Verlängern Sie den Sommer – mit einem Wintergarten

Gründe für den Bau eines Wintergartens gibt es viele: Mehr Wohnfläche, eine Wertsteigerung des Eigenheims und mehr Wohnkomfort in der kalten Jahreszeit sind einige der Vorteile. Wenn Sie auf der Suche nach einem passenden Wintergarten für Ihr Haus sind oder sich vorab über Kosten und Fördermöglichkeiten informieren möchten, finden Sie hier wertvolle Tipps!

Voraussetzungen: Brauche ich eine Baugenehmigung?

Grundsätzlich sind Wintergärten, Anbauten oder sonstige Bauwerke im Sinne des Baurechts zunächst einmal bauantragpflichtig. In vielen Bundesländern kommt außerdem eine Genehmigungspflicht hinzu – nur wenige Bundesländer bieten eine Genehmigungsfreistellung an. Die Frage, ob eine Baugenehmigung notwendig ist, lässt sich also nicht pauschal beantworten. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrem zuständigen Bauamt oder studieren Sie die für Sie und Ihr Bundesland geltende Landesbauordnung.
Mit den rechtlichen Vorschriften und der korrekten Vorgehensweise kennen sich jedoch auch Architekten und Wintergarten-Fachfirmen aus. Ein von uns vermittelter Experte hilft Ihnen bei diesem Aspekt gerne weiter.

Die gängigen Wintergarten-Typen: Welcher soll’s sein?

Haben Sie die möglicherweise notwendige Baugenehmigung eingeholt und sich über weitere Vorschriften wie den Abstand zum Nachbargrundstück, die Stand- und Bruchsicherheitsbestimmungen, Energiefragen und Brandschutzmaßnahmen informiert? Dann ist die nächste Frage zu klären: Welche Art von Wintergarten soll es sein?

  • Warme Wintergärten

Als weitverbreitete Variante erfreuen sich die sogenannten warmen Wintergärten großer Beliebtheit. Sie sind in der Planung vergleichsweise anspruchsvoll, da sie ganzjährig als Wohnraumnutzfläche vorgesehen sind. Entsprechend ist darauf zu achten, dass die Temperaturen im Sommer nicht zu stark ansteigen und gleichzeitig im Winter eine angenehme Wärme herrscht. Dämmung, Heizung und Sonnenschutz sind also wichtige Aspekte, denn bei einer vorrangigen Nutzung als Wohnraum müssen Sie die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einhalten.

  • Kalte Wintergärten

Verlängerte Sommerabende und eine Überwinterungsmöglichkeit für Ihre getopften und frostempfindlichen Gartenpflanzen bietet Ihnen ein kalter Wintergarten. Ein Heizsystem ist hier in der Regel nicht vorgesehen – ebenso wenig eine dauerhafte Nutzung als Wohnraum. Dafür müssen Sie aber auch keine Energieeinsparverordnung berücksichtigen. Zudem dürfen Sie bei dieser Bauform von geringeren Kosten ausgehen.

  • Mittelwarme Wintergärten

Ein Kompromiss sind die mittelwarmen Wintergärten. Hier sind die Vorgaben der Energieeinsparverordnung und Anforderungen an die Dämmeigenschaften weniger streng als bei warmen Wintergärten. Während der Heizperiode sind Temperaturen zwischen 12 und 19 Grad Celsius vorgesehen, sodass eine Benutzung als kälterer Wohnraum möglich ist.

Welche Materialen eignen sich für Wintergärten?

Soll es nun Kunststoff, Holz, Aluminium oder vielleicht sogar eine Kombination aus den verschiedenen Werkstoffen sein? Die Entscheidung ist einfacher, als sie zunächst scheint – denn die verschiedenen Materialien sind für unterschiedliche Anforderungen mal besser und mal schlechter geeignet.

  • Kunststoff-Wintergärten

Günstig und leicht – auf diese einfachen Eigenschaften lässt sich Kunststoff herunterbrechen. Das Material gilt als beständig gegen Feuchtigkeit und lässt sich in der Regel leicht pflegen. Ein Manko von Kunststoff ist seine geringe Belastbarkeit, sodass Kunststoff-Wintergärten an stark beanspruchten Stellen häufig durch Stahlstreben verstärkt werden müssen. Selbst damit eignet sich das Material jedoch nicht für großflächige Bauten. Außerdem ist Kunststoff bei Sonneneinstrahlung und zu hoher Wärmeentwicklung anfällig für Vergilbung und Ausdehnung.

  • Holz-Wintergärten

Als nachwachsender Rohstoff punktet Holz in Zeiten des ökologischen Wandels. Das Material ist robust und strahlt eine gewisse Gemütlichkeit aus. Preislich liegt Holz zwischen dem günstigeren Kunststoff und dem teureren Aluminium. Vorteilhaft sind die guten Wärmedämmeigenschaften. Bei optimaler Verarbeitung und Pflege ist Holz ziemlich langlebig. Allerdings sollten Sie regelmäßig die Lasur auffrischen, um das Material gegen UV-Strahlung zu schützen. Am besten eignet sich übrigens das Accoyaholz. Hierbei handelt es sich um handelsübliche Hölzer wie Kiefer etc., die in einem aufwendigen Verfahren mit Essigsäureanhydrid behandelt werden und so sehr robust und langlebig werden.

  • Aluminium-Wintergärten

Aluminium ist ein sehr witterungsbeständiges und pflegeleichtes Material, mit dem sich vor allem große Wintergärten problemlos realisieren lassen. Pulverbeschichtet und einbrennlackiert, ist die Aluminiumoberfläche langlebig und pflegeleicht. Eine Herausforderung liegt hier allerdings in der Wärmedämmung: Achten Sie darauf, die Aluminiumprofile durch Kunststoffstege oder eine Kunststoffdämmschicht zu trennen, um die Dämmeigenschaften zu verbessern.

  • Holz-Alu-Wintergärten

Sie können sich nicht entscheiden? Kombinieren Sie doch einfach zwei Materialien: Ein Holz-Aluminium-Wintergarten vereint die Vorteile beider Baumaterialien. Eine innenliegende Holzverkleidung bringt eine behagliche Atmosphäre mit sich, während das Aluminium außen für eine erhöhte Witterungsbeständigkeit sorgt. Diese Variante ist zwar etwas preisintensiver, dafür aber ausgesprochen hochwertig.

Original 05x wintergarten cta
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Dächer und Anbauformen

Abgesehen von den Materialien unterscheiden sich Wintergärten auch hinsichtlich ihrer Dächer und ihrer Anbauformen. Bei der Bedachung stehen Sie zunächst vor der Wahl, ob Sie ein geschlossenes oder ein Glasdach wünschen. Während ein Glasdach echtes Wintergarten-Feeling mit sich bringt, ist bei einem geschlossenen Dach der Wärmeverlust im Winter geringer und keine zusätzliche Beschattung im Sommer notwendig.

Typische Dachformen beim Wintergarten sind:

  • Flachdach
  • Pultdach
  • Satteldach oder
  • Kegeldach.

Grundsätzlich gilt: Je aufwendiger das Dach und je kleinteiliger die einzelnen Flächen, desto aufwendiger und teurer der Bau.

Darüber hinaus ist ein Wintergarten sowohl frei stehend oder als Anbau direkt am Haus möglich. Die Anbau-Variante bringt weitere Optionen mit sich: Sie können zum Beispiel einen Balkon in die Konstruktion integrieren oder das verglaste Wintergartendach als optisches Highlight bis ins Hausdach bauen lassen. Über-Eck-Konstruktionen sind ebenfalls möglich. Gehen Sie die verschiedenen Varianten für Ihr Haus am besten mit einem Fachmann durch.

Komfort

Wie Sie etwas Komfort in Ihren Wintergarten bringen, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst.  

  • Belüftung und Beschattung

In der Regel reicht vor allem in den heißen Sommermonaten die Beschattung durch Pflanzen nicht aus. Wichtig für ein angenehmes Raumklima sind deshalb Beschattungssysteme wie Rollläden oder Markisen, die sich bei zu hoher Sonneneinstrahlung oder Wärmeentwicklung im optimalen Fall automatisch schließen. Eine komplexe Belüftungsanlage ist zwar komfortabel, aber nicht zwingend notwendig – automatisch oder manuell durch einen Hebe-Schiebe-Schalter zu öffnende Dach- und Seitenfenster sowie Lüftungsklappen reichen absolut aus.

  • Verglasung

Die Auswahl des richtigen Glases ist etwas komplexer: Für das Dach ist zum Beispiel der Einsatz von Verbundsicherheitsglas (VSG) mit Durchbruchschutz gesetzlich vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um zwei mit einer Spezialfolie verschweißte Scheiben, die im Verbund nicht zersplittern können. Achten Sie zusätzlich auf optimale Schalldämmung und setzen Sie bei einem Wintergarten der Luxusvariante auf selbstreinigendes Glas. Im Warmwintergarten sollten Sie die gleichen Maßstäbe an Ihre Wintergartenfenster setzen wie an Ihre normalen Außenfenster auch.

  • Die richtige Heizung

So wie in klassischen Wohnräumen stellt sich beim Wintergarten die Frage nach der richtigen Heizungslösung. Zur Auswahl stehen unter anderem klassische Flachheizkörper, eine Fußbodenheizung oder eine Infrarotheizung. Letztere ist dem Raumklima zuträglich, da sie keinen Staub aufwirbelt und die Raumluft nicht trocknet.

  • Sicherheit bei Wintergärten

Mit Verbundsicherheitsglas haben Sie schon einmal den Grundstein für die Einbruchsicherheit Ihres Wintergartens gelegt. Holz- und insbesondere Aluminiumprofile sind zudem wesentlich einbruchssicherer als Kunststoffprofile. Idealerweise rüsten Sie Ihre Fenster mit Pilzkopfzapfen nach und verbauen als zusätzliche Maßnahme gegen Einbruch eine Alarmanlage.

Förderung & Finanzierung

Ein Wintergarten macht zwar einiges her und wertet das Eigenheim enorm auf – die Anschaffungskosten sind jedoch nicht zu unterschätzen. Bei einem kalten Wintergarten müssen Sie mit 10.000 bis 50.000 Euro rechnen. Ein warmer Wintergarten schlägt mit bis zu 100.000 Euro zu Buche.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Gut, dass es die Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt: Die Bank unterstützt den Bau besonders energieeffizienter Wintergärten mit zinsgünstigen Krediten. Lange Laufzeiten, ein Effektivzins von 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr und tilgungsfreie Anlaufzeiten erleichtern Ihnen so den Traum vom eigenen Wintergarten.

Gibt es steuerliche Vorteile?

Der Neubau eines Wintergartens bietet sogar steuerliche Vorteile – aber nur, wenn Sie dadurch bei einem vorhandenen Haushalt die Wohn- oder Nutzfläche erweitern. 20 Prozent der Handwerker-Lohnkosten machen Sie steuerlich geltend. Die Steuerersparnis ist allerdings auf 1.200 Euro im Jahr begrenzt.
Sie möchten mehr erfahren? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf – gerne vermitteln wir Fachhändler zur Umsetzung Ihres Wintergarten-Projekts!