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Lieferschwierigkeiten bei Wärmepumpen: Was tun?

Christina Tobias
Christina Tobias
24. November 2022

Das steigende Umweltbewusstsein, die drohende Versorgungsknappheit durch die politischen Entwicklungen und die explodierenden Preise sorgen dafür, dass das Heizen mit erneuerbaren Energien immer stärker nachgefragt wird. Besonders beliebt sind Wärmepumpen, doch die Produzenten kommen kaum hinterher und es drohen lange Wartezeiten. Aroundhome erklärt Ihnen die Hintergründe und empfiehlt Ihnen Alternativen.

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Wie lange müssen Sie auf eine Wärmepumpe warten?

Zwar plant Wirtschaftsminister Robert Habeck ab 2024 500.000 Wärmepumpen jährlich in Betrieb zu nehmen, doch die Realität in der Produktion sieht gerade anders aus. Wie das Handelsblatt berichtete, ergab eine Erhebung des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), dass 94 Prozent der Innungsbetriebe aktuell mit Lieferproblemen seitens des Großhändlers oder Herstellers zu kämpfen haben. Wer jetzt eine Wärmepumpe beauftragt, muss sich darauf einstellen, dass der Auftrag erst im Laufe des Jahres 2023 bearbeitet werden kann.

Fachfirmen am Limit: Warum kommt es zu Engpässen?

Die Fachbetriebe, die mit uns zusammenarbeiten, melden seit einiger Zeit, dass sie die Nachfrage nach Wärmepumpen aktuell kaum bis gar nicht mehr erfüllen können. Dies hat verschiedene Gründe:

  • Die gestiegene Nachfrage: Wärmepumpen sind in den Medien präsent und werden von der Politik oft als Lösung gegen die drohende Gasknappheit angeführt. Außerdem tragen steigende Energiepreise und attraktive Förderungen dazu bei, dass das Interesse in der Bevölkerung groß ist.
  • Materialengpässe: Vielen Herstellern fehlen die nötigen Teile für die Produktion. Lieferschwierigkeiten gibt es vor allem bei Halbleitern aus Ostasien, Stahl, Kupfer und Kunststoffen. Aber auch die Preise von Elektronikbauteilen haben sich teilweise vervielfacht. Einige Bauteile sind gar nicht oder nur mit langen Wartezeiten zu beschaffen.
  • Priorisierung der Lieferungen: Aufgrund der Knappheit beliefern Hersteller vor allem die Betriebe, mit denen sie bereits lange zusammenarbeiten. Andere Fachbetriebe gehen dagegen zunächst leer aus bzw. müssen länger auf neue Geräte warten.
  • Fehlende Fachkräfte: Anlagenmechaniker:innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden für die Produktion, Wartung und Installation von Wärmepumpen dringend benötigt. So muss zum Beispiel jede Wärmepumpe nach der Produktion geprüft werden, doch aufgrund des Fachkräftsmangels gibt es hierfür Wartezeiten von bis zu einem Jahr.

Schon gewusst?

  • 50 Prozent der im Jahr 2021 fertiggestellten Wohngebäude nutzen eine Wärmepumpe als primäre Heizung – 2015 lag der Anteil noch bei 31 Prozent.
  • Damit haben Sie Gasheizungen abgelöst, die mittlerweile noch in 34 Prozent der Neubauten als primäre Heizung eingesetzt werden – 2015 waren es noch 51 Prozent.
  • 70 Prozent der im Jahr 2021 fertiggestellten Wohngebäude werden ganz oder zum Teil mit erneuerbaren Energien beheizt. 2015 lag der Wert noch bei 61 Prozent, also knapp 10 Prozentpunkte darunter.
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Warten statt heizen? Das können Sie jetzt tun

Sie haben die Nachricht erhalten, dass Sie mehrere Monate auf den Einbau einer Wärmepumpe warten müssen? Das ist zwar ärgerlich, aber Sie müssen die Zeit nicht nutzlos verstreichen lassen. Vielmehr können Sie die Möglichkeit nutzen, um sich zu informieren und Vorbereitungen zu treffen.

1. Beraten lassen & Sanierungsmaßnahmen planen

Eine Wärmepumpe lohnt sich, wenn die Vorlauftemperaturen im Haus niedrig (idealerweise 35 bis 40 Grad) sind. Andernfalls ist der Betrieb nicht effizient und die Energiekosten fallen hoch aus. Um solche Werte zu erreichen, muss das Gebäude über einen entsprechenden Dämmstatus verfügen. Erfüllt Ihr Zuhause bereits die genannten Voraussetzungen? Falls nicht, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, ein:e Energieberater:in zur Beratung heranzuziehen. Die Energie-Effizienzexpert:innen ermitteln den Istzustand Ihres Gebäudes und empfehlen die passenden Sanierungsmaßnahmen. So können Sie die Wartezeit nutzen, um Ihr Zuhause optimal für den Einbau der Wärmepumpe vorzubereiten.

2. Mit Alternativen zur Wärmepumpe auseinandersetzen

Erscheint Ihnen die Wartezeit für eine Wärmepumpe zu lang, können Sie auch auf eine alternative Heizungsanlage ausweichen. Neben Wärmepumpen gibt es schließlich noch einige weitere Heizungssysteme, die erneuerbare Energien nutzen und mit staatlichen Fördergeldern unterstützt werden. Wie wäre es beispielsweise mit einer Pelletheizung oder einer Solarthermieanlage, die zur Unterstützung Ihrer aktuellen Heizung eingesetzt wird?

3. Abwarten und weiter Energie sparen

Die Lieferschwierigkeiten lassen sich leider nicht einfach auflösen. Die explodierenden Energiepreise machen das Warten jedoch zur finanziellen Belastungsprobe. Wenn Sie die Möglichkeit haben, den Heizungstausch noch aufzuschieben, helfen Ihnen die Energiesparmaßnahmen aus unserem Video und unseren Artikeln dabei, Geld zu sparen und Ressourcen zu schonen.

Tipps zum Wassersparen

Tipps, um nachhaltiger zu leben

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Fachfirmen für Heizungen finden

Sie wollen Ihre alte Heizung austauschen, wissen aber noch nicht, welches Modell sich für Ihr Zuhause am besten eignet? Füllen Sie einfach unseren Fragebogen aus und finden Sie passende Fachfirmen aus Ihrer Region, die Sie bei Ihrem Projekt unterstützen.

Häufig gestellte Fragen

Wird es eine Sonderregel für Wärmepumpen bei der Strompreisbremse geben?

Ja, Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigte nach einem „Wärmepumpengipfel“ im November 2022 an, dass es eine Sonderregel der Strompreisbremse für Neu-Wärmepumpenbesitzer:innen geben soll. Die Strompreisbremse, die voraussichtlich ab Januar 2023 gilt, soll 80 Prozent des Stromverbrauchs von Privathaushalten verbilligen. Für die Berechnungen werden dabei die Stromverbrauchswerte des Vorjahres herangezogen. Dies könnte Wärmepumpenbesitzer:innen, die ihre Anlage erst spät im Jahr 2022 in Betrieb nehmen konnten, für 2023 benachteiligen. Der Stromverbrauch mit einer Wärmepumpe steigt erwartungsgemäß deutlich. Habecks Sonderregel soll diesen Umstand berücksichtigen und ausgleichen.

Welche Heizungsanlage ist besonders umweltfreundlich?

Als klimaschonend gelten Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, wie Wärmepumpen, Pelletheizungen oder Solarthermieanlagen.

Welche Heizungsart ist am besten?

Welche Heizung für Ihr Gebäude am besten geeignet ist, hängt vom Wärmebedarf des Hauses und Ihren individuellen Wünschen ab. Ein:e Energieberater:in kann Sie bei der Wahl und Planung unterstützen.

Kann man CO2-neutral heizen?

Wer möglichst CO2-neutral heizen möchte, sollte auf fossile Brennstoffe verzichten und darauf achten, dass der für den Betrieb der Heizung benötigte Strom (zum Beispiel für eine Wärmepumpe oder Solarthermieanlage) als Ökostrom deklariert ist oder mit einer Photovoltaikanlage selbst erzeugt wird.

Bäume binden während ihres Wachstums CO2 und setzen dieses bei der Verbrennung wieder frei. Holz gilt darum als CO2-neutraler Brennstoff. Ganz korrekt ist diese Angabe nicht, da sie die Abholzung und den Transport des Holzes ausklammert.