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Garagenverordnung und Baugenehmigung in Rheinland-Pfalz

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Wer in Rheinland-Pfalz eine Garage baut, muss die Landesbauordnung und die Garagenverordnung beachten. Liegt das Grundstück nicht im Außenbereich und bleibt die Garage unter 50 m² Grundfläche sowie 3,20 m mittlerer Wandhöhe, ist in vielen Fällen keine Baugenehmigung nötig. Erfahren Sie, wann ein Bauantrag Pflicht wird und welche weiteren Regeln für die Garage gelten.

Lina Strauss, Online-Redakteurin
Lina Strauss
Aktualisiert am
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Das Wichtigste zur Garagenverordnung in Rheinland-Pfalz

  • Genehmigungsfreie Garagen: Nach § 62 LBauO können Garagen bis 50 m² Grundfläche mit einer mittleren Wandhöhe bis 3,20 m und einer Firsthöhe bis 4 m bei Giebeln genehmigungsfrei sein.

  • Grenzbebauung: Eine unbeheizte Garage darf ohne Abstandsfläche an der Grundstücksgrenze oder bis zu 3 m davon entfernt stehen. Voraussetzung: höchstens 3,20 m mittlere Wandhöhe, 12 m Länge je Grundstücksgrenze, 4 m Giebelhöhe, 45° Dachneigung zur Grenze und insgesamt höchstens 18 m Grenzlänge.

  • Stellplatzmaße: Ein notwendiger Stellplatz muss mindestens 5 m lang und je nach seitlicher Begrenzung 2,30 m, 2,40 m, 2,50 m oder 3,50 m breit sein.

  • Nutzung und Brandschutz: Die Garage muss in erster Linie dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen. Eine dauerhafte Nutzungsänderung für einen Partyraum oder eine Hobbywerkstatt kann genehmigungspflichtig sein.

Welche Vorschriften für Garagen gelten in Rheinland-Pfalz 2026?

Sie müssen sich beim Garagenbau zunächst an den Bebauungsplan und sonstige örtliche Bauvorschriften Ihrer Gemeinde halten. Ergänzend gelten die Landesbauordnung und Garagenverordnung des Bundeslandes. In Rheinland-Pfalz sind folgende Rechtsquellen wichtig für die Garage:

Wichtig

In der Garagenverordnung von Rheinland-Pfalz ist die Garagengröße für die Auflagen entscheidend. Unterschieden werden folgende Garagentypen:

  • Kleingaragen bis 100 m² Nutzfläche

  • Mittelgaragen über 100 bis 1 000 m² Nutzfläche

  • Großgaragen über 1 000 m² Nutzfläche

Die folgenden Vorgaben beziehen sich auf Kleingaragen, wie sie bei Ein- und Zweifamilienhäusern üblich sind.

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Welche Garagen sind in Rheinland-Pfalz genehmigungsfrei?

Nach § 62 LBauO benötigen Garagen in Rheinland-Pfalz unter bestimmten Voraussetzungen keine Baugenehmigung:

  • Die Grundfläche der Garage beträgt höchstens 50 m².

  • Die mittlere Wandhöhe der Außenwände beträgt höchstens 3,20 m.

  • Bei Wänden mit Giebeln beträgt die Firsthöhe höchstens 4 m.

  • Die Garage liegt nicht im Außenbereich.

  • Die Garage liegt nicht in der Umgebung von Kultur- und Naturdenkmälern.

Was bedeutet „mittlere Wandhöhe”?

Die mittlere Wandhöhe ist die durchschnittliche Höhe einer Wand. Gemessen wird von der Geländeoberfläche bis zum oberen Wandabschluss oder Dachansatz. Bei unebenem Gelände ist dieser errechnete Mittelwert der Wand maßgeblich.

Ob Sie eine Massivgarage, Blechgarage oder Fertigteilgarage bauen, ist für die Genehmigungspflicht in Rheinland-Pfalz nicht entscheidend. Maßgeblich sind die Garagenmaße, der Standort und die öffentlich-rechtlichen Vorgaben.

Auch genehmigungsfreie Garagen müssen alle baurechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen einhalten. Dazu können insbesondere der Bebauungsplan, örtliche Bauvorschriften, Abstandsflächen, Brandschutz und Denkmalschutz gehören.

Welche Regelungen zu Grenzbebauung und Abstandsflächen gibt es für Garagen in RLP?

Nach § 8 LBauO dürfen Sie eine unbeheizte Garage direkt auf die Grundstücksgrenze, mit verringertem Abstand oder in einem Abstand von bis zu drei Metern zur Grenze bauen. Dies ist jedoch nur zulässig, wenn Sie die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Die mittlere Wandhöhe der Garage beträgt höchstens 3,20 m.

  • Die Länge an einer Grundstücksgrenze beträgt höchstens 12 m.

  • Das Dach ist zur Grundstücksgrenze höchstens 45° geneigt.

  • Ein Giebel an der Grundstücksgrenze ist höchstens 4 m hoch.

Zusätzlich dürfen solche Gebäude an allen Grundstücksgrenzen zusammen eine Gesamtlänge von 18 m nicht überschreiten. Der Bebauungsplan oder eine örtliche Bauvorschrift kann zusätzliche oder abweichende Vorgaben enthalten.

Ist die schriftliche Zustimmung der Nachbar:innen für den Bau einer Garage in RLP zwingend nötig?

Nein, eine schriftliche Zustimmung der Nachbar:innen ist nicht pauschal für jede Garage erforderlich. Nach § 68 LBauO müssen Nachbar:innen den Lageplan und die Bauzeichnungen unterschreiben, wenn für das Vorhaben Abweichungen von Vorschriften erforderlich sind, die auch dem Schutz nachbarlicher Interessen dienen.

In einem solchen Fall informiert die Bauaufsichtsbehörde die betroffenen Nachbar:innen über die Pläne und gibt ihnen zwei Wochen Zeit, um mögliche Bedenken zu äußern. Verweigern die Nachbar:innen ihre Unterschrift, müssen Sie als Bauherr:in die Behörde darüber informieren.

Welche Brandschutz- und Bauvorschriften gelten für Garagen in Rheinland-Pfalz?

Nach der Garagenverordnung und § 47 LBauO gelten für private Kleingaragen insbesondere diese Vorgaben:

  • Zu- und Abfahrten: Zwischen Garagen und öffentlichen Verkehrsflächen müssen mindestens 3 m lange Zu- und Abfahrten vorhanden sein. Wird der sichere Verkehr durch z. B. vor einem Tor wartende Fahrzeuge gefährdet, muss ein Stauraum vorhanden sein.

  • Stellplätze: Ein notwendiger Stellplatz muss mindestens 5 m lang und je nach seitlicher Begrenzung 2,30 m, 2,40 m oder 2,50 m breit sein. Ein behindertengerechter Stellplatz muss mindestens 3,50 m breit sein.

  • Wände und Decken: Für Kleingaragen sind tragende Wände und Decken ohne Feuerwiderstandsfähigkeit erlaubt. Trennwände und Decken zwischen Kleingaragen und anderen Räumen oder Gebäuden müssen feuerhemmend sein. Es gibt Ausnahmen, etwa für offene Kleingaragen und kleine Abstellräume.

  • Gebäudeabschlusswände: Anstelle von Gebäudeabschlusswänden genügen Wände ohne Öffnungen, die feuerhemmend sind oder aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen.

  • Technische Anlagen: Einrichtungen für mechanische Parksysteme sowie Entwässerungsleitungen zwischen Geschossen müssen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen; dies gilt nicht für die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Welche Lagerung und Nutzung einer Garage sind in Rheinland-Pfalz erlaubt?

Grundsätzlich dient eine Garage primär dem Unterstellen von Kraftfahrzeugen. Eine Nutzung als allgemeiner Abstell- oder Lagerraum ist nicht gestattet. Die Nutzbarkeit des Stellplatzes muss dauerhaft gewährleistet sein, sodass das Fahrzeug jederzeit ohne vorheriges Umräumen abgestellt werden kann.

Solange diese Hauptnutzung nicht beeinträchtigt wird, können Sie auch weitere Gegenstände lagern. Dazu zählen pro Stellplatz ein zusätzlicher Reifensatz sowie fahrzeugbezogenes Zubehör wie beispielsweise eine Dachbox, ein Fahrradträger oder ein Kindersitz. Auch Fahrräder, Anhänger und Elektrokleinstfahrzeuge dürfen in der Garage abgestellt werden, sofern sie verkehrssicher stehen und den Weg nicht blockieren.

Gemäß § 21 GarStellVO ist in Kleingaragen darüber hinaus die Lagerung von bis zu 20 Litern Benzin und bis zu 200 Litern Dieselkraftstoff erlaubt. Voraussetzung hierfür ist die Aufbewahrung in dicht verschlossenen und bruchsicheren Behältern.

Darf man eine genehmigte Garage in RLP als Hobbywerkstatt oder Partyraum nutzen?

Eine genehmigte Garage darf in Rheinland-Pfalz nicht automatisch dauerhaft als Hobbywerkstatt oder Partyraum genutzt werden. Nach § 2 LBauO sind Garagen „ganz oder teilweise umschlossene Räume zum Abstellen von Kraftfahrzeugen“. Wenn Sie eine dauerhafte oder wesentliche Änderung der Nutzung vornehmen möchten, kann es erforderlich sein, eine Nutzungsänderung zu beantragen. Ob das bei einer Garage als Hobbywerkstatt oder Partyraum der Fall ist, hängt vom konkreten Vorhaben ab.

Was gilt für Elektroautos und Ladestationen in Garagen in Rheinland-Pfalz?

In Rheinland-Pfalz benötigen Sie keine Baugenehmigung, wenn Sie eine Solaranlage auf dem Garagendach installieren wollen. Nach § 62 LBauO sind Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen grundsätzlich genehmigungsfrei. Kombiniert mit einer Wallbox können Sie Ihr Elektroauto mit eigenem Solarstrom laden. Auch für die Wallbox, die Elektro-Ladestation in der Garage, benötigen Sie in Rheinland-Pfalz keine Genehmigung.

Andere Anforderungen, etwa aus einem Bebauungsplan, einer örtlichen Bauvorschrift oder dem Denkmalschutz, können weiterhin relevant sein.

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So stellen Sie einen Bauantrag für eine Garage in Rheinland-Pfalz

Wenn Sie in Rheinland-Pfalz eine genehmigungspflichtige Garage bauen möchten, müssen Sie vor Baubeginn einen Bauantrag beim zuständigen Bauamt einreichen. Den Bauantrag und die Bauvorlagen muss ein Entwurfsverfasser bzw. eine Entwurfsverfasserin unterschreiben. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der von Ihnen beauftragten Baufirma handeln. Den Bauantrag geben Sie in Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung ab. Auf dem Service-Portal von Rheinland-Pfalz finden Sie eine Übersicht der erforderlichen Unterlagen, der Formulare, Gebühren sowie zuständigen Behörden.

Folgende Unterlagen sind in der Regel in dreifacher Ausführung erforderlich:

  • Bauantragsformular

  • Lageplan des Grundstücks

  • Bauzeichnungen

  • Baubeschreibung und Berechnungen

  • Entwässerungsunterlagen

  • Statistischer Erhebungsbogen

  • Nachbarbeteiligung

  • Gegebenenfalls weitere Unterlagen (je nach Gemeinde)

Was kostet eine Baugenehmigung für eine Garage in Rheinland-Pfalz?

Für eine genehmigungspflichtige Garage bis 100 m² Nutzfläche gilt grundsätzlich das vereinfachte Genehmigungsverfahren nach § 66 LBauO.

Die Gebühr steht im Besonderen Gebührenverzeichnis Rheinland-Pfalz. Für die Genehmigung eines Gebäudes im vereinfachten Verfahren werden demnach 4 bis 6 ‰ des Rohbauwerts berechnet, mindestens jedoch 60 Euro.

Beispiele: Bei einem Rohbauwert der Garage von 10.000 Euro ergeben 4 bis 6 ‰ rechnerisch 40 bis 60 Euro. Wegen der Mindestgebühr kostet die Genehmigung in diesem Beispiel 60 Euro. Bei einem Rohbauwert von 20.000 Euro liegt die Gebühr bei 80 bis 120 Euro. Der Rohbauwert wird nach den Regeln der Gebührenverordnung ermittelt und kann vom Kaufpreis der Garage abweichen.

Welche Strafen drohen, wenn man in RLP eine Garage einfach ohne Baugenehmigung baut?

Nach § 89 LBauO handeln Sie ordnungswidrig, wenn Sie eine Garage vorsätzlich oder fahrlässig ohne die erforderliche Genehmigung errichten oder ändern. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Auch Verstöße gegen Betriebsvorschriften der Garagenverordnung können eine Ordnungswidrigkeit darstellen, wenn Sie beispielsweise brennbare Stoffe unzulässig aufbewahren.

Neben einer Geldbuße kann die Bauaufsichtsbehörde auch einen Baustopp anordnen. Wird trotzdem weitergebaut, kann sie die Baustelle versiegeln und Baumaterial oder Geräte auf Kosten der Bauherrin oder des Bauherrn sicherstellen. Sie kann außerdem die Nutzung der Garage untersagen oder einen Bauantrag verlangen. Lässt sich die Garage nicht nachträglich rechtmäßig machen, kann die Behörde den Rückbau auf Kosten der verantwortlichen Personen anordnen.

Garagenverordnungen anderer Bundesländer

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Häufig gestellte Fragen

Wie weit muss eine Garage in Rheinland-Pfalz von der Grundstücksgrenze entfernt sein?

Unbeheizte Garagen dürfen in Rheinland-Pfalz nach § 8 LBauO direkt auf die Grenze gebaut werden, wenn die mittlere Wandhöhe 3,20 m nicht übersteigt, die Länge an der Grenze 12 m nicht überschreitet, die Giebel nicht höher als 4 m sind und das Garagendach maximal 45 Grad geneigt ist. Bebauungspläne und örtliche Bauvorschriften können weitere Regelungen enthalten.

Was darf in Rheinland-Pfalz in der Garage gelagert werden?

In Rheinland-Pfalz dürfen Sie in Ihrer Garage neben Kraftfahrzeugen lediglich Auto-Zubehör, Fahrräder, Anhänger und Elektrokleinstfahrzeuge sowie bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin in Schutzbehältern lagern.

Was besagt die Garagenverordnung von Rheinland-Pfalz?

Die Garagenverordnung von Rheinland-Pfalz (GarstellVO) regelt den Bau und Betrieb von Garagen.

Wer kontrolliert die Garagenverordnung in Rheinland-Pfalz?

Zuständig ist grundsätzlich die untere Bauaufsichtsbehörde. Je nach Gebiet ist das die Kreisverwaltung, die Stadtverwaltung einer kreisfreien oder großen kreisangehörigen Stadt oder eine entsprechend zuständige Verbandsgemeindeverwaltung. Die Bauaufsichtsbehörden überwachen, ob bei Errichtung, Änderung, Instandhaltung, Nutzung, Nutzungsänderung und Abbruch baulicher Anlagen die baurechtlichen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Wie lange muss man die erteilte Baugenehmigung für eine Garage in Rheinland-Pfalz aufbewahren?

Eigentümer:innen sollten die Baugenehmigung für die Garage sowie genehmigte Bauunterlagen und Nachweise aus praktischen Gründen dauerhaft aufbewahren. Das erleichtert spätere Umbauten, Nachweise gegenüber Behörden und den Verkauf der Immobilie.

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