Dachdämmung Variationen
Fokus
Alle Typen im Vergleich

Effiziente Dachdämmung: diese Möglichkeiten gibt es

Claudia Mühlbauer
15. Juni 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie können zwischen Unter-, Zwischen- und Aufsparrendämmung wählen, wenn Sie Ihr Dach isolieren wollen.
  • Die Untersparrendämmung wird oft nur in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung verlegt.
  • Dämmstoffe für Ihr Dach können sowohl aus anorganischen als auch aus ökologisch hergestellten Materialien bestehen.

Eine Dachdämmung ist eine lohnende Maßnahme, wenn Sie Heizkosten einsparen möchten. Je nach Dämmvariante und Dämmstoff können Sie mit einer einmaligen Investition bis zu 20 Prozent Ihrer Heizkosten einsparen. Zusätzlich halten manche Dämmstoffe Ihr Haus im Sommer auf einer erträglichen Temperatur. Erfahren Sie, welche verschiedenen Varianten einer Dachdämmung es gibt sowie Tipps zu aktuellen Förderprogrammen.

Allgemeines zur Dachdämmung

Die Energiesparverordnung (EnEV) schreibt allen Hausbesitzern, die eine Immobilie nach dem 01.02.2002 erworben haben, vor, entweder den Dachstuhl oder die oberste Geschossdecke zu dämmen. Sie gibt auch den Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) vor, der aussagt, wie viel Wärme durch die Dachkonstruktion entweicht. Grundsätzlich haben Sie verschiedene Möglichkeiten der Dachdämmung. Dabei gibt es vergleichsweise günstige und einfache Lösungen, wie beispielsweise eine Geschossdeckendämmung (Dachbodendämmung). Auf der anderen Seite sind deutlich aufwendigere Varianten möglich, wie beispielsweise die Aufsparrendämmung. Je nach Dachbeschaffenheit haben Sie somit verschiedene Verfahren zur Auswahl.

Die verschiedenen Arten der Dachdämmung

Grundsätzlich haben Sie verschiedene Optionen, Ihr Dach zu dämmen. Jeder Dachstuhl eines herkömmlichen Steildachs besteht aus sogenannten Sparren. Dabei handelt es sich um die vertikalen Balken, die das Dach in seiner Gesamtheit tragen. Bei einem Steildach können Sie zwischen drei Arten der herkömmlichen Dachdämmung wählen:

Aufsparrendämmung (Dämmstoff wird auf den Sparren fixiert)

Die wohl energieeffizienteste Methode der Dachdämmung ist die Aufsparrendämmung. Das Dämmmaterial ist zwischen den Sparren und Dachziegeln befestigt und verhindert somit Wärmebrücken. Heutzutage wird diese Dämmung meist bei Neubauten eingesetzt. Bei Sanierungsmaßnahmen ist mit einem sehr hohen Kostenaufwand zu rechnen, da die von Ihnen beauftragte Fachfirma zuerst das Dach abdecken muss.

Infografik Aufsparrendaemmung

Zwischensparrendämmung (Dämmstoff wird von innen zwischen den Sparren fixiert)

Eine der bekanntesten Dachdämmungen ist die Zwischensparrendämmung. Hierbei wird die Dämmung zwischen den Sparren von innen angebracht. Somit verkleinert sich zwar der Innenraum Ihres Dachstuhls, allerdings sparen Sie auch erhebliche Kosten.

Infografik Zwischensparrendaemmung

Untersparrendämmung (Dämmstoff wird unterhalb der Sparren fixiert)

Diese Art der Dachdämmung wird unterhalb der Sparren angebracht. Selten entspricht sie den Anforderungen der EnEV an den U-Wert. Aus diesem Grund wird eine Untersparrendämmung bei einem Dachausbau oder einer Sanierung meist nur in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung verlegt.

Infografik Untersparrendaemmung

Flachdachdämmung

Bei dieser Variante der Dämmung differenzieren Sie zwischen einem begehbaren und einem ungenutzten Flachdach. Je höher die Nutzung des Dachs, desto höher sind entsprechende Anforderungen an das Dämmmaterial. Weiterhin haben Sie hier die Option zwischen einer unbelüfteten und einer belüfteten Dämmung. Bei einer begrünten Dachanlage sollten Sie einen Werkstoff mit hoher Druckbelastbarkeit verwenden.

Infografik Flachdachdaemmung

Dachbodendämmung (Dämmstoff wird im Dachboden fixiert)

Bei einer Dachbodendämmung verzichten Sie auf eine Dachdämmung und dämmen stattdessen den Dachboden. Diesen können Sie anschließend begehen oder Sie nutzen ihn nur als Lagerraum. Beide Varianten sind kostengünstiger als die alternative Dachdämmung.

Infografik Dachbodendaemmung

Unser Tipp:

Wie auch bei der Dämmung eines nicht flachen Daches haben Sie hier drei Möglichkeiten. Sie können Ihren Dachboden von oben dämmen (Aufdeckendämmung) oder auch von unten (Unterdeckendämmung). Bei letzterer Variante sollten Sie mit einer Verringerung des Wohnraums rechnen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit einer Zwischendeckendämmung, die meist bei Holzbalkendecken Einsatz findet und kostengünstig wie auch effektiv ist.

Eigenschaften und Kosten der Dämmvarianten

Jede Dachdämmung hat ihre individuellen Vor- und Nachteile, wie auch preisliche Differenzen. Die folgende Tabelle dient als Zusammenfassung der einzelnen Dämmvarianten und als Kostenübersicht:

Förderung für eine Dachdämmung

Fördermittel &-programme

Der Investitionszuschuss 461 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist für den Bau, Kauf und die Sanierung zum KfW-Energieeffizienzhaus, wie beispielsweise eine Dachsanierung mit moderner Dämmung, erhältlich. Der Sanierungszuschuss kann bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit betragen, der Bauzuschuss liegt bei bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit. Auch eine zusätzliche Förderung für die Baubegleitung ist möglich.

Unser Tipp:

Stellen Sie Ihren Antrag möglichst vor Beginn der Bauarbeiten. Informieren Sie sich außerdem über die Voraussetzungen. Bei der KfW haben Sie beispielsweise nur Anspruch auf Fördermittel, wenn Sie Expert:innen für Energieeffizienz in Ihr Projekt einbinden.

Kredite

Die Kredite 261 und 262 der KfW bieten eine Kombination aus zinsvergünstigtem Kredit und Zuschüssen zur Kredittilgung.

  • Geförderte Sanierungen: Dachdämmung
  • Maßnahmen: Einzelmaßnahmen, Neubau, Kauf und Sanierung zum KfW-Effizienzhaus
  • Förderung im Detail: Tilungszuschüsse zwischen 15 ud 50 Prozent, bis zu 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen oder bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für ein Effizienzhaus.

Bei Einzelmaßnahmen können Sie alternativ auch einen Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschafts und Ausfuhr (BAFA) beantragen.

Materialien zur Dachdämmung

Unterschiedliche Materialien differenzieren sich in ihren Dämmwerten, wie auch in ihrer Nachhaltigkeit sowie im Preis. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sowohl anorganisches Material als auch ökologisch hergestellte Dämmstoffe zu verwenden. Wichtig für die richtige Auswahl des Dämmstoffes für Ihre Dachdämmung ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Dieser ist auch als U-Wert bekannt und gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Sekunde nach außen dringt, sobald es draußen um einen Grad kälter ist als drinnen.

Die folgende Tabelle soll Ihnen eine Übersicht der gängigsten Dämmstoffe zeigen:

Dachdämmung Steinwolle
Steinwolle ist ein Dämmstoff, der häufig verwendet wird.

Vorschriften und Pflichten bei der Dachdämmung

In der neuesten Ausgabe der Verordnung der EnEV 2014 finden Sie verschärfte Anforderungen für Dämmmaßnahmen. Durch eine fachgerechte Wärmedämmung können Sie eine deutliche Reduzierung Ihrer Heizenergie hervorrufen. In diesem Zusammenhang ist auch der Energieausweis ein wichtiges Mittel für energieeffizientes Wohnen. Alle Details finden Sie in der Verordnung der EnEV 2014.

U-Wert

Laut dem Gesetz darf eine Dachdämmung einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²*K) nicht überschreiten. Das bedeutet bei einem Temperaturunterschied von einem Grad einen maximal zulässigen Wärmeverlust von 0,24 Watt an Wärmeenergie pro Quadratmeter. Bei einem Flachdach beträgt der zulässige Höchstwert nur 0,20 W/(m²*K).

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