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Auf einen Blick

Checkliste für Solaranlagen: Erfüllt Ihr Haus die Anforderungen?

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
30. Juni 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Montagefläche auf dem Dach sollte mindestens 6 bis 8 m² groß sein, um 1 kWp Anlagenleistung installieren zu können.

  • Optimalerweise richten Sie Ihre Solarmodule südlich mit einer Neigung von 30 bis 40 Grad aus.

  • Informieren Sie sich vor der Installation bei Ihrer Gemeinde, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen.

Eine Solaranlage erzeugt umweltfreundlich Strom oder Heizwärme. Dank innovativer Solartechnik können die Anlagen unter flexiblen Bedingungen montiert werden. Dennoch gibt es einige Anforderungen, die für eine gute Wirtschaftlichkeit erfüllt sein sollten. In unserer Solaranlagen-Checkliste lernen Sie die Voraussetzungen für die Installation kennen.

1. Anbringungsort wählen

In den meisten Fällen werden Solaranlagen auf Schrägdächern installiert. Allerdings ist so ein Dach für die Montage einer Photovoltaikanlage keine Voraussetzung. Sie ist prinzipiell auch auf Flachdächern, Garagen- sowie Vordächern und an der Hausfassade möglich. Je nach Montageort gibt es unterschiedliche Voraussetzungen für Photovoltaik-Systeme:

Montage auf dem Schrägdach

Entscheiden Sie sich für eine Anbringung auf einem Schrägdach, können Sie die Solarmodule auf drei unterschiedliche Arten installieren:

  • Aufdach-Montage: Die Solarmodule werden auf einem Montagesystem auf dem Dach installiert. Die Dachfläche selbst bleibt dabei unverändert. Die Variante eignet sich für die nachträgliche Anbringung der Module.

  • Indach-Montage: Die Solarmodule werden bündig in die Dachfläche eingebaut und ersetzen dadurch die Dacheindeckung. Diese Montageart lohnt sich bei einer Dachsanierung und beim Neubau.

  • Solardachziegel: Normale Dachziegel aus Keramik, Kunststoff oder Schiefer können in der Produktion mit kleinen Solarmodulen ausgestattet werden. Damit lässt sich das komplette Dach eindecken oder nur Teile davon. Solardachziegel sind allerdings recht kostspielig.

Montage eines Solarmoduls auf dem Dach
Solarmodule werden in den meisten Fällen auf Schrägdächern installiert, die Montagart unterscheidet sich aber.

Flachdach-Montage

Bei der Montage auf einem Flachdach sind Sie flexibler in der Ausrichtung der Solarmodule. Sie werden entweder in einem Metallgerüst auf dem Dach aufgestellt oder in Kunststoffwannen durch Gewichte beschwert. Informieren Sie sich vorab, welches System besser mit der Statik Ihres Dachs vereinbar ist. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass Ihr Flachdach das Gewicht der Module tragen kann.

Anbringung an der Fassade

Statt auf dem Dach können Solarmodule auch vor Fassaden montiert oder in diese eingelassen werden. Das kann sich anbieten, wenn auf der Dachfläche keine optimalen Bedingungen für die Anlage herrschen. In das Gebäude integrierte Solarfassaden werden aktuell aber nur selten im Privatbereich verbaut.

2. Dachfläche bestimmen

Damit Sie die gewünschten Erträge durch das Photovoltaik-Dachsystem erreichen, ist die Fläche des Dachs eine wichtige Voraussetzung.

Ist Ihr Dach groß genug?

Wenn Sie Ihre Solaranlage auf dem Dach montieren möchten, richtet sich der erste Blick auf die Dachfläche. Für etwa 1 kWp Anlagenleistung benötigen Sie ungefähr sechs bis acht Quadratmeter Dachfläche. Private Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern haben meist eine Leistung zwischen 4 und 10 kWp. Die zur Verfügung stehende Dachfläche ist ein wichtiger Faktor bei der Planung Ihrer Solaranlage, denn davon hängt unter anderem die Auswahl der Solarmodule ab.

Wie groß ist Ihre Montagefläche?

Für die Montage der Anlage steht weniger Platz als die gesamte Dachgröße zur Verfügung. Potenzielle Schattenspender und Objekte auf dem Dach müssen von der Fläche abgezogen werden. Dazu zählen: Dachfenster, Dachgauben, Schornsteine, Einschnitte sowie Verwinkelungen, Satellitenschüsseln und Antennen.

Solar Checkliste Anforderungen Verschattungen
Die mögliche Montagefläche ergibt sich aus der Dachfläche abzüglich aller Objeke und Verschattungsbereiche.

Unser Tipp:

Kennen Sie Ihre Dachgröße nicht, können Sie als groben Richtwert Ihre Hauslänge mit der Hausbreite multiplizieren. Anschließend ziehen Sie die Größe aller Objekte auf dem Dach ab. Wirft eines dieser Objekte einen Schatten auf das Dach, rechnen Sie mit der doppelten Größe des Gegenstandes. So haben Sie einen ungefähren Richtwert für Verschattungen.

3. Dachausrichtung und Dachneigung beachten

Neben einer möglichst verschattungsfreien Dachfläche sind auch die Ausrichtung und Neigung des Daches wichtig:

Optimale Dachausrichtung und Neigung

Spitzenleistung erbringt eine Photovoltaikanlage in Deutschland bei einer Südausrichtung und einem Neigungswinkel zwischen 30 und 40 Grad. Je näher der Standort der Anlage am Äquator liegt, desto höher ist der Sonnenstand. Das bedeutet für Sie: Leben Sie eher im Norden, ist eine steilere Dachneigung optimal, während im Süden flachere Winkel für den höchsten solaren Ertrag sorgen.

Weil die Sonne im Winter niedriger steht als im Sommer, erreichen Sie hier wiederum mit steileren Aufstellungswinkeln höhere Erträge. Die passende Neigung sorgt dafür, dass Sie über das gesamte Jahr gerechnet eine gute Solarausbeute haben.

Bei anderer Ausrichtung und Neigung

Die Südausrichtung ist keine zwingende Voraussetzung für eine profitable Photovoltaikanlage. Dank moderner Technologien ist die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage auch auf Ost- und Westdächern noch gegeben. Dachneigung und Ausrichtung müssen dabei zusammen betrachtet werden: Bei südlicher Ausrichtung macht die Dachneigung beispielsweise einen relativ geringen Unterschied. Liegt der Ertrag hier bei 30 Grad Neigung bei 100 Prozent, sind es bei 70 Grad immer noch annähernd 90 Prozent.

Je weiter die Dachausrichtung nach Osten oder Westen abweicht, desto höher wirkt sich der Neigungswinkel der Module auf den Ertrag aus. Kritisch wird es, wenn die Module nördlich, nord-östlich oder nord-westlich ausgerichtet werden. Im Vergleich zur südlichen Ausrichtung liegt der Ertrag mit um 30 Grad geneigten Modulen dann nur noch etwa bei der Hälfte.

Solar Montage Aufbau Neigung Ausrichtung
Eine südliche Dachausrichtung ist zwar optimal, aber für hohe Erträge nicht zwangsläufig notwendig.

Beratung durch einen Fachbetrieb

Es ergibt durchaus Sinn, sich bei diesem Punkt unserer Checkliste von einem Solaranlagen-Fachbetrieb beraten zu lassen. Eine Fachkraft für Solartechnik kommt zu Ihnen nach Hause und macht sich ein Bild der individuellen Lage, um die optimale Solaranlage für Sie planen zu können. Wir helfen Ihnen dabei, das richtige Fachunternehmen zu finden. Dazu empfehlen wir Ihnen kostenfrei und unverbindlich* passende Fachfirmen aus Ihrer Region.

4. Dachmaterial wählen

In der Regel sind alle Dacheindeckungen für die Montage einer Solaranlage geeignet. Das heißt, Sie können die Anlage bei Tonziegeln, Dachsteinen, Schieferplatten und auch auf Blechdächern installieren. Kriterien, die Ihr Dach erfüllen muss, sind daher unabhängig von der Art der Eindeckung. Eine Ausnahme stellen Dächer dar, die noch mit Asbestplatten gedeckt wurden.

Ist Ihr Dach asbestfrei?

Faserzementplatten, die früher zum Decken von Dächern verwendet wurden, enthielten Asbest. Solche Platten dürfen nicht angebohrt oder anderweitig beschädigt werden. Das wäre aber der Fall, wenn Sie Solarmodule auf dem Dach installieren. Aus diesem Grund müssen Sie solche Eindeckungen erst entfernen und das Dach neu decken lassen, bevor Sie mit der Montage beginnen.

Solaranlage Dach
Solarmodule lassen sich auf Dächern mit allen gängigen Eindeckungen anbringen.

Ist Ihr Dach intakt und stabil?

Zur Installation muss das gefahrenfreie Betreten des Dachs möglich sein. Um die Module zu befestigen, werden zunächst Trägerkonstruktionen mithilfe von Haken am Dach angebracht. Anschließend werden die Solarmodule mit Klemmen an den Schienen befestigt. Demzufolge sind auch eine gute Stabilität sowie die Unversehrtheit des Dachstuhls Grundvoraussetzungen für die Montage Ihrer Solaranlage. Die Dacheindeckung darf ebenfalls nicht beschädigt sein - andernfalls kann es zu Feuchtigkeitsschäden im Inneren kommen.

5. Gesetzliche Vorschriften bedenken

Planen Sie die Installation einer Solaranlage, müssen Sie beachten, welche Genehmigungen und Anmeldungen dafür nötig sind.

Ist eine Genehmigung einzuholen?

Ob Sie eine Baugenehmigung für Ihre Solaranlage brauchen, entscheiden die Bundesländer jeweils in den Landesbauordnungen. In den meisten Fällen sind private Anlagen allerdings genehmigungsfrei, wenn die Solarmodule in das Dach eingebaut werden oder direkt an ihm anliegen. Auch Module für Solarfassaden, die nur eine geringe Neigung haben, brauchen keine Genehmigung vom Amt.

Ausnahmefälle sind Gebäude unter Denkmalschutz oder wenn die Solaranlage die örtlichen Bebauungspläne oder Gestaltungssatzungen stört. Bei der Montage auf Überkopfverglasungen ist ebenfalls eine Genehmigung einzuholen. In jedem Fall sollten Sie sich zur Absicherung bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die jeweils geltenden Vorschriften erkundigen, da je nach Bauordnung der Bundesländer unterschiedliche Grenzfälle für die Genehmigungsfreiheit festgeschrieben sind.

Anmeldungen nicht vergessen!

Ihre Solaranlage müssen Sie vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anmelden, damit dieser eine Netzverträglichkeitsprüfung der Anlage durchführen kann. Oft übernimmt das auch Ihr Solarfachbetrieb. Ergibt die Prüfung, dass durch den Betrieb Ihrer Anlage nirgendwo Engpässe zu erwarten sind, erhalten Sie eine Freigabe und können mit der Installation der Anlage beginnen.

Nachdem die Anlage aufgebaut und angeschlossen wurde, bekommen Sie ein Inbetriebnahmeprotokoll, das Sie Ihrem Netzbetreiber zusenden. Anschließend haben Sie einen Monat Zeit, um sich, Ihre Anlage und Ihren Solarspeicher im Marktstammdatenregister (MaStR) zu registrieren. Auch diese Anmeldungen kann Ihre Fachfirma übernehmen.

Dadurch sind Sie automatisch bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Dieser müssen Sie dann jährlich mitteilen, wie viel Solarstrom Sie erzeugt haben und wie hoch Ihr Eigenverbrauch daran war. Im Zuge dessen erhalten Sie auch die Einspeisevergütung.

Solar Checkliste Anmeldungen
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