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Checkliste für Solaranlagen: Erfüllt Ihr Haus die Anforderungen?

Claudia Mühlbauer
24. August 2022

Eine Solaranlage erzeugt umweltfreundlich Strom oder Heizwärme. Dank innovativer Solartechnik können die Anlagen unter flexiblen Bedingungen montiert werden. Dennoch gibt es einige Anforderungen, die für eine gute Wirtschaftlichkeit erfüllt sein sollten. In unserer Solaranlagen-Checkliste lernen Sie die Voraussetzungen für die Installation kennen.

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1. Anbringungsort wählen

Wollen Sie Ihre Solaranlage auf einem Schrägdach anbringen, können Sie die Solarmodule auf zwei unterschiedliche Arten installieren:

  • Aufdach-Montage: Die Solarmodule werden auf einem Montagesystem auf dem Dach installiert. Die Dachfläche selbst bleibt dabei unverändert. Die Variante eignet sich für die nachträgliche Anbringung der Module.

  • Indach-Montage: Die Solarmodule werden bündig in die Dachfläche eingebaut und ersetzen dadurch die Dacheindeckung. Diese Montageart lohnt sich bei einer Dachsanierung und beim Neubau. Alternativ zu herkömmlichen Solarmodulen können hier auch spezielle Solardachziegel verwendet werden.

Bei der Montage auf einem Flachdach sind Sie flexibler in der Ausrichtung der Solarmodule. Sie werden in der Regel in einem Metallgerüst aufgestellt. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Statik des Dachs ausreichend ist und es das Gewicht der Module tragen kann.

Statt auf dem Dach können Solarmodule auch vor Fassaden montiert oder in diese eingelassen werden. Das kann sich anbieten, wenn auf der Dachfläche keine optimalen Bedingungen für die Anlage herrschen. In das Gebäude integrierte Solarfassaden werden aktuell aber nur selten im Privatbereich verbaut.

2. Dachfläche bestimmen

Wenn Sie Ihre Solaranlage auf dem Dach montieren möchten, richtet sich der erste Blick auf die Dachfläche. Für etwa 1 kWp Anlagenleistung benötigen Sie ungefähr sechs bis acht Quadratmeter Dachfläche. Private Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern haben meist eine Leistung zwischen 4 und 10 kWp. Die zur Verfügung stehende Dachfläche ist ein wichtiger Faktor bei der Planung Ihrer Solaranlage, denn davon hängt unter anderem die Auswahl der Solarmodule ab.

Für die Montage der Anlage steht weniger Platz als die gesamte Dachgröße zur Verfügung. Potenzielle Schattenspender und Objekte auf dem Dach müssen von der Fläche abgezogen werden. Dazu zählen: Dachfenster, Dachgauben, Schornsteine, Einschnitte sowie Verwinkelungen, Satellitenschüsseln und Antennen.

Solar Checkliste Anforderungen Verschattungen

Gut zu wissen:

Kennen Sie Ihre Dachgröße nicht, können Sie als groben Richtwert Ihre Hauslänge mit der Hausbreite multiplizieren. Anschließend ziehen Sie die Größe aller Objekte auf dem Dach ab. Wirft eines dieser Objekte einen Schatten auf das Dach, rechnen Sie mit der doppelten Größe des Gegenstandes. So haben Sie einen ungefähren Richtwert für Verschattungen.

3. Dachausrichtung und Neigung beachten

Optimale Dachausrichtung und Dachneigung

Spitzenleistung erbringt eine Photovoltaikanlage in Deutschland bei einer Südausrichtung und einem Neigungswinkel zwischen 30 und 40 Grad. Je näher der Standort der Anlage am Äquator liegt, desto höher ist der Sonnenstand. Das bedeutet für Sie: Leben Sie eher im Norden, ist eine steilere Dachneigung optimal, während im Süden flachere Winkel für den höchsten solaren Ertrag sorgen.

Weil die Sonne im Winter niedriger steht als im Sommer, erreichen Sie hier wiederum mit steileren Aufstellungswinkeln höhere Erträge. Die passende Neigung sorgt dafür, dass Sie über das gesamte Jahr gerechnet eine gute Solarausbeute haben.

Bei anderer Ausrichtung und Neigung

Die Südausrichtung ist keine zwingende Voraussetzung für eine profitable Photovoltaikanlage. Dank moderner Technologien ist die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage auch auf Ost- und Westdächern noch gegeben. Dachneigung und Ausrichtung müssen dabei zusammen betrachtet werden: Bei südlicher Ausrichtung macht die Dachneigung einen relativ geringen Unterschied. Liegt der Ertrag hier bei 30 Grad Neigung bei 100 Prozent, sind es bei 70 Grad immer noch annähernd 90 Prozent.

Je weiter die Dachausrichtung nach Osten oder Westen abweicht, desto höher wirkt sich der Neigungswinkel der Module auf den Ertrag aus. Kritisch wird es, wenn die Module nördlich, nord-östlich oder nord-westlich ausgerichtet werden. Im Vergleich zur südlichen Ausrichtung liegt der Ertrag mit um 30 Grad geneigten Modulen dann nur noch etwa bei der Hälfte.

Solar Montage Aufbau Neigung Ausrichtung
Solaranlage wird auf dem Dach installiert
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4. Dachmaterial wählen

In der Regel sind alle Dacheindeckungen für die Montage einer Solaranlage geeignet. Das heißt, Sie können die Anlage bei Tonziegeln, Dachsteinen, Schieferplatten und auch auf Blechdächern installieren. Kriterien, die Ihr Dach erfüllen muss, sind daher unabhängig von der Art der Eindeckung. Eine Ausnahme stellen Dächer dar, die noch mit Asbestplatten gedeckt wurden.

Ist Ihr Dach intakt und stabil?

Zur Installation muss das gefahrenfreie Betreten des Dachs möglich sein. Auch für die Befestigung der Trägersysteme und der Module sind eine gute Stabilität und die Unversehrtheit des Dachstuhls Grundvoraussetzungen. Die Dacheindeckung darf ebenfalls nicht beschädigt sein - andernfalls kann es zu Feuchtigkeitsschäden im Inneren kommen.

Ist Ihr Dach asbestfrei?

Faserzementplatten, die früher zum Decken von Dächern verwendet wurden, enthielten Asbest. Solche Platten dürfen nicht angebohrt oder anderweitig beschädigt werden. Das wäre aber der Fall, wenn Sie Solarmodule auf dem Dach installieren. Aus diesem Grund müssen Sie solche Eindeckungen vor der Montage entfernen und das Dach neu decken lassen.

5. An Genehmigung und Anmeldung denken

Ob Sie eine Baugenehmigung für Ihre Solaranlage brauchen, entscheiden die Bundesländer jeweils in den Landesbauordnungen. In den meisten Fällen sind private Anlagen allerdings genehmigungsfrei, wenn die Solarmodule in das Dach eingebaut werden oder direkt an ihm anliegen. Auch Module für Solarfassaden, die nur eine geringe Neigung haben, brauchen keine Genehmigung vom Amt.

Ausnahmefälle sind Gebäude unter Denkmalschutz oder wenn die Solaranlage die örtlichen Bebauungspläne oder Gestaltungssatzungen stört. Bei der Montage auf Überkopfverglasungen ist ebenfalls eine Genehmigung einzuholen. In jedem Fall sollten Sie sich zur Absicherung bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die jeweils geltenden Vorschriften erkundigen, da je nach Bauordnung der Bundesländer unterschiedliche Grenzfälle für die Genehmigungsfreiheit festgeschrieben sind.

Damit Sie Ihre Photovoltaik-Anlage betreiben dürfen, müssen Sie außerdem verschiedene Anmeldungen vornehmen:

Solar Checkliste Anmeldung

6. Fachfirmen für Solaranlagen finden

Haben Sie bereits konkrete Vorstellungen zu Ihrem Solaranlagen-Projekt? Dann füllen Sie unseren kurzen Fragebogen aus, um passende Fachfirmen für Photovoltaik in Ihrer Nähe zu finden!

Häufig gestellte Fragen

Soll ich eine PV-Komplettanlage oder einzelne Komponenten kaufen?

Sie können Solarmodule, Wechselrichter, Montagesysteme und Stromspeicher einzeln kaufen. Entscheiden Sie sich aber für eine PV-Komplettanlage, erhalten Sie alle Bestandteile aus einer Hand und gehen sicher, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Was bedeutet die Abkürzung kWp bei Photovoltaikanlagen?

Die Abkürzung kWp steht für Kilowatt Peak und beschreibt die optimale Leistung von Solarmodulen während eines Tests im Labor. Da die Bedingungen in einem Labor anders sind als in der Realität, lässt sich aus dem kWp nicht direkt darauf schließen, wie viel Ertrag eine Photovoltaikanlage in Ihrer individuellen Situation erreichen kann.

Liegen Solarmodule immer flach am Dach an?

Nein, je nach gewünschtem Neigungswinkel können die Module auch aufgeständert werden. Entscheiden Sie sich für eine Indach-Montage, kann der Winkel allerdings nicht verändert werden.

Wie schwer ist ein Solarmodul?

Das Gewicht hängt von der Bauweise ab. Dünnschichtmodule wiegen bis zu 10 Kilogramm, während Sie bei mono- und polykristallinen Modulen etwa mit 20 Kilogramm rechnen sollten.