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Diese Möglichkeiten der Dachdämmung gibt es

Claudia Mühlbauer
16. September 2022

Eine Dachdämmung ist eine lohnende Maßnahme, wenn Sie energetisch sanieren möchten. Je nach Dämmvariante und Dämmstoff können Sie mit dieser einmaligen Investition bis zu 20 Prozent Ihrer Heizkosten einsparen. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Varianten einer Dachdämmung, welche Materialien dabei eingesetzt werden können und welche Kosten auf Sie zukommen.

Gesetzliche Vorschriften zur Dachdämmung

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei einem Eigentumswechsel vor, innerhalb von zwei Jahren entweder das Dach oder die oberste Geschossdecke zu dämmen. Die Dämmung darf einen U-Wert von 0,24 W/(m²*K) dann nicht überschreiten. Die Sanierungspflicht gilt nicht nur beim Kauf eines Wohnhauses, sondern auch im Erbfall und bei einer Schenkung.

Sanieren Sie ein Flachdach und erneuern dabei die Abdichtung, müssen Sie auch die darunterliegende Schicht energetisch optimieren. Der zulässige Höchstwert der Dämmung beträgt in diesem Fall 0,20 W/(m²*K).

Die verschiedenen Arten der Dachdämmung

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, eine Dachdämmung umzusetzen. Welche Variante für Sie die richtige ist, hängt neben dem Kostenaspekt auch davon ab, ob Sie gleichzeitig die Dacheindeckung erneuern wollen und ob Raumverluste auf der Innenseite für Sie tolerierbar sind. Darüber hinaus gehen die verschiedenen Dämmvarianten auch mit unterschiedlich hohem Arbeitsaufwand einher.

Aufsparrendämmung

Mit der Aufsparrendämmung können Sie im Vergleich zu anderen Dämmmethoden den besten Wärmeschutz erzielen. Das Dämmmaterial wird zwischen den Sparren und der Dacheindeckung befestigt, wodurch keine Wärmebrücken entstehen können. Geeignete Dämmstoffe sind zum Beispiel Glas- und Steinwolle sowie Hartschaumplatten aus Polyurethan.

Diese Art der Dämmung eignet sich vor allem im Neubau und bei einer umfangreichen Dachsanierung, bei der auch die Dacheindeckung erneuert wird. Weil das Dach zunächst abgedeckt werden muss, ist bei Sanierungsmaßnahmen mit einem hohen Kostenaufwand zu rechnen.

Infografik Aufsparrendaemmung

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird der Dämmstoff zwischen den Dachsparren angebracht. In welcher Stärke das Dämmmaterial angebracht werden kann, hängt davon ab, wie dick die Sparren sind. Unter Umständen müssen zusätzliche Holzlatten an den Sparren angebracht werden, um den Zwischenraum zu vergrößern und eine ausreichende Dämmwirkung erzielen zu können. Dadurch kann sich der Wohnraum verkleinern. Als Dämmstoffe eignen sich zum Beispiel Hanf, Glas- und Steinwolle sowie Zellulose.

Weil die Sparren die Dämmschicht unterbrechen, ist ein fachgerechter Einbau besonders wichtig, da andernfalls die Gefahr besteht, dass sich Wärmebrücken bilden.

Infografik Zwischensparrendaemmung

Untersparrendämmung

Bei dieser Variante wird das Dämmmaterial raumseitig auf den Sparren angebracht. Die Gefahr von Wärmebrücken besteht dadurch nicht. Allerdings lassen sich durch eine Untersparrendämmung nur begrenzte Dämmwerte erreichen. Sie wird daher häufig mit einer Zwischensparrendämmung kombinert, um den Anforderungen des GEG zu genügen.

Oft werden dünne und flexible Mineralwollmatten verwendet, die direkt an der Dachschräge angebaut werden. Zwar verringert sich der Wohnraum dadurch, aber eine Neueindeckung des Dachs kann vermieden werden.

Infografik Untersparrendaemmung

Flachdachdämmung

Die Art der Flachdachdämmung hängt in erster Linie von der Dachkonstruktion ab. Bei einem Kaltdach wird Feuchtigkeit über eine Belüftungsebene abgeführt, bei einem Warmdach gibt es diese nicht. Beim Kaltdach schützt eine Dampfbremse vor eindringende Feuchtigkeit, beim Warmdach wird eine raumseitige Dampfsperre eingebaut, um den Dachaufbau vor Feuchtigkeit aus dem Rauminneren zu schützen.

Infografik Flachdachdaemmung

Dachbodendämmung

Bei der Dämmung eines Dachbodens bzw. der obersten Geschossdecke gibt es drei Möglichkeiten. Sie können ihn von oben dämmen (Aufdeckendämmung) oder auch von unten (Unterdeckendämmung). Beide Varianten gehen mit einer Wohnraumverkleinerung einher. Bei der dritten Variante gibt es dieses Problem nicht: Eine Zwischendeckendämmung ist eine Form der Kerndämmung, die meist bei Holzdecken Anwendung findet. Der Dachboden kann entweder mit Dämmplatten bzw. Dämmmatten ausgestattet oder mit einer Einblasdämmung versehen werden.

Infografik Dachbodendaemmung

Materialien zur Dachdämmung

Unterschiedliche Materialien unterscheiden sich in ihren Dämmwerten, in ihrer Nachhaltigkeit und im Preis. Dabei haben Sie die Möglichkeit, zwischen organischen, mineralischen und synthetischen Dämmstoffen zu wählen.

Wichtig für die richtige Auswahl des Dämmstoffes für Ihre Dachdämmung ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Dieser ist auch als U-Wert bekannt und gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Sekunde nach außen dringt, sobald es draußen um einen Grad kälter ist als drinnen. Um den gewünschten Wert zu erreichen, ist je nach Material eine unterschiedlich dicke Dämmschicht nötig.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen eine Übersicht der gängigsten Dämmstoffe, die nötige Stärke der Dämmschicht, um einen U-Wert von 0,24 zu erreichen, und die jeweiligen Kosten, die dafür anfallen:

Kosten der Dämmvarianten

Jede Art der Dachdämmung hat ihre individuellen Vor- und Nachteile, aber es gibt auch große preisliche Unterschiede. Eine Aufsparrendämmung ist in der Regel am aufwendigsten und geht daher mit den höchsten Kosten einher. Bei dieser Variante müssen Sie bedenken, dass zusätzlich die Dacheindeckung erneuert werden muss.

Für die Dämmung Ihres Daches bzw. Ihrer obersten Geschossdecke sollten Sie je nach Dämmart ungefähr mit Kosten zwischen 30 und 120 Euro je Quadratmeter rechnen. Hinzu kommen die Arbeitskosten des Fachbetriebs, die je Fachkraft stündlich etwa zwischen 40 und 60 Euro liegen.

Förderungen zur Kostensenkung nutzen

Eine Dachdämmung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Wollen Sie einen Zuschuss beantragen, geschieht das über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Kredite werden nur noch im Rahmen von Komplettsanierungen vergeben. In diesem Fall wenden Sie sich an Ihre Hausbank, die für Sie einen Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt. Ebenfalls förderfähig ist die Energieberatung durch qualifizierte Energieeffizienz-Expert:innen.

Damit sich Ihre Dachdämmung für eine staatliche Förderung qualifiziert, müssen Sie einen U-Wert von 0,14 W/(m²K) erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Bei welcher Dachdämmung gibt es keine Raumverluste?

Da eine Aufsparrendämmung nicht raumseitig angebracht wird, verkleinert sich der Raum unter dem Dach dadurch nicht. Auch bei einer Zwischensparrendämmung gibt es keine Raumverluste, sofern die Sparren nicht verstärkt werden müssen, damit mehr Dämmmaterial eingebracht werden kann.

Lohnt sich eine Aufsparrendämmung im Altbau?

Wirtschaftlich sinnvoll ist eine Aufsparrendämmung bei einer Sanierung nur dann, wenn auch die Dacheindeckung erneuert werden muss.