Warmwintergarten: Kosten, Nachteile & Tipps für die ganzjährige Nutzung
Warmwintergärten können ganzjährig als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden. Da sie an ein Heizungssystem angeschlossen sind, müssen einige bauliche Richtlinien beachtet werden. Die Kosten betragen je nach Größe, Ausstattung und Materialien zwischen 50.000 und 110.000 Euro. Wir informieren Sie über die einzuhaltenden Vorschriften sowie die möglichen Modelle und Preise von Warmwintergärten.
Das Wichtigste in Kürze
Warmwintergärten sind ganzjährig nutzbare, beheizte Wohnraumerweiterungen mit guter Isolierung und großen Glasflächen.
Die Kosten liegen je nach Größe, Ausstattung und Materialien meist zwischen 50.000 und 110.000 Euro.
Für den Bau sind eine Baugenehmigung, Einhaltung der GEG-Vorschriften sowie regionaler Bauvorschriften erforderlich.
Häufig verwendete Materialien sind Aluminium, Holz, Kunststoff und Dreifachverglasung.
Passende Heizsysteme sind z. B. Fußbodenheizungen, Heizkörper oder eine Wärmepumpe.
Förderungen gibt es meist nicht für den Wintergarten als Ganzes, sondern unter bestimmten Voraussetzungen für energetische Maßnahmen.
Was ist ein Warmwintergarten?
Ein Warmwintergarten ist ein gut isolierter Wintergarten, der ganzjährig als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden kann. In der Regel ist er an das bestehende Heizsystem angeschlossen oder mit einer separaten Heizung ausgestattet und bleibt dadurch auch im Winter angenehm warm.
Warmwintergarten, Kaltwintergarten und mittelwarmer Wintergarten im Vergleich
Warmwintergarten
kann das ganze Jahr über als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden, zum Beispiel als Wohnzimmer, Essbereich oder Büro
Raumtemperatur liegt auf einem ähnlichen Niveau wie im restlichen Haus
Kaltwintergarten
kann von Frühling bis Herbst genutzt werden
keine Isolierung, Heizung oder Dämmung, sondern nur leichter Schutz vor Wind und Wetter
Mittelwarmer Wintergarten
eignet sich von Frühling bis Herbst; im Winter an warmen Tagen
liegt hinsichtlich Dämmung, Ausstattung und Nutzung zwischen Warm- und einem Kaltwintergarten
kann zeitweise beheizt werden
für ganzjährige Nutzung weniger komfortabel
Was kostet ein Warmwintergarten?
Ein Warmwintergarten kostet etwa 50.000 bis 100.000 Euro. Je nach Größe, Verglasung, Dämmung, Heizsystem und Ausstattung können die Kosten für Ihren Wintergarten auch darüber liegen.
Warmwintergarten: Kosten pro m²
Die Kosten für einen Warmwintergarten liegen bei etwa 1.400 bis 5.500 Euro pro m². Je größer und hochwertiger der Wintergarten geplant wird, desto höher fällt der Gesamtpreis aus. Maßgeblich sind vor allem die Rahmenkonstruktion, die Verglasung, das Fundament sowie die Heizungs- und Lüftungstechnik.
Was kostet ein Warmwintergarten mit Montage?
Ein Warmwintergarten kostet inklusive Montage 50.000 bis 110.000 Euro. Grundsätzlich gilt: Je wärmer der Anbau sein soll, desto höher die Kosten für Anschaffung und Betrieb.
Beispiel: Was kostet ein 20 m² großer Warmwintergarten aus Aluminiumprofilen?
Für einen 20 m² großen Warmwintergarten aus Aluminiumprofilen sollten Sie insgesamt mit etwa 50.000 bis 80.000 Euro rechnen. In diesem Preis können unter anderem folgende Leistungen enthalten sein:
Aluminiumrahmen mit Zwei- oder Dreifachverglasung
frostfestes und gedämmtes Fundament
Bodenbelag
Heizung oder Anschluss an das bestehende Heizsystem
Belüftung und Beschattung
Montage sowie gegebenenfalls Planung und Baugenehmigung
Vorteile und Nachteile von Warmwintergärten
Ein Warmwintergarten erweitert den Wohnraum und kann dank Heizung und guter Dämmung das ganze Jahr über genutzt werden. Dem stehen jedoch hohe Anschaffungs- und laufende Kosten sowie ein größerer Planungs- und Pflegeaufwand gegenüber.
Was sind die Vorteile eines Warmwintergartens?
Was sind die Nachteile eines Warmwintergartens?
Verschiedene Modelle und Varianten von Warmwintergärten
Warmwintergärten unterscheiden sich nicht nur bei Material und Ausstattung, sondern auch bei Bauform, Architektur und Standort. Sehr beliebt sind Anlehnwintergärten, die direkt an das Haus angebaut werden.
Gängige Varianten für Warmwintergärten
Anlehn-Warmwintergarten: Wird an eine bestehende Hauswand angebaut und ist die häufigste Bauform.
Freistehender Wintergarten: Steht unabhängig vom Wohnhaus im Garten und kann als separater Wohn- oder Aufenthaltsraum genutzt werden.
Warmwintergarten als Wohnraumerweiterung: Wird direkt in die Hausplanung integriert und erweitert beispielsweise das Wohnzimmer oder den Essbereich. Beliebte Bauweisen sind ein Wintergarten mit Schiebetüren und der klassische englische Wintergarten.
Warmwintergarten mit Pult- oder Flachdach: Moderne, geradlinige Dachformen, die sich gut für zeitgemäße Häuser eignen.
Warmwintergarten mit Sattel- oder Walmdach: Klassische Dachformen, die sich harmonisch in traditionelle oder größere Gebäude integrieren lassen.
Warmwintergarten mit Rund- oder Tonnendach: Eine besondere, eher seltene Dachform mit geschwungener Optik.
In unserer Übersicht zu Wintergartenmodellen finden Sie alle Modelle aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Bauformen auf einen Blick.
Technik und Aufbau: Worauf kommt es beim Warmwintergarten an?
Ein Warmwintergarten benötigt eine gut gedämmte Konstruktion, eine passende Verglasung und eine zuverlässige Heizungs-, Lüftungs- und Beschattungstechnik. Die einzelnen Komponenten sollten bereits bei der Planung aufeinander abgestimmt werden.
Welche Materialien eignen sich für einen Warmwintergarten?
Aluminium: Stabil, pflegeleicht und langlebig. Thermisch getrennte Profile reduzieren Wärmeverluste.
Holz: Bietet gute Dämmeigenschaften und eine natürliche Optik, benötigt aber regelmäßige Pflege.
Kunststoff: Ist vergleichsweise günstig, pflegeleicht und gut wärmedämmend.
Holz-Aluminium: Verbindet die natürliche Optik von Holz mit der Widerstandsfähigkeit von Aluminium, ist aber meist teurer.
Mehr zu den Eigenschaften und Kosten der einzelnen Wintergarten-Materialien erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Welche Heizung eignet sich für einen Warmwintergarten?
Je nach Größe und Nutzung kommen eine Fußbodenheizung, Heizkörper, Konvektoren, eine Wärmepumpe oder eine Infrarotheizung infrage.
Wichtig sind eine gute Dämmung und die passende Abstimmung auf das bestehende Heizsystem. Weitere Informationen finden Sie in unserer Übersicht zu Wintergarten-Heizungen.
Welche Verglasung braucht ein Warmwintergarten?
Eine Doppel- oder Dreifachverglasung sorgt für eine gute Wärmedämmung. Sonnenschutzglas schützt vor Überhitzung. Ein Sicherheitsglas erhöht die Sicherheit, insbesondere bei Dachflächen und großen Glasfronten.
Mehr zu Wintergartenfenstern und Verglasungen erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Belüftung und Beschattung als Schutz vor Überhitzung im Warmwintergarten
Eine Lüftung und Beschattung verhindern Hitzestau, Feuchtigkeit und die Bildung von Kondenswasser. Besonders komfortabel sind automatisch gesteuerte Systeme, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit selbstständig regulieren.
In unseren Artikeln zu Wintergartenbelüftung und Wintergartenbeschattung erfahren Sie mehr über die verschiedenen Systeme und deren Einsatzbereiche.
Welche Dachform und Entwässerung eignen sich für Warmwintergärten?
Die Dachform sollte zur Architektur, Statik und Nutzung des Wintergartens passen. Bei der Planung sind außerdem Schnee- und Windlasten, ein ausreichendes Gefälle sowie Dachrinnen und Fallrohre für die Entwässerung zu berücksichtigen.
Mehr zu Wintergartendächern lesen Sie in unserem Ratgeber.
Welche Bauvorschriften gibt es für einen Warmwintergarten?
Ein Warmwintergarten gilt als beheizter Wohnraum und unterliegt daher strengeren baurechtlichen Anforderungen als ein Kaltwintergarten. Neben der erforderlichen Baugenehmigung müssen Sie unter anderem Vorgaben zu Wärmeschutz, Statik, Abständen und Brandschutz beachten.
Ist eine Baugenehmigung für einen Warmwintergarten erforderlich?
Ja, für einen Warmwintergarten ist in allen Bundesländern eine Baugenehmigung erforderlich, da er als Wohnraumerweiterung gilt. Der Bauantrag wird beim zuständigen Bauamt eingereicht.
Ob Sie eine Baugenehmigung benötigen und welche Richtlinien in Ihrem Bundesland gelten erfahren Sie in unserem Artikel über Baugenehmigungen für Wintergärten.
Welche Anforderungen gelten für Wärmeschutz und Verglasung?
Für einen Warmwintergarten gelten die energetischen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die genauen Anforderungen hängen von der Bauweise und Nutzung ab.
Wichtig sind:
Wärmeschutzverglasung mit Zwei- oder Dreifachverglasung mit niedrigem U-Wert.
Sicherheitsglas für Dachflächen und absturzsichernde Verglasungen.
Thermisch getrennte Profile
Sonnenschutz
Lüftung
Welche zusätzlichen Vorschriften können für Warmwintergärten gelten?
Je nach Bauweise, Standort und Grundstück können weitere baurechtliche Anforderungen gelten:
Fundament und Tragfähigkeit: Das Wintergarten-Fundament muss frostsicher sein und Eigen-, Schnee- und Windlasten sicher tragen.
Abstandsflächen: Zum Nachbargrundstück müssen die örtlich vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden.
Brandschutz: Je nach Größe, Lage und Nähe zur Grundstücksgrenze können besondere Brandschutzmaßnahmen erforderlich sein.
Entwässerung: Regen- und Tauwasser müssen fachgerecht vom Wintergarten weggeleitet werden.
Denkmal- und Gestaltungsschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder speziellen Bebauungsplänen können zusätzliche Vorgaben gelten.
Reihen- und Doppelhäuser: Häufig sind besondere Regelungen zu Abständen, Grenzbebauung und Brandschutz zu beachten.
Gibt es Förderungen für den Bau eines Warmwintergartens?
Ein Warmwintergarten wird in der Regel nicht als eigenständiges Bauvorhaben gefördert. Förderfähig können jedoch energetische Maßnahmen wie eine hochwertige Verglasung oder Dämmung sein, wenn der Wintergarten beheizter Wohnraum ist und die technischen Anforderungen erfüllt.
Förderungen für Wintergärten sind beispielsweise durch zinsgünstige KfW-Kredite unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen eines klimafreundlichen Neubaus oder einer energetischen Sanierung möglich.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ein Warmwintergarten nachträglich angebaut werden?
Ja, ein Warmwintergarten kann nachträglich an ein bestehendes Gebäude angebaut werden. Dabei ist eine sorgfältige Planung entscheidend, um sicherzustellen, dass der Wintergarten gut isoliert ist und sich harmonisch in die Architektur des Hauses einfügt. Zudem müssen alle relevanten Bauvorschriften und Genehmigungen beachtet werden, bevor mit dem Bau begonnen wird.
Wichtige bauliche Voraussetzungen sind ein stabiles und tragfähiges Fundament sowie ggf. die Anbindung an das bestehende Heizsystem oder eine neue Heizung, um den Wintergarten effizient zu beheizen. Eine gute Wärmedämmung ist ebenfalls entscheidend, um Energieverluste zu minimieren. Die Statik der bestehenden Gebäudestruktur muss überprüft werden, um die zusätzliche Last sicher zu tragen. Zudem sollte die Dachkonstruktion den Anforderungen an Schnee- und Windlasten entsprechen.
Lohnt sich ein Wohnwintergarten zur Wertsteigerung des Hauses?
Ein hochwertiger Wohnwintergarten kann die Wohnfläche vergrößern und die Immobilie attraktiver machen. Je nach Ausführung kann er den Verkehrswert um mehrere Prozente steigern. Eine vollständige Refinanzierung der Baukosten ist jedoch nicht garantiert.
Entscheidend sind eine gute Dämmung, eine passende Gestaltung sowie wirksame Lüftungs- und Beschattungssysteme. Hohe Bau- und Folgekosten können die mögliche Wertsteigerung begrenzen.
Was genau definiert einen Warmwintergarten nach GEG?
Ein Warmwintergarten ist ein dauerhaft beheizter und gedämmter Wintergarten, der als vollwertiger Wohnraum genutzt werden kann. Er muss daher die Anforderungen des GEG an Wärme- und sommerlichen Hitzeschutz erfüllen und kann die beheizte Wohnfläche erweitern. Erforderlich sind dafür unter anderem thermisch getrennte Rahmenprofile sowie eine hochwertige Zwei- oder Dreifachverglasung.
Brauche ich für einen Wohnwintergarten zwingend einen Architekten?
Nein, ein klassischer Architekt ist nicht zwingend erforderlich. Der Bauantrag muss jedoch von einer bauvorlageberechtigten Person unterschrieben werden. Je nach Bundesland können das auch Bauingenieur:innen, Bautechniker:innen oder bestimmte Handwerksmeister:innen sein.
Viele Wintergarten-Fachfirmen arbeiten mit eigenen Planer:innen oder festen Kooperationspartnern zusammen. Diese können häufig die Planung, Statik und erforderlichen Wärmeschutznachweise koordinieren.
Welche Pflanzen überwintern am besten im geheizten Wohnwintergarten?
In einem beheizten Wohnwintergarten gedeihen vor allem wärmeliebende Pflanzen wie Zitrusgewächse, Orchideen, Hibiskus, Bougainvilleen und Palmen. Entscheidend sind ausreichend Licht, eine passende Luftfeuchtigkeit und die richtige Temperatur.
Wie verhindere ich Kondenswasser im Wintergarten?
Kondenswasser lässt sich durch regelmäßiges Stoßlüften, gleichmäßiges Heizen und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent reduzieren.
Zusätzlich können automatische Lüftungssysteme, eine wirksame Beschattung und ausreichend Abstand zwischen Möbeln oder Pflanzen und den Glasflächen sinnvoll sein.
Kann man aus einem Kaltwintergarten einen Warmwintergarten machen?
Grundsätzlich ja, dafür sind jedoch meist eine bessere Dämmung, geeignete Isolierverglasung, ein gedämmtes Fundament, eine Heizung und eine fachgerechte Planung erforderlich. Außerdem können eine Baugenehmigung und Nachweise nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) notwendig werden.