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Staatliche Förderungen für energetische Sanierung

Christina Tobias
Christina Tobias
11. Mai 2022

Von der neuen Heizung über die eigene Solaranlage bis hin zur Komplettsanierung: Mithilfe staatlicher Förderungen lassen sich bis zu 45 Prozent bei der Umsetzung Ihres Projektes sparen. Wir geben Ihnen einen Überblick zu den geförderten Baumaßnahmen und wie Sie einen Förderantrag stellen.

Was versteht man unter staatlicher Förderung?

Mit Fördergeldern in Form von Zuschüssen und Krediten unterstützt der Staat verschiedene Bauprojekte im Rahmen einer energetischen Sanierung sowie den Bau oder Kauf eines Energieeffizienzhauses. Die Bundesförderungen für effiziente Gebäude (BEG) können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Zusammen mit dem Förder- und Energieexperten Alexander Steinfeldt von co2online zeigen wir Ihnen im Video, wie hoch die Fördersummen ausfallen und wie Sie einen Antrag stellen.

Die Förderinstitute des Bundes

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die KfW ist eine der führenden Förderbanken weltweit. Im Auftrag des Bundes und der Länder stellt sie Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für Projekte zur Verfügung, welche die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen verbessern. Dafür hat die KfW allein im Jahr 2021 ein Fördervolumen 107 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Das BAFA ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Die BAFA-Zuschüsse werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für energetische Einzelsanierungen vergeben. Im Jahr 2021 wurden Fördermittel über 5,6 Milliarden Euro ausgezahlt.

BEG-Förderungen

Welche Projekte werden gefördert?

Fördermittel gibt es sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Komplettsanierungen. In beiden Fällen können Sie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nutzen. Gefördert werden vor allem Maßnahmen, die den Energieverbrauch im Haus senken und die Energieeffizienz erhöhen. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen wie:

  • Fenster- und Außentürsanierung
  • Dämmung des Dachs
  • Fassadendämmung
  • Heizungssanierung oder -erneuerung
  • Einbindung von Solarthermie
  • Einbau einer Solaranlage
  • Einbau eines Smart-Home-Systems

Förderprogramme für energetische Sanierungen

In der Übersicht finden Sie die Förderprogramme des Bundes, die von der KfW oder dem BAFA ausgezahlt werden. Darüber hinaus gibt es mitunter länder- und kommunenspezifische Förderungen. Hierzu berät Sie die jeweilige Fachfirma oder ein Energieexperte oder eine Energieexpertin. Verschiedene Förderungen können häufig miteinander kombiniert werden.

Förderungen je Effizienzhausstufe

Wollen Sie eine Erneuerung des gesamten Hauses vornehmen, können Sie über die KfW Kredite für das energieeffiziente Sanieren beantragen. Das ist allerdings nur dann der Fall, wenn Sie durch die Maßnahmen eine Effizienzhausstufe erreichen. Je besser diese Stufe ist, desto höher können die Förderungen ausfallen. Die Kredite werden bis zu einer Höhe von 150.000 Euro vergeben.

Komplettsanierungen meist sinnvoller

Wollen Sie einen Altbau energieeffizient sanieren, müssen Sie oft mehrere Maßnahmen kombinieren. Hochdämmende Wärmeschutzfenster in eine schlecht gedämmte Fassade einzusetzen, kann zum Beispiel zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung führen. Wird aber gleichzeitig eine Fassadendämmung vorgenommen, passen die Bauteile wieder zusammen. Sie müssen deutlich weniger Energie zum Heizen aufwenden, weil weniger Wärme nach außen entweichen kann. So sparen Sie Heizkosten und verringern Ihren CO2-Fußabdruck.

Voraussetzungen für Förderungen

Damit Sie einen Zuschuss oder Kredit für das energieeffiziente Bauen und Sanieren in Anspruch nehmen können, müssen Sie bei den meisten Maßnahmen eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Passende Energieeffizienz-Expert:innen können Sie in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) finden. Auf diese Weise erhalten Sie eine „Bestätigung zum Antrag (BzA)“, die Sie mit dem Förderantrag einreichen müssen.

Bis zu 50 Prozent der Kosten für die Energieberatung können bezuschusst werden. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern werden pro Kalenderjahr höchstens 5.000 Euro der Beratungskosten von staatlicher Seite übernommen. Den dafür vorgesehenen Zuschuss können die Energie-Expert:innen selbst beantragen und die Erstattung auf Ihre Rechnung umlegen.

Hinweis

Eine Ausnahme bei der Energieberatungspflicht ist die Heizungserneuerung bzw. -optimierung: Statt eines Energie-Experten oder einer Energie-Expertin kann hier ein Fachunternehmen die nötige Bestätigung ausstellen.

So stellen Sie einen Förderantrag

Für die staatliche Förderung wird oft eine Energieberatung vorausgesetzt, um antragsrelevante Dokumente zu erstellen. Im Anschluss registrieren Sie sich im Zuschussportal bei der KfW oder dem BAFA und stellen den Antrag. Mitunter übernehmen das Energieberater:innen direkt. Nach Prüfung des Antrags erfolgt die Genehmigung. Jetzt können Sie das Bauprojekt bei einem Fachbetrieb in Auftrag geben und innerhalb der Frist umsetzen lassen. Danach müssen Sie sich die Umsetzung durch eine:n Energieberater:in bestätigen lassen und erhalten dann den Festsetzungsbescheid und die Auszahlung der Förderung.

Hinweis

Wollen Sie eine Förderung in Anspruch nehmen, müssen Sie diese zuerst beantragen und bewilligen lassen. Erst dann können Sie die neuen Fenster, die neue Heizungsanlage oder andere Materialien kaufen und den Einbau durchführen lassen.

Förderungsfähige Sanierungsprojekte

Mit diesen Projekten können Sie den Energiebedarf optimieren:
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Häufig gestellte Fragen

Werden Förderungen bei der KfW oder beim BAFA beantragt?

Komplettsanierungen zum Effizienzhaus werden von der KfW im Rahmen des Kredits 261 gefördert. Solaranlagen werden über den KfW-Förderkredit 270 abgedeckt. Einzelmaßnahmen wie die Heizungserneuerung oder der Einbau von Fenstern werden über das BAFA bezuschusst.

Wie lange ist die Förderungszusage gültig?

Haben Sie eine Zusage über einen Zuschuss im Rahmen der BEG-Förderung bekommen, haben Sie 24 Monate Zeit, die Maßnahmen umzusetzen. Einen Kredit können Sie bis zu 12 Monate nach der Zusage abrufen. In beiden Fällen kann die Bewilligungsfrist durch einen begründeten Antrag auf maximal 48 Monate erhöht werden.

Welche Heizungen werden gefördert?

Förderfähig sind Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Pellet- und Hackschnitzelheizungen sowie Brennstoffzellenheizungen. Darüber hinaus werden auch Hybridheizungen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, gefördert. Obendrein gibt es zusätzliche Förderboni für die Heizungsoptimierung, die Wärmepumpe und den Heizungstausch von fossilen Brennern gegen erneuerbare Heizsysteme.