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Welche Förderungen für Wärmepumpen gibt es?

Lina Strauss, Online-Redakteurin bei Aroundhome
Lina Strauss
28. Februar 2024

Wärmepumpen nutzen die Umgebungswärme, um ein Haus mit Warmwasser zu versorgen, zu heizen oder zu kühlen. Dabei profitieren Hausbesitzer:innen nicht nur von der umweltfreundlichen Heizlösung, sondern erhalten auch attraktive Fördermittel vom Staat und ihrem Bundesland. Erfahren Sie, welche Wärmepumpen Förderung es 2024 gibt und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen.

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Bundesweite Förderung für Wärmepumpen

Die Regierung will mit Förderungen für Wärmepumpen einen Anreiz für Hausbesitzer:innen schaffen, ihre alten Heizungsanlagen gegen klimafreundliche Alternativen auszutauschen. Ein Förderprogramm auf Bundesebene gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dort erhalten Sie bis zu 70 Prozent Förderung für klimafreundliche Heizlösungen. In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Übersicht der aktuellen Wärmepumpen Förderung:

Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt. Das heißt, Sie können einen maximalen Zuschuss von 21.000 Euro erhalten.

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Höhe der KfW-Zuschüsse für Wärmepumpen

Die Höhe der Zuschüsse der KfW ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Wärmequelle der Wärmepumpe. Zusätzlich zur Grundförderung von 30 Prozent können Sie die folgenden Bonuszahlungen erhalten:

  • Einkommensbonus: Falls Ihr Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, können Sie als selbstnutzende/r Eigentümer:in einen Bonus in Höhe von 30 Prozent erhalten.ls
  • Klima-Geschwindigkeitsbonus: Einen Bonus von 20 Prozent erhalten Sie bis 2028. Danach sinkt der Bonus alle zwei Jahre um drei Prozentpunkte.
  • Effizienz-/Innovationsbonus: 5 Prozent extra gibt es, wenn die Wärmepumpe über ein natürliches Kältemittel verfügt oder als Wärmequelle Wasser, Abwasser oder das Erdreich nutzt.
Infografik zu Fördersätzen und Bonuszahlungen im Rahmen der Heizungsförderung 2024
Überblick der möglichen Boni für Wärmepumpen

Förderbeispiele für verschiedene Wärmepumpen-Typen:

  • Beispiel 1: Bauen Sie bis 2028 eine Luftwärmepumpe mit einem natürlichen Kältemittel ein und tauschen eine alte Gasheizung aus, erhalten Sie 55 Prozent Förderung.
  • Beispiel 2: Tauschen Sie 2029 Ihre alte Ölheizung gegen eine Erdwärmepumpe mit einem natürlichen Kältemittel ein, erhalten Sie 52 Prozent Förderung.
  • Beispiel 3: Tauschen Sie dieses Jahr Ihre alte Gasheizung gegen eine Wasserwärmepumpe mit einem natürlichen Kältemittel ein und haben ein Haushaltseinkommen von 35.000 Euro, erhalten Sie 70 Prozent Förderung.
  • Beispiel 5: Bauen Sie 2025 eine Luftwärmepumpe mit einem umweltschädlichen Kältemittel ein, erhalten Sie 50 Prozent Förderung.

Neben den Anschaffungs- , Erschließungs- und Installationskosten einer Wärmepumpe können über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weitere Maßnahmen gefördert werden, die den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe erhöhen, wie zum Beispiel ein hydraulischer Abgleich oder der Einbau von Flächenheizungen, Warmwasser- sowie Pufferspeicher. Mehr Infos erhalten Sie im BAFA-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen.

Voraussetzungen für den Erhalt der Förderung

Ein wichtiger Kennwert für die Förderfähigkeit einer Wärmepumpe ist die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz, auch ETAs oder ƞs genannt. Der Wert zeigt, wie effizient eine Wärmepumpe tatsächlich arbeitet. Luftwärmepumpen müssen einen ƞs-Wert von 120 Prozent bei einer Vorlauftemperatur von 55 Grad erfüllen. Wasser- und Erdwärmepumpen müssen Werte von mindestens 135 Prozent aufweisen. Einen Überblick finden Sie in der Liste der förderfähigen Wärmepumpen des BAFA.

Außerdem gelten folgende Voraussetzungen:

  • Vorab müssen Sie sich eine Bestätigung zum Antrag (BzA) von einer:m Energieeffizienzexpert:in oder ein Fachunternehmen ausstellen lassen.
  • Schließen Sie einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einer Fachfirma ab, in dem eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten ist.
  • Das Investitionsvolumen muss mindestens 2.000 Euro brutto betragen.
  • Bei bivalenten Systemen muss nach Durchführung der Maßnahme zu mindestens 65 Prozent durch erneuerbare Energien geheizt werden.
  • Die Wärmepumpe muss neu sein, darf kein Prototyp und keine Eigenbauanlage sein.

Regionale und kommunale Förderungen

Neben den nationalen Förderprogrammen gibt es auch regionale und kommunale Förderungen, die Ihnen zusätzlich zur Verfügung stehen können. Informieren Sie sich bei Ihrer jeweiligen Gemeinde oder Ihrem Bundesland, welches Förderprogramm für Sie infrage kommen könnten. Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht mit je einer regionalen Förderung für Wärmepumpen pro Bundesland.

Regionale Förderungen lassen sich teilweise mit staatlichen Förderungen kombinieren. Um Ihr Einsparpotenzial voll auszuschöpfen, sollten Sie sich von Fachfirmen für Wärmepumpen beraten lassen. Diese haben einen Überblick, welche Förderprogramme es gibt und welche Wärmepumpen für Sie infrage kommen. Nutzen Sie außerdem den Fördermittel-Check von Aroundhome für eine erste, aktuelle Übersicht. Zum Tool kommen Sie über die folgende Box:

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Steuerliche Vorteile bei Wärmepumpen

Neben Förderungen der KfW und regionalen Programmen ist ein Steuerbonus die dritte Möglichkeit, Förderungen für die Wärmepumpe zu nutzen. Eigentümer:innen können 20 Prozent der Aufwendungen für energetische Sanierung über drei Jahre geltend machen. Dazu zählen:

  • der Einbau einer Wärmepumpe
  • Heizungsaustausch oder -optimierung
  • Maßnahmen zur Dämmung

Wichtig beim Steuerbonus für Wärmepumpen:

  • Das Haus muss mindestens 10 Jahre alt sein und selbst genutzt werden.
  • Die Förderung ist auf 40.000 Euro begrenzt.
  • Die Maßnahmen müssen nicht warten, Sie müssen vorab keinen Antrag stellen.
  • Reichen Sie mit der Einkommensteuererklärung nachträglich eine Fachunternehmensbescheinigung ein.
  • Die Wärmepumpe muss die gleichen technischen Voraussetzungen erfüllen wie bei der BAFA-Förderung.
  • Eine steuerliche Abschreibung ist nur möglich, wenn keine staatliche Förderung in Anspruch genommen wurde.

Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Erfüllt Ihre Wärmepumpe nicht die technischen Mindestanforderungen, bleibt Ihnen eine weitere Alternative: Sie können jedes Jahr 20 Prozent der Lohnkosten für den Handwerksbetrieb steuerlich geltend machen, bis zu einer Förderhöchstsumme von 1.200 Euro.

Banken und Kredite für Wärmepumpen

Abgesehen von einem Investitionskostenzuschuss können Sie auch einen zinsgünstigen Kredit von der KfW erhalten. Einen Ergänzungs­kredit erhalten Sie in Kombination mit der Förderung für den Heizungstausch und/oder mit einer BAFA-Förderung für energetische Einzel­maßnahmen. Darüber hinaus schließen folgende KfW-Förderungen Wärmepumpen mit ein:

Einzelmaßnahmen Erkänzungskredit 358/359:

  • gefördert werden bereits bezuschusste Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden
  • bis zu 120.000 Euro Kredit zusätzlich zur bereits erteilten Zuschussförderung
  • Laufzeit 4 bis 35 Jahre bei effektivem Jahreszins ab 1,32 Prozent

Wohngebäude-Kredit 261:

  • gefördert wird Sanierung oder Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses
  • bis zu 150.000 Euro Kredit, wenn Erneuerbare-Energien-Klasse erreicht wird
  • Laufzeit 4 bis 30 Jahre bei effektivem Jahreszins ab 1,98 Prozent

Wohngebäude-Kredit 297, 298:

  • gefördert wird Neubau und Erstkauf klima­freundlicher Wohn­gebäude
  • bis zu 150.000 Euro wenn Effizienzhaus-Stufe 40 mit Qualitätssiegel erreicht wird
  • bis zu 35 Jahre Laufzeit und bis zu 10 Jahre Zinsbindung bei effektivem Jahreszins ab 1,63 Prozent

Voraussetzungen für den KfW-Kredit

Der Kreditantrag ist in der Regel vor Vorhabensbeginn zu stellen. Außerdem müssen Sie einen oder eine Energieeffizienz-Expert:in hinzuziehen. Für den Kredit 358/359 benötigen Sie einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält. So tritt der Vetrrag erst in Kraft, wenn Sie eine Förderzusage der KfW erhalten haben. Für Verträge vom 29.12.2023 bis zum 31.08.2024 gilt eine Übergangsfrist ohne auf­schiebende bzw. auflösende Bedingung, wenn der Antrag bis zum 30. November 2024 gestellt wird. Für das Qualitätssiegel beim Wohngebäude-Kredit 297/298 müssen Sie außerdem eine QNG-Zertifizierungsstelle und einen oder eine QNG-Nachhaltigkeits-Berater:in einbeziehen.

Praktische Tipps zur Förderung einer Wärmepumpe

  • Um den Zuschuss zu beantragen, benötigen Sie eine Bestätigung zum Antrag (BzA) von einer:m Energieeffizienzexpert:in oder einem Fachunternehmen.
  • Außerdem muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag eines Fachbetriebs mit auschiebender oder auflösender Bedingung vorhanden sein.
  • Kombinieren Sie den Zuschuss der KfW mit dem Ergänzungskredit 358/359.
  • Prüfen Sie vor dem Kauf einer Wärmepumpe, ob diese die technischen Anforderungen für eine Förderung erfüllt.
  • Informieren Sie sich vorab, welche Unterlagen Sie je nach Förderprogramm benötigen und reichen Sie den Antrag vollständig ein.
  • Bewahren Sie die Dokumente und Rechnungen für alle Leistungen rund um die Wärmepumpe gut auf.
  • Erkundigen Sie sich nach regionalen Förderprogrammen, die sich mit staatlichen Förderungen kombinieren lassen.
  • Nutzen Sie steuerliche Vorteile wie Abschreibungen für die Wärmepumpe, wenn Sie keine staatliche Förderung erhalten haben.

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Häufig gestellte Fragen

Werden Wärmepumpen 2024 gefördert?

Ja, Wärmepumpen werden im Jahr 2024 gefördert. Ihnen stehen unterschiedliche Förderprogramme zur Verfügung, zum Beispiel der BEG-Zuschuss für einen klimafreundlichen Heizungstausch, einen KfW-Ergänzungskredit oder einen KfW-Kredit im Rahmen einer Komplettsanierung. Außerdem gibt es auch 2024 verschiedene regionale Förderprogramme für Wärmepumpen.

Wie hoch ist die Förderung bei einer Wärmepumpe?

Die höchsten Fördersätze erhalten Sie in der Regel von der KfW. Dort gibt es bis zu 70 Prozent Förderung für eine neue Wärmepumpe.

Wie lange gibt es noch Förderungen für Wärmepumpen?

Die Förderung für Wärmepumpen steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. Sobald das Budget eines Förderprogramms erschöpft ist, können keine weiteren Anträge mehr gestellt werden. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig über die Verfügbarkeit und Bedingungen der Förderungen zu informieren. In der Regel werden die Fördertöpfe jedes Jahr wieder aufgefüllt.

Wann wird die Förderung für Wärmepumpen ausgezahlt?

Die genaue Auszahlungszeit variiert je nach Bundesland oder Förderprogramm. In einigen Fällen erfolgt die Auszahlung in Form einer einmaligen Pauschale, während in anderen Fällen eine Ratenzahlung über einen bestimmten Zeitraum vorgesehen ist. Die Auszahlung erfolgt in der Regel nach Abschluss der Maßnahme oder nach Vorlage entsprechender Nachweise und kann mehrere Monate dauern.