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Senkrechtlifte in Leichtbauweise für mehr Mobilität zu Hause

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
21. November 2022

Ein Senkrechtlift ermöglicht Ihnen das Überwinden mehrerer Etagen. Das Liftsystem ist für alle geeignet, denen das Treppensteigen schwerfällt oder aufgrund eines Rollstuhls oder einer Gehhilfe gar nicht möglich ist. Je nach den örtlichen Gegebenheiten haben Sie die Wahl zwischen einem Senkrechtlift mit oder ohne Schacht. Beide Modelle haben unterschiedliche Voraussetzungen und unterscheiden sich auch preislich voneinander.

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Was ist ein Senkrechtlift?

Senkrechtlifte verbinden mehrere Etagen vertikal miteinander und unterstützen so Personen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Die Hauslifte können je nach Modell eine Förderhöhe von bis zu 15 Metern überwinden und an mehreren Haltepunkten stoppen. Dabei können die Personen innerhalb einer Kabine mitsamt Gehhilfe oder Rollstuhl befördert werden. Standardmodelle sind 1 Meter x 1,5 Meter groß. Je nach Anbieter können Sie sich jedoch auch Sondergrößen anfertigen lassen und den Lift somit an Ihre individuelle Situation anpassen.

Anders als herkömmliche Treppenlifte sind Senkrechtlifte nicht an den Treppenlauf gebunden, sondern können auch an einer Wand oder freistehend installiert werden. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie den Lift im Hausinneren montieren oder von außen an das Haus anbauen möchten.

Wie funktioniert ein Senkrechtlift?

Kabinen- und Homelifte nutzen kleinere und leichtere Konstruktionen und einen anderen Antrieb als klassische Personenaufzüge, wodurch sie kostengünstiger sind und sich nachträglich einbauen lassen. Angetrieben wird der Senkrechtlift entweder über ein Hydrauliksystem oder einen Spindelantrieb, der sich in der Regel im Kopf der Kabine befindet. Die Geschwindigkeit liegt meist bei maximal 0,15 Metern pro Sekunde.

Für die Kabinenverkleidung haben Sie die Wahl zwischen Glas, Kunststoff und Metall und können diese individuell an das eigene Zuhause anpassen. Zusätzlich lassen sich weitere Sicherheitsvorkehrungen und Funktionen wie ein Notrufsystem installieren. Für die Versorgung reicht eine herkömmliche Steckdose aus.

Senkrechtlifte werden in zwei Ausführungen angeboten: als Lift mit Schacht und Anlage und als Lift ohne Schacht.

Senkrechtlift im Haus
Ein Senkrechtlift kann schnell und einfach nachträglich eingebaut werden.

Senkrechtliftmodelle im Vergleich

Der Unterschied der Modelle besteht vor allem in der Förderhöhe: Während ein Senkrechtlift ohne Schacht lediglich etwa drei Meter - also eine Etage - überwindet, fahren Lifte mit Schacht bis zu 15 Meter hoch.

Senkrechtlift ohne Schacht

Ein Senkrechtlift ohne Schacht kommt häufig in Einfamilienhäusern zum Einsatz und ist eine selbsttragende Konstruktion. Die nötige Stabilität wird durch zwei Stützen gewährleistet, welche mittig an beiden Seiten der Kabine angebracht sind. Alternativ dient ein Schachtgestell als Gerüst. An dem Stützsystem wird die Kabine hoch und herunter gefahren.

Aufgrund der geringen Förderhöhe von etwa drei Metern wird häufig ein Seilzugantrieb verwendet, der sich in diesen Fällen bewährt hat. In der Regel besteht die Kabine aus drei Seitenwänden und einer Tür und bietet je nach Modell eine Tragkraft zwischen 300 und 400 Kilogramm.

Durch die Konstruktion wird kein Schacht benötigt, sodass der Fahrstuhlbereich auch frei begehbar ist, wenn sich die Kabine auf einer anderen Etage befindet. Ein Anhalten auf Bodenniveau wird durch eine ausfahrbare Rampe oder durch eine Aussparung im Boden von lediglich 5 Zentimetern auf der untersten Ebene erreicht.

Senkrechtlift ohne Schacht

Senkrechtlift mit Schacht und Anlage

Ein Senkrechtlift mit Schacht besteht in der Regel aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion und einem selbsttragenden Schacht sowie einer Kabine. Im Gegensatz zu einer gemauerten Schachtgrube kann dieses Gerüst nachträglich eingebaut werden.

Meist werden Senkrechtlifte mit Schacht in einem großzügig angelegten Treppenhaus in öffentlichen Gebäuden oder Mehrfamilienhäusern installiert. Auch im Einfamilienhaus können solche Modelle aber zum Einsatz kommen. Senkrechtlifte im Außenbereich verlaufen gewöhnlich direkt an der Hauswand entlang. Diese Modelle können eine Tragfähigkeit von bis zu 600 Kilogramm erreichen.

Für Senkrechtlifte mit einer Förderhöhe bis 13 Meter hat sich der Spindelantrieb bewährt. Alternativ kann ein Hydraulikantrieb eingesetzt werden. Dieser Antrieb wird vor allem genutzt, wenn die Förderhöhe über 15 Metern liegt.

Senkrechtlift mit Schacht

Wie sicher sind Senkrechtaufzüge?

Senkrechtlifte sind zwar selbsttragende Konstruktionen, dennoch bieten sie ausreichend Sicherheit. Damit die Konstruktion sicher befestigt und eine reibungslose Funktionalität gewährleistet wird, sollte die Montage immer von einer Fachfirma durchgeführt werden. Ab einer Förderhöhe von drei Metern muss zusätzlich eine Abnahme durch die Dekra oder den TÜV erfolgen. Dazu gehören auch regelmäßige Wartungstermine. Ab dieser Höhe sollten Sie auch beim zuständigen Bauamt nachfragen, ob eine Baugenehmigung fällig wird.

Voraussetzungen und Montage

Beide Liftsysteme können nachträglich sowohl innen als auch außen eingebaut werden. Welche Variante infrage kommt, entscheidet auch der vorhandene Platz. Für beide Systeme muss zudem ein Stromanschluss vorhanden sein. Eine herkömmliche Schuko-Steckdose reicht dafür aus. Möchten Sie in Ihrem Senkrechtlift auch einen Rollstuhl transportieren, müssen Sie eine Mindestgrundfläche von 1,5 Meter x 1,5 Meter und ein Mindesttraggewicht von bis zu 600 Kilo einplanen. Für eine stehende Person kann die Fläche entsprechend kleiner ausfallen.

Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, den passenden Senkrechtlift zu finden:

  • Größe: Wie viel Platz ist im Haus vorhanden? Welche Umbaumaßnahmen wären notwendig?
  • Förderhöhe: Wie viele Etagen sollen verbunden werden?
  • Kabine: Offen oder geschlossen? Sollen Rollstuhlfahrer:innen oder mehrere Personen transportiert werden?
  • Antrieb: Hydraulikantriebe sind sehr leise, Spindelantriebe dagegen wartungsarm.
  • Ausstattung: Benötigen Sie ein Notrufsystem, Haltevorrichtungen oder eine zusätzliche Beleuchtung?
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Einbau im Hausinneren

Ist im Haus genügend Platz vorhanden, sodass wenig Umbaumaßnahmen vorgenommen werden müssen, kann der Senkrechtlift freistehend oder an einer Wand installiert werden. Für eine platzsparende Konstruktion ohne Schacht ist lediglich ausreichend Platz für den Deckendurchbruch zum Hin- und Herfahren zwischen den beiden Etagen sowie eine Aufstellfläche von rund einem Quadratmeter notwendig. Den Deckendurchbruch für den Lift und die Montage übernimmt die Fachfirma und prüft vorab die Statik. Im Anschluss werden nur noch Stützen und die Kabine montiert.

Im Gegensatz dazu benötigt der Einbau von Senkrechtliften mit Schacht eine zusätzliche Schachtkonstruktion und damit eine größere Aufstellfläche. Die Paneele der Schachtkonstruktion bestehen aus Metall oder Glas. Soll Ihr Schacht innen liegend gebaut und von Wänden eingeschlossen sein, sind Metallpaneele ausreichend. Optisch ansprechendere Glaspaneele sind vor allem für offene Treppenhäuser vorteilhaft.

Außenaufstellung

Ist im Haus wenig Platz für den Senkrechtlift vorhanden oder wären zu viele Umbaumaßnahmen notwendig, ist eine Installation an der Außenwand eine weitere Option. Je nach Förderhöhe sind sowohl Liftmodelle mit und ohne Schacht möglich. Der Zugang zu den einzelnen Etagen erfolgt dann von außen durch die Hauswand. In der Regel werden dafür bereits vorhandene Fensteröffnungen oder Balkontüren erweitert, anstatt einen neuen Durchbruch zu schaffen. Die Optik des Liftes lässt sich an die Fassade anpassen.

Auch wenn sich Senkrechtlifte noch nachträglich einbauen lassen, lohnt es sich, den Lift bei einem Neubau bereits mitzudenken. Wer als Eigentümer:in auch im Alter noch in seinem eigenen Haus wohnen möchte, sollte zumindest den Platz für eine spätere Installation freilassen oder einkalkulieren.

Was kostet ein Senkrechtlift?

In Abhängigkeit von Hersteller, Größe, Förderhöhe sowie Tragfähigkeit und Ausstattung variieren die Preise für Senkrechtlifte sehr stark. Einfache schmale Modelle ohne Schacht sind ab 18.000 Euro erhältlich. Ein Senkrechtlift für ein Einfamilienhaus mit mehreren Haltepunkten für zwei bis drei Etagen kostet etwa zwischen 26.000 bis 30.000 Euro. Große Modelle zur Mitnahme von Rollstuhl sowie Begleitperson und einer höheren Förderhöhe beginnen erst bei 30.000 Euro.

Dazu kommen die Kosten für Umbau und Abnahme ab einer Förderhöhe von drei Metern. Senkrechtlifte ohne Schachtsystem haben den Vorteil, dass sie niedrigere Folgekosten für Betrieb, Pflege und Wartung verursachen. Diese liegen etwa bei 200 bis 300 Euro pro Jahr. Die Stromkosten eines Senkrechtlifts sind meist gering.

Förderungen nutzen

Um die Kosten für den Senkrechtlift zu senken, können Sie einen Zuschuss der Pflegeversicherung von bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftige Person beantragen. Darüber hinaus fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den barrierefreien Um- und Neubau Ihres Hauses sowohl mit einem Investitionszuschuss bis zu 6.250 Euro oder einem Förderkredit bis zu 50.000 Euro. Auch regionale Förderprogramme und gegebenenfalls das Sozialamt können bei der Anschaffung eines Senkrechtlifts bzw. bei der Deckung der Kosten helfen.

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Haben Sie bereits konkrete Vorstellungen zu Ihrem Lift-Projekt? Dann füllen Sie unseren kurzen Fragebogen aus, um passende Fachfirmen für Treppenlifte in Ihrer Nähe zu finden!

Häufig gestellte Fragen

Für wen ist ein Senkrechtlift geeignet?

Senkrechtlifte eignen sich für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wie beispielsweise Rollstuhlfahrer:innen oder Personen mit Gehhilfen. Ein Senkrechtlift ermöglicht ihnen, selbstständig und ohne fremde Hilfe zwischen mehreren Etagen zu wechseln.

Wo kann ich einen Senkrechtlift installieren?

Senkrechtlifte lassen sich sowohl innen im Einfamilienhaus als auch außen installieren. Durch die selbsttragende Konstruktion sind sie unabhängig vom Treppenlauf und können freistehend oder an der Wand im Wohnraum integriert oder an der Hauswand von außen montiert werden. Große Umbaumaßnahmen sind in der Regel nicht notwendig, sodass sich ein Lift auch nachträglich einbauen lässt.

Wie viel Platz benötigt ein Senkrechtlift?

Senkrechtlifte ohne Schacht benötigen als Aufstellfläche etwa einen Quadratmeter. Für Rollstuhlfahrer:innen oder für eine zusätzliche Begleitperson werden mindestens 1,5 Meter mal 1,5 Meter benötigt. In jedem Fall sollte zudem ausreichend Platz für den Durchbruch bzw. zum Hin- und Herfahren zwischen den beiden Etagen eingeplant werden.

Wie viel kostet ein Senkrechtlift?

Je nach Modell, Förderhöhe, Größe und zusätzlicher Ausstattung kosten Senkrechtlifte zwischen 18.000 und 50.000 Euro. Die Kosten können zum Beispiel durch Zuschüsse der Pflegeversicherung oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau gesenkt werden.