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Zukunftssicher & umweltfreundlich

Alternativ heizen: Welche Möglichkeiten gibt es ohne Gas und Öl?

Christina Tobias
Christina Tobias
5. April 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer ohne Gas und Öl heizen möchte, kann auf Wärmepumpen, Holzheizungen, Solarthermie-Anlagen und Brennstoffzellen zurückgreifen.
  • Hybridheizungen, die mehrere erneuerbare Energieträger miteinander kombinieren, bieten zusätzlich Versorgungssicherheit.
  • Mit einer umweltfreundlichen Heizung machen Sie sich unabhängig von steigenden Energiekosten, denn Sie versorgen sich autark.
  • Der Einbau klimafreundlicher Heizungen wird mit staatlichen Fördergeldern unterstützt.

Umweltschädlich und zu teuer: Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas stehen wegen ihrer Klimabilanz und steigender Energiekosten vermehrt in der Kritik. In vielen Köpfen findet deshalb ein Umdenken statt und Alternativen werden gesucht. Wie können Sie zukunftssicher und klimafreundlich heizen? Wir stellen Ihnen vier Heizungssysteme vor, die auf erneubare Energien setzen.

Alternativ heizen: Warum lohnt sich das?

Von steigenden Energiepreisen bis zur Versorgungsunsicherheit: Jetzt auf ein Heizungssystem mit umweltfreundlichem Energieträger zu wechseln, ist aus vielerlei Gründen eine gute Idee. Einerseits profitieren Sie aktuell von attraktiven staatlichen Förderungen, wenn Sie sich für eine klimafreundliche Heizungsanlage entscheiden. Andererseits machen Sie sich unabhängiger von steigenden Gas- und Ölpreisen. Erzeugen Sie Ihren Strom selbst (zum Beispiel mithilfe einer Photovoltaik-Anlage) und wandeln Energie aus dem Erdreich, dem Grundwasser, der Luft oder der Sonne in Wärme um, erreichen Sie ein hohes Maß an Unabhängigkeit und damit auch Preissicherheit. Zusätzlich müssen Sie keine Lieferengpässe fossiler Brennstoffe fürchten und reduzieren Ihren eigenen CO2-Fußabdruck.

Umweltfreundliche Heizung: Welche Möglichkeiten gibt es?

Heizen ohne Gas und Öl ist heutzutage kein Problem mehr. Es gibt verschiedene moderne Heizungssysteme, die erneuerbare Energien nutzen. Wir stellen Ihnen Wärmepumpen, Holzheizungen, Solarthermie-Anlagen und Brennstoffzellenheizungen exemplarisch mit ihren Vor- und Nachteilen vor:

Wärmepumpe

Wärmepumpen machen sich die Wärme des Erdreichs, des Grundwassers oder der Luft zunutze. Dabei werden sie zum „umgekehrten Kühlschrank“ und entziehen der Umgebung Wärme, die anschließend an die Heizkörper abgegeben wird. Die Pumpen gelten als besonders effizient, wenn die Heizung nur geringfügig aufgedreht wird. Das heißt, eine gute Dämmung Ihrer Immobilie ist Voraussetzung für die Anschaffung einer Wärmepumpe. Mithilfe eines Wärmespeichers wird das erwärmte Wasser vorgehalten und eine konstante Heizleistung erreicht.

Es gibt verschiedene Wärmepumpen-Varianten: Luft-Luft-, Luft-Wasser-, Wasser-Wasser-, Brauchwasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen (auch Erdwärmepumpe genannt). Überprüfen Sie im Vorfeld, ob für die Installation vorher bauliche Genehmigungen eingeholt werden müssen (z. B. im Falle von Sonderbohrungen).

Wichtig:

Wärmepumpen werden mit Strom betrieben. Um Stromkosten zu sparen, empfiehlt sich ein günstiger Wärmestromtarif, der bis zu 20 Prozent günstiger ist als ein regulärer Stromtarif. Voraussetzung für diesen ist in der Regel ein separater, steuerbarer Stromzähler.

Kosten Wärmepumpe Luftwärmepumpe
Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Varianten.
Wärmepumpe an Haus
Jetzt im Detail informieren:

Elektroheizung als Alternative zu Gas und Öl?

Mit Strom zu heizen, ist nur unter bestimmten Voraussetzungen eine umweltfreundliche Alternative zu Gas- und Ölheizungen. Die Klimabilanz hängt dabei stark davon ab, ob Ökostrom bezogen wird bzw. der Strom autark über die eigene Photovoltaik-Anlage erzeugt wird. Andernfalls sind reine Elektroheizungen keine sinnvolle Lösung, da die Betriebskosten aufgrund des hohen Strompreises bei dauerhaftem Einsatz zu teuer wären. Für eine temporäre Nutzung in Ferienhäusern, Wintergärten oder einzelnen Räumen (z B. Bad oder Gästezimmer) kann eine Elektroheizung wiederum die richtige Wahl sein.

Heizen mit Holz

Holzheizungen (auch Biomasseheizungen genannt) erzeugen Wärme durch die Verbrennung von Holz. Sie haben die Wahl zwischen einer Pellet-, Hackschnitzel- oder Holzvergaserheizung. Der große Vorteil: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und damit umweltfreundlicher als Öl oder Gas. Zudem können Holzabfälle aus der Industrie genutzt werden. Moderne Anlagen laufen mit geringerem manuellen Aufwand, da die Befüllung des Kessels automatisch erfolgt.

Die Vorstellung, man müsse mehrmals täglich Holz nachlegen, ist unbegründet. Nichtsdestotrotz muss der Brennstoff regelmäßig aufgefüllt und der Heizkessel gepflegt und gewartet werden. Ein weiterer Nachteil: Es wird viel Platz für die Lager- und Fördereinrichtungen benötigt. So wird zum Beispiel auch die Anschaffung eines Pufferspeichers empfohlen, da die Anlagen oft nur dann ihren Wirkungsgrad voll ausschöpfen können. Auf der negativen Seite steht zuletzt auch die Feinstaubbelastung, die durch die Holzverbrennung entsteht. Moderne Anlagen verursachen jedoch deutlich weniger Feinstaub. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer beauftragten Heizungsfachfirma nach.

Pelletheizofen mit Holzpellets
Pelletheizungen sind eine umweltfreundliche Alternative zu Öl- und Gasheizungen.
Pellets in einer Holzheizung verbrennen
Von Pellets bis Hackschnitzel:

Solarthermie

Kostenfreie Wärme durch die Kraft der Sonne: Solarthermieanlagen heizen Ihr Zuhause, indem Sonnenstrahlen über Kollektoren (Flachkollektoren oder Vakuum-Röhrenkollektoren) gesammelt und anschließend in Form von thermischer Energie an einen Wärmespeicher im Heizungssystem übertragen werden. Da die Zahl der Sonnenstunden in Deutschland in der Regel nicht ausreicht, um den Bedarf des gesamten Heizungs- und Warmwasserbedarfs zu decken, wird Solarthermie immer als Ergänzung für eine Heizungsanlage mit anderem Energieträger eingesetzt. Durch eine clevere Steuerung springt die herkömmliche Heizung an, wenn nicht genügend Sonnenenergie verfügbar ist, und verhindert so etwaige Engpässe.

Für die Nutzung von Solarthermie muss ausreichend Platz auf dem Dach für die Kollektoren vorhanden sein. Außerdem entscheiden der Neigungswinkel und die Ausrichtung darüber, ob der Betrieb der Anlage sich für Sie lohnt.

Dach mit Vakuum-Röhrenkollektoren
Solarthermie-Anlagen sind eine klimafreundliche Ergänzung für bestehende Heizungsanlagen.
Weiterführende Infos:

Brennstoffzellenheizung

Brennstoffzellenheizungen produzieren neben Wärme und heißem Wasser auch Strom. So können Sie sich vom öffentlichen Netzstrom unabhängiger machen. Wärme und Strom werden bei Brennstoffzellenheizungen durch den elektrochemischen Prozess der kalten Verbrennung erzeugt, das heißt Sauerstoff und aus dem Erdgas gewonnener Wasserstoff reagieren miteinander. Während des Vorgangs entstehen abnehmbarer Strom und Wärme, und reines Wasser bleibt als Emission übrig.

Voraussetzungen für die Installation sind ein Gasanschluss, um den benötigten Wasserstoff zu gewinnen, ein Luft-Abgas-System (LAS), eine zentrale Heizungsanlage, ein Wärmespeicher und ein Spitzenlastkessel.

Brennstoffzellenheizung Kosten
Effizient und modern heizen:

Gashybridheizungen vs. EE-Hybridheizungen

Hybridheizungen sind eine beliebte Lösung, wenn eine einzelne Heizungsanlage die Versorgung nicht gewährleisten kann. Gashybridheizungen kombinieren eine Erdgasheizung mit erneuerbaren Energien. Es gibt jeweils Kombinationsmöglichkeiten mit einer Solarthermie-Anlage, einer Biomasse-Anlage (sprich: Holzheizung, häufig in Form von Pellets) und einer Wärmepumpe. Gerade in Altbauten, die noch nicht über eine ausreichende Dämmung verfügen, kann eine Gashybridheizung Versorgungssicherheit schaffen.

Alternativ kann eine EE-Hybridheizung (EE = Erneuerbare Energien) eingebaut werden, die mindestens zwei erneuerbare Energieträger miteinander kombiniert (zum Beispiel Solarthermie mit einer Wärmepumpe). Durch eine intelligente Steuerung können Sie so eine ausreichende Versorgung zu jeder Zeit gewährleisten und sich von Gas und Öl komplett unabhängig machen.

Vergleich der Kosten

Betriebskosten, Anschaffungskosten, Wartungskosten: Die Preise für die einzelnen Heizungen liegen teilweise weit auseinander. Hier lohnt es sich, genau zu vergleichen und staatliche Förderungen miteinzubeziehen. Eine Kostenübersicht finden Sie in unserem Artikel.

Wofür gibt es Förderungen?

Der Klimaschutz und die steigende Unabhängigkeit von Öl und Gas sind zentrale Punkte für die Regierung. Heizungen, die erneuerbare Energien einsetzen, werden deshalb umfangreich staatlich gefördert. Bis zu 45 Prozent können Sie im Falle des Austauschs einer alten Ölheizung erhalten. Unser Artikel hält eine umfangreiche Übersicht für Sie bereit.

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