Lohnt sich der Immobilienverkauf im Jahr 2026?
Während die Preise in vielen Regionen wieder anziehen, halten sie sich in anderen weiterhin stabil. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Immobilien wieder zu. Die Inflationsrate liegt noch immer auf moderatem Niveau und die Bauzinsen werden in nächster Zeit kaum sinken. Was bedeutet das für die Gesamtsituation am Markt und ist es ratsam, Immobilien jetzt zu verkaufen, oder sollten Sie noch warten?
Wie haben sich die Immobilienpreise allgemein entwickelt?
Wie die zuletzt Ende März 2026 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Preisanstiegen bei Wohnimmobilien zeigen, entwickeln sich die Preise seit dem vierten Quartal 2024 nun bereits das fünfte Quartal infolge wieder positiv. Im vierten Quartal 2025 war der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal mit einer Veränderungsrate von +3,0 Prozent auf einem ähnlichen Level wie in den beiden vorherigen Quartalen.
Ein Blick auf die Entwicklung der Immobilienpreise bis zum Jahr 2021 zeigt, wie rasant die Preise in den Jahren zuvor gestiegen sind. Erst im vierten Quartal 2022 wurde die Trendwende eingeleitet, als die Anstiege im Vergleich zum Vorjahresquartal erstmals abflachten. Anhand folgender Grafik sehen Sie die jeweilige Veränderungsrate der Quartale zum Vorjahreszeitraum in Prozent:
Regionale Unterschiede in der Preistrendentwicklung
Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die Immobilienpreise im vierten Quartal 2025 in allen Regionen Deutschlands gestiegen. Verglichen mit dem Vorquartal gab es jedoch auch Preisrückgänge.
Die Häuserpreise haben sich je nach Region unterschiedlich entwickelt:
In den kreisfreien Großstädten stiegen sie im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,1 Prozent, lagen gegenüber dem Vorquartal jedoch 1,5 Prozent niedriger.
In den sieben größten Städten, darunter Berlin, Hamburg und München, legten die Preise um 1,5 Prozent im Jahresvergleich zu. Auch gegenüber dem Vorquartal zeigte sich ein leichter Anstieg von 0,9 Prozent.
In dünn besiedelten ländlichen Kreisen lagen die Preise 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, im Vergleich zum Vorquartal gingen sie jedoch leicht um 0,3 Prozent zurück.
Auch bei den Wohnungspreisen zeigte sich ein gemischtes Bild:
In den kreisfreien Großstädten verteuerten sich Wohnungen um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, gegenüber dem Vorquartal sanken sie jedoch leicht um 0,1 Prozent.
Auch in den sieben größten Städten stiegen die Preise im Jahresvergleich – um 2,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal gingen sie hingegen um 1,6 Prozent zurück.
In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen legten die Wohnungspreise deutlich zu: Sie lagen im Schnitt 5,4 Prozent über dem Vorjahresquartal und stiegen gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent.
Niedrige Inflationsrate kann Kaufstimmung verbessern
Generell ist das Leben teurer geworden, als es noch vor einigen Jahren war. Die Inflationsrate ist im März 2026 nach einem Rückgang im Monat zuvor erneut gestiegen und liegt aktuell bei +2,7 Prozent. Zurückzuführen ist das vor allem auf die Preissteigerungen im Energiebereich infolge des Iran-Kriegs. Doch auch die Preise für Dienstleistungen haben sich innerhalb eines Jahres überdurchschnittlich erhöht. Bei vielen Menschen mindern höhere Lebenshaltungskosten die Bereitschaft, große Investitionen zu tätigen. Zwar war die Inflationsrate im März auf dem höchsten Stand seit Januar 2024, befindet sich aktuell aber dennoch auf moderatem Niveau.
Abhängig ist die künftige Entwicklung vor allem davon, wie schnell es zu einer Lösung im Nahen Osten kommt, denn bei einer längeren Dauer würden die höheren Energie- und Transportkosten auch auf Lebensmittel und andere Produkte übergehen. In der Folge könnte auch die Inflation stärker anziehen. Bei einem baldigen Ende des Kriegs würde dieser Effekt dagegen entfallen. Das könnte die Kaufstimmung wieder verbessern, denn je niedriger die Inflation ist, desto wirtschaftlicher werden auch Immobilien für viele Kaufinteressierte.
Höhere Bauzinsen machen Finanzierungen schwieriger
Wer den Kauf einer Immobilie finanzieren will, braucht laut LBS-Empirica-Erschwinglichkeitsbarometer im Schnitt 131.000 Euro Eigenkapital. Zusätzlich nötig ist in den meisten Fällen ein Immobiliendarlehen. Die Tilgung so eines Kredits ist allerdings durch die gestiegenen Bauzinsen teurer geworden. Diese Erhöhung geht mit der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) einher. Sie hatte die Leitzinsen seit Juli 2022 in mehreren Schritten erhöht und ab Juni 2024 in acht Schritten wieder gesenkt.
Zu den Leitzinsen, die die EZB festlegt, gehört unter anderem der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen können. Er liegt seit Juni 2025 bei 2,15 Prozent und wirkt sich indirekt auf den Bauzins aus.
Seit Anfang März 2026 ist bei den Bauzinsen jedoch wieder ein Anstieg zu sehen, getrieben durch die Spannungen im Nahen Osten. Mittlerweile liegen die Zinsen für zehnjährige Darlehen im Schnitt bei 3,92 Prozent. Expert:innen rechnen zum größten Teil damit, dass die Zinsen in den nächsten Wochen stabil bleiben werden oder weiter steigen. Von einer Seitwärtsbewegung innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate geht laut Interhyp-Bauzins-Trendbarometer die Hälfte der Expert:innen deutscher Kreditinstitute aus. Die andere Hälfte rechnet mit weiteren Anstiegen. Für Verkaufsinteressierte könnte daher jetzt ein guter Zeitpunkt für den Immobilienverkauf sein.
Wie stark sich der Bauzins auf die Immobilienfinanzierung auswirkt, zeigen folgende Beispiele:
Abhängig davon, wie hoch der Zinssatz ist, ergibt sich ein anderes Gesamtbild bei den Kosten:
Jetzt Haus verkaufen oder noch warten und sanieren?
Immobilien mit modernen Heizungssystemen und guter Isolierung bleiben besonders gefragt. Modernisierungen und energetische Sanierungen erhöhen den Verkaufspreis einer Immobilie. Das ist auf lange Sicht gut gedacht, wenn Käufer:innen diese höheren Preise stemmen können. Sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen vor dem Hausverkauf sind zum Beispiel eine neue Wärmedämmung oder der Austausch der Heizungsanlage, wenn Sie aktuell noch auf Gas oder Öl setzen. Zudem gibt es Förderungen für energetische Sanierungen und die Förderquote für einen Heizungstausch liegt derzeit bei maximal 70 Prozent.
Moderne Heizungen sollen auch weiterhin gefördert werden. Jedoch gibt es noch immer Diskussionen um das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), das das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) voraussichtlich noch in diesem Jahr ablöst. Wie hoch die Fördersätze künftig ausfallen, ist noch nicht abschließend geklärt.
Fazit: Sollten Sie Ihre Immobilie jetzt verkaufen oder warten?
Die Verkaufspreise für Immobilien sind nicht mehr so hoch wie noch vor einiger Zeit, doch nach turbulenten Jahren haben sie sich weitgehend stabilisiert. Im Vergleich zum Vorquartal gab es im letzten Quartal 2025 je nach Segment und Region sowohl leichte Preisrückgänge als auch Anstiege, insgesamt aber eine verhalten positive Entwicklung.
Gleichzeitig sind die Finanzierungskosten für Käufer:innen durch die aktuellen geopolitischen Spannungen zuletzt wieder gestiegen. Aktuell liegt der Bauzins bei etwa 3,9 Prozent und viele Expert:innen erwarten in den nächsten Wochen und Monaten entweder ein gleichbleibendes Niveau oder weitere Zinserhöhungen.
Wer über einen Verkauf nachdenkt, sollte daher nicht darauf spekulieren, dass sich die Kaufbedingungen zeitnah deutlich verbessern. Kurzfristig könnten Zins- und Inflationssorgen sogar für eine höhere Nachfrage sorgen, bevor sich die Marktbedingungen möglicherweise verschlechtern.
Wir von Aroundhome unterstützen Sie dabei, Ihre Hausprojekte erfolgreich und stressfrei umzusetzen – durch individuelle Beratung und die Vermittlung passender Fachfirmen. Unser Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich, wir finanzieren uns über die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen.
Jetzt Makler:in in Ihrer Nähe finden- > 500.000
erfolgreich an Fachfirmen vermittelte Aufträge pro Jahr
- 15
Jahre Markterfahrung in verschiedensten Branchen
- > 40
Produkte und Dienstleistungen rund ums Eigenheim