Terrassenüberdachung – mehr Komfort im Grünen

Eine Terrassenüberdachung bietet viele Vorteile. Mit einem Dach über der Terrasse verlängert sich die Gartensaison deutlich, denn Sie sitzen immer regen- und windsicher. Dank des schützenden Terrassendaches können Sie Ihr grünes Wohnzimmer gemütlich einrichten und auch bei Regen nutzen. Zudem schützt die Terrassenüberdachung vor den Blicken neugieriger Nachbarn.

Voraussetzungen: Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Ein Terrassendach lässt sich überall dort aufstellen, wo eine Terrasse geplant oder vorhanden ist. Die Terrassenüberdachung kann sich direkt an das Haus anschließen oder als Pavillon an jedem Platz im Garten stehen. Der Platzbedarf für die tragenden Pfosten ist gering. Schwieriger ist es festzustellen, ob Sie eine Terrassenüberdachung bauen dürfen.
Jedes Bundesland hat eigene Bauvorschriften. Während in Brandenburg bereits ab mehr als 20 Quadratmetern Grundfläche eine Baugenehmigung erforderlich ist, dürfen Sie im Saarland ein Terrassendach mit bis zu 36 Quadratmetern Grundfläche genehmigungsfrei bauen. Zudem gelten die Bauvorschriften der Gemeinden und die Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans. Erkundigen Sie sich vor Baubeginn bei Ihrer zuständigen Baubehörde, ob Sie einen Bauantrag stellen müssen.

Tipp:
Auf kleinen Grundstücken ist es oft nicht möglich, den Mindestabstand zur Grundstücksgrenze einzuhalten. Mit einer Zustimmung des Nachbarn ist der Bau trotzdem möglich. Lassen Sie sich die Zusage allerdings unbedingt schriftlich geben, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Terrassendachmodelle

Eine Terrassenüberdachung können Sie ganz nach Ihren Bedürfnissen gestalten und harmonisch an die Architektur des Hauses und die Gartengestaltung anpassen. Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

Von frei stehenden Modellen bis zum Wintergarten

Frei stehende Terrassenüberdachungen sind komplett selbsttragend und können sowohl flexibel im Garten als auch direkt an das Haus angeschlossen aufgestellt werden. Diese Lösung ist dann empfehlenswert, wenn der direkte Anbau aufgrund einer stark gedämmten Gebäudehülle sehr aufwendig wäre. Nachteilig ist hier der Spalt zwischen Terrassendach und Hauswand, durch den Feuchtigkeit dringt.
Direkt an das Gebäude angeschlossene Terrassenüberdachungen wirken harmonisch und gewinnen durch die Verbindung mit dem Mauerwerk Stabilität. Zusätzlichen Komfort bieten an den Wetterseiten installierte Schutzwände, die vor Wind und Wetter, aber auch vor neugierigen Blicken schützen. 

Tipp:
Möchten Sie den Raum unter Ihrer Terrassenüberdachung ganzjährig nutzen, bietet es sich an, einen komplett geschlossenen Wintergarten mit großzügigen Schiebetüren zum Garten hin zu bauen.

Das Material der Terrassenüberdachung

Wind und Wetter setzen der Terrassenüberdachung zu, zudem muss die Konstruktion Stürmen trotzen und die Last von Schnee tragen können. Entsprechend wichtig ist eine solide Bauweise mit widerstandsfähigem Trägermaterial. Zu den beliebtesten Baustoffen für ein Terrassendach gehören folgende:

  • Leimholz besteht aus wetterfest verleimten, dünnen Holzschichten. Das Material weist lediglich eine sehr geringe Restfeuchte auf und arbeitet im Vergleich zu Vollholz wenig. Zudem ist Leimholz unempfindlich gegen Pilzbefall und frei von fehlerhaften Stellen wie Astlöchern. Die geschliffenen Oberflächen sorgen für eine ansprechende Optik.
  • Nadelholz wie Fichte oder Kiefer ist kostengünstig und leicht zu verarbeiten. Der hohe Harzgehalt bietet einen gewissen Schutz gegen Pilze und Bakterien. Allerdings ist das heimische Weichholz für den Einsatz im Freien nur bedingt geeignet und muss regelmäßig mit Holzschutzmitteln behandelt werden.
  • Douglasie, ebenfalls ein Nadelholz, ist robuster als das Holz von Fichte oder Kiefer und für den Einsatz im Außenbereich besser geeignet. Entsprechend müssen Sie hier mit einem höheren Preis rechnen. Eine Alternative zur Douglasie bildet Lärchenholz, das ähnlich wetterbeständig ist.
  • Aluminium ist ein robustes Trägermaterial, das die Terrassenüberdachung leicht und modern wirken lässt. Das Metall ist korrosionsbeständig und pflegeleicht. Die höheren Anschaffungskosten zahlen sich über die Lebensdauer des Terrassendachs durchaus aus.

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Welche Dacheindeckungen sind empfehlenswert?

Ist das Material für das Grundgerüst der Überdachung festgelegt, wählen Sie das Material für das Terrassendach aus. Zu den beliebtesten Baustoffen gehören folgende:

  • Holzeindeckung mit Bitumenschindeln: Diese Art der Dacheindeckung ist kostengünstig und leicht zu installieren. Jedoch sorgt das lichtundurchlässige Dach nicht nur für Schatten unter der Terrassenüberdachung, auch angrenzende Wohnräume werden deutlich verdunkelt.

  • Blech oder Aluminium: Das Metall punktet durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, günstige Preise und ein nicht zu hohes Eigengewicht. Nachteilig ist hier allerdings die Geräuschentwicklung bei Regen, die sogar im Haus störend sein kann. Hier ist ebenfalls zu bedenken, dass ein an die Terrasse angrenzender Wohnraum stark verdunkelt wird.
  • Glas: Glas ist leicht zu reinigen und trotzt Wind und Sonne über Jahrzehnte. Zudem ist die klare Brillanz unübertroffen. Beachten Sie, dass ein Terrassendach aus Glas ein hohes Eigengewicht hat und ein solides Tragwerk erfordert. Zudem können einzelne Scheiben bei Sturm durch herabfallende Äste zerbrochen werden.
  • Kunststoff: Eine Dacheindeckung aus Kunststoff ist mit Acrylglas, Wellplatten oder Hohlkammerplatten, die häufig auch für Gewächshäuser genutzt werden, möglich. Das Material ist witterungsbeständig und bruchfest. Reinigungsarbeiten müssen hier fachgerecht ausgeführt werden, um die Oberflächen nicht zu zerkratzen.
Tipp:

Ein klares Terrassendach aus Glas oder Kunststoff gibt Ihnen das Gefühl, direkt im Freien zu sitzen. Wenn Sie sich einen zuverlässigen Sicht- und Blendschutz wünschen, wählen Sie ein milchiges Design.

Damit Ihr Terrassendach Regenwasser schnell ableitet, ist ein klassisches Pultdach mit einseitiger Neigung empfehlenswert. Eine hohe Dachneigung unterstützt die Reinigung der Dachfläche durch Regenwasser und beugt Undichtigkeiten an den Profilen vor. In den meisten Fällen ist eine Dachneigung zwischen 5° und 15° ideal.

Tipp:
In schneereichen Gebieten ist eine größere Dachneigung von Vorteil, damit der Schnee von der Terrassenüberdachung abrutschen kann. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.

Schutz und Sicherheit für das Terrassendach

Nachdem Sie die grundsätzlichen Entscheidungen über Form und Material der Terrassenüberdachung getroffen haben, steht nun die Auswahl der weiteren Sicherheits- und Komfortausstattung an.

Sonnenschutz für heiße Tage

Wenn Sie ein Terrassendach aus Glas oder Kunststoff wählen, benötigen Sie an sehr sonnigen Tagen auch bei Milchglas einen zusätzlichen Schutz vor der Sonne. Die komfortabelste Lösung ist eine Markise, die elektrisch oder manuell ausgefahren werden kann. Sie haben die Wahl zwischen folgenden Grundmodellen:

  • Innenmarkise: Diese Markise wird unterhalb der Glasfläche am Rahmen der Terrassenüberdachung angebracht. Es gibt großflächige Lösungen und Modelle, die zwischen den Streben in einzelnen Bahnen verlaufen und unabhängig voneinander bewegt werden können. Innenmarkisen spenden Schatten und schützen vor allzu neugierigen Nachbarn.
  • Wintergartenmarkise: Diese Markisen werden oberhalb des Terrassendachs an der Hauswand installiert. Diese Variante spendet nicht nur Schatten, sie hilft zudem, die Temperaturen unter dem Terrassendach angenehm zu halten. Bei starkem Wind muss diese Außenmarkise allerdings eingefahren werden.
Tipp:
Eine günstige Alternative zu einer Markise stellt ein Sonnensegel dar, das unter der Terrassenüberdachung aufgespannt wird.

Sicherheit bei Sturm, Schnee & Hagel

Schutz vor Sturm bietet eine solide Konstruktion – eine fachgerecht gebaute Terrassenüberdachung hält selbst hohen Windstärken stand. Wenn Sie sich für ein Terrassendach aus echtem Glas entscheiden, wählen Sie bevorzugt eine Verglasung aus Verbundsicherheitsglas. Extrem schweren Ästen und sehr großen Hagelkörnern widersteht diese Eindeckung nicht, aber die mit Folie verbundenen Scheiben erzeugen dabei zumindest keine gefährlichen Scherben. Ein Terrassendach aus Kunststoff kann durch starken Hagel und schwere Äste ebenfalls beschädigt werden, hier sind allerdings nur ungefährliche Risse im Material zu erwarten.
Eine weitere Herausforderung für ein Terrassendach ist eine hohe Schneelast. Der beste Schutz besteht in einer fachgerechten Planung der Dachform und Dachneigung. Es gilt, die Statik an die Witterungsbedingungen vor Ort anzupassen. Eine Terrassenüberdachung im Alpenvorland muss mehr Gewicht tragen können als eine vergleichbare Anlage im Norddeutschen Tiefland. Lassen Sie sich fachkundig beraten.

Tipp:
Denken Sie daran, die Terrassenüberdachung in die Elementarschadenversicherung Ihrer Gebäudeversicherung miteinzuschließen.

Kosten einer Terrassenüberdachung

Die Kosten für eine Terrassenüberdachung sind so vielfältig wie die verschiedenen Modelle und Materialien. Je nach Größe, Material und Ausstattung (beispielsweise Sonnenschutz und Seitenwände) variieren die Preise extrem. Einfache, kleine Lösungen sind inklusive Montage bereits ab etwa 1.000 Euro erhältlich, große Terrassendächer aus hochwertigen Materialien und mit zusätzlicher Komfortausstattung erreichen schnell Preise von 3.000 bis 5.000 Euro. 
Unter Umständen können Sie Fördergelder für Ihre Terrassenüberdachung beantragen, wenn Sie auf dem Terrassendach eine Photovoltaikanlage installieren. Das gilt aber nur, wenn es sich bei der Terrassenüberdachung um eine Weiterführung des Gebäudes handelt. Dann können Sie für den erzeugten Strom auch eine Einspeisevergütung erhalten. Ein nachträglich angebautes Terrassendach erfüllt die Kriterien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) leider nicht. Genaue Informationen erhalten Sie bei Ihrem Fachbetrieb vor Ort.