Berlin, 6. Jul. 2020

Der Osten holt auf: Neue Bundesländer zeigen mehr Interesse an Solaranlagen

  • Das Interesse an Solaranlagen ist in den neuen Bundesländern höher als im Westen. Anschaulich zeigen das die Bundesländer Sachsen (Index-Wert 1,45) und Schleswig-Holstein (Index-Wert 0,56).
  • Hausbesitzer in Sachsen und Nordrhein-Westfalen waren letztes Jahr besonders solar-freundlich – die Schlusslichter sind Schleswig-Holstein und das Saarland.
  • Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Online-Vermittlers für Solaranlagen Aroundhome hervor. Ausgewertet wurden Anfragen von 100.000 Eigentümern von Ein- bzw. Zweifamilienhäusern, die sich 2019 für eine Solaranlage interessierten.

Berlin, 07.07. 2020 – 2019 war das Jahr der Solaranlage: Nach Schätzungen des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW) ist der Photovoltaik-Markt in 2019 um rund 30 Prozent gewachsen1. Um die Stimmungen und Unterschiede in der Bundesrepublik zum Thema Photovoltaik abzubilden, hat Aroundhome zum zweiten Mal in Folge eine Datenerhebung durchgeführt. Dafür hat Deutschlands größter Vermittler für Produkte und Dienstleistungen rund ums Eigenheim mehr als 100.000 Anfragen von Solarinteressenten aus 2019 ausgewertet.

Erkenntnisse des Aroundhome Solar-Index 2019 im Überblick:

  • Es grünt so grün im Osten: Die neuen Bundesländern (Index-Wert 1,17) waren im letzten Jahr interessierter an Solaranlagen als die alten (Index-Wert 0,96). Ein Trend, der sich aus dem vorherigen Jahr fortsetzt.
  • Sonniges Sachsen holt auf: Sachsen ist mit Abstand das Bundesland mit dem höchsten Interesse (Index-Wert 1,45). Nicht verwunderlich, denn Sachsen war in 2019 auch das Land mit den meisten Sonnenstunden in der Bundesrepublik.2
  • Konkreter Kaufwunsch steigt: Bei den Anfragen, die sich konkret für Kauf oder Miete interessierten, stieg der Wunsch nach dem Kauf an: Von 87% in 2018 auf 91% in 2019. Das Interesse an Miete sank dagegen von 12% auf 9%. In 2018 waren 71% der Interessenten unentschlossen, in 2019 nur noch 55%.

Mathias Klement, Chief Product Officer bei Aroundhome und Experte für erneuerbare Energien, schätzt die Zahlen folgendermaßen ein: „Wir sehen aktuell eine starke Zunahme in den Suchanfragen nach Solaranlagen. Normalerweise steigt die Nachfrage nach Solaranlagen besonders stark in den Sonnenmonaten, Juni, Juli und August. Dieses Jahr stiegen die Anfragen allerdings bereits im Frühjahr. Die Corona-Krise leistet dazu ihren Beitrag, denn viele Eigenheimbesitzer machen sich aktuell mehr Gedanken um ihre Häuser und die Energieversorgung, weil sie vermehrt von zu Hause arbeiten und nach Lösungen suchen, um Geld zu sparen. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Unabhängigkeit, in diesen unsicheren Zeiten, spielt auch eine Rolle. Insbesondere Solaranlagen mit Speicher erzielen sehr hohe Autarkie-Werte.“

Osten hängt noch hinterher – holt aber auf

Die Anzahl der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) belief sich Ende 2018 auf 1.765.1863. Davon entfielen über 500.000 PV-Anlagen auf Bayern allein. Das ist mehr als dreimal soviel wie in allen neuen Bundesländern zusammen (insgesamt 165.000 PV-Anlagen). Doch der Osten holt auf. Experte Klement: „Die starke Nachfrage ist ein Grund zur Hoffnung. Wo die Politik noch Nachholbedarf hat, legen Privatpersonen nach.“ Gerade in strukturschwachen Regionen kann das Mieten einer Anlage eine attraktive Alternative sein.

Solaranlagen sind erschwinglicher geworden

Strom aus Solaranlagen leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine große Solarstromanlage auf einem Einfamilienhaus mit einer installierten Leistung von 15 Kilowatt vermeidet jedes Jahr den Ausstoß von neun Tonnen CO2 – so viel, wie ein Bundesbürger im Durchschnitt jährlich verursacht. Der private Ausbau von Solaranlagen leidet jedoch noch unter dem Vorurteil der hohen Anschaffungskosten. Dabei rentieren sich die Anlagen mittelfristig durch die Einsparung von Stromkosten. Auch sind kleinere Anlagen bis 10 kWP von der EEG-Umlage befreit. Zudem gab es in den letzten Jahren einen massiven Preisverfall; so sind die Anschaffungskosten für eine PV-Anlage seit 2006 um ca. 75 Prozent gesunken. Experte Klement empfiehlt: „Aktuell kann angesichts der Mehrwertsteuersenkung bei der Anschaffung einer PV-Anlage zusätzlich gespart werden.“

Die grünen 20er

Vom Bundesverband der Solarwirtschaft werden die 2020er bereits als Dekade der Solarisierung ausgerufen4. Allein im ersten Halbjahr 2020 konnten erneuerbare Energien fast 50 Prozent des bundesweiten Strombedarfs decken – bislang Rekord. Für Mathias Klement von Aroundhome könnten die grünen 20er Jahre sogar eine Dekade des Klimaschutzes werden: „2020 wird das Klimajahr. Bund und Länder haben neue Anreize für den Ausbau von erneuerbaren Energien gesetzt. Und unsere Ergebnisse aus dem Solar-Index zeigen, dass das Interesse an Solarenergie bei den Privatpersonen ebenfalls ausgesprochen hoch ist. Für den Klimaschutz ist das ein gutes Zeichen, das freut uns bei Aroundhome.“

1 Daten des Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
2 Statista, auf Basis von Daten des deutschen Wetterdienstes
3 Daten der Bundesnetzagentur, ausgewertet von der Agentur für Erneuerbare Energien
4 Daten von Eon, berichtet von Der Tagesspiegel

Ansprechpartner
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Thomas Bussemer
PR and Communications