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Wie sollte man eine barrierefreie Küche planen?

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Barrierefreie Küchen bieten Menschen mit körperlichen Einschränkungen gut erreichbaren Stauraum und ermöglichen ihnen ein selbstständiges Arbeiten. Dabei müssen die individuellen Anforderungen beachtet werden; sowohl bei den Schränken und Geräten als auch bei der Einrichtung des Essbereichs. Erfahren Sie, welche Maße und Arbeitshöhen zu berücksichtigen sind.

Unsere Autorin Christina Tobias ist als Senior Editor Expertin für die Bereiche Küche und Heizung.
Christina Tobias
Aktualisiert am
Seniorenpaar in barrierefreier Küche beim Frühstück
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Checkliste für die Planung einer barrierefreien Küche

  • Individuelle Anpassung: Die Küche muss ergonomisch auf die spezifische Einschränkung (Rollstuhl, Sehbehinderung oder Alter) abgestimmt sein, z. B. durch Brailleschrift oder absenkbare Schränke.

  • Bewegungsfreiheit: Es werden schwellenfreie Zugänge (90 cm Breite) und ausreichende Rangierflächen von mindestens 150 x 150 cm für Rollstuhlfahrer benötigt.

  • Unterfahrbarkeit: Arbeitsplatten, Herd und Spüle müssen für Rollstuhlfahrer unterfahrbar sein (Richtwerte: 82 cm Arbeitshöhe, 67 cm Beinfreiheit).

  • Optimale Arbeitswege: Geräte und Flächen sollten so angeordnet sein (z. B. über Eck), dass alle Abläufe kraftsparend und ohne weite Wege erledigt werden können.

  • Förderung: Zur finanziellen Förderung stehen Zuschüsse der Pflegekasse, Steuervergünstigungen sowie zinsgünstige Kredite der KfW zur Verfügung. Diese unterstützen bei hohen Investitionskosten.

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Was ist eine barrierefreie Küche?

Eine barrierefreie Küche ist so gestaltet, dass sie von allen Menschen, unabhängig von körperlichen Einschränkungen, selbstständig und sicher genutzt werden kann. Sie richtet sich primär an Senior:innen und Menschen mit Behinderungen, ist aber auch für vorausschauende Immobilienbesitzer:innen attraktiv, die bereits heute an den Komfort im Alter denken. Der größte Vorteil liegt im Erhalt der Autonomie: Durch ergonomische Anpassungen wie höhenverstellbare Elemente oder unterfahrbare Arbeitsflächen bleibt die Küche ein Ort der Lebensqualität statt zum Hindernisparcours zu werden.

In Deutschland wird die Barrierefreiheit von Küchen in verschiedenen Normen und Richtlinien geregelt, unter anderem in der Norm DIN 18040-2. Die Norm definiert eine Reihe von Merkmalen, die eine behindertengerechte Küche erfüllen sollte.

Barrierearm vs. barrierefrei vs. behindertengerecht

  • Barrierearm beschreibt lediglich eine Reduzierung von Hindernissen ohne strikte Normen.

  • Barrierefrei muss feste gesetzliche Standards wie die DIN 18040-2 erfüllen, um eine uneingeschränkte Nutzung zu garantieren.

  • Während behindertengerecht ein eher allgemeiner Oberbegriff für spezifische Anpassungen (z. B. für Sehbehinderte) ist, stellt rollstuhlgerecht die höchste Stufe der Anforderungen dar. Hier sind deutlich größere Bewegungsflächen und eine konsequente Unterfahrbarkeit aller Arbeitsbereiche zwingend erforderlich.

Wie kann man eine Küche auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen anpassen?

Eine barrierefreie Küche ist kein Standardprodukt, sondern muss auf die individuellen Anforderungen ihrer Nutzer:innen ausgelegt sein. Nur durch eine gezielte ergonomische Anpassung lassen sich Hindernisse beseitigen und die Selbstständigkeit im Alltag nachhaltig sichern. Je nach Art der Einschränkung stehen dabei unterschiedliche Schwerpunkte im Fokus.

Seniorengerechte Küche: Ergonomie und Sicherheit

Im Alter stehen Komfort und Kraftersparnis an erster Stelle. Um mühsames Bücken oder gefährliches Klettern auf Hocker zu vermeiden, sollten Elektrogeräte wie Backofen und Spülmaschine auf angenehmer Arbeitshöhe eingebaut werden. Schränke mit Schubladen ersetzen klassische Regalböden, um den Inhalt leicht zugänglich zu machen. Hängeschränke sollten eine maximale Höhe von 1,40 Meter nicht überschreiten. Für zusätzliche Sicherheit sorgen intuitive Bedienelemente und Abschaltautomatiken an Herden, die den Bedienkomfort erhöhen und Unfälle verhindern.

Rollstuhlgerechte Küche: Maximale Flexibilität

Für Rollstuhlfahrer ist die uneingeschränkte Erreichbarkeit aller Arbeitsbereiche das Maß der Dinge.

Welche Arbeitsplattenhöhe ist rollstuhlgerecht?

Die ideale Arbeitshöhe liegt in der Regel bei 82 cm. Wichtig ist dabei, dass Kochfeld und Spüle flach ausgeführt sind, damit die Knie beim Arbeiten nicht anstoßen.

Wie breit muss der Freiraum unter der Spüle für den Rollstuhl sein?

Damit die Spüle mit einem Rollstuhl frontal angefahren werden kann, ist eine Beinfreiheit von mindestens 67 cm Höhe und einer entsprechenden Breite (meist analog zur Beckenbreite, ca. 60 cm) erforderlich. Ein spezieller Flachaufputz-Siphon verhindert dabei Verbrennungen oder Kollisionen mit den Beinen. Ergänzt wird dies durch per Knopfdruck absenkbare Oberschränke, die den Stauraum in greifbare Nähe bringen.

Barrierefreie Küche - Technische Darstellung mit Maßangaben
Technische Darstellung einer barrierefreien Küche

Blindengerechte Küche: Orientierung durch Kontraste und Haptik

Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen ist eine klare Struktur lebensnotwendig. Neben tastbarer Brailleschrift an Ordnungssystemen spielt die Beleuchtung eine entscheidende Rolle: Eine schatten- und blendfreie Ausleuchtung der Arbeitsflächen sowie starke Farbkontraste (z. B. dunkle Armaturen auf heller Arbeitsplatte) helfen bei der Orientierung. Statt glatter Touchscreens sollten Geräte mit haptisch erfassbaren Schaltern und akustischen Signalen ausgestattet sein, um Garzeiten und Funktionen sicher zu kontrollieren.

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Welche Maße muss man für genügend Bewegungsfreiheit in einer behindertengerechten Küche einhalten?

Barrierefreiheit bedeutet in erster Linie Bewegungsfreiheit. Damit das Kochen nicht zur mühsamen Manövrierübung wird, definiert die DIN 18040-2 klare Mindestmaße für Türbreiten, Bewegungsräume und Wendeflächen. Nur so ist garantiert, dass Hilfsmittel wie Rollatoren oder Rollstühle uneingeschränkt genutzt werden können.

Um eine Küche sicher zu planen, sollten Sie sich an folgenden Anforderungen orientieren:

  • Schwellenfreie Zugänge & Türbreiten: Für eine barrierefreie Nutzung ist ein schwellenloser Zugang Pflicht. Die lichte Durchgangsbreite der Türen muss mindestens 80 cm betragen; für Rollstuhlfahrer:innen ist eine Breite von 90 cm vorgeschrieben.

  • Bewegungsraum: Innerhalb der Küche muss ausreichend Platz zum Stehen und Agieren vorhanden sein. Hier ist eine Fläche von mindestens 120 x 120 cm einzuplanen.

  • Wendefläche für Rollstuhlfahrer: Damit ein Rollstuhl ohne Rangierprobleme gewendet werden kann, ist ein Manövrierraum von mindestens 150 x 150 cm notwendig. Diese Fläche muss vor allen wichtigen Küchenmöbeln, Geräten sowie Türen und Fenstern frei bleiben.

  • Bodenbeschaffenheit: Für die Sicherheit ist ein rutschhemmender Bodenbelag essenziell. Zudem sollte das Material so gewählt werden, dass es sich nicht elektrostatisch auflädt, um Fehlfunktionen bei elektronischen Hilfsmitteln oder unangenehme Entladungen zu vermeiden.

Wie ordnet man Arbeitsflächen sinnvoll an?

In Abhängigkeit von der jeweiligen körperlichen Einschränkung sollten die Arbeitsflächen der Küche so angeordnet werden, dass ein sinnvoller Arbeitsfluss von einer Tätigkeit zur nächsten möglich ist. Das Ziel: Alle Arbeiten und Arbeitsabläufe müssen kraftsparend und ohne große Wege erledigt werden können.

  • Für gehbehinderte Menschen empfiehlt es sich daher, die Küchenarbeitsplatte, den Herd und die Spüle nebeneinander zu installieren.

  • Für Rollstuhlfahrer:innen gilt es, das Arbeitszentrum über Eck anzuordnen, um den Fahraufwand zu minimieren. So ist nur eine Drehbewegung notwendig, um beispielsweise vom Herd zur Spüle zu gelangen.

Rollstuhlfahrer an einer unterfahrbaren Spüle
In der Küche bedeutet rollstuhlgerecht, dass betroffene Personen Arbeitsbereiche unterfahren können.

Arbeitshöhe und Unterfahrbarkeit: Welche Maße gelten für die barrierefreie Küche?

  • Arbeitsplatte, Spüle und Kochfeld sollten individuell angepasst werden. Für Rollstuhlfahrer:innen gilt: Alle Bereiche müssen frontal anfahrbar und unterfahrbar sein. Richtwerte sind eine Arbeitshöhe von ca. 82 cm und eine Beinfreiheit von ca. 67 cm.

  • Das Kochfeld liegt idealerweise bei ca. 80 cm und sollte als Glaskeramikkochfläche mit vorderen Bedienelementen ausgeführt sein. Backöfen werden in 70 bis 75 cm Höhe eingebaut; sinnvoll sind seitlich öffnende Türen und eine Ablage auf Sitzhöhe.

  • Geschirrspüler sollten gut erreichbar sein (Einbauhöhe ca. 40 bis 140 cm). Die Spüle als Hauptarbeitsplatz liegt bei ca. 80 cm (Rollstuhl, unterfahrbar) bzw. 90 bis 100 cm (stehend); erforderlich ist ein platzsparender Siphon.

  • Ober- und Hängeschränke sollten möglichst höhenverstellbar sein oder mit Falttüren/Rollos ausgestattet werden. Für Essplätze sind ausreichende Bewegungsfläche sowie ca. 80 cm Tischbreite einzuplanen.

  • Bei wenig Stauraum helfen elektrisch absenkbare Schränke, optional auch eine höhenverstellbare Arbeitsplatte oder Küchenzeile.

Unser Tipp

Die Unterfahrbarkeit der Küchenzeile bedeutet auch, dass keine Unterschränke mehr verbaut werden können. Eine praktische Alternative sind Rollcontainer, die ebenso viel Stauraum bieten, aber sehr viel flexibler sind.

Was kostet eine barrierefreie Küche und welche Förderungen gibt es?

Eine neue Küche stellt immer eine große Investition dar. Wer eine barrierefreie Küche kauft, muss in der Regel allerdings noch etwas mehr investieren als üblich. Der Preis der Küche richtet sich nach der Größe, Ausstattung und Form. Zwar bieten Hersteller:innen mittlerweile durchaus standardisierte barrierefreie Küchen an, jedoch sind häufig individuelle Veränderungen notwendig.

Wie viel kostet eine barrierefreie Küche?

Wenn Sie eine komplett neue, barrierefreie Küche inklusive unterfahrbarer, bedarfsgerechter Geräte und professioneller Montage planen, sollten Sie als absolutes Minimum mit Kosten von ca. 12.000 Euro rechnen. Nach oben hin sind je nach Hersteller, Technik und Materialauswahl kaum Grenzen gesetzt.

Was kostet ein barrierefreier Küchenumbau?

Oft ist keine komplett neue Küche nötig, und es reicht aus, eine bestehende Küche rollstuhlgerecht umzubauen. Die Kosten hierfür variieren je nach Aufwand der Anpassungen:

Leistung

Kosten*

Komplette Neuanschaffung einer barrierefreien Küche (inkl. Montage)

ca. 12.000 Euro (inkl. Montagekosten)

Gezielter Einzelumbau (Kauf von Spüle, Arbeitsplatte, unterfahrbarem Herd)

ca. 1.500 Euro

Kleinere Anpassungen (Umbau von Türen, Armaturen, Bedienelementen, Steckdosen)

> 1.000 Euro

* Preise sind Richtwerte zur Orientierung.

Welche Förderungen und Zuschüsse gibt es für eine barrierefreie Küche?

Informieren Sie sich zwingend vor dem Neukauf oder Umbau über finanzielle Fördermöglichkeiten, um die hohen Investitionskosten spürbar zu senken:

  • Zuschuss der Pflegekasse für den Küchenumbau: Liegt bei der betroffenen Person ein anerkannter Pflegegrad vor, zahlt die Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.000 Euro Zuschuss pro Person. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, können bis zu 16.000 Euro gewährt werden.

  • KfW-Zuschuss 455-B: Seit Frühjahr 2026 stellt der Bund wieder Fördermittel für die Barrierereduzierung bereit. Sie können sich hier 10 Prozent der förderfähigen Kosten (bis zu 2.500 Euro) als direkten Zuschuss sichern, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Achtung: Die Mittel sind meist schnell vergriffen, eine frühzeitige Antragstellung lohnt sich!

  • KfW-Kredit 159 für den Küchenumbau nutzen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mit dem Programm 159 zinsgünstige Darlehen von bis zu 50.000 Euro an. Voraussetzungen: Die Baumaßnahmen müssen der Barriere-Reduzierung dienen, und der Antrag muss über Ihre Hausbank gestellt werden, bevor Sie Handwerker beauftragen.

  • Zuschuss durch die Unfallversicherung: Ist die körperliche Einschränkung die Folge eines (Arbeits-)Unfalls, übernimmt die zuständige Unfallversicherung in der Regel die kompletten Kosten der Wohnraumanpassung, inklusive rollstuhlgerechter Küche.

  • Küchenumbau von der Steuer absetzen: Tragen Sie die Kosten (oder einen Eigenanteil) selbst, können Sie diese in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Voraussetzung ist der Nachweis der medizinischen Notwendigkeit (z. B. durch Schwerbehindertenausweis oder Pflegegrad).

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte eine barrierefreie Küche sein?

Laut DIN 18040-2 muss die allgemeine Bewegungsfläche in der Küche mindestens 120 x 120 Zentimeter betragen. Für Rollstuhlfahrer ist sogar ein großzügiger Manövrier- und Wendekreis von 150 x 150 Zentimetern vor allen Schränken und Türen zwingend vorgeschrieben.

Wie kann ich meine Küche barrierefrei gestalten?

Um Ihre Küche barrierefrei zu gestalten, sollten Sie auf unterfahrbare Arbeitsflächen und leicht erreichbare Elektrogeräte auf Greifhöhe setzen. Zudem erleichtern Vollauszüge in den Unterschränken und absenkbare Hängeschränke den Alltag enorm, da sie mühsames Bücken oder Strecken überflüssig machen.

Welche Küchenmarken bieten barrierefreie Serien an?

Hersteller wie Nobilia oder Brillant Küchen bieten flexible Planungsraster, die sich hervorragend für barrierefreie Konzepte anpassen lassen. Ergänzt wird dies oft durch spezialisierte Zulieferer wie Granberg oder Ropox, die die komplexen elektromotorischen Liftsysteme für höhenverstellbare Elemente beisteuern.

Worauf muss man achten, wenn man die Küche altersgerecht umbaut?

Beim altersgerechten Umbau stehen Kraftersparnis und Sicherheit im Fokus, weshalb hochgebaute Backöfen und intuitive Bedienelemente mit Abschaltautomatik essenziell sind. Darüber hinaus sollten Sie auf eine helle, blendfreie Beleuchtung, starke Farbkontraste und einen absolut rutschhemmenden Boden achten, um Unfälle zu vermeiden.

Plötzlich Rollstuhl: Welche Änderungen in der Küche sind sofort nötig?

Als wichtigste Sofortmaßnahme sollten Sie alle täglich benötigten Utensilien aus den Oberschränken auf die Arbeitsplatte oder in leicht erreichbare Unterschränke umräumen. Zudem empfiehlt es sich, störende Schrankkorpusse unter dem Kochfeld und der Spüle provisorisch auszubauen sowie den Siphon flach an die Wand zu verlegen, um schnell Platz für die Beine zu schaffen.

Kann man eine barrierefreie Küche in eine neue Wohnung mitnehmen?

Grundsätzlich können Sie Ihre barrierefreie Küche inklusive der teuren Liftsysteme und modularen Schrankelemente bei einem Umzug problemlos mitnehmen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Grundriss der neuen Küche wieder ausreichend Platz für die nötigen Wendeflächen bietet.

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