durch einen Fachbetrieb. Die Reinigung und Einstellung des Heizkessels hilft, den Verbrauch gering zu halten. Je nach Art der Anlage ist die gesetzliche Überprüfung durch den Schornsteinfeger sogar alle ein oder zwei Jahre vorgeschrieben.

Förderungsmöglichkeiten

Einzelmaßnahmen werden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nicht mehr gefördert. Andere Zuschussförderungen für Heizungen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bleiben bestehen, wobei die Förderungshöhen angepasst wurden. Auch der Einbau neuer Gasheizungen wird nicht mehr gefördert. Dies betrifft auch Gas-Brennwertheizungen, die „Renewable Ready“ sind, und Gas-Hybridheizungen. Stattdessen wird der Heizungs-Tausch-Bonus in Höhe von 10 Prozent, der bisher nur für Ölheizungen galt, auf Gasheizungen ausgeweitet. Mehr Hintergründe erfahren Sie in unserem Artikel zur BEG-Reform 2022 und unserer Übersicht zu Förderungen für Heizungen.

Eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik und eine Anlage für Solarthermie sind ideale Partner! Die von den Solarpaneelen gesammelte Wärme wird in einen Wärmespeicher geleitet und steht dort zur Bereitung von Warmwasser und zur Unterstützung der Heizungsanlage zur Verfügung. In den Sommermonaten, in denen die Gasheizung normalerweise anspringen müsste, übernimmt die Solarthermie die Aufgabe der Warmwasserversorgung ganz oder teilweise. Im Winter unterstützt die aus der Sonneneinstrahlung gewonnene Energie die Heizung, wodurch der Gasverbrauch ganzjährlich gesenkt werden kann.

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Häufig gestellte Fragen

Wann werden Gasheizungen verboten?

Aktuell ist kein Verbot von Gasheizungen geplant. Die Bundesregierung hatte zeitweise über ein Verbot des Einbaus neuer Gasheizungen zum Jahr 2024 debattiert. Dieses wurde jedoch aufgrund der schwierigen Realisierbarkeit gekippt.

Wie viel kostet eine Gasheizung?

Insgesamt können Sie mit Kosten von circa 6.000 bis 10.000 Euro für eine Gasheizung rechnen. Kosten für die Montage und einen Speicher sind hierbei bereits berücksichtigt.

Was müssen Sie bei Gasheizungen beachten?

Voraussetzung für eine Gasheizung ist ein Anschluss an die örtliche Gasleitung. Ist bei Ihnen kein Anschluss vorhanden, kann dieser auch noch nachträglich verlegt werden.