Welche Heizungsarten gibt es? Alle Heizungssysteme im Vergleich (2026)
Wärmepumpe, Gasheizung, Ölheizung, Pelletheizung, Solarthermie, Fernwärme, Elektroheizung, Brennstoffzelle, Hybridheizung oder doch ein Blockheizkraftwerk? Es gibt über 10 verschiedene Heizungsarten, die sich in Energieträger, Kosten und Umweltfreundlichkeit unterscheiden. Lesen Sie alle Heizarten im Überblick und erfahren Sie, wie Sie sich für das richtige System entscheiden.
Heizungsarten im Überblick
Um zu entscheiden, welche Heizung zu Ihrem Haus passt, sollten Sie nicht nur auf die Anschaffungskosten schauen. Entscheidend sind auch die laufenden Energiekosten, die CO2-Bilanz, die Förderfähigkeit und ob das System zum Gebäude passt.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die gängigsten Heizungsarten.
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung.
** Richtwerte für einen Wärmebedarf von 20.000 kWh/Jahr (Stand Juni 2026).
*** Quelle: Heizspiegel
Wärmepumpen und Fernwärme verursachen durch ihren aktuellen Strom- und Wärmemix indirekt CO₂. Doch mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien sollen sie schrittweise komplett emissionsfrei werden. Während Kommunen die Wärmenetze zunehmend klimafreundlich gestalten, können Eigentümer:innen ihre Wärmepumpe schon heute über Ökostrom oder eine eigene Photovoltaikanlage emissionsarm betreiben.
Welche Heizungsarten sind 2026 noch erlaubt?
Grundsätzlich sind im Jahr 2026 alle Heizungen noch erlaubt, auch fossile Heizarten. Nur Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind (Baujahr 1996 oder älter), müssen laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) ausgetauscht werden. Ausgenommen von dieser Austauschpflicht sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel sowie Eigentümer:innen, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus bereits seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen.
Langfristig müssen fossile Heizarten jedoch gegen erneuerbare Energien ausgetauscht werden. Wenn eine Heizung irreparabel kaputt ist und neu eingebaut werden muss, muss die neue Anlage zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Das gilt bereits jetzt für Neubauten im Neubaugebiet. Für bestehende Gebäude und Neubauten in Baulücken gibt es Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen für Härtefälle.
Diese Heizungen erfüllen die 65-Prozent-Regel des GEG:
Elektrische Wärmepumpen
Biomasseheizungen, z.B. Pellet- oder Hackschnitzelheizungen
Solarthermie
Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz
Stromdirektheizungen (nur bei gut gedämmten Gebäuden)
H₂-Ready-Gasheizungen (auf 100 Prozent Wasserstoff umrüstbar)
Gasheizungen, die Biomethan, Bio-Flüssiggas oder grünen Wasserstoff nutzen
Ölheizungen, die mit Bio-Heizöl betrieben werden
Hybridheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien, z. B. Gaskessel mit Wärmepumpe oder Solarthermie
Wie wähle ich das richtige Heizungssystem?
Ist-Zustand des Gebäudes analysieren: Lassen Sie am besten von einer Fachfirma den energetischen Zustand und das alte Heizsystem Ihres Hauses begutachten. Sie sollten den Wärmebedarf kennen und wissen, welche Vorlauftemperaturen möglich sind.
Erschließung der Energieträger prüfen: Klären Sie, welche Ressourcen überhaupt an Ihrem Standort nutzbar sind. Prüfen Sie, ob sich Umweltwärme (Luft, Grundwasser, Erde) erschließen lässt, ob ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist oder ob ausreichend trockener Platz für ein Biomasse-Lager zur Verfügung steht.
Heizungssysteme vergleichen: Wägen Sie die Vor- und Nachteile der Heizsysteme für Ihre individuelle Situation ab. Vergleichen Sie beispielsweise die hoch effiziente Wärmepumpe mit der CO₂-neutralen, aber wartungsintensiveren Pelletheizung.
Kosten und Fördermittel checken: Vergleichen Sie die Anschaffungskosten und beachten Sie dabei die Förderrabatte. Berechnen Sie auch die langfristigen Betriebsausgaben inklusive der stark steigenden CO₂-Preise für fossile Brennstoffe.
Energieberatung nutzen: Energieberater:innen analysieren den Istzustand Ihres Gebäudes und beraten Sie über empfehlenswerte Maßnahmen, die in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) festgehalten werden.
Checkliste: Welche Heizung passt zu meinem Haus?
Klären Sie, ob Ihre Immobilie die nötigen Bedingungen erfüllt, um das gewünschte Heizungssystem zu betreiben. Folgende Aspekte sollten Sie vor der Entscheidung bedenken:
Altbau oder Neubau: Im Altbau sind oft Anpassungen des vorhandenen Heizsystems erforderlich, z.B. größere Heizkörper für Wärmepumpen, eine Schornsteinsanierung für moderne Brennwerttechnik oder die Umrüstung auf Bio-Brennstoffe.
Gasnetz: Wenn es keinen Gasanschluss gibt, ist der Einbau einer Wärmepumpe oft sinnvoller als neue Leitungen für eine Gasheizung zu verlegen.
Kommunale Wärmeplanung: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob für Ihren Standort ein Nah- oder Fernwärmenetz verfügbar oder geplant ist.
Dämmung: Eine gute Dämmung ist für geringe Heizkosten bei allen Heizungsarten wichtig, besonders für Stromdirektheizungen und Wärmepumpen.
Lagerraumfläche: Für eine Holzheizung brauchen Sie genügend Platz für ein ca. 3,3 bis 4,6 m² großes Brennstofflager.
Abstand zum Nachbarn: Bei einer außen aufgestellten Wärmepumpe müssen Sie die Abstandregeln und Schallvorschriften beachten.
Brennstoffversorgung: Die Versorgung mit Biogas, Bio-Heizöl oder Wasserstoff kann in vielen Fällen nicht gewährleistet werden und ist oft sehr kostenintensiv. Sie benötigen einen Lieferantennachweis.
Steigender CO₂-Preis: Durch die CO₂-Abgabe und den EU-Emissionshandel werden fossile Brennstoffe wie Gas und Öl tendenziell teurer, was die Betriebskosten in die Höhe treibt.
Förderung: Heizungssysteme, die erneuerbare Energien nutzen, punkten mit hohen staatlichen Förderungen. Das heißt, auch wenn der Kaufpreis zunächst hoch erscheint, können Sie oft eine große Summe einsparen.
Beratungspflicht: Wer heute noch eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen möchte, muss vorab eine verpflichtende Fachberatung über künftige Kostenrisiken durchlaufen.
Welche Heizungsarten kommen für welches Haus infrage?
Die Tabelle zeigt eine Übersicht, welche Heizung zu welchem Haus passt.
Legende: ✔✔✔ = Sehr empfehlenswert; ✔✔ = Solide Lösung; ✔ = Nur in Ausnahmefällen sinnvoll
Wärmepumpe: Der neue Standard im Neubau, ist aber auch sehr gut in saniertem Bestand geeignet. Eine Wärmepumpe im Altbau kann effizient heizen, hat aber einen höheren Stromverbrauch.
Pellet- und Hybridheizung: Eine gute Lösung für den unsanierten Altbau, da sie die nötigen hohen Vorlauftemperaturen problemlos schaffen. Im Neubau oft überdimensioniert oder zu platzintensiv.
Fernwärme: Wenn sie verfügbar ist, ist sie für jede Gebäudeart eine bequeme Lösung.
Elektroheizung: Nur in gut gedämmten Häusern zu empfehlen.
Gas- oder Ölheizung: Im Neubau nur in Ausnahmefällen. Im Altbau noch möglich, aber wegen steigender CO₂-Preise und strenger Gesetzesvorlagen nicht empfehlenswert.
Heizungsarten mit erneuerbaren Energien
Alternativ heizen ohne Gas und Öl ist nicht nur gut fürs Klima, sondern sorgt auch langfristig für niedrigere Heizkosten. Mit Heizarten wie der Wärmepumpe, Pelletheizungen oder solarthermischen Anlagen werden Sie unabhängiger von Energielieferanten und von den Energiepreisen, die aufgrund politischer Krisen schwanken.
Wärmepumpe
Die Wärmepumpe nutzen die kostenlose Wärme des Erdreichs, des Grundwassers oder der Luft, um zu heizen. Sie benötigen nur eine geringe Menge Strom als Antriebsenergie und sind sehr effizient. Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erfordern aufwendige Erdarbeiten zur Erschließung der Wärmequelle, die genehmigt werden müssen. Luftwärmepumpen benötigen einen geeigneten Aufstellort im oder außerhalb des Hauses. Die Anschaffungskosten liegen je nach System bei ca. 19.000 bis 50.000 Euro, wobei Sie mit einer Wärmepumpenförderung die Kosten senken können.
Holzheizung
Holzheizungen verbrennen klimafreundliche Biomasse aus Holzabfällen. Unterschieden wird zwischen Pelletheizungen, Hackschnitzelheizungen und Holzvergasern. Da sie problemlos hohe Vorlauftemperaturen erreichen, lassen sie sich gut mit klassischen Heizkörpern kombinieren. Allerdings erfordern sie ausreichend Platz für das Brennstofflager. Zudem müssen strenge Emissionsauflagen bezüglich des Feinstaubausstoßes eingehalten werden. Die Anschaffungskosten liegen bei ca. 18.000 bis 29.000 Euro. Auch hier unterstützen die meisten Kantone den Einbau mit Fördergeldern.
Solarthermie
Bei der Solarthermie wird Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und zur Unterstützung der Raumheizung genutzt. Als Ergänzungssystem heizt sie idealerweise in Kombination mit einer Wärmepumpe, einer Holzheizung oder als Gas-Hybridheizung. Voraussetzung für einen lohnenswerten Betrieb ist eine ausreichend große, möglichst unbeschattete Dachfläche mit passender Ausrichtung zur Sonne. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf ca. 8.000 bis 15.000 Euro, wobei Sie auch von attraktiven Solarthermie-Förderungen profitieren.
Brennstoffzellenheizung
Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom in einem Gerät. Als Brennstoff wird meist Erdgas, Biogas oder Wasserstoff genutzt. Durch die eigene Stromproduktion machen Sie sich unabhängiger vom öffentlichen Netzstrom und senken Ihre Energiekosten. Die Anlage lohnt sich, wenn Sie das ganze Jahr über einen konstant hohen Energiebedarf haben, z.B. durch Homeoffice oder ein Elektroauto. Die Anschaffungskosten liegen bei ca. 29.000 bis 49.000 Euro.
Hybridheizung
Eine Hybridheizung kombiniert zwei verschiedene Heizarten, z.B. eine Gas-Brennwertheizung mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage. Eine automatische Regelung sorgt dafür, dass je nach Außentemperatur und Wärmebedarf stets der effizientere Energieträger genutzt wird. Das System ist besonders für teilsanierte Altbauten geeignet, in denen eine Wärmepumpe allein nicht wirtschaftlich arbeiten kann.
Konventionelle und weitere Heizungsarten
Gasheizung
Eine Gasheizung verbrennt Erdgas zur Erzeugung von Heizwärme. Mit moderner Brennwerttechnik wird auch die Kondensationswärme genutzt, sodass die Anlage effizienter heizt. Da Erdgas klimaschädlich ist, gibt es die CO₂-Abgabe. Zudem erschweren die Energiegesetze den reinen 1:1-Ersatz. Um die Vorschriften beim Heizungstausch zu erfüllen, müssen Gasheizungen mit einem klimafreundlichen Heizsystem (wie einer Wärmepumpe oder Solarthermie) kombiniert werden oder einen hohen, zertifizierten Anteil an Biogas nutzen. Solche umweltfreundlichen Brennstoffe sind jedoch knapp und teuer.
Ölheizung
Eine Ölheizung erzeugt Heizwärme durch die Verbrennung von Heizöl. Der Einbau von neuen, reinen Ölheizungen ist aufgrund der Klimaziele und steigender Brennstoffkosten vielerorts ein Auslaufmodell. Geht Ihre alte Ölheizung kaputt, erhalten Sie eine attraktive Förderung für den Ersatz durch eine klimafreundliche Heizung.
Fernwärme
Fernwärme nutzt ein externes Kraft- oder Heizwerk zur Wärmelieferung. Die Wärme ist oft ein Nebenprodukt von großen Industrie- oder Müllverbrennungsanlagen. Sie wird über Rohre direkt in die Häuser geleitet, so dass Sie keine eigene Heizanlage brauchen. Voraussetzung für Fernwärme ist, dass ein Wärmenetz in Ihrer Nähe vorhanden ist.
Elektroheizung / Infrarotheizung
Eine Elektroheizung ist eine Direktheizung, die Strom also direkt in Heizwärme umwandelt. Als Hauptheizung wird sie nur für sehr gut gedämmte Häuser empfohlen. Als punktuelle Zusatzheizung kann z. B. eine kleine Infrarotheizug im Bad schnell für wohlige Wärme sorgen.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Heizwärme. Da sich die Anlage nur bei konstant hohem Energiebedarf rechnet, eignet sie sich weniger für Einfamilienhäuser, sondern primär für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbebetriebe. Weil die meisten BHKWs mit Gas betrieben werden, fallen auch sie unter die Vorgaben beim Heizungstausch.
Heizungsarten im Kostenvergleich
Die Kosten für neue Heizungen liegen zwischen 2.000 und 50.000 Euro, je nach gewähltem Brennstoff, der gewünschten Leistungsstärke und dem Aufwand für den Einbau bzw. Austausch der alten Heizung ab. Fossile Heizungssysteme sind oft günstiger in der Anschaffung als Wärmepumpen oder Pelletheizungen, aber teurer im Betrieb.
* Preise sind Durchschnittswerte für ein 120 m² großes Einfamilienhaus und dienen zur Orientierung. Stand: Juni 2026
Förderung für Heizungen 2026
Für den Austausch eines fossilen Heizsystems gegen eine klimafreundliche Alternative profitieren Sie von attraktiven Förderungen. Wenn Sie z. B. Ihre alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen oder Ihre Ölheizung auf Pellets umrüsten, ist ein Zuschuss zwischen 30 und 70 Prozent möglich. Auch Gemeinden und Kommunen bieten häufig Fördermittel an, die sich kombinieren lassen. Ihre Heizungsfirma berät Sie gerne und hilft Ihnen beim Förderantrag.
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Welche Heizungsarten gibt es?
Zu den gängigen Heizungsarten zählen Wärmepumpen, Holzheizungen wie Pelletanlagen, Fernwärme, Brennstoffzellenheizungen sowie Elektro- und Infrarotheizungen. Weiterhin gibt es klassische Gas- und Ölheizungen, Blockheizkraftwerke, Hybridheizungen, die zwei verschiedene Systeme kombinieren, und Solarthermie als ergänzende Wärmequelle.
Welche Heizung ist die beste für ein Einfamilienhaus?
In vielen Fällen ist die Wärmepumpe die beste Wahl für ein Einfamilienhaus, da sie besonders effizient und zukunftssicher ist. Je nach den individuellen Gegebenheiten vor Ort kann jedoch auch eine andere Heizungsart, wie beispielsweise eine Pelletheizung oder Fernwärme, sinnvoll sein. Weniger empfehlenswert sind hingegen fossile Systeme wie Öl- oder Gasheizungen, da diese nicht nur klimaschädlich sind, sondern langfristig auch hohe und unkalkulierbare Betriebskosten verursachen.
Was ist die günstigste Heizung?
Bei den Anschaffungskosten ist die Elektroheizung (ab 2.000 €) am günstigsten, gefolgt von einem Fernwärmeanschluss (ab 6.000 €). Schaut man jedoch auf die jährlichen Betriebskosten, sind Wärmepumpen und Pelletheizungen mit durchschnittlich 1.600 € am günstigsten, während die Elektroheizung mit rund 4.800 € im Jahr die höchsten laufenden Kosten verursacht.
Welche Heizung ist am umweltfreundlichsten?
Am umweltfreundlichsten ist die Pelletheizung mit einem CO₂-Ausstoß von nur 28 g/kWh, dicht gefolgt von der Solarthermie (24 g/kWh), die allerdings nur als ergänzendes System genutzt werden kann. Auch die Wärmepumpe gehört mit 171 bis 191 g/kWh zu den sehr klimafreundlichen Systemen, da sie hauptsächlich kostenlose Umweltwärme nutzt und ihr CO₂-Ausstoß mit dem Ausbau von grünem Strom kontinuierlich weiter sinkt.
Welche Heizungsart ist am besten?
Für Neubauten und gut sanierte Gebäude ist die Wärmepumpe aktuell der Standard und besonders zu empfehlen. In unsanierten Altbauten punkten hingegen Pellet- und Hybridheizungen, da sie die dort nötigen hohen Vorlauftemperaturen erreichen. Falls an Ihrem Wohnort ein Anschluss möglich ist, stellt Fernwärme für jede Gebäudeart eine komfortable Lösung dar. Von reinen Öl- und Gasheizungen wird hingegen wegen kontinuierlich steigender CO₂-Preise und strenger gesetzlicher Vorgaben grundsätzlich abgeraten.