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Wie Sie mit einer Dachsanierung Ihr Haus aufwerten können

Claudia Mühlbauer
21. September 2022

Das Dach eines Hauses ist ununterbrochen Wind und Wetter ausgesetzt. Wenn Sie in einem Altbau wohnen, müssen Sie früher oder später eine Dachsanierung durchführen. Hat Ihre Immobilie bereits ein paar Winter hinter sich, ist eine Überprüfung des Daches ratsam. Wir zeigen Ihnen, wann Sie Ihr Dach unbedingt sanieren sollten, welche Möglichkeiten es gibt, was eine Dachsanierung kostet und welche Förderungen Sie nutzen können.

Warum ist eine Dachsanierung wichtig?

Eine Dachsanierung ist ein wesentlicher Faktor für die Energieeffizienz eines Gebäudes. Sie verbessert die Dämmwerte Ihres Dachs, wodurch Sie langfristig Heiz- und Energiekosten sparen. Nach einer Sanierung können Sie auch ein verbessertes Raumklima feststellen. Ist das Dach dagegen unzureichend gedämmt, können Sie bis zu 25 Prozent Ihrer Heizenergie über das Dach verlieren.

Darüber hinaus erhöht sich durch eine Dachsanierung der Wert eines Altbaus. Denn das Dach wird bei einem Immobilienverkauf gerne als Gradmesser für den Zustand des Hauses gesehen.

Grundsätzlich haben Sie entweder mit einem schadhaften oder asbestbelasteten Dach, das Sie neu eindecken müssen, einem nach Vorschrift ungedämmten Dach, das sie dämmen müssen, oder einem renovierungsbedürftigen Dachstuhl zu tun.

Dach Dachsanierung Möglichkeiten
Diese Punkte am Dach können bei einer Sanierung ausgebessert werden.

Möglichkeiten der Dachsanierung

Die einzelnen Bestandteile einer Dachsanierung können zwar einzeln durchgeführt werden, aber das Dach ist trotzdem ein Gesamtkonstrukt, das intakt sein muss. Mit einer beschädigten Dacheindeckung ergibt eine hervorragende Dachdämmung beispielsweise wenig Sinn. Betrachten Sie Ihr Dach daher immer als Ganzes.

Dachdämmung

Bei einer Dachsanierung haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten der Dämmung. Welche Variante für Sie optimal ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark sich der aktuelle Dämmwert von dem gesetzlich geforderten unterscheidet, ob Sie den Innenraum des Dachgeschosses bereits ausgebaut haben und ob Sie gleichzeitig eine Neueindeckung des Dachs vornehmen wollen. Im Wesentlichen werden Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung unterschieden.

Dachstuhlreparatur

Eine Dachstuhlerneuerung müssen Sie vornehmen, wenn die Statik des Dachs durch die Beschaffenheit des Dachgebälks gefährdet ist. Das kann zum Beispiel passieren, weil Feuchtigkeit von außen eingedrungen ist und das Holz der Dachkonstruktion beschädigt hat. Bei alten Häusern kann die Stabilität aber auch einfach im Laufe der Jahre abnehmen, denn Holzbalken halten nicht ewig. Auch eine undichte Dachisolation kann eine Erneuerung des Dachstuhls irgendwann nötig machen.

Sind nur einige Dachbalken morsch, können sie unter Umständen einfach ausgetauscht werden. So eine Teilsanierung ist deutlich günstiger als eine Komplettsanierung, bei der der gesamte Dachstuhl entfernt und neu aufgebaut wird. Ob sie allerdings ausreicht, sollte ein Fachbetrieb bewerten, um hohe Folgekosten zu vermeiden.

Dachhauterneuerung & Asbestsanierung

Die Dachhaut ist die Schicht des Dachs, die es vor der Witterung schützt. Bei Steildächern wird hier gemeinhin auch von der Dacheindeckung gesprochen. Eine Erneuerung der Dachhaut ist nötig, wenn die Dachziegel, Dachsteine oder Schindeln nicht mehr in der Lage sind, Feuchtigkeit abzuhalten.

Dabei wird das Dach zunächst abgedeckt. Die alte Lattung wird entfernt und durch eine neue ersetzt, bevor letztlich die neue Dacheindeckung angebracht wird. Bei Flachdächern wird die Eindeckung zum Beispiel durch wasserdichte Bitumen- oder Kunststoffbahnen ersetzt.

Eine Asbestsanierung ist vorgeschrieben, wenn Sie planen, eine Solaranlage auf dem Dach zu montieren. Asbestplatten dürfen von einer Fachfirma nicht angebohrt werden, was eine Montage von Photovoltaikmodulen unmöglich macht. Die Platten müssen daher zuvor vollständig entfernt werden.

Wann sollten Sie ein Hausdach sanieren?

In der Regel können die meisten Dächer mehrere Jahrzehnte lang allen Witterungseinflüssen standhalten, bevor Sanierungsmaßnahmen nötig werden. Wenn Sie jedoch kleinere Hinweise auf die Notwendigkeit einer Hausdachsanierung bemerken, sollten Sie eine Fachfirma aus Ihrer Nähe hinzuziehen.

Wasserflecken sind beispielsweise Hinweise auf eindringende Feuchtigkeit. Diese gilt es unmittelbar zu unterbinden, ansonsten könnte sich in wenigen Jahren Schimmel im ganzen Dach ausbreiten. Auch wegen der gesundheitlichen Belastung sollte Schimmel umgehend beseitigt werden.

Darüber hinaus muss eine Dachsanierung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben spätestens zwei Jahre nach einem Wechsel der Eigentümer:innen stattfinden, wenn die geforderten Dämmwerte nicht erreicht werden. Zur Klärung sollten Sie eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Aber auch wenn Sie schon seit längerer Zeit in einem Altbau wohnen, kann sich eine Dachsanierung lohnen, da Sie durch eine effiziente Dämmung hohe Heizkosten sparen.

Haben Sie in Ihrem Haus vor dem 1. Februar 2002 bewohnt, ist eine energetische Sanierung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Sie allerdings ein Haus kaufen, erben oder geschenkt bekommen, müssen Sie innerhalb von zwei Jahren für eine Dachsanierung sorgen, bei welcher die Vorschriften des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) umgesetzt werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen einen U-Wert von höchstens 0,24 Watt/(m2*K) erreicht. Alternativ können Sie stattdessen das Dach selbst entsprechend dämmen.

Was kostet eine Dachsanierung?

Planen Sie eine Dachsanierung, sollten Sie sich umfassend von einem Fachbetrieb über die einzelnen Kostenfaktoren beraten lassen und einen detaillierten Kostenvoranschlag verlangen.

Bei einer vollständigen Sanierung eines Daches können Kosten zwischen 17.400 und 74.100 Euro anfallen. Abhängig sind sie vor allem von der Dachgröße und den vorhandenen Schäden. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die Kosten für eine komplette Dachsanierung mit Dämmung zusammengestellt. Dabei gehen wir von einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 150 Quadratmetern aus.

Dachsanierung fördern lassen

Bei einer energetischen Sanierung können Sie unter Umständen regionale Förderprogramme von Banken und Kommunen nutzen. Außerdem werden Fördermittel für eine Dachsanierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bereitgestellt. Planen Sie eine Komplettsanierung Ihres Gebäudes, können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Kredit beantragen.

Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle - wie eine Dachdämmung - sind über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgedeckt. Hierfür werden Zuschüsse vergeben. Auch die Energieberatung ist förderfähig.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, ein Dach zu sanieren?

Für eine komplette Dachsanierung inklusive Ständerwerk und Anschlüssen – beispielsweise für Photovoltaikmodule – benötigt eine Fachfirma in der Regel ein bis drei Wochen. Je nach Schaden und Größe des Hausdachs variiert die benötigte Zeit.

Ist eine Dachsanierung bei Asbest Pflicht?

Asbest darf beim Neubau zwar nicht mehr verwendet werden, alte Asbestdächer müssen aktuell aber nicht zwingend saniert werden. Was eine Dachsanierung nötig macht, ist eine geplante Photovoltaik-Anlage: Sie haben die Pflicht, die alten Asbestplatten zu entfernen, bevor Sie PV-Module installieren. Ein besonderer Anreiz: Als außergewöhnliche Belastung ist eine Asbest-Dachsanierung steuerlich absetzbar.

Kann ich eine Dachsanierung beim Finanzamt geltend machen?

Als Privatperson können Sie die Arbeitskosten des Handwerksbetriebs im Zuge der Steuererklärung einreichen. Vermieten Sie die Immobilie und Sie sanieren das Dach, um es instand zu halten oder es zu modernisieren? Dann gilt die Dachsanierung als steuerlich absetzbarer Erhaltungsaufwand. Geht die Sanierung allerdings mit anderen Maßnahmen einher, durch die neuer Wohnraum geschaffen wird, ist das nicht mehr möglich.