Ist eine Gasheizung noch zukunftssicher?
Über Gasheizungen und ihre Zukunft wird in der Politik gerade viel diskutiert. Von der Gastherme zum Gas-Brennwertkessel: Erfahren Sie, welche Modelle zur Auswahl stehen, welche Vorteile Flüssiggas als Alternative zu Erdgas mit sich bringt und warum Solarthermie und Gas eine gelungene Kombination sind.
Gesetzliche Regelungen für Gasheizungen
Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vom Juli 2026 haben sich die rechtlichen Vorgaben für Gasheizungen verändert. Die generelle Austauschpflicht für ältere Heizungen ab 30 Jahre wurde ersatzlos gestrichen. Sie dürfen Ihre bestehende Gasheizung also weiterbetreiben und reparieren.
Vorgaben für den Einbau einer Gasheizung in Bestandsgebäuden
Wenn Sie eine neue Gasheizung in ein Bestandsgebäude einbauen möchten, ist dies weiterhin erlaubt. Sowohl die Pflichtberatung als auch die alte 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien ist seit Juli 2026 entfallen. Allerdings gilt ab 2029 die gesetzlich vorgeschriebene „Biotreppe“. Wer eine neue Gasheizung einbaut, muss dem Erdgas schrittweise klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan beimischen. Der Pflichtanteil steigt:
ab 2029: mindestens 10 Prozent
ab 2030: mindestens 15 Prozent
ab 2035: mindestens 30 Prozent
ab 2040: mindestens 60 Prozent
ab 2045: 100 Prozent
Vorgaben für den Einbau einer Gasheizung im Neubau
Ab dem 1. Januar 2030 gilt für alle Neubauten der Standard des „Nullemissionsgebäudes“. Dann sind neue Heizungen, die vor Ort CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen, im Neubau verboten. Erlaubt sind nur noch alternative Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen, wie z. B. Wärmepumpen.
Voraussetzungen für den Betrieb einer Erdgasheizung
Der Betrieb einer Erdgasheizung erfordert weniger Aufwand als der einer Ölheizung, denn Sie benötigen keinen Brennstofftank. Der Heizkessel selbst nimmt wenig Stellfläche ein. Ist Ihr Grundstück an das Gasnetz angeschlossen, benötigen Sie lediglich einen Schornstein sowie einen Strom- und Wasseranschluss in der Nähe des Aufstellorts. Eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik kann problemlos an die alten Heizungsleitungen im Haus angeschlossen werden. Eine Neuinstallation von Leitungen und Heizkörpern ist üblicherweise nicht notwendig. Das gilt auch für eine bereits vorhandene, wasserführende Fußbodenheizung.
Eine Hybridheizung kann die Vorteile einer Erdgasheizung mit denen einer Wärmepumpe verbinden. Die Wärmepumpe deckt den Großteil des Wärmebedarfs und sorgt für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Nur in besonders kalten Zeiten oder bei erhöhtem Warmwasserbedarf springt die Gasheizung unterstützend ein. Diese Kombination senkt den CO2-Ausstoß, besonders in Altbauten oder bei älteren Gasheizungen, die nicht so effizient arbeiten.
Daneben besteht die Möglichkeit, eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik mit einer Solarthermie-Anlage zu kombinieren. Die von den Solarpaneelen gesammelte Wärme wird in einen Wärmespeicher geleitet und steht dort zur Bereitung von Warmwasser und zur Unterstützung der Heizungsanlage zur Verfügung. In den Sommermonaten, in denen die Gasheizung normalerweise anspringen müsste, übernimmt die Solarthermie die Aufgabe der Warmwasserversorgung ganz oder teilweise. Im Winter unterstützt die aus der Sonneneinstrahlung gewonnene Energie die Heizung, wodurch der Gasverbrauch ganzjährlich gesenkt werden kann.
Falls energetische Sanierungsmaßnahmen noch nicht umgesetzt werden können, ist die Hybridlösung eine hervorragende Option, um die Gasnutzung zu minimieren und die Heizkosten zu senken.
Typen und Modelle von Gasheizungen
Beim Kauf einer neuen Gasheizung haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Heizungsarten. Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick:
Übersicht verschiedener Gasheizungen
Gas-Heizwertgerät
Gas-Heizwertkessel sind im Vergleich zur Brennwerttechnik als veraltet anzusehen. Diese Geräte erzeugen eine durchgehend hohe Vorlauftemperatur, was bedeutet, dass sie immer mit voller Heizleistung arbeiten. In Übergangszeiten, in denen weniger Wärme benötigt wird, ist das aber nicht effizient. In gut gedämmten Gebäuden genügen bereits Temperaturen von rund 40 °C. Klassische Gas-Heizwertgeräte dürfen seit 2015 nicht mehr installiert werden. Moderne Geräte mit Hochleistungspumpen sind weiterhin zugelassen, werden jedoch nicht mehr mit staatlichen Mitteln gefördert.
Gastherme
Eine Gastherme beschreibt umgangssprachlich einen wandhängenden Heizkessel, der Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellt. Gasthermen werden auch als Gas-Wandheizgerät oder Gas-Etagenheizung bezeichnet. Anders als große Gas-Heizkessel können Gasthermen auch in Wohnräumen oder auf dem Dachboden eingebaut werden. Diese Form der Gasheizung ist dazu geeignet, einzelne Wohnungen oder kleine bis mittlere Einfamilienhäuser zu beheizen und mit warmem Wasser zu versorgen. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern liegt der Vorteil darin, dass jede Partei die Kosten für Heizung und Warmwasser selbst steuern kann. Dazu ist die Nachrüstung einfacher als bei einer Zentralheizung, denn nur die Gasleitung und kein ganzer Heizkreislauf muss durch das gesamte Gebäude in die einzelnen Wohnungen geführt werden.
Gas-Brennwertheizung
Gas-Brennwertheizungen sind eine spezielle Unterform der Gasthermen und die modernste Form von Gasheizungen. Hier nutzt der Heizkessel nicht nur die bei der Verbrennung entstehende Wärme. Die heißen Abgase werden ebenfalls zur Wärmegewinnung genutzt. Ein zweiter Wärmetauscher entzieht dem bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampf die Energie und führt sie ebenfalls dem Heizsystem zu. So nutzt eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik die im Gas enthaltene Energie nahezu vollständig aus, statt wertvolle Wärme durch den Schornstein entweichen zu lassen.
Erdgas oder Flüssiggas?
Für eine Erdgasheizung benötigen Sie keinen Tank. Außerdem können Sie den Gasversorger jederzeit leicht wechseln. Flüssiggas ist eine mögliche Alternative, wenn Ihr Grundstück nicht an die Gasleitung angebunden ist. Allerdings benötigen Sie Platz für den Tank. Durch diesen können Sie den Brennstoff auf Vorrat einkaufen, wenn die Preise gerade niedrig sind. Viele Anbieter bieten den Gastank zur Miete und koppeln auch die Wartung und die Gaslieferung an den Vertrag. Rechnen Sie hier genau nach, ob sich das Mietmodell für sie rentiert.
Was ist der Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert?
Wenn Sie sich für eine neue Flüssiggas- oder Erdgasheizung interessieren, werden Sie auf die Fachbegriffe Heizwert und Brennwert stoßen:
Heizwert: Der Heizwert gibt an, wie viel Energie ein Brennstoff bei der Verbrennung freigibt. Ein Kubikmeter Erdgas liefert zum Beispiel einen Heizwert von 10,1 Kilowattstunden und ein Liter Heizöl einen Heizwert von 9,8 Kilowattstunden. Der Heizwert sagt nichts darüber aus, wie gut die jeweilige Heizungsanlage die freigesetzte Energie nutzt.
Brennwert: Der Brennwert wird als Menge der freigesetzten Energie bei der Verbrennung einer bestimmten Masse angegeben. Hier wird die Energiemenge bestimmt, die tatsächlich für das Heizen genutzt wird. Da moderne Brennwerttechnik die Energie zurückgewinnt, die im Wasserdampf der Abgase steckt, liegt der Brennwert von Erdgas bei rund 11,1 Kilowattstunden pro Kubikmeter.
Preise und Kosten einer Gasheizung
Die Anschaffungskosten für eine Gasheizung liegen zwischen 10.000 und 20.000 Euro inklusive Montage für ein Einfamilienhaus.
Kosten für eine Gasheizung
* Kosten sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Stand: August 2026
Zusatz- und Wartungskosten einer Gasheizung
Neben den Anschaffungskosten fallen weitere Ausgaben für eine Gasheizung an. Falls eine Schornsteinsanierung nötig ist, betragen die Kosten hierfür etwa 1.000 bis 2.000 Euro.
Die jährlichen Wartungskosten einer Gasheizung liegen zwischen 200 und 250 Euro. Eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb ist unerlässlich, da dabei der Heizkessel gereinigt und eingestellt wird. Das erhöht nicht nur die Lebensdauer Ihrer Heizung, sondern optimiert auch den Energieverbrauch.
Zusätzlich fallen alle ein bis zwei Jahre Kosten von ca. 50 bis 150 Euro für den Schornsteinfegerbetrieb an. Für größere Inspektionen oder spezielle Wartungsarbeiten können auch Kosten von etwa 200 Euro entstehen. In Ihre Planung sollten auch unvorhergesehene Reparaturen einfließen, da technische Defekte schnell mehrere Hundert Euro kosten können.
Empfehlenswert ist eine jährliche Inspektion und Heizungswartung durch einen Fachbetrieb. Die Reinigung und Einstellung des Heizkessels hilft, den Verbrauch gering zu halten. Das trägt auch zur Sicherheit und Effizienz Ihrer Gasheizung bei. Mit einer regelmäßigen Wartung werden Probleme oder Mängel frühzeitig erkannt und behoben. Dadurch lassen sich kostspielige Reparaturen vermeiden. Außerdem kann die Einhaltung der Wartungspflichten die Garantie aufrechterhalten.
Gibt es noch Förderungen für die Gasheizung?
Für den Kauf und Einbau neuer Gasheizungen gibt es keine Heizungsförderung mehr. Hybridheizungen, die auch Gas verwenden, erhalten nur für den Teil der erneuerbaren Energien eine Förderung. Gefördert werden ausschließlich alternative Heizsysteme, die auf erneuerbaren Energien basieren, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe. Für solche nachhaltigen Systeme liegt der Förderhöchstsatz der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei 80 Prozent.
Fazit: Wie zukunftssicher ist eine Gasheizung noch?
Moderne Gas-Brennwertheizungen sind effizient und lassen sich mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie kombinieren. Dennoch verlangt die Energiepolitik zunehmend den Einsatz nachhaltiger Energiequellen. Neue Gasheizungen dürfen in Bestandsgebäuden zwar weiterhin eingebaut werden, müssen aber strenger Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) und der langfristigen Klimaziele erfüllen.
Perspektivisch werden fossile Brennstoffe immer weniger eine Rolle spielen. Das Ziel, den Einsatz von fossilen Gasheizungen bis 2045 vollständig zu beenden, unterstreicht die begrenzte Zukunftsfähigkeit dieser Technologie. Vor diesem Hintergrund gewinnen nachhaltigere Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Fernwärme zunehmend an Bedeutung. Sie sind langfristig besser mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar und stellen eine sicherere Investition dar.
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Häufig gestellte Fragen
Was müssen Sie bei Gasheizungen beachten?
Beim Einbau einer neuen Gasheizung im Altbau ist die vorherige Pflichtberatung mittlerweile entfallen. Auch die alte 65-Prozent-Regel und die Abhängigkeit von der kommunalen Wärmeplanung wurden gestrichen. Stattdessen gilt hier nun die sogenannte „Biotreppe“: Sie müssen dem fossilen Erdgas schrittweise klimafreundliche Brennstoffe (wie Biomethan) beimischen. Dieser Pflichtanteil startet bei 10 Prozent ab 2029, steigt auf 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. In Neubauten greift ab dem 1. Januar 2030 der Standard des Nullemissionsgebäudes, weshalb der Einbau von neuen fossilen Gasheizungen dort ab diesem Stichtag verboten ist.
Wann werden Gasheizungen verboten?
Gasheizungen können weiterhin betrieben werden, aber der Einbau neuer, rein fossiler Gasheizungen wird schrittweise eingeschränkt. Bis 2045 soll die klimaneutrale Beheizung aller Gebäude erreicht sein.
Wie viel kostet eine Gasheizung?
Insgesamt können Sie mit Kosten von circa 10.000 bis 20.000 Euro für eine Gasheizung rechnen. Kosten für die Montage und einen Speicher sind hierbei bereits berücksichtigt.