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Heizsysteme im Vergleich: Gasheizung vs. Pelletheizung

Claudia Mühlbauer
11. Oktober 2022

Die Entscheidung für eine neue Heizung sollte gut überlegt sein. Der Klassiker war früher die Ölheizung, heute sind Pelletheizungen und Gasheizungen häufige Varianten. Beide haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede und Kosten beider Heizungssysteme.

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Übersicht: Gasheizungen

Seit 2015 dürfen Gas-Heizwertgeräte nicht mehr eingebaut werden. Weiterhin gängig sind allerdings Gas-Brennwertheizungen. Mit diesen ist es möglich, fast die gesamte Energie, die im Gas gespeichert ist, auszunutzen. Einerseits gebraucht der Heizkessel die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht. Daneben wird auch die Wärme der Abgase genutzt.

Im Vergleich zu einer Pelletheizung braucht eine Gasheizung deutlich weniger Platz. Hier ist kein Lagerraum für den Brennstoff nötig, was dieses Heizsystem ebenfalls von der Ölheizung unterscheidet. Eine Ausnahme ist eine Heizung, die Flüssiggas nutzt. Hier brauchen Sie Tanks zur Lagerung. So eine Heizung kann sich anbieten, wenn Ihr Grundstück nicht an das Gasnetz angeschlossen ist. Zwar brauchen Sie dann mehr Platz für die Anlage, aber Sie sind unabhängiger von zeitweisen Preisschwankungen, da Sie den Brennstoff auf Vorrat kaufen können, wenn er günstig ist.

Übersicht: Pelletheizungen

Eine Pelletheizung ist mit einem Ofen ausgestattet, der meist automatisch über eine Förderschnecke mit Holzpellets befüllt wird. Daraufhin startet der Verbrennungsvorgang und die Anlage heizt entsprechend der voreingestellten Temperatur. Überschüssige Wärme kann in einem Pufferspeicher aufgefangen und später genutzt werden. Im Vergleich zu anderen Holzheizungen ist der Platz, den Sie für den Brennstoff brauchen, geringer.

Mit einer Pelletheizung können Sie unter Umständen klimaneutral heizen. Bei der Verbrennung des Rohstoffs wird zwar CO2 ausgestoßen, aber Bäume absorbieren im Laufe der Jahre auch viel Kohlenstoffdioxid. Ihr Wachstum nimmt allerdings mehrere Jahrzehnte in Anspruch. Werden schon junge Bäume gefällt, geht die Rechnung nicht mehr auf. Holzpellets haben außerdem oft lange Transportwege hinter sich, was den CO2-Fußabdruck erhöht. Achten Sie darauf, dass Ihre Pellets aus regionaler, nachhaltiger Waldwirtschaft kommen, können Sie damit aber deutlich ökologischer heizen als mit Gas. Problematisch ist hingegen der Feinstaub, der in älteren Anlagen bei der Verbrennung entsteht. Neue Pelletheizungen haben dieses Problem jedoch nicht mehr.

Vor- und Nachteile der Heizsysteme

Für die Entscheidung, ob Sie eine Pelletheizung oder eine Gasheizung einbauen lassen sollten, ist ein Vergleich der beiden Systeme wichtig. Folgende Vor- und Nachteile gehen mit den beiden Heizungen einher:

Kosten: Pelletheizung vs. Gasheizung

Im Betrieb ist eine Pelletheizung minimal günstiger, der Unterschied zur Gasheizung ist aber zu vernachlässigen. Deutlich größer sind die Unterschiede bei den Anschaffungs- und Wartungskosten. Gasheizungen für ein Einfamilienhaus kosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro, für eine Pelletheizung können zwischen 12.000 und 22.000 Euro anfallen. Weil die Wartung einer Pelletheizung aufwendig ist, müssen Sie im Vergleich zu einer Gasheizungswartung etwa die doppelten Kosten einplanen – bis zu 300 Euro im Jahr.

Preisentwicklung von Gas und Holzpellets

Seit 2021 fällt eine CO2-Steuer auf Gas an. Aktuell liegt der Steuersatz bei 30 Euro pro Tonne CO2, bis 2025 soll er allerdings schrittweise auf 55 Euro je Tonne angehoben werden. Dadurch wird das Heizen mit Gas jährlich teurer. Hinzu kommt, dass Gas ein fossiler Brennstoff ist und damit nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Auch das sorgt für steigende Preise. Weil die aktuelle Marktlage außerdem angespannt ist, könnten sich die Gaspreise auch zukünftig erhöhen.

Auch bei Holzpellets kann es starke Preisschwankungen geben. Meist sind die Preisunterschiede saisonal. So verlaufen die Änderungen im Preis häufig in einem ähnlichen Muster wie in den letzten Jahren. Das hat den Vorteil, dass Sie mehr Pellets kaufen können, wenn Sie gerade günstig sind, denn sie müssen nicht sofort verbraucht werden. Allerdings haben sich die Preise in den letzten beiden Jahren ebenso wie die Gaspreise stark erhöht.

Welche Förderungen sind möglich?

  • Gasheizungen werden mittlerweile nicht mehr gefördert. Das gilt auch, wenn die Gas-Brennwertheizung „renewable ready“ ist oder es sich um eine Gas-Hybridheizung handelt.

  • Pelletheizungen werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit staatlichen Geldern in Höhe von 10 bis 25 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt.

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Häufig gestellte Fragen

Wird eine Pelletheizung gefördert?

Ja, eine Pelletheizung gilt als ökologisch und wird daher gefördert. Besonders hoch sind die Fördersätze, wenn Sie niedrige Emissionswerte für Feinstaub erreichen. Moderne Pelletheizungen haben bereits sehr gute Filteranlagen.

Kann ich eine Pelletheizung mit einer Gasheizung kombinieren?

Prinzipiell ist das möglich, aber dabei handelt es sich nicht um eine wirtschaftliche Heizungsform. Sinnvoller ist eine Kombination einer Gasheizung oder einer Pelletheizung mit einer erneuerbaren Energie.

Lohnt es sich, eine Gasheizung durch eine Pelletheizung zu ersetzen?

Die Umstellung von einer Gasheizung auf eine Pelletheizung ist generell möglich, wenn Sie entsprechend viel Platz für die Lagerung der Pellets und die Fördereinrichtung haben. Wollen Sie Ihre alte Gasheizung gegen eine neue Pelletheizung tauschen, lohnt es sich, eine weitere erneuerbare Energie einzubinden. Dafür kommen sowohl Solarthermie als auch eine Wärmepumpe infrage. Auf diese Weise machen Sie sich noch unabhängiger vom öffentlichen Netz.