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Solaranlage auf dem Flachdach - Montage, Ausrichtung und Kosten

Undine Tackmann, Online-Redakteurin
Undine Tackmann
24. Mai 2024

Eine Solaranlage auf dem Flachdach bietet eine effiziente und flexible Lösung zur Nutzung von Photovoltaik. Dank der Ständersysteme können die Module optimal ausgerichtet werden. Erfahren Sie, was Sie bei einer Solaranlage für das Flachdach beachten sollten und mit welchen Kosten Sie rechnen können.

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Eignet sich ein Flachdach für eine Solaranlage?

Auch auf einem Flachdach kann eine Photovoltaikanlage effizient sein. Durch spezielle Ständersysteme können die Module individuell ausgerichtet werden und somit ertragreich Strom erzeugen. Für PV-Anlagen auf dem Flachdach werden meist ein geringerer Neigungswinkel und eine Ost-West Ausrichtung gewählt. Somit können mehr Sonnenstunden für die Energiegewinnung genutzt werden und die Anlage auch im Winter, wenn die Sonne niedriger ist, effizient Strom erzeugen.

Unterschiedliche Möglichkeiten der PV-Montage auf, an oder bei einem Wohnhaus
Montagearten von Solaranlagen im Überbick
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Wie wird eine Solaranlage auf dem Flachdach montiert?

Auch auf Flachdächern gibt es unterschiedliche Montagearten für Photovoltaik-Anlagen, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Das sind die Hauptmontagearten:

Photovoltaik auf Flachdach mit Dachdurchdringung

Bei der Montage mit Dachdurchdringung werden Stützvorrichtungen der Solarmodule direkt im Dachstuhl mit langen Schrauben verankert. Anschließend werden die Module an der Vorrichtung befestigt. Diese Methode bietet einen hohen Windwiderstand, da die Aufständerungen stabil und sicher befestigt sind.

Allerdings wird beim Befestigen auch die Dachhaut, die für die Wärmedämmung und den Schutz vor Wasser verantwortlich ist, durchbohrt. Dies kann die Isolierung und die wasserdichten Eigenschaften des Daches beeinträchtigen. Zudem kann das Bohren in die Dachstruktur die Stabilität des Daches beeinträchtigen. Daher ist eine fachgerechte Abdichtung und Verstärkung notwendig, was zusätzliche Kosten und Aufwand bedeutet.

Grafische Darstellung einer Solaranlage auf dem Flachdach
Montage einer PV-Anlage auf einem Flachdach mit Dachdurchdringung.

Photovoltaik auf Flachdach ohne Dachdurchdringung

Die Montage ohne Dachdurchdringung vermeidet das Durchbohren der Dachhaut, indem die Gestelle auf dem Dach befestigt und beschwert werden. Unterschieden werden dabei zwei Methoden:

Bei einer Verklebung und Ballastierung werden die Gestelle mit dem Dach verklebt und anschließend mit speziellen, mit Steinen gefüllten Wannen beschwert. Dies sorgt für notwendige Stabilität. Die einfachste Form besteht aus einem Gestell mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Die Module werden in Schienen eingesetzt, die auf dem Gestell montiert sind.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Module in zuvor aufgesetzten Betonsteinen zu verschrauben, die eine stabile Basis bieten.

Grafische Darstellung einer Solaranlage auf dem Flachdach mittels Verklebung und Beschwerung
Montage einer PV-Anlage auf einem Flachdach mit Verklebung und Ballastierung.
Grafische Darstellung der Montage einer Solaranlage auf dem Flachdach mit Betonsteinen
Montage einer PV-Anlage auf einem Flachdach mit Verschrauben auf Betonsteinen.

Unterschiedliche Montagesysteme je nach Wind- und Schneelastzone der Region

Vor der Installation von Photovoltaik-Modulen für ein Flachdach sollten Sie unbedingt eine Fachfirma konsultieren, um die Tragfähigkeit bzw. Statik des Dachs zu überprüfen. Neben dem Gewicht der Anlage sind auch die Last durch die Aufständerung, die Beschwerung durch Wannen und im Winter zusätzliche Schneelasten zu berücksichtigen.

Ebenso gilt es die Windanfälligkeit der schräg montierten Module zu berücksichtigen. Bei starkem Wind können sowohl das Haus als auch die Solaranlage beschädigt werden, wenn die Belastung unterschätzt wird.

Die ideale Ausrichtung von einer Solaranlage auf Flachdächern

Allgemein bekannt ist, dass Photovoltaikanlagen möglichst südlich ausgerichtet werden sollten. Dies gilt allerdings nur für Schrägdächer, bei denen die Position und Neigung durch die Dachform vorgegeben sind. Auf einem Flachdach können durch die Möglichkeit der freien Positionierung auch andere Ausrichtungen der PV-Anlage sinnvoll sein.

Genauso wie die typische Südausrichtung kann beim Flachdach auch eine Ost-West-Ausrichtung effizient sein. Die Photovoltaikanlage weist dann eine Zickzack-Form auf, weil sich die Module in Ost-Ausrichtung immer mit denen in West-Ausrichtung abwechseln. So werden neben den ertragreichen Mittagsstunden auch die Morgen- und Abendstunden gut ausgenutzt.

Optimale Ausrichtungen von Photovoltaik für ein Flachdach:

  • Süd-Ausrichtung, Neigungswinkel von ca. 30 bis 35 Grad
  • Ost-West-Ausrichtung, Neigungswinkel von 10 bis 15 Grad

Vorteile einer Solaranlage auf dem Flachdach

  • Maximale Ausnutzung der Fläche: Auf einem Flachdach kann die gesamte verfügbare Dachfläche genutzt werden, ohne durch Dachneigungen oder -formen eingeschränkt zu sein.
  • Optimale Ausrichtung und Neigung: Solarmodule können so installiert werden, dass sie optimal nach Süden ausgerichtet und in einem idealen Winkel geneigt sind, um die Sonneneinstrahlung maximal zu nutzen.
  • Einfachere Installation und Wartung: Die Installation von Solarmodulen auf einem Flachdach ist in der Regel einfacher als auf einem Schrägdach. Die Wartung und Reinigung der Module ist ebenfalls unkompliziert.
  • Belüftung und Kühlung: Da die Solarmodule aufgeständert werden können, kann die Luft besser zirkulieren, was zu einer besseren Kühlung der Module führt und deren Effizienz steigern kann.

Nachteile einer Solaranlage auf dem Flachdach

  • Zusätzliche Kosten für Aufständerung: Um die Module in einem optimalen Winkel zu installieren, sind oft spezielle Aufständerungssysteme erforderlich, die zusätzliche Kosten verursachen können.
  • Erhöhter Platzbedarf: Die Aufständerung der Module erfordert mehr Platz auf dem Dach, was die nutzbare Fläche reduziert und die Installation komplexer macht.
  • Gewichtsbelastung: Die zusätzliche Belastung durch die Solaranlage und die Aufständerungssysteme muss vom Dach getragen werden können. Dies kann bei älteren oder schwächeren Dächern bedeuten, dass keine oder nur eine kleine Solaranlage möglich ist.
  • Wetterbedingte Einflüsse: Bei starkem Wind oder Schnee können aufgeständerte Module größeren Belastungen ausgesetzt sein, was die Stabilität der Anlage beeinträchtigen könnte.

Was kostet eine Flachdach-Solaranlage?

Je nach Größe und Montageart kostet eine Solaranlage für das Flachdach zwischen 11.300 bis 28.000 Euro. Im Allgemeinen können Sie mit Kosten von 1.370 bis 2.260 Euro pro kWp für eine PV-Anlage auf einem Flachdach rechnen.

Obwohl die Kosten für die Montage bei Photovoltaik auf dem Flachdach günstiger sind als bei einer Schrägdachmontage, treibt das teurere Montagesystem (die Aufständerung) die Kosten in die Höhe.

Preisbeispiele für Flachdach-Solaranlagen

Leistung

Kosten mit Speicher

Kosten ohne Speicher

5 kWp

ca 14.500 Euro

ca. 11.300 Euro

7 kWp

ca. 17.700 Euro

ca. 13.600 Euro

10 kWp

ca. 21.800 Euro

ca. 16.500 Euro

15 kWp

ca. 27.700 Euro

ca. 20.500 Euro

* Kosten sind Richtwerte zur Orientierung.

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Häufig gestellte Fragen

Kann man auch auf einem Flachdach eine Solaranlage installieren?

Ja, auf einem Flachdach kann eine Solaranlage installiert werden. Diese bietet sogar den Vorteil, dass die Module optimal ausgerichtet und geneigt werden können, um die Sonnenenergie effizient zu nutzen.

Wie wird eine PV-Anlage auf dem Flachdach befestigt?

Eine PV-Anlage auf einem Flachdach kann entweder mittels Dachdurchdringung oder ohne Dachdurchdringung befestigt werden. Bei der Dachdurchdringung werden die Gestelle für die Module mit langen Schrauben direkt im Dachstuhl verankert, was hohe Stabilität bietet. Alternativ werden die Gestelle ohne Dachdurchdringung auf dem Dach verklebt und mit ballastierten Wannen beschwert oder die Module in zuvor aufgesetzten Betonsteinen verschraubt, um die notwendige Stabilität ohne Eingriff in die Dachstruktur zu gewährleisten.

Was kostet eine Solaranlage auf dem Flachdach?

Im Allgemeinen können Sie für eine Flachdach-Anlage mit ähnlichen Kosten wie für eine Schrägdach-Anlage rechnen: rund 1.370 bis 2.260 Euro pro kWp.

Welcher Winkel ist für Solarmodule auf dem Flachdach optimal?

Bei einer südlichen Ausrichtung auf dem Flachdach wird ein Neigungswinkel von ca. 30 bis 35 Grad empfohlen, wohingegen bei einer Ost-West-Ausrichtung ein Winkel von 10 bis 15 Grad empfohlen wird.