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Dach sanieren

Wie Sie mit einer Dachsanierung Ihr Haus aufwerten können

Claudia Mühlbauer
25. Mai 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Dachsanierungen können Reparatur- und Dämmmaßnahmen sowie den Austausch der Dacheindeckung umfassen.

  • Ein neu saniertes Dach hält der Witterung meist etwa drei Jahrzehnte lang stand.

  • Eine Dachsanierung kostet pro Quadratmeter durchschnittlich zwischen 116 und 494 Euro.

Das Dach eines Hauses ist ununterbrochen Wind und Wetter ausgesetzt. Wenn Sie einen Altbau erworben haben, müssen Sie früher oder später eine Dachsanierung durchführen. Auch wenn Ihre Immobilie bereits ein paar Winter hinter sich hat, sind eine Überprüfung des Daches und unter Umständen kleinere Sanierungsmaßnahmen ratsam. Wir zeigen Ihnen, wann Sie Ihr Dach unbedingt sanieren sollten, welche Möglichkeiten es gibt, was eine Dachsanierung kostet und welche Förderungen Sie nutzen können.

Warum ist eine energetische Dachsanierung wichtig?

Eine Dachsanierung ist ein wesentlicher Faktor für die Energieeffizienz eines Gebäudes. Sie verbessert die Dämmwerte Ihres Dachs, wodurch Sie langfristig Heiz- und Energiekosten sparen. Nach einer Sanierung können Sie auch ein verbessertes Raumklima feststellen. Ist das Dach dagegen unzureichend gedämmt, können Sie bis zu 25 Prozent Ihrer Heizenergie über das Dach verlieren.

Darüber hinaus erhöht sich durch eine Dachsanierung der Wert eines Altbaus. Denn das Dach wird bei einem Immobilienverkauf gerne als Gradmesser für den Zustand des Hauses gesehen.

Grundsätzlich haben Sie entweder mit einem schadhaften Dach, das Sie neu eindecken müssen, einem nach Vorschrift ungedämmten Dach, das sie dämmen müssen, oder einem renovierungsbedürftigen Dachstuhl zu tun. Zu einer Dachsanierung können folgende Punkte gehören:

  • Dachdämmung
  • Dachstuhlreparatur
  • Dachhauterneuerung (Ziegel, Schindel)
  • Asbestsanierung
Dach Dachsanierung Möglichkeiten
Diese Bestandteile des Dachs können Sie sanieren.

Möglichkeiten der Dachsanierung

Die einzelnen Bestandteile einer Dachsanierung können zwar einzeln durchgeführt werden, aber das Dach ist trotzdem ein Gesamtkonstrukt, das intakt sein muss. Mit einer beschädigten Dacheindeckung ergibt eine hervorragende Dachdämmung beispielsweise wenig Sinn. Betrachten Sie Ihr Dach daher immer als Ganzes.

Dachdämmung

Bei einer Dachsanierung haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten der Dämmung. Welche Variante für Sie optimal ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark sich der aktuelle Dämmwert von dem gesetzlich geforderten unterscheidet, ob Sie den Innenraum des Dachgeschosses bereits ausgebaut haben und ob Sie gleichzeitig eine Neueindeckung des Dachs vornehmen wollen.

Sanierungspflicht beachten

Haben Sie in Ihrem Haus vor dem 1. Februar 2002 bewohnt, ist eine energetische Sanierung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Sie allerdings ein Haus kaufen, müssen Sie innerhalb von zwei Jahren für eine Dachsanierung sorgen, bei welcher die Vorschriften des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) umgesetzt werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen einen U-Wert von höchstens 0,24 Watt/(m2*K) erreicht. Alternativ können Sie stattdessen das Dach selbst entsprechend dämmen.

Aufsparrendämmung:

Dach Dachsanierung Aufsparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung oder Übersparrendämmung wird das Dach komplett abgedeckt und das Dämmmaterial außen auf den Sparren angebracht. Dadurch geht kein Wohnraum im Inneren verloren. Besonders geeignet ist diese Variante, wenn das Dachgeschoss bereits ausgebaut oder eine Dachreparatur nötig ist.

Zwischensparrendämmung:

Dach Dachsanierung Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung müssen die Dachziegel nicht abgedeckt werden, da die Dämmstoffe zwischen den Sparren angebracht werden. Deren Dicke entscheidet darüber, wie viel Dämmmaterial eingebaut werden kann. Unter Umständen müssen zusätzliche Holzlatten an den Sparren angebracht werden, wodurch sich der Wohnraum verkleinert.

Untersparrendämmung:

Dach Dachsanierung Untersparrendämmung

Bei dieser Maßnahme werden die Sparren auf der Raumseite gedämmt. Durch diese Dämmungsart können allerdings nur begrenzte Dämmwerte erreicht werden. Optimal ist daher eine Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung. Der Wohnraum verkleinert sich dadurch, aber eine Neueindeckung des Dachs kann vermieden werden.

Dachstuhlreparatur

Eine Dachstuhlerneuerung müssen Sie vornehmen, wenn die Statik des Dachs durch die Beschaffenheit des Dachgebälks gefährdet ist. Das kann zum Beispiel passieren, weil Feuchtigkeit von außen eingedrungen ist und das Holz der Dachkonstruktion beschädigt hat. Bei alten Häusern kann die Stabilität aber auch einfach im Laufe der Jahre abnehmen, denn Holzbalken halten nicht ewig.

Auch eine undichte Dachisolation kann eine Erneuerung des Dachstuhls irgendwann nötig machen. Sind nur einige Dachbalken morsch, können sie unter Umständen einfach ausgetauscht werden. So eine Teilsanierung ist deutlich günstiger als eine Komplettsanierung, bei der der gesamte Dachstuhl entfernt und neu aufgebaut wird. Ob sie allerdings ausreicht, sollte ein Fachbetrieb bewerten, um hohe Folgekosten zu vermeiden.

Dachhauterneuerung & Asbestsanierung

Die Dachhaut ist die Schicht des Dachs, die es vor der Witterung schützt. Gemeinhin wird hier auch von der Dacheindeckung gesprochen. Bei Flachdächern wird sie zum Beispiel durch wasserdichte Bitumen- oder Kunststoffbahnen ersetzt.

Eine Erneuerung der Dachdeckung ist nötig, wenn die Dachziegel, Dachsteine oder Schindeln nicht mehr in der Lage sind, Feuchtigkeit abzuhalten. Dabei wird das Dach zunächst abgedeckt. Die alte Lattung wird entfernt und durch eine neue ersetzt, bevor letztlich die neue Dacheindeckung installiert wird.

Dachdecker Dachsanierung
Bei einer Neueindeckung des Dachs werden auch die Latten, auf denen die Dachziegel liegen, erneuert.

Eine Asbestsanierung ist darüber hinaus vorgeschrieben, wenn Sie planen, eine Solaranlage auf dem Dach zu montieren. Asbestplatten dürfen von einer Fachfirma nicht angebohrt werden, was eine Montage von Photovoltaikmodulen unmöglich macht. Die Platten müssen daher zuvor vollständig entfernt werden.

Wann sollten Sie ein Hausdach sanieren?

In der Regel können die meisten Dächer mehrere Jahrzehnte lang allen Witterungseinflüssen standhalten, bevor Sanierungsmaßnahmen nötig werden. Wenn Sie jedoch kleinere Hinweise auf die Notwendigkeit einer Hausdachsanierung bemerken, sollten Sie eine Fachfirma aus Ihrer Nähe hinzuziehen.

Wasserflecken sind beispielsweise Hinweise auf eindringende Feuchtigkeit. Diese gilt es unmittelbar zu unterbinden, ansonsten könnte sich in wenigen Jahren Schimmel im ganzen Dach ausbreiten. Auch wegen der gesundheitlichen Belastung sollte Schimmel umgehend beseitigt werden.

Darüber hinaus muss eine Dachsanierung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben spätestens zwei Jahre nach einem Wechsel der Eigentümer:innen stattfinden, wenn die geforderten Dämmwerte nicht erreicht werden. Zur Klärung sollten Sie eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Aber auch wenn Sie schon seit längerer Zeit in einem Altbau wohnen, kann sich eine Dachsanierung lohnen, da Sie durch eine effiziente Dämmung hohe Heizkosten sparen.

Unser Tipp:

Kombinieren Sie mehrere Baumaßnahmen am Dach miteinander, können die Kosten geringer ausfallen als bei mehreren Einzelmaßnahmen. Planen Sie eine neue Dacheindeckung, sollten Sie zum Beispiel auch prüfen, ob Ihr Dachentwässerungssystem noch in Ordnung ist. Bei einem Flachdach ist eine optimale Abdichtung besonders wichtig.

Was kostet eine Dachsanierung?

Wollen Sie Ihr Dach vollständig sanieren, können Kosten zwischen 17.400 und 74.100 Euro anfallen. Abhängig sind sie vor allem von der Dachgröße und den vorhandenen Schäden. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die Kosten für eine komplette Dachsanierung mit Dämmung zusammengestellt. Dabei gehen wir von einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 150 Quadratmetern aus.

Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb umfassend über die Kostenfaktoren der Dachsanierung beraten und verlangen Sie einen detaillierten Kostenvoranschlag. Sind Sie noch auf der Suche nach der passenden Fachfirma, geben Sie einfach Ihre Wünsche in unserem Online-Fragebogen ein. Wir suchen für Sie kostenlos und unverbindlich* bis zu drei Fachunternehmen aus Ihrer Umgebung, die Ihnen jeweils ein Angebot ausstellen.

KfW- und BAFA-Förderungen für die Dachsanierung

Bei einer energetischen Sanierung können Sie unter Umständen regionale Förderprogramme von Banken und Kommunen nutzen. Außerdem werden Fördermittel für eine Dachsanierung von der KfW und dem BAFA im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bereitgestellt. Auch die Energieberatung ist förderfähig.

  • KfW-Kredit für Komplettsanierung und Einzelmaßnahmen: Im Zuge der Dachsanierung können Sie einen Kredit über das Programm 261, 262 beantragen. Nehmen Sie eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus vor, ist die Kredithöhe auf 150.000 Euro gedeckelt, der Tilgungszuschuss beträgt 12,5 Prozent. Für Dämmmaßnahmen am Dach bzw. an der Geschossdecke können Sie einen Kredit über höchstens 60.000 Euro mit 20 Prozent Tilgungszuschuss bekommen.

  • KfW-Zuschuss für die Dachsanierung: Den Zuschuss erhalten Sie bei einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus über das Förderprogramm 461. Sie können bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit bezuschusst bekommen.

  • BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen: Werden bei der Dachsanierung die Dachflächen selbst oder die Geschossdecken gedämmt, können 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben bezuschusst werden. Die Förderung durch das BAFA ist auf 60.000 Euro je Wohneinheit gedeckelt.

Förderung BEG Haus
Die BEG-Förderung wird durch die KfW und das BAFA als Kredit oder Zuschuss vergeben.
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