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Alle Systeme im Überblick:

Welche Heizungsarten gibt es?

Christina Tobias
Christina Tobias
8. Juni 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Energieberater:innen können Ihnen helfen, die richtige Heizungsart für Ihr Gebäude zu finden.
  • Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, sind zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Pelletheizungen.
  • Mit Brennstoffzellenheizungen können Sie Wärme, Strom und Warmwasser in einem Gerät erzeugen.
  • Der Einbau neuer Ölheizungen wird zum Jahr 2026 weitgehend verboten.

Energieeffizient, umweltfreundlich und möglichst günstig: Heizungsanlagen werden mittlerweile an viel mehr Kriterien gemessen als noch vor einigen Jahren. Von der Wärmepumpe bis zur Solarthermieanlage: Welches System ist die beste Lösung für Ihr Zuhause? Wir haben die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Heizungsarten für Sie zusammengefasst.

Wie wähle ich das richtige Heizungssystem?

Bei der Wahl Ihrer neuen Heizung ist es wichtig, dass Sie den Istzustand Ihres Zuhauses kennen und in die Entscheidung miteinbeziehen. Klären Sie, ob Ihre Immobilie die nötigen Bedingungen erfüllt, um das gewünschte Heizungssystem zu betreiben. Folgende Fragen helfen Ihnen unter anderem dabei:

  • Ist Ihr Gebäude an das Gasnetz angeschlossen?
  • Haben Sie genügend Lagerraumfläche für Pellets oder Hackschnitzel?
  • Wie steht es um den Dämmstatus der Immobilie? Eine umfangreiche Wärmedämmung ist zum Beispiel erforderlich, wenn Sie eine Wärmepumpe betreiben wollen.

Verfügt Ihr Eigenheim über alle Voraussetzungen für die gewünschte Heizungsart, sollten Sie sich auch Gedanken über den Energieträger und die damit verbundenen Kosten machen. Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas sind in der Anschaffung oft günstig, warten jedoch mit hohen Betriebskosten auf und sind nicht umweltfreundlich. Zudem punkten Heizungssysteme, die erneuerbare Energien nutzen, mit hohen staatlichen Förderungen. Das heißt, auch wenn der Kaufpreis zunächst hoch erscheint, können Sie oft eine große Summe zurückerhalten.

Unser Tipp:

Sind Sie unsicher, in welchem energetischen Zustand sich Ihre Immobilie befindet? Energieberater:innen analysieren den Istzustand Ihres Gebäudes und beraten Sie über empfehlenswerte Maßnahmen, die in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) festgehalten werden. Die Energieberatung wird mit staatlichen Fördergeldern unterstützt und der iSFP verschafft Ihnen zusätzlich eine Erhöhung der Förderung um weitere fünf Prozentpunkte, wenn Sie ein im Plan genanntes Bauvorhaben umsetzen.

Zentralheizung Heizung Warmwasser
Welche Heizung ist die richtige? Verschiedene Systeme stehen zur Auswahl.

Umweltfreundlich Heizen mit erneuerbaren Energien

Regenerative Energien werden unter anderem aus Sonne, Biomasse oder Erdwärme gewonnen und können ideal als Wärmequelle zum umweltfreundlichen Heizen genutzt werden. Wir stellen Ihnen exemplarisch Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Holzheizungen näher vor.

Wärmepumpe – Heizen mit der Wärme der Erde

Eine Wärmepumpe nutzt die Wärme des Erdreichs (Sole-Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt), des Grundwassers (Wasser-Wärmepumpe) oder der Luft (Luft-Luft-Wärmepumpe und Luft-Wasser-Wärmepumpe). Dabei gilt: Umso weniger die Heizung aufgedreht sein muss, desto effizienter ist das System. Deshalb ist eine Heizung mit Wärmepumpe besonders für gut gedämmte Gebäude wie Niedrigenergie- oder Passivhäuser geeignet und vor allem eine beliebte Heizung für Neubauten. Bei Immobilien mit entsprechend dichter Gebäudehülle und guten Voraussetzungen für die nötigen Sonden ist eine Wärmepumpe eine sehr rentable Alternative zu herkömmlichen Heizungen.

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Energie aus Luft, Wasser oder Erde

Holzheizung – Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

Eine moderne Holzheizung bietet eine sehr gute Energieausbeute und ermöglicht es, klimaneutral zu heizen. Das gilt zumindest dann, wenn ebenso viel Holz aufgeforstet wie verbrannt wird. Unterschieden wird zwischen Pelletheizungen, Hackschnitzelheizungen und Holzvergasern. Einen Punkt sollten Sie bei der Wahl der Heizung unbedingt beachten: Sie benötigen einen entsprechend großen trockenen Lagerraum für die Bevorratung der Pellets, Hackschnitzel oder Holzscheite.

Solarthermieheizung – Heizen mit der Kraft der Sonne

Eine Heizung allein mit Solarthermie zu betreiben ist in seltenen Fällen empfehlenswert. Denn wenn die Sonne ausbleibt, fehlt die nötige Wärme. Trotzdem ist eine Solarthermieheizung eine lohnenswerte Ergänzung. Scheint die Sonne, ersetzt die Solarthermie komplett die konventionelle Heizung oder Warmwasserbereitung. In anderen Phasen kann die Solarthermieheizung die klassische Heizung unterstützen und so zu einem geringeren Verbrauch an Brennstoff und zum Senken der Heizkosten beitragen.

Dach mit Vakuum-Röhrenkollektoren
Kraft aus der Sonne nutzen!

Brennstoffzellenheizung

Brennstoffzellenheizungen ermöglichen die Produktion von Wärme, Warmwasser und Strom in einem Gerät und ähneln damit Blockheizkraftwerken. Die innovativen Heizungsmodelle gelten als sehr effizient und sorgen dafür, dass Sie sich vom öffentlichen Netzstrom unabhängiger machen können. Da die Anschaffungskosten vergleichsweise hoch ausfallen, sind die Geräte allerdings noch nicht sehr weit verbreitet. Umfangreiche staatliche Förderungen machen Brennstoffzellenheizungen erschwinglicher.

Brennstoffzellenheizung
Warmwasser, Heizwärme & Strom in einem Gerät:

Fernwärme

Fernwärme nutzt ein externes Kraft- oder Heizwerk zur Wärmelieferung. Als Brennstoffe sind Erdgas, Steinkohle und Abwärme, die bei der Müllverbrennung entsteht, denkbar. Dabei wird die Wärme durch ein Rohrsystem in die einzelnen Haushalte geleitet. Dementsprechend braucht nicht jede Wohneinheit eine eigene Heizungsanlage.

Elektroheizungen

Die Elektroheizung hat keinen guten Ruf, denn Heizen mit Strom ist teuer. Früher oft verbaute Nachtspeicherheizungen gelten mittlerweile als ineffizient und veraltet. Doch unter Umständen kann eine moderne Elektroheizung lohnenswert sein. Beispielsweise sorgt eine Infrarotheizung im Bad schnell für wohlige Wärme und die Heizkörper der Zentralheizung können dauerhaft niedriger eingestellt bleiben.

Fossile Energieträger

Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien sind fossile Brennstoffe nur begrenzt auf der Erde vorhanden. Gas und Öl sind knapp und müssen im Falle Deutschlands zu großen Teilen aus dem Ausland importiert werden. Zudem steigen die Preise aufgrund der CO2-Steuer stetig weiter und auch politische Konflikte beeinflussen die Kosten stark.

Gasheizung – sauber und bequem

Die Gasheizung hat die Ölheizung vom ersten Platz verdrängt und sorgt bereits bei rund 50 Prozent der Haushalte für angenehme Wärme. Dank moderner Brennwerttechnik, die den Brennwert des Gases optimal ausnutzt, sind gasbetriebene Heizungen sehr effizient. Da Gas zu großen Teilen aus dem Ausland importiert wird, ist die Versorgungssicherheit zuletzt ein wichtiges Thema geworden. Deshalb ist Flüssiggas als Alternative wieder vermehrt im Gespräch. Auch Hybridheizungen, die Gas und erneuerbare Energien miteinander kombinieren, sind eine Lösung, um den Gasverbrauch zu minimieren.

Gasheizung an der Wand hängend
Verschiedene Varianten

Ölheizung – der Klassiker im neuen Gewand

Ölkessel sind als Heizungen im Altbau häufig vertreten, aber dank innovativer Techniken heute erheblich sparsamer als früher. Eine moderne Ölheizung setzt 98 Prozent der Energie in Wärme um. Ein weiterer Vorteil von Heizöl ist die damit gewonnene Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz. Berücksichtigen Sie, dass für Ihre Ölheizung ausreichend Platz für den Öltank eingeplant werden muss.

Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab 2026

Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung sieht ein Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab 2026 vor, sofern am Standort eine umweltfreundlichere Heizungsanlage installiert werden kann. Bestehende Ölheizungen können auch darüber hinaus genutzt werden.

Heizungen im Vergleich

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Preise für Heizungen

Die Kosten für neue Heizungen hängen vom gewählten Brennstoff, der gewünschten Leistungsstärke und dem Aufwand für den Einbau bzw. Austausch der alten Heizung ab. Je nach Modell können Sie durchschnittlich mit Preisen zwischen 6.000 und 30.000 Euro rechnen. Elektroheizungen sind dabei die günstigsten Varianten. Wärmepumpen und Brennstoffzellenheizungen sind dagegen kostspieliger und preislich eher am Ende der Spanne anzusiedeln.

Fördermittel für moderne Heizungen

Der Staat unterstützt den Einbau klimafreundlicher Heizungssysteme, den Austausch alter Ölheizung sowie die Optimierung einer bestehenden Anlage mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Die Beantragung erfolgt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form des Wohngebäude-Kredits 261, 262 oder des KfW-Programms 433 im Falle einer Brennstoffzellenheizung. Außerdem sind Zuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie Bundesländer, Gemeinden und Kommunen möglich. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Übersichtsartikel.

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