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Günstig heizen und die Umwelt schonen

Holzvergaserheizung - die clevere Alternative fürs Klima

Redaktion Antonia
Antonia Rupnow
3. März 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Holzvergaser sind wesentlich günstiger als Pellet- oder Hackschnitzelheizungen.
  • Zwei Brennkammern sorgen für einen hohen Wirkungsgrad.
  • Holzervergaser sind mit einem hohen Aufwand verbunden.
  • Es wird viel Fläche für das Trocknen und Lagern des Holzes benötigt.

Holz ist als kostengünstiger und nachwachsender Rohstoff ein gefragter Energieträger für private Heizungsanlagen – gerade in Zeiten steigender Energiepreise und intensiver Klimadebatten. Besonders effizient lässt sich Holz in einem Holzvergaser nutzen: Eine Technologie, die den vollen Brennwert des Holzes nutzt und in wertvolle Heizwärme umwandelt.

Was Holzvergaser von anderen Öfen unterscheidet

Bis auf den Brennstoff hat ein Holzvergaser reichlich wenig mit herkömmlichen Holzheizungen gemein. Das beginnt schon beim Preis: Holzvergaser sind bereits in der Anschaffung wesentlich günstiger als Pellet- oder Hackschnitzelheizungen. Das liegt daran, dass sie keine automatische Befüllung verwenden, sondern die Holzscheite täglich manuell eingelegt werden. Auch der Reinigungsvorgang muss regelmäßig, circa einmal pro Woche, durch den Nutzer durchgeführt werden.

Der Holzvergaser verfügt über zwei Brennkammern, in denen der Verbrennungsprozess von oben nach unten abläuft – was ihn wesentlich von herkömmlichen Holzheizungen unterscheidet. Durch diese Technik lässt sich der Brennwert des eingesetzten Rohstoffs optimal nutzen und ein sehr hoher Wirkungsgrad erzielen. Keine zwingende Voraussetzung, im Sinne der Effizienz aber dringend zu empfehlen, ist ein zwischen Holzvergaser und Heizungskreislauf geschalteter Pufferspeicher, in dem erhitztes Wasser für den endgültigen Verbrauch zwischengelagert wird. So kann der Brenner in Volllast betrieben werden und muss nur einmal täglich nachgefüllt werden.

Holzheizung im Keller
Pellet, Hackschnitzel und Co.:
Holzvergaserheizung
Holzvergaser sind durch zwei Brennkammern und umgekehrten Verbrennungsprozess sehr effizient.

Hocheffektiv und nahezu rückstandsfrei – der Verbrennungsprozess

Üblicherweise verbrennt Holz von unten nach oben, wobei die Verbrennungsgase nach oben durch einen Schornstein entweichen. Im Holzvergaser wird dieser Vorgang auf den Kopf gestellt. Dies gelingt durch den Einsatz von zwei Verbrennungskammern. In der ersten, oben gelegenen wird das Holz getrocknet und erhitzt, bis verschiedene Gase aus dem Holz austreten. Man spricht vom „Ausgasen“ des Holzes. Dieses Holzgas wird nun mittels eines Gebläses oder Saugzugventilators in die zweite, untere Brennkammer befördert, wo die Holzgase bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius ebenfalls verbrannt werden.

Die Gastemperatur wird im Rauchrohr von einem Thermostat überwacht, der das Gebläse nur dann aktiviert, wenn die Verbrennung im Gange ist. Wie andere Holzöfen auch arbeitet der Holzvergaser mit Primärluft und Sekundärluft. Die der oberen Kammer zugeführte Primärluft unterstützt den Vergasungsprozess und die Verbrennung der leichten Holzgas-Anteile in der ersten Brennkammer. Die Sekundärluft wird der unteren Brennkammer zugeleitet, und dient der nahezu rückstandslosen Verbrennung der angesaugten Holzgase. Die Luftzufuhr wird bei modernen Modellen meist elektronisch gesteuert, um den Verbrennungsprozess optimal zu steuern und eine hohe Effizienz zu gewährleisten.

 Aufbau Funktion Holzvergaser Heizung

Bestandteile und Funktionen eines Holzvergasers im Überblick

Nahaufnahme Heizung am Fenster
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Holz – ein Brennstoff, der Platz braucht

Die Befüllung eines Holzvergasers erfolgt nicht automatisiert aus einem Brennstofflager, wie es bei Pellet- oder Holzschnitzelöfen der Fall ist, sondern manuell. Verheizt werden Holzscheite mit einer Länge zwischen 0,3 und 1,1 Metern. Zur Verwendung empfehlen sich gut getrocknete harte Hölzer wie Eichen- oder Buchenscheite. Weiche Hölzer wie Tanne oder Fichte verbrennen schneller durch ihren deutlich geringeren Brennwert, und müssen daher öfter nachgelegt werden. Bei einem 15 kWh-Gerät kann man im Heizzyklus von einem täglichen Bedarf von circa 0,04 Raummeter (Rm) ausgehen, was sich grob auf einen Jahresverbrauch von etwa 16 Rm hochrechnen lässt. Dies bedeutet für die Lagerung einen circa fünfmal höheren Raumbedarf als beispielsweise für Heizöl. Entsprechende Lagerkapazitäten müssen also vorhanden sein.

Und lagern lohnt sich durchaus: Wenn Sie frisch geschlagenes Scheitholz kaufen, sparen Sie gegenüber vorgelagerten Scheiten etwa 30 Prozent. Dann müssen Sie das Holz aber auf eigenem Grundstück möglichst überdacht lagern und trocknen lassen, bis es den optimalen Trocknungsgrad erreicht hat. Je nach Wassergehalt des Holzes dauert das Austrocknen etwa zwischen zwei Monaten und zwei Jahren.

Nur trockenes Holz darf in den Holzvergaser

Obwohl Holz als nachwachsender Rohstoff viele Vorteile mit sich bringt, gibt es auch einen großen Nachteil: Nach dem Schlagen ist es nicht unmittelbar als Brennstoff verfügbar, sondern muss gelagert und getrocknet werden. Dies geschieht entweder natürlich, überdacht an der frischen Luft, oder in einem geschlossenen Trocknungsraum, der unbedingt mit einem fachmännisch installierten Belüftungssystem ausgestattet sein sollte, um Pilz- und Schimmelbefall vorzubeugen. Der Wassergehalt darf in der Regel 10 bis 20 Prozent nicht übersteigen – geeignete Messgeräte kosten im Baumarkt circa 50 Euro. Einen Holzvergaser mit nassem Holz zu bestücken ist nicht nur verboten, sondern auch umweltschädlich, ineffizient und gefährlich, da freigesetzte Feuchtigkeit den Brenner beschädigt und durch zusätzliche Ablagerungen im Kamin Brände entstehen können.

Heizen mit Holz
Um das Holz zu trocknen und zu lagern, wird viel Fläche benötigt.

Viele Vorteile – aber auch Nachteile

Der größte Vorteil einer Holzvergaseranlage ist die hohe Effizienz bei der Wärmegewinnung bei gleichzeitig minimaler Umweltbelastung. Diese Heizungsart ist jedoch mit mehr Aufwand verbunden und daher nicht für jeden geeignet:

Holzvergaser - günstig in Anschaffung und Betrieb

Bereits in der Anschaffung sind Holzvergaser erfreulich günstige Alternativen zu anderen Heiztechniken. Anlagen mit einer Nennleistung von 15 kW sind bereits zwischen 3.000 und 6.000 Euro zu haben. Leistungsstärkere Modelle sind entsprechend teurer. Preisunterschiede entstehen auch dadurch, dass bei einigen Anbietern ein Pufferspeicher bereits im Paket enthalten ist. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie überlegen, einen solchen extra dazu zu bestellen. Nicht zuletzt deshalb, weil man nur so eine staatliche Förderung für die Heizung bekommt. Der Investitionsumfang hierfür liegt bei etwa 1.500 Euro bis 3.000 Euro.

Auch im laufenden Betrieb können Sie mit Holzvergasern richtig sparen: Für einen jährlichen Wärmebedarf von 28.000 kWh benötigt man ungefähr 16 Rm ofenfertiger Hartholzscheite. Hinzu kommen etwa 300 Euro für die jährliche Wartung.

Übersicht Anschaffungskosten

Umweltschutz bringt Fördergeld - aber wie?

Wie viele andere umweltschonende und nachhaltige Technologien wird auch die Installation von Holzvergasern vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Das BAFA fördert emissionsarme Scheitholzvergaserkessel mit Zuschüssen von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Nutzten Sie davor eine Ölheizung, erhöht sich die Summe sogar auf bis zu 45 Prozent. Zusätzlich kann über die KfW ein zinsgünstiger Kredit beantragt werden. Wichtig bei beiden Optionen: Der Antrag auf Förderung muss immer vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

In unserem Überblick zu den Heizungsförderungen finden Sie alle Fördergelder und Zuschüsse übersichtlich aufgelistet.

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