Wie ein gemütliches Wohnzimmer:

Eine Terrassenüberdachung bringt Ihnen mehr Komfort im Grünen

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Anika Wegner
1. November 2019

Mit einer Terrassenüberdachung verlängert sich die Gartensaison deutlich, denn Sie sitzen immer regen- und windsicher. Dank des schützenden Terrassendaches können Sie Ihr grünes Wohnzimmer gemütlich einrichten und auch bei Regen nutzen. Zudem schützt die Terrassenüberdachung vor den Blicken neugieriger Nachbarn. Informieren Sie sich über die verschiedenen Modelle, welche Materialauswahl Sie haben und wieviel eine Terrassenüberdachung kostet.

Welche Terrassendachmodelle gibt es?

Eine Terrassenüberdachung können Sie ganz nach Ihren Bedürfnissen gestalten und harmonisch an die Architektur des Hauses und die Gartengestaltung anpassen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten:

  Freistehend

Frei stehende Terrassenüberdachungen sind komplett selbsttragend und können sowohl flexibel im Garten als auch direkt am Haus aufgestellt werden. Wichtig sind robuste Pfosten, die für einen stabilen Halt sorgen. Diese Lösung ist empfehlenswert, wenn der direkte Anbau aufgrund einer stark gedämmten Gebäudehülle sehr aufwendig wäre. Nachteilig ist hier der Spalt zwischen der Überdachung und Hauswand, durch den Feuchtigkeit dringt.

  Montage an der Hauswand

Direkt an das Gebäude angeschlossene Terrassenüberdachungen wirken harmonisch und gewinnen durch die Verbindung mit dem Mauerwerk Stabilität. Zusätzlichen Komfort bieten an den Wetterseiten installierte Schutzwände, die vor Wind und Wetter, aber auch vor neugierigen Blicken schützen. 

  Montage am Dachüberstand

Wenn die Fassadenhöhe nicht ausreicht, kann die Terrassenüberdachung an dem Dachüberstand befestigt werden. Die Montage kann entweder vor oder unter der Regenrinne erfolgen. 

  Montage auf dem Dach

Bei weit herabgezogenen Dächern oder eine niedrigen Fassadehöhe eignet sich die Auf-Dach-Montage der Terrassenüberdachung. Hierbei werden die Winkel individuell angepasst, um so perfekt zu Ihrer Dachneigung zu passen.

  Unser Tipp:
Möchten Sie den Raum unter Ihrer Terrassenüberdachung ganzjährig nutzen, bietet es sich an, einen komplett geschlossenen Wintergarten mit großzügigen Schiebetüren zum Garten hin zu bauen.

Das Material der Terrassenüberdachung

Eine Terrassenüberdachung aus Aluminium sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch pflegeleicht.

Wind und Wetter setzen der Terrassenüberdachung zu. Zudem muss die Konstruktion Stürmen trotzen und die Last von Schnee tragen können. Entsprechend wichtig ist eine solide Bauweise des Grundgerüsts mit widerstandsfähigem Trägermaterial und passenden Stützpfeilern. Zu den beliebtesten Baustoffen für ein Terrassendach gehören:

  Leimholz

Leimholz besteht aus wetterfest verleimten, dünnen Holzschichten. Das Material weist lediglich eine sehr geringe Restfeuchte auf und arbeitet im Vergleich zu Vollholz wenig. Zudem ist Leimholz unempfindlich gegen Pilzbefall und frei von fehlerhaften Stellen wie Astlöchern. Die geschliffenen Oberflächen sorgen für eine ansprechende Optik.

  Nadelholz

Nadelholz wie Fichte oder Kiefer ist kostengünstig und leicht zu verarbeiten. Der hohe Harzgehalt bietet einen gewissen Schutz gegen Pilze und Bakterien. Allerdings ist das heimische Holz für den Einsatz im Freien nur bedingt geeignet und muss regelmäßig mit Schutzmitteln für Holz behandelt werden. Gerüstpfosten aus Stahl geben der Überdachung den richtigen Halt und schützen das Holz auch vor Bodenfeuchtigkeit. 

  Douglasie

Douglasie, ebenfalls ein Nadelholz, ist robuster als das Holz von Fichte oder Kiefer und für den Einsatz im Außenbereich besser geeignet. Entsprechend müssen Sie hier mit einem höheren Preis rechnen. Eine Alternative zur Douglasie bildet Lärchenholz, das ähnlich wetterbeständig ist.

  Aluminium

Aluminium ist ein robustes Trägermaterial, das die Terrassenüberdachung leicht und modern wirken lässt. Das Metall ist korrosionsbeständig und pflegeleicht. Die höheren Anschaffungskosten von Alu zahlen sich über die Lebensdauer des Terrassendachs durchaus aus.

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Welche Dacheindeckungen sind empfehlenswert?

Ist das Material für das Grundgerüst der Überdachung festgelegt, wählen Sie das Material für das Terrassendach aus. Zu den beliebtesten Baustoffen gehören:

  Holzeindeckung mit Bitumenschindeln

Diese Art der Dacheindeckung ist kostengünstig und leicht zu installieren. Jedoch sorgt das lichtundurchlässige Dach aus Holz nicht nur für Schatten auf der Terrasse, auch angrenzende Wohnräume werden deutlich verdunkelt.

  Blech oder Aluminium

Das Metall punktet durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, günstige Preise und ein nicht zu hohes Eigengewicht. Besonders häufig gebaut werden Lamellendächer aus Aluminium. Nachteilig ist hier allerdings die Geräuschentwicklung bei Regen, die sogar im Haus störend sein kann. Hier ist ebenfalls zu bedenken, dass ein an die Terrasse angrenzender Wohnraum stark verdunkelt wird.

  Glas

Glas ist leicht zu reinigen und trotzt Wind und Sonne über Jahrzehnte. Zudem ist die klare Brillanz unübertroffen. Beachten Sie, dass ein Terrassendach aus Glas ein hohes Eigengewicht hat und ein solides Tragwerk erfordert. Zudem können einzelne Scheiben bei Sturm durch herabfallende Äste zerbrochen werden.

  Kunststoff

Eine Dacheindeckung aus Kunststoff ist mit Acrylglas, Wellplatten oder Hohlkammerplatten, die nicht nur bei Terrassen, sondern häufig auch für Gewächshäuser genutzt werden, möglich. Das Material ist witterungsbeständig und bruchfest. Reinigungsarbeiten müssen hier fachgerecht ausgeführt werden, um die Oberflächen nicht zu zerkratzen. Dafür ist das Material günstiger als Glas.

Holzeindeckungen lassen sich auch mit einer Glasplatte kombinieren. 
  Unser Tipp:

Ein klares Terrassendach aus Glas oder Kunststoff gibt Ihnen das Gefühl, direkt im Freien zu sitzen. Wenn Sie sich einen zuverlässigen Sicht- und Blendschutz wünschen, wählen Sie ein milchiges Design.

Mögliche Dachformen für Terrassenüberdachungen

Auch bei der Dachform Ihrer neuen Terrassenüberdachung gibt es einen Gestaltungsspielraum. So haben Sie die Möglichkeit, das Terrassendach an Ihr Hausdach optisch anpassen zu lassen. Zu den beliebtesten Dachformen zählen:

  Pultdach

Damit Ihr Terrassendach Regenwasser schnell ableitet, ist ein klassisches Pultdach mit einseitiger Neigung empfehlenswert. Eine hohe Dachneigung unterstützt die Reinigung der Dachfläche durch Regenwasser und beugt Undichtigkeiten an den Profilen vor. In den meisten Fällen ist eine Dachneigung zwischen 5 und 15 Grad ideal. In schneereichen Gebieten ist eine größere Dachneigung von Vorteil, damit der Schnee von der Überdachung abrutschen kann. Alternativ können Sie auch Kastenrinnen einbauen, die die Terrassenentwässerung erleichtern

Bei einem Pultdach können Regenwasser oder Schnee schneller ableiten. 

  Satteldach

Das Satteldach ist die beliebteste Dachform bei Wohnhäusern und kann auch als Terrassendach verwendet werden. Es besteht aus zwei abgeschrägten Dachflächen, die an der Mitte einen Giebel bilden. Die Wand vor dem Giebel, auch Giebelwand genannt, kann mit oder ohne eine Verkleidung ausgestattet werden.

  Walmdach

Das Walmdach ähnelt einem Satteldach, nur ist die Giebelseite ebenfalls mit einer schrägen Dachfläche ausgestattet. Es kann aber auch mit vier Dachflächen versehen sein, sodass sich oben in der Mitte eine Spitze bildet. Diese Variante ist aber nur freistehend empfehlenswert, da sich zwischen der hinteren Dachfläche und der Hausfassade Schnee ansammeln und es schneller zu Undichtigkeiten kommen kann.

Schutz und Sicherheit für das Terrassendach

Nachdem Sie die grundsätzlichen Entscheidungen über Form und Material der Terrassenüberdachung getroffen haben, können Sie weitere Sicherheits- und Komfortausstattung auswählen.

  Sonnenschutz für heiße Tage

Wenn Sie ein Terrassendach aus Glas oder Kunststoff wählen, benötigen Sie an sehr sonnigen Tagen auch bei Milchglas einen zusätzlichen Schutz vor der Sonne. Die komfortabelste Lösung ist eine Markise, die elektrisch oder manuell ausgefahren werden kann. Sie haben die Wahl zwischen folgenden Grundmodellen:

  • Innenmarkise: Diese Markise wird unterhalb der Glasfläche am Rahmen der Terrassenüberdachung angebracht. Es gibt großflächige Lösungen und Modelle, die zwischen den Streben in einzelnen Bahnen verlaufen und unabhängig voneinander bewegt werden können. Innenmarkisen spenden Schatten und schützen vor allzu neugierigen Nachbarn.
  • Wintergartenmarkise: Diese Markisen werden oberhalb des Terrassendachs an der Hauswand installiert. Diese Variante spendet nicht nur Schatten. Sie hilft zudem, die Temperaturen unter der Überdachung angenehm zu halten. Bei starkem Wind muss diese Außenmarkise allerdings eingefahren werden.
  Unser Tipp:

Eine günstige Alternative zu einer Markise stellt ein Sonnensegel dar, das unter der Terrassenüberdachung aufgespannt wird.

Kosten einer Terrassenüberdachung

Die Kosten für eine Terrassenüberdachung sind so vielfältig wie die verschiedenen Modelle und Materialien. Je nach Größe, Material und Ausstattung (beispielsweise Sonnenschutz und Seitenwände) variieren die Preise. Einfache, kleine Lösungen sind bereits für etwa 400 Euro erhältlich. Große Terrassendächer erreichen Preise von circa 1.000 bis 4.000 Euro. Hochwertige Terrassenüberdachungen mit zusätzlicher Komfortausstattung können sogar zwischen 5.000 und 10.000 Euro kosten.

Unter Umständen können Sie Fördergelder für Ihre Terrassenüberdachung beantragen, wenn Sie auf dem Terrassendach eine Photovoltaikanlage installieren. Das gilt aber nur, wenn es sich bei der Überdachung um eine Weiterführung des Gebäudes handelt. Dann können Sie für den erzeugten Strom auch eine Einspeisevergütung erhalten. Ein nachträglich angebautes Terrassendach erfüllt die Kriterien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) leider nicht. Genaue Informationen erhalten Sie bei einem Fachbetrieb.

Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Ein Terrassendach lässt sich überall dort aufstellen, wo eine Terrasse geplant oder vorhanden ist. Die Terrassenüberdachung kann sich direkt an das Haus anschließen oder als Pavillon an jedem Platz im Garten stehen. Der Platzbedarf für die tragenden Pfosten ist gering. Schwieriger ist es festzustellen, ob Sie eine Terrassenüberdachung überhaupt bauen dürfen.

Für die meisten Terrassenüberdachungen ist keine Baugenehmigung erforderlich. Bei größeren Projekten, die eine bestimmte Tiefe oder Grundfläche überschreiten, kann das aber anders sein. Jedes Bundesland hat eigene Bauvorschriften. Während in Brandenburg bereits ab mehr als 20 Quadratmetern Grundfläche eine Baugenehmigung erforderlich ist, dürfen Sie im Saarland eine Überdachung mit bis zu 36 Quadratmetern Grundfläche genehmigungsfrei bauen. Zudem gelten die Bauvorschriften der Gemeinden und die Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans. Erkundigen Sie sich vor Baubeginn bei Ihrer zuständigen Baubehörde oder Gemeinde, ob Sie einen Bauantrag stellen müssen.

  Unser Tipp:
Auf kleinen Grundstücken ist es oft nicht möglich, den Mindestabstand zur Grundstücksgrenze einzuhalten. Mit einer Zustimmung des Nachbarn ist der Bau trotzdem möglich. Lassen Sie sich die Zusage allerdings unbedingt schriftlich geben, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
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