Küche planen und einrichten: Tipps, Kosten und Produkte

Sie sind auf der Suche nach Ihrer neuen Traumküche? Dann lassen Sie sich professionell beraten! Denn bei der Anschaffung gilt es einiges zu beachten: von der Größe des Raums über die Ausstattung bis hin zu Ihrem gewünschten Design. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Küche individuell planen können und welche Möglichkeiten Sie – abhängig vom Budget – bei der Einrichtung haben.

Die Küche ist mehr als ein Ort, an dem wir kochen: Hier kommt die Familie zusammen, hier wird gemeinsam gegessen und über den Tag gesprochen. Der Trend bei Neu- und Umbauten geht daher immer mehr zur Wohnküche. Durch die Integration der Küche in den Wohnbereich, hat sich in den letzten Jahren viel in puncto Design getan. Wir zeigen Ihnen, wie Sie bei der Küchplanung den Überblick behalten, und wie Sie Ihre neue Wunschküche zu einem echten Wohlfühlort machen. 

Küchenplanung: Welche Grundform passt zu mir?

An allererster Stelle bei der Planung einer neuen Küche steht die Entscheidung für eine Küchenform. Folgende Varianten stehen Ihnen zur Auswahl:

  • Küchenzeile als Einzeiler, alternativ als Zweizeiler mit zwei gegenüberliegenden Küchenblöcken,
  • Küche in L-Form,
  • Küche in U-Form,
  • Küche in G-Form oder 
  • die sogenannte Inselküche.

Für welche Form Sie sich entscheiden, hängt von der Größe und dem Grundriss Ihrer Küche sowie von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen ab. Während Einzeiler beispielsweise perfekt für kleine Räume und Singlehaushalte geeignet sind, lassen sich mit Küchen in U-, G- oder Inselform komfortable und gemütliche Wohnküchen gestalten.

Tipp:
Starten Sie Ihre Küchenplanung mit der Entscheidung, welche Art von Herd – Kochinsel oder Einbauherd – und welche Art von Kühlschrank – freistehend oder eingebaut – Sie möchten. Wägen Sie Vor- und Nachteile gut ab, denn von diesen Entscheidungen hängt Ihre komplette Küchenplanung ab.

Küchenmodelle und Küchenstile: von der gemütlichen Landhausküche bis zur modernen Modulküche

Die Küche ist neben dem Badezimmer der Bereich, der bei der Inneneinrichtung eines Hauses oder einer Wohnung am meisten Planung benötigt. Nehmen Sie sich also Zeit, analysieren Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse und informieren Sie sich über verschiedene Küchentypen und Einrichtungsstile. Einen kurzen Überblick über die beliebtesten Küchen finden Sie hier: 

Landhausküche

Viel Holz, helle Farbtöne und ein Esstisch mit Sitzbank oder Stühlen – das sind die wesentlichen Merkmale einer klassischen Landhausküche. Entwickelt hat sich dieser Küchenstil aus der traditionellen Bauernküche, die mit hochwertigem Massivholz und rustikalen Gestaltungselementen für Gemütlichkeit sorgte. Heute gibt es nicht nur den einen Landhausküchenstil, sondern viele verschiedene: 

  • Skandinavische Landhausküche: Buche und Kiefernmöbel, helle Farbtöne und eine klare Linienführung kennzeichnen den skandinavischen Einrichtungsstil. 
  • Mediterrane Landhausküche: Holz und Fliesen stehen bei der Gestaltung im französischen oder italienischen Landhausstil im Vordergrund. Während die Einrichtung überwiegend aus Holz besteht, sorgen Wände und Böden aus Stein oder Fliesen für ein mediterranes Flair. 
  • Für die im englischen Landhausstil gestaltete Cottage-Kitchen sind matte Küchenfronten sowie pastell- und cremefarbene Töne typisch. 
  • Ein bisschen wie zusammengewürfelt wirkt die klassische Farmhouseküche im amerikanischen Stil: Viele Farben, eine große Keramik-Spüle mit nostalgischer Armatur und jede Menge Schränke kennzeichnen die amerikanische Country-Kitchen.
  • Eher dunkles Massivholz mit auffälliger Maserung, eine Sitzbank und ein gefliester Kachelofen gehören zur klassischen alpenländischen Landhausküche

Eines haben Landhausküchen bei allen Unterschieden gemeinsam: Sie laden zum Verweilen und Zusammensein ein. 

Moderne Küche

Sie lieben klare Formen, helle Farben und viel Funktionalität? Dann ist eine Küche im modernen Einrichtungsstil für Sie das Richtige. Sie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • modernes bis minimalistisches Design mit schnörkellosen Formen,
  • edle Materialien wie Edelstahl, Keramik, Glas,
  • matte Lackfronten, 
  • raffinierte innovative Beleuchtung und
  • den Verzicht auf Griffe.

Essplätze sind in modernen Küchen oft mit hohen Bartischen und dazu passenden Hockern gestaltet. Für Familien mit Kindern bieten sich schlichte Esstische in eckigen Formen an. Viele moderne Küchen sind als Modulküchen oder Inselküchen erhältlich. 

Wohnküche

Das Herz der Wohnküche ist ein großer Esstisch oder eine Arbeitsinsel, um die sich alle gerne versammeln. Mit dem einsamen Kochen ist es in der Wohnküche definitiv vorbei, denn zwischen Herd und Spüle wird nicht nur zubereitet, sondern auch gearbeitet und relaxt. Deswegen stehen in den großen Küchen häufig einladend bequeme Sitzmöbel: Neben komfortablen Essstühlen passen Sofas oder Sessel in die Wohnküche. Hier steht nicht mehr der Fernseher aus dem Wohnzimmer im Mittelpunkt, sondern der Spaß am gemeinsamen Kochen und der Austausch mit allen Bewohnern. Als Küchenform kommt die U-, L- oder G-Form infrage. Sehr beliebt für Wohnküchen sind Modul- und Inselküchen.

Blockküche oder Modulküche?

Blockküchen sind klein und kompakt. Sie bestehen aus einem zusammenhängenden Block mit Unter- und Oberschränken, elektronischen Einbaugeräten, Spüle und Arbeitsplatte. So sind beispielsweise Singleküchen und Küchenzeilen klassische Blockküchen. Ihr Vorteil ist, dass alle Elemente der Kücheneinrichtung platzsparend und funktional angeordnet sind. 

Modulküchen hingegen bestehen aus einzelnen Modulen, die Sie flexibel aufstellen und anbringen können. Die Küchenhersteller bieten Ober- und Unterschränke, Arbeitsplatten, Schubladenelemente und Kochinseln einzeln an. Nach dem Baukastenprinzip können Sie sich Ihre Küche dann individuell zusammenstellen.

Tipp:

Sie ziehen häufiger um? Dann eignet sich eine Modulküche besonders gut: Sie lassen sich den räumlichen Gegebenheiten optimal anpassen und sind erweiterbar.

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Darauf kommt es in der Küche an: Küchengeräte, Arbeitsplatten, Fliesen und Stauraum

Haben Sie sich einmal für eine Küchenform und einen Einrichtungsstil entschieden, geht es ans Eingemachte: die Ausstattungsdetails. Denn auf die kommt es im Alltag besonders an: Welche Küchengeräte benötigen Sie? Wo kann Stauraum geschaffen werden? Welche Arbeitsplatten passen zum Einrichtungsstil?

Wir möchten Sie bei der Küchenplanung unterstützen und stellen Ihnen hier die wichtigsten Produktgruppen vor. 

Ohne sie läuft nichts: Küchengeräte

Eine Küche ohne elektrische Geräte ist wie ein Körper ohne Organe: Erst Küchengroßgeräte wie Herd und Backofen, Spülmaschine, Kühl- und Gefrierschrank erwecken eine Küche zum Leben. Ihre speziellen i-Tüpfelchen erhält sie mit hochwertigen High-End-Geräten wie beispielsweise einem Dampfgarer oder einer Mikrowellen-Herd-Kombination. Die Auswahl an unterschiedlichen Elektrogeräten für die Küche ist riesig: Neben den Aspekten Qualität und Benutzerfreundlichkeit spielt beim Kauf die Energieeffizienz eine große Rolle. 

Während Herd und Backofen früher als ein einziges Modul verbaut wurden, können Sie moderne Backöfen heute einzeln kaufen und in einen Hochschrank einbauen. So entsteht ein Backofen auf Augenhöhe, der Ihnen ein ergonomisches Backen ermöglicht. Viele moderne Backöfen verfügen über praktische Zusatzfunktionen wie Dampfgaren, Mikrowelle oder Selbstreinigung. 

Bevor Sie sich für einen Kühlschrank entscheiden, sollten Sie sich überlegen, ob Sie einen frei stehenden oder einen Einbau-Kühlschrank bevorzugen. Ebenso wichtig ist die Frage nach einer Kühl-Gefrierkombination oder einem extra Gefrierschrank. 
Auf eine Spülmaschine möchte heute niemand mehr verzichten: Die praktischen Geschirrspüler verschwinden in der Regel hinter der Küchenfront, sodass nur die Blende zu sehen ist. Lautstärke, Wasser- und Stromverbrauch sind neben der Kapazität und der Aufteilung die zentralen Kaufkriterien. 

Sicher, schnell und gut kochen: die passenden Kochfelder

Die Kochfelder des Herdes sind das Herzstück der Küche: Während Sie sich früher nur zwischen klassischen Elektroplatten und Gas entscheiden konnten, haben Sie heute vier Optionen:

  • Glaskeramik-Kochfelder (Ceran)
  • Induktions-Kochfelder 
  • Plattenherde
  • Gaskochfelder

Der Trend geht zum Induktions-Kochfeld, denn kein anderes Kochfeld bietet Ihnen so viele individuelle Funktionen. Mit Induktion ist das Kochen nicht nur sehr sicher, die Wärme lässt sich zudem außerordentlich präzise regulieren. Dabei kann die Induktionstechnik mit der Geschwindigkeit eines Wasserkochers mithalten: Etwa fünf Minuten braucht es, um eineinhalb Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Wenn Sie es besonders eilig haben, sorgt die in vielen Induktionsherden integrierte Boost-Funktion für noch schnelleres Kochen.

Günstiger im Anschaffungspreis, allerdings nicht im Energieverbrauch, sind Ceran-Kochfelder. Hier dauert derselbe Kochvorgang im Schnitt etwa acht Minuten und das Kochfeld bleibt auch nach dem Kochen noch lange heiß.

Tipp:
Sie möchten sich kein spezielles Kochgeschirr anschaffen? Dann punktet das Ceran-Kochfeld mit einem klaren Vorteil: Herkömmliche Töpfe und Pfannen genügen für den gewünschten Kocherfolg.

Leidenschaftliche Köche hingegen schwören auf Gas: Mit Gas lässt sich sehr gut und energieeffizient kochen, die Pflege und Reinigung der Kochfelder ist jedoch aufwendiger als bei Induktions- und Cerankochfeldern.

Hier wird gearbeitet: Küchenplatten

Sie gehört zum ersten Schritt im Kochprozess: die Arbeitsplatte. Auf ihr werden alle nötigen Zutaten vorbereitet – sie muss also einiges aushalten. Alle Küchenhersteller haben Küchenplatten aus unterschiedlichen Materialien in ihrem Programm – so können Sie wählen zwischen 

  • Naturstein wie Granit oder Marmor,
  • Holz, beispielsweise Eiche oder Nussbaum,
  • Kunststoff oder Kunststein.

Als besonders hochwertig und beständig gelten Küchenplatten aus hitzebeständigem Naturstein. Allerdings sind sie kostspielig in der Anschaffung und ebenso schwer, was Sie im Falle eines Umzuges bedenken sollten. Holzplatten hingegen sind empfindlich, sorgen aber für ein natürliches und nachhaltiges Ambiente. Pflegeleicht und günstig sind Arbeitsplatten aus Schicht- und Laminatstoffen.

In modernen Küchen finden Sie auch Arbeitsplatten aus Glas oder Edelstahl. Während Glas äußerst beständig ist, sieht man auf Küchenplatten aus Edelstahl nach einiger Zeit häufig Schnittspuren und Kratzer.

Geschmackvoll verkleidet: Fliesen & Blenden

Die Verkleidung der Küchenrückwand hat erheblichen Einfluss auf die Wirkung einer Küche. Ob Fliesen, Glas, Spiegel, Edelstahl oder Holz – entscheiden Sie sich für ein Material und ein Design, das zum Einrichtungsstil Ihrer Küche passt. In jedem Fall muss es leicht abzuwischen sein, denn beim Kochen und Spülen bleibt die Küchenrückwand nicht immer sauber.

Fliesen eignen sich im Prinzip für jede Küche und haben den großen Vorteil, robust und pflegeleicht zu sein. Ebenso beständig ist Edelstahl. Glas und Spiegel passen hervorragend in moderne und minimalistische Küchen, sie sind allerdings empfindlicher: Auf diesen Materialien sehen Sie jeden Spritzer.

Blenden werden in der Küche verwendet, um Löcher und/oder weniger ansprechende Stellen zu verdecken. Sie sollten zum Stil und Material Ihrer Küche passen und fallen im Idealfall möglichst wenig auf.

Alles an seinem Platz: Stauraum schaffen

Regale, Schubladen, Schränke – davon kann es in der Küche eigentlich nicht genug geben. Überlegen Sie vor dem Kauf Ihrer Küche genau, wie viel Platz Sie für Lebensmittel, Geschirr, Küchenkleingeräte und Putzutensilien benötigen. Nutzen Sie jede Ecke und jeden Winkel aus: Besonders gut gelingt Ihnen das mit einer speziell auf Sie zugeschnittenen Einbauküche. Unterbringungsmöglichkeiten schaffen Sie zum Beispiel mit

  • Sockelschubladen unter den Unterschränken, 
  • Wandschienen zum Aufhängen von Kochutensilien,
  • Regalfächern in den Innenseiten der Schranktüren,
  • Taschentüren, 
  • Küchenkarussells oder
  • Eckschubladen.
Tipp:

Wer kann, der plant eine Speisekammer ein: Dieser kleine, etwas nostalgisch anmutende Raum ist ein echter Luxus, denn er bietet mehr Verstauraum als ein einzelner Vorratsschrank. 

Energieeffizienz: clevere und smarte Küchengeräte

Vernetzung und künstliche Intelligenz machen auch vor Haushalts- und Küchengeräten nicht Halt: Stichwort Smart Home. Auf der letzten IFA gehörten Smart- & Eco-Küchen zu den ganz großen Trends: Spülmaschinen und Waschmaschinen berechnen Verschmutzungsgrad und Lademenge mithilfe von Sensoren und setzen dann entsprechend viel (bzw. wenig) Spül- bzw. Waschmittel ein. Sie lassen sich selbstverständlich per App steuern, genauso wie der Backofen und der Herd. So erstellt der Kühlschrank Ihre Einkaufsliste, der Backofen heizt sich selbst vor und Ihr Lieblingskaffee wartet am Morgen bereits fertig gebrüht auf Sie. 

Auch in puncto Energieeffizienz weisen Smart Home Küchengroßgeräte einige Vorteile auf: So kann der smarte Geschirrspüler die beste Zeit kalkulieren, zu der besonders viel Ökostrom verfügbar ist und greift auf die grüne Alternative zurück. Eine smarte Heizung reguliert automatisch die Temperatur und hilft so, effizient Energie- und somit auch Stromkosten zu sparen.

Preise & Kosten: Richtwerte für die Küchenplanung

Eine neue Küche kostet durchschnittlich zwischen 2.000 und 30.000 Euro. Ausstattung, Hersteller, Materialien und Produktionsort beeinflussen den Preis. Die Wahl von hochwertigen Küchenmodellen und innovativen Elektrogeräten beeinflusst zusätzlich noch den Gesamtpreis.

Eine Küchenzeile oder eine kleine Einbauküche in L-Form sind natürlich günstiger als eine edle und aufwendig gestaltete Inselküche. Wer nur ein kleines Budget hat und seine Küche später erweitern möchte, sollte sich für eine Modulküche entscheiden. Bei den verschiedenen Küchengrößen können Sie im Durchschnitt von folgenden Preisen ausgehen:

  • 2,5 Lfm. Küche: ca. 3.500 – 13.500 €
  • 4,5 Lfm. Küche: ca. 4.000 – 16.500 €
  • 6,5 Lfm. Küche: ca. 5.000 – 19.000 €
  • 10 Lfm. Küche: 6.500 – 23.500 €
Tipp:

Mit 36 Prozent machen die Elektrogeräte den größten Anteil der Kosten aus. Möchten Sie also Kosten sparen, lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob Sie Ihren alten Kühlschrank oder Herd in der neuen Küche einbauen lassen.

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