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Pufferspeicher
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Mit einem Pufferspeicher effizient heizen

Redaktion Antonia
Antonia Rupnow
6. Dezember 2021

Ein Pufferspeicher ist eine ideale Ergänzung zu den meisten Heizsystemen. Mit ihm wird überschüssige Energie gespeichert, die bereits produziert wurde, obwohl kein unmittelbarer Bedarf entsteht. Diese Wärmeenergie wird dann abgerufen, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Ein Pufferspeicher sorgt sowohl für weniger Verschleiß der Heizungsanlage als auch für ein intelligentes Nutzen der erzeugten Heizenergie.

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Wie funktionieren Pufferspeicher?

Eine Heizungsanlage funktioniert auf Basis eines Wasserkreislaufs, der warmes Wasser zu den Heizkörpern transportiert. Erwärmt wird das Wasser vom Wärmeerzeuger der Heizung: also einem Brenner bei Erdöl- oder Gasheizungen, einem Brennraum bei Pellet- oder Holzheizungen oder durch einen Wärmetauscher bei Erdwärme- oder Solarheizungen.

Vor allem Pellet-, Holz- und Solar-Heizungsanlagen haben den Nachteil, dass sie nur in einem begrenzten Zeitraum Wärme erzeugen: Pellet- und Holzheizungen während des Brennvorgangs, Solaranlagen nur bei Sonneneinstrahlung. Die erzeugte Wärmeenergie wird oft nur zum Teil sofort benötigt, um das Gebäude zu heizen oder Warmwasser für den Haushalt zu erzeugen. Die überschüssige Wärme verpufft – wenn die Heizungsanlage nicht mit einem Pufferspeicher ausgestattet ist. Dieser speichert die überschüssige Wärme in Form von erwärmtem Wasser, das in einem isolierten Behälter gesammelt wird. Von hier kann es dann ins Heizsystem eingebracht werden, wenn der Bedarf besonders groß ist, gerade aber keine aktive Erwärmung stattfindet.

Heizungsanlage mit Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher kann eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrer Heizung sein.

Welche Heizungskombinationen mit Pufferspeicher sind sinnvoll?

Nicht jedes Heizsystem benötigt einen Pufferspeicher: Öl- oder Gasheizungen kommen auch ohne dieses Zusatzaggregat aus. Denn sie sind so getaktet, dass immer dann Wärme erzeugt wird, wenn die verfügbare Wärmeenergie unter ein definiertes Niveau fällt. Ein Thermostat sorgt dafür, dass diese Heizsysteme sofort anspringen, wenn Wärme benötigt wird.

Eine ideale Ergänzung stellt ein Pufferspeicher für Holzheizungen, Pelletheizungen, Wärmepumpen und Solaranlagen dar. Vor allem Solaranlagen werden prinzipiell nie ohne Pufferspeicher installiert, da eine Versorgung mit Warmwasser für die Heizung bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit nicht möglich wäre. Ein moderner Pufferspeicher hält die Temperatur im Kesselinneren über mehrere Tage konstant.

Welche Arten gibt es?

Kombispeicher

Kombispeicher trennen Heizungs- und Trinkwasser in zwei separate Kreisläufe, die beide permanent warmes Wasser vorhalten. Die Wärmeerzeuger erhitzen es kontinuierlich. Kombispeicher haben einen geringen Platzbedarf und kleinen Montageaufwand. Nachteilig ist, dass warmes Wasser auf Vorrat gehalten wird, wodurch sich Bakterien bilden können.

Hygienespeicher

Ein Hygienespeicher ist ein Kombispeicher mit zwei voneinander getrennten Kreisläufen. Während das warme Heizungswasser in einem isolierten Behälter gespeichert wird, erzeugt das Gerät warmes Brauchwasser nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers.

Wenn jemand warmes Trinkwasser z. B. über den Wasserhahn anfordert, wird es über einen Wärmetauscher mit der gespeicherten Wärme im Hygienespeicher erwärmt und zur Zapfstelle geführt. Es wird kein warmes Trinkwasser bevorratet und die Gefahr von Keim- und Legionellenbildung sinkt.

Kombispeicher Grafik
Aufbau eines Kombispeichers

Solarspeicher

Solarspeicher-Anlagen verfügen selbst über einen Wasserkreislauf, der mit einem Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel gefüllt ist. Da die Wasserleitungen direkt unter dem Solarpanel vorbeiführen, würden sie sonst bei niedrigen Temperaturen gefrieren. Dieses Gemisch darf jedoch nicht mit dem Heizungswasser vermischt werden. Daher ist der Solarspeicher mit einer Rohrschlange ausgerüstet, in der das erwärmte „Solarwasser“ durch das Heizungswasser geleitet wird, um es so zu erhitzen.

Schichtenspeicher

Ein Schichtenspeicher kann dann sinnvoll sein, wenn mehrere Wärmequellen wie beispielsweise Wärme aus einer Gasheizung und Wärme aus einer Solaranlage zusammengeführt werden. Dazu nutzt der Schichtenspeicher simple Physik: Die Dichte von Wasser steigt mit abnehmender Temperatur und umgekehrt. So bilden sich im Speicher unterschiedlich warme Schichten und das Wasser kann an den entsprechenden Höhen bzw. Temperaturen ein- und ausgespeist werden.

Grafik Heizung Pufferspeicher Schichtenspeicher
Aufbau eines Schichtenspeichers

Pufferspeicher: Die Systeme im Vergleich

Wie groß sollte ein Pufferspeicher sein?

Spätestens bei der Frage zur Bemessung Ihres Pufferspeichers sollten Sie eine Fachberaterin oder einen Fachberater hinzuziehen. Schon die hier vorgestellten unterschiedlichen Systeme sind so verschieden, dass nur Expert:innen Ihnen eine exakte Berechnung liefern kann.

Empfehlungen, um die richtige Pufferspeichergröße zu finden

Die Größe Ihrer Anlage hängt selbstverständlich davon ab, ob der Pufferspeicher lediglich das Heizwasser einlagert oder ob Sie zusätzlich auch das Trinkwasser erwärmen wollen. Grundsätzlich gibt es aber Faustregeln, die Ihnen einen ersten Überblick über eine sinnvolle Bemessung ermöglichen: Solarspeicher werden in Relation zur Fläche der Solarmodule berechnet, während Kombi-, Hygiene- und Schichtladespeicher sich in ihrer Größe nach der Kilowatt-Leistung der Heizungsanlage richten.

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Was kostet ein Pufferspeicher?

Die Kosten, mit denen Sie für Ihren Pufferspeicher rechnen müssen, variieren je nach Speicherart und Größe. Ein einfacher 500-Liter Pufferspeicher für Warmwasser kostet etwa 300 bis 500 Euro. Soll der Speicher mit einer Solaranlage kombiniert werden, steigt der Preis auf bis zu 1.000 Euro an. Die teuersten Geräte sind Kombispeicher. Sie kosten bis zu 3.000 Euro.

Bei Neubauten sollten Sie den Pufferspeicher natürlich gleich mit Ihrer neuen Heizung installieren lassen. Zur besseren Vergleichbarkeit hier die Kosten für jeweils einen Pufferspeicher mit 500 bis 1.000 Liter Fassungsvermögen:

Bei richtiger Bemessung amortisiert sich der Pufferspeicher bereits nach wenigen Jahren, weil er Ihre Heizungsanlage spürbar effizienter macht und für weniger Verschleiß sorgt, da die Heizsysteme stark entlastet werden.

Fördermöglichkeiten für Pufferspeicher

Für Pufferspeicher, welche nicht auf der Basis von Gas oder Öl beheizt werden, können Sie ebenfalls Förderungen erhalten. Details hierzu erfahren Sie in unserer Übersicht über Förderungen für Heizungen.

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Häufig gestellte Fragen

Wann ist ein Pufferspeicher sinnvoll?

Durch die Heizung erzeugte Wärme, welche nicht direkt verbraucht wird, kann in einem Pufferspeicher zwischengespeichert werden. Besonders sinnvoll sind Pufferspeicher dann, wenn Ihre Heizung mit erneuerbaren Energien wie beispielsweise einer Solarthermieanlage gekoppelt sind.

Welcher Pufferspeicher ist der richtige?

Als Faustformel gilt: Je erzeugtem wasserführenden kW sollten 50 bis 100 Liter Wasser im Pufferspeicher zur Verfügung stehen. Hat ein Gerät also beispielsweise wasserseitig 10 kW Leistung sollte demnach ein 500 - 600 Liter fassender Pufferspeicher verbaut werden.

Was ist der Unterschied zwischen Pufferspeicher und Boiler?

Ein Boiler bzw. Warmwasserspeicher erzeugt das Brauchwasser, wohingegen ein Pufferspeicher für das Heizwasser verantwortlich ist. Bei der Bereitstellung handelt es sich um zwei verschiedene Kreisläufe für zwei unterschiedliche Anwendungen in zwei verschiedenen Behältnissen.