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Barrierefreies Badezimmer - So erfüllen Sie alle Anforderungen

Christina Tobias, Online-Redakteurin
Christina Tobias
24. November 2023

Ein barrierefreies Badezimmer ermöglicht es Menschen mit körperlichen Einschränkungen, ihre Körperpflege und Hygiene ohne fremde Hilfe nachzugehen, indem es so gestaltet ist, dass es für sie leicht zugänglich und nutzbar ist. Auch wenn Sie derzeit kein barrierefreies Bad benötigen, ist es sinnvoll, bereits an die Zukunft zu denken.

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Checkliste für ein Barrierefreies Bad

Eine gut geplante barrierefreie Badezimmerumgebung kann nicht nur die täglichen Routinen erleichtern, sondern auch dazu beitragen, ein inklusives Zuhause zu schaffen. Damit Ihr Badezimmer wirklich allen Bedürfnissen gerecht wird, haben wir eine umfassende Checkliste zusammengestellt.

Barrierefreie Ausstattung fürs Bad: Checkliste

  • Bodenbelag mit rutschfesten Eigenschaften
  • Ausreichend Platz für die Bewegung von Rollstühlen oder Gehhilfen
  • Schwellen entfernen oder durch Rampen ersetzen
  • Bodengleiche Dusche installieren oder eine ebenerdige Duschwanne
  • Haltegriffe in der Dusche und neben der Badewanne
  • Sitzmöglichkeiten in der Dusche oder der Badewannel
  • Toilette mit erhöhter Sitzhöhe
  • Freiraum neben dem WC
  • Höhenverstellbares oder rollstuhlgerechtes Waschbecken
  • Handläufe entlang der Wand installieren
  • Helle und blendfreie Beleuchtung
  • Kontraste zwischen Boden, Wänden und Ausstattungselementen
  • Breite Türen (mindestens 90 cm)
  • Notrufsysteme installieren
  • Lichtschalter durch berührungslose oder leicht erreichbare Alternativen verwenden
  • Elektronische Hilfsmittel wie Badewannenlifte oder Duschstühle
  • Heizung aus sitzender Position bedienbar machen
  • keine scharfen Kanten

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Wann gilt ein Bad als barrierefrei? Alle Anforderungen nach DIN 18040-2

Bei der Planung eines barrierefreien Bades gilt es mehr zu beachten, als alles nur ebenerdig zu gestalten und ein paar Stützgriffe zu montieren. Wenn Sie auf Fördermittel vom Staat hoffen, müssen Sie die Vorschriften nach DIN 18040-2 für ein barrierefreies Bad einhalten. Generell unterscheidet man bei den Anforderungen nach DIN 18040-2 zwischen den Mindestanforderungen, die ein Bad haben muss, um barrierefrei zu gelten und dem erweiterten R-Standard, der auch Rollstuhlfahrer:innen eine ungehinderte Nutzung ermöglicht.

Wie sieht ein barrierefreies Badezimmer aus?

Bewegungsfläche vor Sanitärobjekten

Mindeststandard

  • 120 x 120 cm Abstand vor den einzelnen Sanitäranlagen (darf sich mit weiteren Bewegungsflächen überlagern)
  • Nutzung des Waschtisches auch im Sitzen
  • 20 cm Abstand zwischen einzelnen Sanitäranlagen

R-Standard

  • 150 x 150 cm Abstand vor den einzelnen Sanitäranlagen
  • Unterfahrbarer Waschtisch mit ausreichend Beinfreiheit
  • Mindestens 90 cm Platz neben der Toilette auf einer Seite für Rollstuhlfahrer
  • 20 cm Abstand zwischen einzelnen Sanitäranlagen

Barrierefreie Duschwanne und Duschplatz

Mindeststandard

  • Maße: 120 x 120 cm
  • max. 2 cm Höhenunterschied zum angrenzenden Bodenbereich
  • abgeschrägter Übergang ohne Kante

R-Standard

  • Maße: 150 x 150 cm
  • Nachrüstbare Duschklappsitze und beidseitige, hochklappbare Stützgriffe
  • Höhe Duschklappsitz: 46 - 48 cm
  • Einhebel-Duscharmatur mit Handbrause muss aus der Sitzposition erreichbar sein

Barrierefreie Badewanne

Mindeststandard

  • Maße: 160-170 x 75 cm
  • nachträgliches Aufstellen (z. B. als Ersatz für die Dusche) sollte machbar sein
  • empfehlenswert sind Sitzbadewannen oder Badewannen mit Tür

R-Standard

  • muss mit einem Lift ausgestattet sein
Barrierefreies Bad - Barrierefreie Alternativen zur Badewanne

Barrierefreie Türen

Mindeststandard

  • Lichte Breite: mind. 80 cm
  • Lichte Höhe: mind. 205 cm
  • möglichst keine unteren Türanschläge oder Schwellen (max. 2 cm Höhenunterschied)
  • müssen sich von außen öffnen und entriegeln lassen

R-Standard

  • Lichte Breite: mind. 90 cm
  • Lichte Höhe: mind. 205 cm
  • müssen sich von außen öffnen und entriegeln lassen
  • Türklinke sollte 85 cm über dem Fußboden montiert sein

Barrierefreies Waschbecken

Mindeststandard

  • muss man im Stehen und im Sitzen nutzen können
  • Beinfreiraum unter dem Waschtisch für die Nutzung im Sitzen
  • Spiegel muss mind. 100 cm hoch und über dem Waschbecken montiert werden
  • vorzugsweise Einhebelarmaturen
  • berührungslose Armaturen sind nur mit einer Temperaturbegrenzung (max. 45 °C) erlaubt

R-Standard

  • Höhe: max. 80 cm (Vorderkante)
  • Tiefe Unterfahrbarkeit: mind. 55 cm
  • Abstand Armatur zum vorderen Waschtischrand: max. 40 cm
  • Breite des Beinfreiraums unter dem Waschtisch: mind. 90 cm

Barrierefreie Montagehöhen

Für sämtliche Griffe und Bedienelemente gilt grundsätzlich eine Montagehöhe von 85 cm. Diese wird immer ab der Oberkante des Fertigfußbodens (OKFFB) gemessen. Ausgenommen sind Fenstergriffe, die auch 85 bis 105 cm hoch montiert werden können.

Barrierefreies WC

Mindeststandard

  • Abstand zur Wand und anderen Sanitärobjekten: mind. 20 cm

R-Standard

  • Höhe: 46 - 48 cm (einschließlich Sitz)
  • Breite an Zugangsseite: mind. 90 cm
  • Breite an der anderen Seite: mind. 30 cm
Barrierefreies Bad mit beigen Fließen
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Schritt für Schritt zur barrierefreien Badplanung

Bei einem barrierefreien Bad muss viel beachtet werden. Auch aufgrund des höheren Kostenfaktors im Vergleich zu einem normalen Bad sollte möglichst vorausschauend geplant werden. Damit Sie bei der Planung nichts vergessen, können Sie sich an unserer Checkliste orientieren:

Schritt 1: Zielgruppe definieren

  • Für welche Menschen bauen Sie um?
  • Welche Art der Einschränkung haben sie?
  • Denken Sie auch an sich und die Zukunft: Was benötigen Sie im Alter?

Schritt 4: Fördermittel beantragen

  • Prüfen Sie, welche Fördermittel oder Zuschüsse für Sie infrage kommen.
  • Beachten Sie, dass diese vor dem Beginn des Umbaus beantragt und genehmigt werden müssen!

Schritt 2: Voraussetzungen überprüfen

  • Bietet Ihr Bad genügend Platz, um barrierefrei werden zu können?
  • Ist die Badezimmertür breit genug?
  • Planen Sie benötigte Umbaumaßnahmen mit ein.

Schritt 5: Neue Ausstattung besorgen

  • Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Ausstattung den DIN-Normen entspricht.
  • Diesen Schritt kann Ihnen auch die beauftragte Fachfirma abnehmen.

Schritt 3: Konkrete Raumaufteilung planen

  • Erstellen Sie einen maßgetreuen Grundriss Ihres Bades.
  • Planen Sie alle benötigten Sanitäranlagen und Ausstattungen ein und tragen Sie diese zusätzlich in eine Liste ein.
  • Denken Sie dabei auch an die erforderliche Bewegungsfläche.

Schritt 6: Fachfirma beauftragen

  • Lassen Sie sich mehrere Angebote von verschiedenen Fachfirmen geben und prüfen Sie diese nach Ihren Kriterien.
  • Anschließend Baumaßnahmen & Installationen durchführen lassen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, den Begriff Barrierefreiheit noch einmal zu konkretisieren: Soll das Badezimmer seniorengerecht, rollstuhlgerecht und/oder behindertengerecht sein?

Seniorengerechtes Badezimmer

Für ein seniorengerechtes Badezimmer benötigen Sie vor allem Haltegriffe und eine ebenerdige Dusche. Bestehen Mobilitätseinschränkungen, können weitere Anpassungen und Umbauten nötig werden.

Rollstuhlgerechtes Badezimmer

Ein rollstuhlgerechtes Bad erfordert mehr Bewegungsfläche, um mit dem Rollstuhl entsprechend rangieren zu können, und Anpassungen an den Sanitärobjekten (z. B. einen unterfahrbaren Waschtisch).

Behindertengerechtes Badezimmer

Für ein behindertengerechtes Bad ist vor allem entscheidend, welche körperliche oder geistige Beeinträchtigung besteht. Hier müssen bei der Planung individuelle Lösungen gefunden werden.

Förderungen und Zuschüsse für den barrierefreien Badumbau

Wenn Sie auf die Unterstützung von Fördermitteln bauen, ist die Planung eines barrierefreien Bades nach DIN 18040-2 die sichere Wahl. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet einen attraktiven Kredit und Investitionszuschuss für die Barrierereduzierung an. Zudem können Sie Zuschüsse für den Umbau und Kostenerstattungen für bestimmte Hilfsmittel von der Krankenkasse und der Pflegeversicherung erhalten.

Förderung durch

Art

Was wird gefördert?

Fördermittel

KfW-Programm 159: Altersgerecht Umbauen

Art

Kredit

Was wird gefördert?

Badumbau zur Barrierereduzierung

Fördermittel

bis zu 50.000 Euro

KfW-Programm 455-B: Barrierereduzierung

Art

Investitionszuschuss

Was wird gefördert?

Badumbau zur Barrierereduzierung

Fördermittel

bis zu 6.250 Euro

Pflegeversicherung

Art

Investitionszuschuss

Was wird gefördert?

Badumbau zur Barrierereduzierung (bei Pflegestufe / Pflegegrad)

Fördermittel

bis zu 4.000 Euro

Krankenkasse

Art

Kostenerstattung

Was wird gefördert?

bestimmte Hilfsmittel

Fördermittel

Kostenübernahme bei ärztlicher Verordnung

Erst auf die Genehmigung warten!

Wenn Sie Fördermittel für sich beanspruchen möchten, müssen diese vor dem Umbau bzw. vor dem Kauf der Hilfsmittel von dem entsprechenden Institut beantragt und genehmigt worden sein.

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Was kostet ein barrierefreies Bad?

Badumbauten sind in der Regel kostenintensiv, da barrierefreie Sanitärobjekte teurer sind als Standardmodelle und zusätzliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Bei einer Komplettsanierung können die Preise zwischen 3.500 und 4.000 Euro pro Quadratmeter liegen.

Für ein durchschnittlich großes Bad von etwa sechs Quadratmetern können die Gesamtkosten daher zwischen 21.000 und 24.000 Euro betragen.

Kostenrechner für Badplanung von Banovo

Wie lange dauert der Umbau zum barrierefreien Bad?

Die Dauer des Umbaus hängt von der Situation vor Ort und der Komplexität des geplanten barrierefreien Badezimmers ab. Normalerweise sollten Sie etwa fünf bis sechs Wochen einplanen.

Beraten lassen und Fachfirmen für den Badumbau finden

Aroundhome kann Sie bei der Planung Ihres barrierefreien Bades unterstützen. In unserem Online-Fragebogen nehmen wir Ihre Wünsche an das neue Bad auf und empfehlen Ihnen bis zu drei Anbieter aus Ihrer Region.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich ein kleines Badezimmer behindertengerecht umbauen?

Das Badezimmer sollte über eine Mindestgröße von fünf Quadratmetern verfügen, um es barrierefrei gestalten zu können. Achten Sie auf eine platzsparende Anordnung der Sanitärobjekte, um die DIN-Norm 18040-2 zu erfüllen. Sinnvoll wäre zum Beispiel die Dusche (mit Duschvorhang) in der einen Ecke des Bades anzuordnen, das WC auf der anderen Seite, den unterfahrbaren Waschtisch dazwischen zu platzieren und in der Mitte den Ablauf zu haben.

Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und behindertengerecht?

Um als behindertengerecht bzw. rollstuhlgerecht zu gelten, muss ein entsprechend größerer Bewegungsradius im Badezimmer gewährleistet sein. Laut DIN-Norm gelten für ein barrierefreies Bad die Maße 120x120 Zentimeter als Bewegungsfläche vor jedem Sanitärobjekt (Dusche, WC, Waschbecken), während für Rollstuhlfahrer:innen 150x150 Zentimeter vorgeschrieben sind. Die Bezeichnung altersgerecht bzw. seniorengerecht erfordert hingegen keine speziellen Maße.

Badewanne oder Dusche: Was sollte man in einem barrrierefreien Bad installieren?

Eine große ebenerdige Dusche mit einer Schwelle von maximal zwei Zentimetern ist die beste Wahl für ein barrierefreies Badezimmer. Wer auf eine Badewanne nicht verzichten will, kann eine Badewanne mit Tür wählen oder einen Badewannenlift nutzen. Wichtig: Wenn Sie in Ihre Badewanne nachträglich eine Tür einbauen lassen, kann es zu Problemen mit der Dichtigkeit kommen. Im Idealfall tauschen Sie das Sanitärobjekt komplett und investieren in eine neue Badewanne mit Tür.