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Unabhängig und klimafreundlich Heizen mit Flüssiggas

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Undine Tackmann
6. Juni 2019

Fast schon bekannt als Multitalent zieht Flüssiggas in die Häuser deutscher Verbraucher ein. Doch nicht nur als Heizenergie, auch als Kraftstoff in Autos und Booten, als Energieträger im Baugewerbe und sogar in der Freizeitbranche punktet Flüssiggas mit seiner effizienten und umweltschonenden Vielfältigkeit. Wir zeigen Ihnen, warum es sich lohnt Flüssiggas als Heizalternative in Betracht zu ziehen. Erfahren Sie, wie Sie einfach auf eine Flüssiggasheizung umsteigen können, was Sie dabei beachten müssen und wie Sie Kosten dabei sparen.

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas ist eine Mischung aus Propan und Butan. Im Normalzustand ist es gasförmig, doch unter bestimmten Bedingungen verändert es sich in eine Flüssigkeit. Dadurch kann es optimal gelagert oder transportiert werden und seine Leistung um ein Vielfaches erhöhen. Beispielsweise kann aus vier Litern Flüssiggas über 1.000 Liter brennbares Gas zum Heizen gewonnen werden. Flüssiggas fällt als sogenanntes Begleitgas beim Abbau von Rohöl und Erdgas an. Aufgrund seines geringen Kohlenstoffanteils ist es besonders umweltschonend, denn es setzt beim Verbrennen etwa 15 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Wärmeträger frei.

Wofür kann Flüssiggas benutzt werden?

Der fossile Brennstoff kann vielseitig eingesetzt werden. Neben der Wärmeerzeugung oder als Fahrzeugantrieb eignet sich Flüssiggas auch zum Kochen, für Gaslampen und sogar als alternatives Kältemittel.

  Heizen mit Flüssiggas

Als Energieträger wird Flüssiggas für die Beheizung von Wohnhäusern, Büros, Ställen und Lagerhallen eingesetzt. Der CO2-Gehalt bei der Verbrennung ist deutlich geringer als bei Heizöl, wodurch es als sehr umweltfreundlich gilt. Darüber hinaus ist die Feinstaubbelastung durch Ruß und Asche sehr niedrig.

  Warmwasseraufbereitung

Zentrales Warmwasser mit Gas ist kostensparender als es durch einen Strom betriebenen Durchlauferhitzer zu erwärmen. Eine Warmwasseraufbereitung mit Flüssiggas funktioniert auch bei einem bestehenden Leitungsnetz für den Altbau.

  Autogas

Mit der Abkürzung „LPG” wird Autogas schon seit mehreren Jahren als alternativen Treibstoff eingesetzt. Im Gegensatz zu Benzin werden beim Autogas 85 Prozent weniger Stickoxide und 19 Prozent weniger CO2-Emissionen sowie 50 Prozent weniger unverbrannte Wasserstoffe ausgestoßen.

Auto wird aufgetankt
Flüssiggas zum Tanken wird als LPG bezeichnet und ist schadstoffärmer als Benzin.

Welche Heizungsanlagen können mit Flüssiggas betrieben werden?

Für viele Hausbesitzer sind erneuerbare Energien eine annehmbare Alternative zur Wärmeerzeugung. Neben der Solarthermie können Sie auch mit Flüssiggas umweltschonend und kostengünstig für Wohnwärme sorgen. Wählen Sie dazu zwischen der Gas-Brennwertheizung, der Gas-Wärmepumpe oder einem Flüssiggas-Blockheizkraftwerk:

  Gas-Brennwertheizung

Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) ist die Gas-Brennwerttechnik die im Jahr 2018 am meisten nachgefragte Technologie. Eine Gas-Brennwertheizung nutzt nicht nur die reine Verbrennungswärme, sondern auch die bei der Verbrennung des Energieträgers entstehenden Abgase. Der Wärmegewinn erhöht sich so um etwa neun Prozent.

  Gas-Wärmepumpe

Bei dieser Heiztechnik wird der Umgebung Wärme aus Sonne, Erde oder Wasser entzogen und ins Hausinnere geleitet. Die Wärmepumpe wird dabei durch das Flüssiggas angetrieben. Auch hier wird die im Energieträger enthaltende Verbrennungswärme weiterhin zur Beheizung genutzt.

  Blockheizkraftwerk (kurz BHKW)

Je nach Leistungsstärke erzeugt ein BHKW bis zu 60 Prozent des eigenen Strombedarfs. Es wird zwischen einem Mikro-BHKW mit einer elektrischen Leistung bis zu zwei kW und einem Mini-BHKW mit bis zu 50 kW Leistung unterschieden. Erstere wird meist für den privaten Bedarf eingebaut.

Funktionsweise der Flüssiggasheizung

Damit Ihre Anlage funktioniert und Ihr Eigenheim immer schön warm ist, benötigen Sie weit mehr, als nur den fossilen Brennstoff:

  Flüssiggastanks

Flüssiggas wird in speziellen Gastanks gelagert, welche ober- oder unterirdisch auf dem Grundstück, beispielsweise im Garten, platziert werden. Die Flüssiggasbehälter werden regelmäßig von einem Tankwagen mit einem Schlauch betankt. Ein Liter Flüssiggas entsprechen etwa sieben Kilowattstunden. Zur genauen Größenbestimmung ist es besser, sich von einem Fachmann beraten zu lassen. Die Größe ist abhängig von der beheizten Fläche und der Personenanzahl im Haushalt. Für einen zwei bis drei Familienhaushalt mit einer zu beheizenden Wohnfläche von 80 bis 125 m² ist in etwa eine Kapazität von 2.700 Litern ausreichend.

  BHKW – Das kleine Kraftwerk fürs Eigenheim

Zum Verbrennen des Flüssiggases bedarf es einer entsprechenden Anlagentechnik. Ein BHKW erzeugt zwecks Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme für den Eigenbedarf. Dabei handelt es sich um einen kleinen Diesel- oder Ottomotor, an dessen Welle sich ein Generator befindet und deren Abwärme zum Heizen genutzt wird.

  Brennwertkessel – Effizient Energie gewinnen

Im Gegensatz dazu wird bei einem Brennwertkessel der bei der Gasverbrennung entstehende Wasserdampf zusätzlich zur Wärmegewinnung herangezogen. Dazu kühlen die Abgase so weit ab, bis sich der darin enthaltene Wasserdampf verflüssigt. Durch die Kondensation wird die im Dampf enthaltene Energie als Wärme freigesetzt.

  Flüssiggas & Solarthermie

Eine Solarthermieanlage auf dem Dach versorgt Sie nur in den seltensten Fällen das ganze Jahr über mit Wärmeenergie. Für ertragsärmere Monate bietet eine Flüssiggasheizung eine umweltschonende Ergänzung. Dadurch können Sie weiterhin die CO2-Emissionen drücken und versorgen sich gleichzeitig unabhängig mit Wärmeenergie.

Flüssiggas Heizanlage
Ihre Heizungsanlage für Flüssiggas können Sie überall im Haus platzieren.

Für wen eignet sich eine Flüssiggasheizung?

Ein BHKW ist ein kompaktes und leistungsstarkes System, welches sowohl Wärme als auch Strom erzeugen kann. Trotz Mikro-Variante der BHKW für Einfamilienhäuser, eignen sie sich eher für Wohnblocks oder Mehrfamilienhäuser mit einem erhöhten Energiebedarf. Für ein eigenes Haus mit einem Drei- bis Vierpersonenhaushalt reicht in der Regel auch ein Brennwertkessel.

  Anforderungen an moderne Flüssiggasheizungen

Um Flüssiggas zur Wärmeerzeugung nutzen zu können, müssen für die Installation der Anlage einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Im Garten muss ober- oder unterirdisch Platz zum Aufstellen des Gastanks zur Verfügung stehen. Innerhalb eines Radius von drei Metern dürfen keine Zündquellen oder Kelleröffnungen sein. Die nächste Hauswand muss sich mindestens ein Meter entfernt befinden.
  • Der Tank muss so aufgestellt werden, dass der Tankwagen problemlos mit einem 25 Meter langen Schlauch das Flüssiggas in den Behälter pumpen kann.
  • Im Keller oder in einem anderen Raum muss Platz für das eigentliche Heizgerät eingeplant werden.
  • In manchen Fällen bedarf das Aufstellen eines Gastanks einer Baugenehmigung. Überprüfen Sie dazu die Vorschriften in Ihrem Bundesland. In der Regel sind Gastanks für Einfamilienhäuser mit den üblichen Kapazitäten von unter drei Tonnen genehmigungsfrei.

Vor- & Nachteile

Die Investition in eine Flüssiggasanlage sollte durch das Abwägen der Vor- sowie Nachteile gründlich durchdacht sein. Ist der Gastank erst einmal im Garten installiert, steht er dort für ein paar Jahre. Eine Übersicht einiger Vor- und Nachteile hilft Ihnen bei der Entscheidung:

Vorteile Nachteile
  Schadstoffarm   relativ hohe Investitionskosten
  Betrieb ohne Anschluss ans Erdgasnetz möglich   Flüssiggastank muss im Garten installiert werden
  kein Heizkeller notwendig  
  kann auch zum Kochen verwendet werden  

Steht für Ihnen bei der Auswahl Ihrer Heiztechnik auch die Umwelt im Vordergrund, ist die Investition in eine Flüssiggasheizung durchaus lohnenswert. Im Vergleich zu anderen Wärmeträgern produziert Flüssiggas wenig CO2 pro Kilowattstunde. Eine Übersicht bietet folgende Tabelle:

Fossiler Heizstoff CO2-Emission kg/kWh
Holz etwa 0,39
Heizöl etwa 0,28
Flüssiggas etwa 0,23
Naturgas etwa 0,20

Flüssiggas & Heizöl im Vergleich

Die Anschaffungskosten für eine Flüssiggasheizung sind nicht wesentlich teurer als für eine Öl- oder Erdgasheizung. Eine Gegenüberstellung der Literpreise beider Energieträger erweckt schnell den Eindruck, dass Flüssiggas günstiger, aber weniger effizient als sein Konkurrent ist. Stellen Sie deswegen immer die Preise pro Kilowattstunde gegenüber, denn ein Liter Flüssiggas produziert etwa 12 kWh/kg und Heizöl etwa 10 kWh/kg. Für eine Heizölanlage wird ein Heizkeller benötigt. Der für die Flüssiggasheizung benötigte Tank wird im Garten ober- oder unterirdisch aufgestellt. Beide Heizformen können Sie ohne direkten Anschluss ans Gasnetz beziehen und sich den Anbieter frei wählen. Bei niedrigen Brennstoffpreisen ist außerdem ein Kauf auf Vorrat für beide Formen möglich. Flüssiggas ist durch seinen geringeren CO2-Gehalt umweltfreundlicher als viele andere Brennstoffe und kann darüber hinaus auch zum Kochen verwendet werden.

Füße wärmen sich an Heizung
Mit Flüssiggas zu heizen ist umweltfreundlicher und kostengünstiger.

Was Sie bei der Anbieterauswahl beachten sollten

Etwa 80 Prozent aller Flüssiggasverbraucher entscheiden sich für einen Gastank zur Miete. Oft geht mit dem Mietvertrag auch eine Abnahmevereinbarung einher. Diese verpflichtet Sie das Flüssiggas ausschließlich beim vertraglich geregelten Anbieter zu kaufen. Wird Ihnen der Flüssiggaspreis Ihres Anbieters zu teuer, haben Sie die Möglichkeit den Vertrag zu kündigen und den Gastank entweder zurückzugeben oder zu kaufen. Beide Varianten sind in der Regel mit erhöhten Kosten und hohem Aufwand verbunden. Holen Sie sich deswegen im Vorfeld mehrere Angebote ein. Folgende Punkte sollten Sie bei der Wahl Ihres Anbieters beachten:

  1. Bietet Ihr Gaslieferant marktgerechte Preise an? Der Preis ist unter anderem regionsabhängig.
  2. Überprüfen Sie, ob in Ihrem Mietpreis Wartungs- und Sicherheitsservices enthalten sind. Ist dies der Fall, kann ein vergleichsweise höherer Mietpreis gerechtfertigt sein.
  3. Vergleichen Sie den Gaspreis Ihres Anbieters mit den Preisen der Flüssiggasbörse. Die Flüssiggasbörse wird vom Bund der Energieverbraucher organisiert und ist unabhängig. Liegt der Preis Ihres Anbieters weit oberhalb dem der Flüssiggasbörse, können Sie versuchen zu verhandeln.
  4. Lassen Sie den Mietvertrag von einem juristischen Fachmann überprüfen. Vor allem bei der Tankrückgabe werden häufig rechtswidrige Vertragsklauseln aufgeführt. In einer kostenlosen Liste von Stiftung Warentest können Sie einige rechtswidrige Vertragsklauseln einsehen.

Einzuhaltende Vorschriften

Wenn Sie sich eine Flüssiggasheizung für Ihr Haus anschaffen möchten, müssen Sie einige Anforderungen erfüllen. Achten Sie bei der Platzierung des Gastanks auf die Einhaltung eines sogenannten explosionsgefährdeten Bereichs sowie ein Abstand zu Kanälen, Schächten und Öffnungen. Sollten sich in der Nähe Brandlasten befinden, sind Schutzvorkehrungen einzuhalten. Ein Gastank mit einem Fassungsvermögen von weniger als drei Tonnen sind in der Regel genehmigungsfrei. Informieren Sie sich sicherheitshalber bei Ihrem zuständigen Bundesamt über weitere Vorschriften.

Welche Förderungen gibt es?

Entscheiden Sie sich Ihr altes Heizgerät gegen eine Flüssiggasheizung zu tauschen, erhalten Sie unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Fördergelder. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt die Umstellung auf eine umweltfreundlichere Heizalternative auf zweierlei Weise:

Informieren Sie sich auch beim Bundesamt über Fördermöglichkeiten. In manchen Fällen unterstützt auch die Gemeinde klimafreundliche Baumaßnahmen.

Zu erwartende Preise & Kosten

Die Preise für Flüssiggas sind abhängig von Region und Saison. Für einen Liter Flüssiggas bezahlen Verbraucher aktuell zwischen 43 bis 50 Cent/Liter inklusive Mehrwertsteuer. Die gewählte Anlagengröße, der Anschluss- und Aufstellort beeinflussen den Preis beim Kauf. Für ein Einfamilienhaus zahlen Sie im Schnitt zwischen 1.500 bis 2.000 Euro. Hinzu kommen laufende Kosten für die Wartungen. In Abhängigkeit der Größe müssen oberirdische Tanks etwa alle zwei bis zehn Jahre und Unterirdische alle fünf bis zehn Jahre überprüft werden. Rechnen Sie dabei mit Kosten von bis zu 500 Euro.

Entscheiden Sie sich hingegen für die Miete eines Gastanks, sind meist Anschaffungs- und Wartungskosten enthalten. Der Mietpreis ist abhängig von der gewählten Leistungsstärke und ob er ober- oder unterirdisch installiert werden soll. Für oberirdische Gastanks beginnt der Mietpreis bei etwa 9,50 Euro monatlich. Unterirdische Gastanks starten bei etwa 12,50 Euro.

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