Fundament für Terrassenüberdachung: Größe berechnen, Kosten und Anleitung
Ein Fundament für eine Terrassenüberdachung ist unerlässlich, um das Gewicht sicher zu tragen und Belastungen durch Wind, Schnee und Hagel standzuhalten. Es kann ein Punkt-, Streifen- oder Plattenfundament infrage kommen. Die Kosten beginnen bei etwa 1.500 Euro für eine 20 m² große Terrassenüberdachung. Erfahren Sie, wie Sie die richtige Größe berechnen und das Fundament selbst anlegen.
Warum braucht eine Terrassenüberdachung ein Fundament?
Eine Terrassenüberdachung benötigt ein Fundament für die dauerhafte Standsicherheit. Es sorgt für die sichere Lastableitung von Eigengewicht, Windkräften und Schneelasten in den Erdboden. Eine ausreichende Tiefe bietet zudem den nötigen Frostschutz, damit sich das Tragwerk bei Minusgraden nicht anhebt oder verzieht. Im Schadensfall kann ein fachgerecht erstelltes Fundament auch je nach Police die Grundvoraussetzung für einen vollumfänglichen Versicherungsschutz sein.
Welche Fundamentarten eignen sich für Terrassenüberdachungen?
Für Terrassenüberdachungen kommen vor allem zwei Fundamentarten in Frage: das Punktfundament und das Streifenfundament. Ein Plattenfundament ist nur bei besonders hohen Lasten oder wenig tragfähigem Boden erforderlich.
Punktfundament
Das Punktfundament ist ideal für die Montage eines Terrassendachs oder einer Pergola. Es benötigt weniger Baumaterial als andere Fundamente und eignet sich gut für Ständerbauwerke. Für jeden Pfosten der Terrassenüberdachung wird ein Loch gegraben, in das der Beton gegossen wird. Bei festem Boden können Sie auf eine Verschalung verzichten. Das Punktfundament eignet sich bei einem gleichmäßigen Baugrund, da sich ein sandiger oder frisch aufgeschütteter Boden unterschiedlich setzen könnte.
Streifenfundament
Das Streifenfundament wird in schmalen, langen Streifen gegossen. Die Sonderform, das Ringfundament, bildet einen geschlossenen Ring aus Streifenfundamenten. Es ist häufig die erste Wahl für Mauern oder kleinere Gebäude wie Garagen. Für eine Terrassenüberdachung ist das Streifenfundament ideal, wenn Sie diese mit Glasschiebewänden ausstatten wollen.
Plattenfundament
Beim Plattenfundament wird die gesamte obere Schicht mit Stahlbeton ausgegossen. Dadurch werden die einwirkenden Lasten auf eine größere Fläche verteilt. Da die Bodenplatte viel Material benötigt und der Untergrund mit einer Kiesschicht vorbehandelt werden muss, wird diese Fundamentart eher bei größeren Bauwerken eingesetzt. Bei Terrassenüberdachungen ist ein Plattenfundament vor allem dann sinnvoll, wenn der Untergrund besonders weich und sandig ist oder Terrasse und Dach sehr hohen Belastungen standhalten müssen.
Welches Fundament für welche Terrassenüberdachung?
Fundament für Terrassenüberdachung berechnen (Größe und Tiefe)
Bei der Planung Ihrer Terrassenüberdachung müssen Sie die richtige Größe und Bodentiefe wählen, damit das Fundament stabil und sicher ist.
Mindesttiefe für Frostsicherheit: Wie tief muss das Fundament sein?
Ein frostsicheres Fundament für eine Terrassenüberdachung sollte mindestens 80 cm tief sein. In besonders kalten Regionen werden 100 oder sogar 120 cm empfohlen. In dieser Tiefe friert der Boden im Winter in der Regel nicht mehr so stark durch. Bei einem zu flachen Fundament könnte das im Boden gefrorene Wasser sich ausdehnen. Dadurch würde sich das Fundament heben und das Terrassendach könnte in Schieflage geraten.
Empfohlene Größen für Punktfundamente eines Terrassendachs
Die Größe eines Punktfundaments hängt vom Gewicht und der Größe des Terrassendachs ab, sollte aber mindestens 30 x 30 x 80 cm betragen.
Beispiele:
Für leichte Konstruktionen wie eine 4 x 3 Meter große Terrassenüberdachung aus Aluminium mit einer Dacheindeckung aus Polycarbonat genügt häufig ein Punktfundament von 30 x 30 x 80 cm pro Pfosten.
Für mittelschwere Konstruktionen wie eine 6 x 4 große Terrassenüberdachung aus Holz mit einem Glasdach sollten Sie mindestens ein Fundament mit 40 x 40 x 80 cm pro Pfosten wählen.
Ist die Terrassenüberdachung besonders schwer oder groß, zum Beispiel eine Terrassenüberdachung über Eck mit einem Lamellendach aus Glas, sollten die Punktfundamente mindestens 50 x 50 x 80 cm groß sein.
Rechenbeispiel: Fundamentvolumen und Betonmenge für Punktfundament berechnen
Um die richtige Abmessung des Fundaments zu ermitteln, müssen Sie die Breite x Tiefe x Höhe berechnen.
Beispiel für ein 40 x 40 cm großes Fundament, das in 80 cm Tiefe liegt:
40 cm x 40 cm x 80 cm = 0,128 m³ Volumen des Fundaments
Da 1 m³ ungefähr 2.400 kg Beton entspricht, benötigen Sie für ein Fundamentvolumen von 0,128 m³ ca. 307 kg Beton.
Rechenbeispiel: Größe eines Streifenfundaments für die Terrassenüberdachung
Ein Streifenfundament verläuft als durchgehende Linie unter den tragenden Pfostenreihen oder Seitenwänden. Auch hier gilt eine frostfreie Gründungstiefe von mindestens 80 cm. Die Breite des Betonstreifens liegt in der Regel zwischen 30 und 40 cm.
Beispiel für eine 4 x 3 m große, freistehende Überdachung: Für diese Konstruktion gießen Sie meist zwei parallele Streifenfundamente an den langen Seiten. Jeder Streifen ist 4 m lang.
Rechenbeispiel für das Volumen: 4 m (Länge) x 0,30 m (Breite) x 0,80 m (Tiefe) = 0,96 m³ pro Streifen.
Bei zwei Streifen benötigen Sie insgesamt 1,92 m³ Beton. Das entspricht etwa 4.600 kg.
Rechenbeispiel: Größe einer Betonplatte für eine 4 x 3 Meter große Terrasse
Ein Plattenfundament (Bodenplatte) entspricht in Länge und Breite exakt der Grundfläche der geplanten Terrasse. Für eine 4 x 3 m große Terrasse benötigen Sie eine Fläche von 12 m². Die Betonplatte selbst wird für gewöhnlich 20 cm dick gegossen.
Damit die Platte im Winter nicht bricht, heben Sie den Boden insgesamt etwa 40 cm tief aus. Unter den Beton füllen Sie eine 20 cm dicke Schicht aus Schotter oder Kies. Diese sogenannte kapillarbrechende Schicht dient als Frostschutz und lässt Wasser abfließen.
Rechenbeispiel für die Betonmenge: 4 m (Länge) x 3 m (Breite) x 0,20 m (Höhe der Betonplatte) = 2,4 m³ Volumen.
Für diese Bodenplatte benötigen Sie folglich ca. 5.760 kg Beton.
Faktoren, die die Fundamentgröße beeinflussen
Die Größe eines Betonfundaments für eine Terrassenüberdachung hängt von mehreren Faktoren ab:
Bodenbeschaffenheit: Bei weichem oder sandigem Boden muss das Fundament tiefer und breiter angelegt werden, um die nötige Stabilität zu gewährleisten.
Gewicht der Überdachung: Schwerere Überdachungen, zum Beispiel ein Glasdach mit Stahlträgern, erfordern ein stärkeres Fundament.
Wetterbedingungen: In Regionen mit starkem Wind oder hoher Schneelast muss das Fundament größer sein, um der zusätzlichen Belastung standzuhalten.
Pfostenabstände: Die Abstände zwischen den Pfosten der Überdachung wirken sich auf die Lastverteilung und somit auf die erforderliche Fundamentgröße aus.
Kosten für das Fundament einer Terrassenüberdachung
Die Kosten für ein Fundament hängen von der Fundamentart und der Bauweise ab: Ein einzelnes Punktfundament kostet in Eigenleistung rund 215 Euro für das Material. Eine Fachfirma berechnet dafür etwa 250 bis 300 Euro inklusive Material und Arbeitskosten.
Kosten nach Fundamentart für eine 4 x 3 Meter Terrasse
Die Gesamtkosten für die drei wichtigsten Fundamentarten bei einer Fläche von 12 Quadratmetern im direkten Vergleich:
* Preise sind Richtwerte und dienen zur Orientierung.
Eine Bodenplatte vom Fachbetrieb kann trotz des höheren Materialbedarfs ähnliche Preise haben wie ein Streifen- oder Punktfundament. Der Grund dafür ist der geringere Arbeits- und Zeitaufwand beim Schalen und Ausheben von nur einer Bodenplatte im Vergleich zu mehreren kleinen Fundamenten.
Übersicht der Materialkosten für ein Terrassendach-Fundament
Die Materialkosten für das Punktfundament einer Terrassenüberdachung mit sechs Pfosten mit einem Fundament von je 40 x 40 x 80 Zentimetern (insgesamt 0,768 m³ Volumen) betragen insgesamt ca. 615 Euro.
* Die Kosten sind Richtwerte und dienen zur Orientierung.
Kosten für eine Firma, die ein Terrassendach-Fundament legt
Grundsätzlich werden Plattenfundamente nach Quadratmetern abgerechnet, Punktfundamente nach Stückzahl und Streifenfundament nach Kosten für den laufenden Meter.
Plattenfundament: Eine Fachfirma berechnet hierfür etwa 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Bei einer 12 Quadratmeter großen Terrasse (4 x 3 Meter) liegen die Gesamtkosten durch einen Betrieb bei etwa 1.560 bis 1.800 Euro. Gießen Sie die Bodenplatte selbst, belaufen sich die reinen Materialkosten auf ca. 115 Euro pro Quadratmeter.
Streifenfundament: Diese Fundamentart wird nach dem laufenden Meter (lfm) abgerechnet. Beauftragen Sie eine Fachfirma, betragen die Kosten inklusive Material und Arbeitszeit etwa 200 bis 250 Euro pro laufendem Meter.
Punktfundament: Hier berechnen Fachbetriebe die Kosten nach Stückzahl. Rechnen Sie bei einem Profi mit etwa 250 Euro pro einzelnem Punktfundament.
Kostenbeispiele nach Terrassenüberdachungs-Größe
Die folgenden Beispiele zeigen die geschätzten Gesamtkosten durch eine Fachfirma für drei typische Terrassengrößen. In diesen Richtwerten sind die Arbeitsleistung, der Erdaushub sowie die Materialkosten bereits enthalten.
Die Rechnung basiert auf Durchschnittswerten (Punktfundament: 250 Euro/Stück, Streifenfundament: 200 Euro/lfm, Plattenfundament: 130 Euro/m²).
Die Anzahl der benötigten Pfosten und die Länge der Fundamentstreifen hängen davon ab, ob Sie die Terrassenüberdachung direkt an die Hauswand anbauen oder als freistehende Variante im Garten errichten. Lassen Sie sich die genaue Pfostenanzahl vorab vom Hersteller bestätigen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So erstellen Sie ein Punktfundament
Beim Punktfundament ist es sehr wichtig, exakt zu arbeiten. Die einzelnen Fundamentblöcke müssen ausgerichtet sein, damit die Terrassenüberdachung später gerade und spannungsfrei steht. So gehen Sie vor:
Vorbereitung: Bestimmen Sie den genauen Standort der Terrassenüberdachung und entnehmen Sie die Größe des Fundaments aus den Unterlagen. Spannen Sie eine Richtschnur, um eine exakte Linie für alle Fundamente sicherzustellen.
Ausheben: Graben Sie die Löcher für die Fundamente. Die Tiefe muss mindestens 80 Zentimeter betragen, um Frostschäden zu vermeiden. Bei lockerem oder sandigem Boden setzen Sie einen Kasten aus Schalungsbrettern in das Loch ein.
Drainage anlegen: Füllen Sie eine dünne Schicht Schotter auf den Boden des Lochs. So kann Stauwasser später abfließen.
Beton anmischen: Mischen Sie den Beton nach Herstellerangaben in einem Mörtelkübel oder mit einer kleinen Mischmaschine an.
Betonieren und Verdichten: Füllen Sie den feuchten Beton in die Löcher. Klopfen Sie mehrfach mit einem Spaten auf die Masse, um Lufteinschlüsse zu entfernen und den Beton zu verdichten. Ziehen Sie die Oberfläche waagerecht glatt.
Bewehrung einbringen: Stecken Sie die Eisenstäbe zur Stabilisierung (Bewehrung) in den frischen Beton. Die Stäbe müssen komplett vom Beton umschlossen sein und dürfen nicht herausragen. Sonst droht Rostbildung.
Pfostenträger einsetzen: Drücken Sie die H-Pfostenträger in den nassen Beton. Richten Sie die Träger mit der Wasserwaage exakt aus.
Aushärten: Decken Sie das Fundament mit einer Folie ab, um es vor Regen zu schützen. Warten Sie 3 bis 4 Wochen, bis der Beton vollständig ausgehärtet und voll belastbar ist.
Benötigtes Material und Werkzeug
Für den Bau der Punktfundamente benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:
Beton (Fertigmischung)
H-Pfostenträger
Bewehrung (Eisenstangen)
Schotter für die Drainageschicht
Schalungsbretter und Säge (bei lockerem Boden)
Mörtelkübel und Maurerkelle
Spaten
Wasserwaage, Richtschnur und Zollstock
Baufolie zum Abdecken
Häufige Fehler beim Erstellen eines Fundaments für Terrassendächer
Fehler beim Fundamentbau gefährden die Stabilität des gesamten Terrassendachs und sind nachträglich kaum zu korrigieren. Vermeiden Sie diese typischen Fehler:
Kein Fundament bauen: Wenn Sie ganz auf ein Fundament verzichten, kann das dazu führen, dass Ihr Terrassendach bei starkem Wind aus der Verankerung reißt. Das kann erhebliche Schäden und Gefahren für die Umgebung verursachen.
Ungenaue Vorarbeit: Wenn Sie Abstände und Höhen im Vorfeld nicht exakt ausmessen, passen die Pfosten bei der Montage nicht in die Träger. Das Dach lässt sich dann nicht montieren.
Unzureichende Dimensionierung: Ein zu kleines Terrassendach-Fundament, zum Beispiel nur 20 x 20 Zentimeter, kann extremen Belastungen auf Dauer nicht standhalten. Berücksichtigen Sie daher die lokalen Boden- und Wetterverhältnisse bei Ihrer Planung.
Falsche Fundamenttiefe: Wenn Sie das Fundament Ihres Terrassendachs weniger tief als 80 Zentimeter legen, können Frostschäden die gesamte Konstruktion gefährden.
Ungleicher Baugrund: Achten Sie darauf, dass der Baugrund an allen Stellen der einzelnen Punktfundamente gleich beschaffen ist, um ungleiche Setzungen zu vermeiden.
Falsche Fundamentart: Auf sandigen, weichen oder frisch aufgeschütteten Böden sacken Punktfundamente ungleichmäßig ab. In diesen Fällen benötigen Sie ein Streifen- oder Plattenfundament.
Direkter Kontakt von Holz mit Beton: Gießen Sie Holzpfosten niemals direkt in den Beton. Das Holz zieht Feuchtigkeit und verfault innerhalb weniger Jahre. Verwenden Sie immer Pfostenträger aus Metall.
Eine Fachfirma zu beauftragen, ist in vielen Fällen die beste Wahl. Die Profis wissen genau, welche Fundamentart am besten geeignet ist und wie groß das Fundament sein muss. Sie sorgen für einen reibungslosen und schnellen Ablauf und gewährleisten die notwendige Sicherheit und Stabilität. Im Gegensatz dazu kann der Bau in Eigenleistung zwar kostengünstiger sein, birgt jedoch das Risiko von Fehlern, die die gesamte Konstruktion der Terrassenüberdachung gefährden.
Terrassenüberdachung ohne Fundament – Ist das möglich?
Ganz ohne Fundament oder geeignete Verankerung können Sie eine dauerhafte Terrassenüberdachung nicht aufstellen. Das Eigengewicht der Konstruktion sowie einwirkende Wind- und Schneelasten erfordern immer eine feste Verankerung im Boden. Verzichten Sie darauf, besteht akute Einsturz- und Verletzungsgefahr, und Sie verlieren Ihren Versicherungsschutz.
Alternativen zum Betonfundament (Bodenhülsen, Erdanker, Schraubfundamente)
Wenn Sie das aufwendige Graben und Betonieren umgehen möchten, gibt es betonfreie Alternativen im Boden. Beachten Sie jedoch, dass nicht jede Lösung für die hohen Lasten eines Terrassendachs zugelassen ist. Fragen Sie am besten Ihre Fachfirma.
Schraubfundamente (Erdschrauben): Dies ist die sicherste Alternative zum Betonfundament. Große Stahlgewinde werden mit einem Spezialwerkzeug tief in den Erdboden gedreht. Sie bieten eine hohe Standsicherheit. Sie müssen keine Erde ausheben, haben keine Trocknungszeiten und können sofort mit der Dachmontage beginnen. Die Schraubfundamente können Sie bei Bedarf zudem rückstandslos wieder entfernen.
Einschlag-Bodenhülsen: Diese Metallhülsen werden mit einem schweren Hammer in das Erdreich geschlagen. Sie eignen sich jedoch ausschließlich für leichte Bauteile wie leichte Pavillons. Für eine massive Terrassenüberdachung bieten Einschlaghülsen nicht die nötige Standsicherheit.
Erdanker: Diese Anker werden in den Boden gedreht oder geschlagen, um Bauteile über Zugseile oder Bänder auf Spannung zu halten. Sie kommen bei leichten, temporären Konstruktionen wie Pavillons oder Sonnensegeln zum Einsatz. Für die dauerhafte Lastableitung eines festen Terrassendachs aus Holz oder Aluminium sind Erdanker ungeeignet.
Baugenehmigung und rechtliche Vorgaben für das Fundament
Die Errichtung eines Fundaments im eigenen Garten kann genehmigungsfrei sein, sofern Sie den lokalen Bebauungsplan, die vorgeschriebenen Grenzabstände und bestimmte Maximalgrößen einhalten. Da das Baurecht Ländersache ist, gibt es je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedliche Regelungen. In vielen Regionen ist z. B. eine Baugenehmigung für eine Terrassenüberdachung erforderlich, wenn sie größer als 30 m² und tiefer als 3 m ist. Fragen Sie vor Baubeginn daher immer bei Ihrer zuständigen Baubehörde nach, welche Vorgaben für Ihr individuelles Projekt gelten.
Gibt es DIN-Normen für Fundamente und Terrassendächer?
Ja, auch bei privaten Bauvorhaben regeln europäische und nationale Normen die Sicherheit und Stabilität. Für Ihr Projekt bedeutet das konkret:
Frostsicherheit (DIN 1054 / Eurocode 7): Die Unterkante des Fundaments muss in der sogenannten frostfreien Tiefe (in Deutschland in der Regel mindestens 80 cm) liegen, um Frostschäden durch gefrierendes Bodenwasser zu verhindern.
Fundamentgröße (DIN EN 1991 / Eurocode 1): Diese Norm regelt, wie viel Wind- und Schneelast die Konstruktion und das Fundament abfangen müssen. Das Fundament muss so dimensioniert sein, dass das Terrassendach den regionalen statischen Belastungen standhält und nichts absackt, kippt oder weggerissen wird.
Betonart (DIN EN 206 / DIN 1045-2): Diese Normen definieren die Qualitäts- und Festigkeitsklassen von Beton. Für einfache Punkt- oder Streifenfundamente im Außenbereich wird in der Regel Beton der Festigkeitsklasse C20/25, z. B. handelsüblicher Estrich- oder Gartenbaubeton eingesetzt. Maßgeblich sind jedoch immer die Vorgaben aus Statik und den Herstellerunterlagen.
Konstruktion und Glas (DIN EN 1090 / DIN 18008): Die tragende Metallkonstruktion muss nach strengen Belastungsrichtlinien gefertigt sein. Besteht das Dach aus Glas, schreibt die DIN 18008 splitterfreies Sicherheitsglas für den Überkopfbereich vor.
Sie müssen diese Berechnungen nicht selbst durchführen. Hersteller liefern zu ihren Terrassendächern fertige Pläne und Statiken, die auf diesen Normen basieren. Eine Fachfirma muss diese Vorgaben einhalten.
Fazit: Das richtige Fundament als Basis für Ihre Terrassenüberdachung
Ein solides Fundament ist entscheidend für die Langlebigkeit und Stabilität Ihrer Terrassenüberdachung. Es trägt das Gewicht der Konstruktion und schützt vor witterungsbedingten Schäden. Die Wahl des passenden Fundaments hängt von verschiedenen Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und Belastung ab. Lassen Sie sich von Fachfirmen beraten, um die optimale Lösung für Ihr Projekt zu finden. Mit einer Fachfirma stellen Sie sicher, dass häufige Fehler vermieden werden. So müssen Sie sich auch bei Sturm, Schnee und Hagel keine Sorgen um die Stabilität Ihrer Terrassenüberdachung machen.
Wir von Aroundhome unterstützen Sie dabei, Ihre Hausprojekte erfolgreich und stressfrei umzusetzen – durch individuelle Beratung und die Vermittlung passender Fachfirmen. Unser Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich, wir finanzieren uns über die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen.
Jetzt Fachfirmen finden- > 500.000
erfolgreich an Fachfirmen vermittelte Aufträge pro Jahr
- 15
Jahre Markterfahrung in verschiedensten Branchen
- > 40
Produkte und Dienstleistungen rund ums Eigenheim
Häufig gestellte Fragen
Wie tief muss ein Fundament für eine Terrassenüberdachung sein?
Ein Fundament für eine dauerhafte Terrassenüberdachung muss mindestens 80 Zentimeter tief im Boden liegen. In sehr kalten oder exponierten Regionen werden bis zu 100 oder sogar 120 Zentimeter empfohlen. Graben Sie weniger tief, kann Wasser unter dem Beton gefrieren, das Fundament anheben und das Dach in Schieflage bringen.
Wie groß muss ein Fundament für eine Terrassenüberdachung sein?
Ein Fundament für eine Terrassenüberdachung sollte mindestens 80 Zentimeter tief sein, um Frostsicherheit zu gewährleisten. Die Breite und Tiefe eines Punktfundaments sollte mindestens 30 Zentimeter und die Breite eine Streifenfundaments mindestens 40 Zentimeter betragen. Ein Plattenfundament sollte etwa 15 bis 30 Zentimeter dick sein, abhängig von Größe, Gewicht und Belastung der Überdachung.
Welchen Beton sollte ich für ein Terrassendach-Fundament nehmen?
Für das Fundament einer Terrassenüberdachung eignet sich eine Fertigbetonmischung mit der Druckfestigkeitsklasse C 20/25. Sie können sich den Beton auch entsprechend der Angaben Ihres Fundamentplans oder nach der Empfehlung des Statikers oder der Statikerin mischen lassen.
Wie wird eine Terrassenüberdachung am Boden befestigt?
Die Pfosten einer Terrassenüberdachung werden am Fundament entweder mit H-Ankern oder Hülsen befestigt. H-Anker werden mit in den Beton gegossen, während Hülsen auf das fertige Fundament mit Dübeln und Schrauben montiert werden.
Welcher Untergrund ist für eine Terrassenüberdachung geeignet?
Jeglicher Untergrund ist für eine Terrassenüberdachung geeignet, wenn Sie das richtige Fundament wählen. Bei einem festen Untergrund eignet sich ein Punkt- oder Streifenfundament; ist der Boden sandig, weich oder ungleichmäßig, sollte eine Fundamentplatte gelegt werden.
Kann man eine Terrassenüberdachung ohne Fundament aufstellen?
Nein. Ohne eine feste Verankerung im Erdboden dürfen Sie eine massive Terrassenüberdachung nicht aufstellen. Bei einem Sturm würde die Konstruktion wie ein Segel wirken, abheben oder unkontrolliert absacken. Das ist sehr gefährlich und führt auch zum Verlust des Versicherungsschutzes. Wenn Sie jedoch keinen nassen Beton gießen möchten, können Sie auf Schraubfundamente zurückgreifen.
Wie lange muss ein Fundament für eine Terrassenüberdachung trocknen?
Nach etwa 1 bis 2 Tagen ist das Fundament oberflächlich hart und bereits vorsichtig begehbar. Seine vollständige Normfestigkeit und volle Belastbarkeit erreicht Beton jedoch erst nach rund 4 Wochen. Sie sollten mit der Montage der Terrassenüberdachung also mindestens 3 bis 4 Wochen warten, damit der Beton unter der punktuellen Last der Pfosten nicht reißt oder bricht.