Baugenehmigung für einen Wintergarten in NRW – Informationen und Vorschriften
In Nordrhein-Westfalen können sowohl beheizte als auch unbeheizte Wintergärten verfahrensfrei sein. Wintergärten der Gebäudeklassen 1 bis 3 sind verfahrensfrei, sofern sie höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche haben und mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt sind. Im Folgenden erläutern wir, wann eine Wintergarten-Baugenehmigung erforderlich ist und welche Unterlagen Sie dafür benötigen.
Das Wichtigste zu Wintergarten Genehmigungen in NRW
Unabhängig ob beheizt oder unbeheizt: Ein Wintergarten kann verfahrensfrei oder genehmigungsfreigestellt sein, andernfalls ist eine Baugenehmigung erforderlich, häufig im vereinfachten Verfahren.
Mindestabstand zum Nachbargrundstück beträgt 3 Meter.
Für den Bauantrag werden u. a. Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung sowie erforderliche bautechnische Nachweise benötigt.
Die Gebühren liegen meist bei 0,6 % der Rohbausumme, mindestens 50 Euro.
Ohne Genehmigung drohen Baustopp, Bußgelder oder der Abriss des Wintergartens.
Benötigen Sie für einen Wintergarten in Nordrhein-Westfalen eine Baugenehmigung?
In Nordrhein-Westfalen ist für die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung einer baulichen Anlage grundsätzlich eine Baugenehmigung erforderlich, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift.
Für Wintergärten nennt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) eine konkrete Ausnahme: Verfahrensfrei sind Wintergärten mit höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, wenn sie mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben. Die Regelung unterscheidet dabei nicht ausdrücklich zwischen beheizten und unbeheizten Wintergärten.
Eine Genehmigungsfreistellung kann für andere Vorhaben infrage kommen, wenn sie
im Geltungsbereich eines dafür geeigneten Bebauungsplans liegen,
den Festsetzungen des Bebauungsplans und den örtlichen Bauvorschriften entsprechen,
ausreichend erschlossen sind
und die Gemeinde nicht verlangt, dass ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren durchgeführt wird.
Anders als bei der Verfahrensfreiheit müssen für die Genehmigungsfreistellung Unterlagen eingereicht werden. Greift weder diese noch eine andere Ausnahme, ist grundsätzlich eine Wintergarten-Baugenehmigung erforderlich. Für Vorhaben, die keine großen Sonderbauten sind, kommt das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren infrage.
Was gilt als Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 in NRW?
Ein Wohngebäude dient überwiegend dem Wohnen. Für die Einstufung in die Gebäudeklassen sind vor allem Höhe, Lage und Zahl der Nutzungseinheiten entscheidend:
Gebäudeklasse 1: Freistehendes Gebäude bis 7 m Höhe mit höchstens zwei Nutzungseinheiten und insgesamt höchstens 400 m² Fläche, zum Beispiel ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus.
Gebäudeklasse 2: Gebäude bis 7 m Höhe mit höchstens zwei Nutzungseinheiten und insgesamt höchstens 400 m² Fläche, zum Beispiel eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus.
Gebäudeklasse 3: Sonstige Gebäude bis 7 m Höhe, zum Beispiel ein kleines Mehrfamilienhaus.
Die Höhe wird von der Geländeoberfläche bis zur Fußbodenoberkante des obersten Geschosses gemessen, in dem ein Aufenthaltsraum möglich und zulässig ist. Die genaue Einstufung richtet sich nach dem konkreten Gebäude (§ 2 BauO NRW).
Ab wann gilt ein Wintergarten als Wintergarten?
Der Bundesverband Wintergarten beschreibt einen Wintergarten als allseitig wind- und schlagregendicht verglasten Anbau oder als entsprechend ausgeführte Terrassenüberdachung mit fester Dachkonstruktion aus lichtdurchlässigen Baustoffen, die vom Außenklima getrennt ist.
In der BauO NRW wird der Begriff „Wintergarten” zwar verwendet, jedoch nicht näher definiert. Für die baurechtliche Einordnung kann es außerdem wichtig sein, ob die Konstruktion als Gebäude gilt und ob darin ein Aufenthaltsraum entsteht. Als Aufenthaltsräume gelten Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder dafür geeignet sind. Es kommt also nicht nur auf die aktuelle Nutzung, sondern auch auf die vorgesehene Nutzung und die bauliche Eignung des Raums an.
Welche Regelungen und Baugenehmigungen für Wintergärten gibt es in Nordrhein-Westfalen?
Für einen Wintergarten in Nordrhein-Westfalen sind sowohl die planungsrechtlichen Vorgaben der Gemeinde als auch die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) maßgeblich. Gibt es einen einschlägigen Bebauungsplan, muss das Vorhaben grundsätzlich dessen Festsetzungen entsprechen. Fehlt ein solcher Plan, ist meist zu prüfen, ob das Grundstück im Innenbereich nach § 34 BauGB oder im Außenbereich nach § 35 BauGB liegt. Die BauO NRW regelt, ob ein Baugenehmigungsverfahren erforderlich ist und welche Ausnahmen gelten, wie etwa die Verfahrensfreiheit für bestimmte kleinere Wintergärten oder die Genehmigungsfreistellung.
Innenbereich: Das sind Gebiete innerhalb von Ortschaften, wo bereits viele Gebäude dicht beieinanderstehen. In diesen Bereichen ist das Bauen grundsätzlich möglich, da sie als Teil der bestehenden Siedlung gelten.
Außenbereich: Das sind Flächen außerhalb der bebauten Ortsgebiete, wo nur vereinzelt oder gar keine Gebäude stehen. Hier ist Bauen in der Regel nicht erlaubt, um die Landschaft zu schützen und unkontrollierte Ausbreitung von Siedlungen zu verhindern.
Was gilt für beheizte Wintergärten in Nordrhein-Westfalen?
Ein beheizter Wintergarten ist in NRW nicht automatisch baugenehmigungspflichtig. Die BauO NRW erklärt Wintergärten verfahrensfrei, wenn:
sie bis 30 m² Brutto-Grundfläche an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 für entstehen und
sie mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben.
Diese besondere Regel nennt keine Einschränkung für beheizte Wintergärten oder Aufenthaltsräume.
Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann eine Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW möglich sein. Dafür muss das Vorhaben unter anderem
im Geltungsbereich eines dafür geeigneten Bebauungsplans liegen,
den Festsetzungen des Bebauungsplans und den örtlichen Bauvorschriften entsprechen,
ausreichend erschlossen sein
und die Gemeinde darf nicht verlangen, dass ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren durchgeführt wird.
Greift weder die Verfahrensfreiheit noch die Genehmigungsfreistellung, ist grundsätzlich eine Baugenehmigung nötig.
Unabhängig davon gelten für beheizte Wintergärten die energetischen Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG):
Neuer beheizter Anbau: Der Transmissionswärmeverlust der neuen Außenbauteile darf höchstens 20 % über dem eines gleich geformten Referenzgebäudes liegen. Den Nachweis erstellt ein:e Energieberater:in oder Fachplaner:in.
Mehr als 50 m² neue Nutzfläche: Zusätzlich ist der sommerliche Wärmeschutz nachzuweisen, also der Schutz vor Überhitzung im Sommer.
Austausch bestehender Bauteile: Werden Fenster, Fenstertüren oder Glasdächer angrenzender beheizter Räume erneuert und betrifft das mehr als 10 % der Fläche einer Bauteilgruppe, gelten die Höchstwerte Uw = 1,3 W/(m²·K) für Fenster und Uw/Ug = 2,0 W/(m²·K) für Glasdächer.
Heizung: Wird im Zuge des Anbaus auch die Heizung ersetzt, gelten die Vorgaben des GModG für den Heizungstausch.
Klären Sie die Anforderungen im Einzelfall mit Energieberater:innen oder der Baurechtsbehörde.
Was gilt für Kaltwintergärten in Nordrhein-Westfalen?
Ein unbeheizter Kaltwintergarten ist in NRW nicht allein wegen der fehlenden Heizung verfahrensfrei. Ein Wintergarten kann verfahrensfrei sein, wenn er höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche hat, an einem Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 errichtet wird und mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleibt.
Die allgemeine Verfahrensfreiheit für kleine Gebäude gilt in NRW für Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, sofern sie keine Aufenthaltsräume, Ställe, Toiletten oder Feuerstätten enthalten. Im Außenbereich gelten dafür zusätzliche Einschränkungen.
Eine Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW kann für weitere Vorhaben möglich sein, wenn sie unter anderem im Geltungsbereich eines geeigneten Bebauungsplans liegen, diesem und den örtlichen Bauvorschriften nicht widersprechen und die Erschließung gesichert ist.
Greift weder die Verfahrensfreiheit noch die Genehmigungsfreistellung, ist grundsätzlich eine Baugenehmigung erforderlich.
Auch verfahrensfreie Vorhaben müssen die übrigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen einhalten. Dazu können etwa die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW gehören.
Abstandsflächen bei Wintergärten in Nordrhein-Westfalen
Die Abstandsflächen richten sich nach § 6 BauO NRW. Im Regelfall beträgt ihre Tiefe 0,4 der Wandhöhe, mindestens jedoch 3 m. Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 mit höchstens drei oberirdischen Geschossen genügen 3 m.
Dachüberstände und Vorbauten: Bauteile wie Gesimse und Dachüberstände bleiben außer Betracht, wenn sie höchstens 1,50 m vor die Außenwand treten. Bestimmte Vorbauten zählen ebenfalls nicht mit, wenn sie zusammen höchstens ein Drittel der jeweiligen Außenwand einnehmen, höchstens 1,60 m vortreten und mindestens 2 m von der gegenüberliegenden Nachbargrenze entfernt bleiben.
Bauen an der Grundstücksgrenze: Eine Abstandsfläche ist nicht erforderlich, wenn planungsrechtliche Vorschriften eine Grenzbebauung verlangen. Sie kann auch entfallen, wenn eine Grenzbebauung zulässig ist und öffentlich-rechtlich gesichert wird, dass auf dem Nachbargrundstück ebenfalls ohne Grenzabstand gebaut wird.
Lage der Abstandsflächen: Sie müssen grundsätzlich auf dem eigenen Grundstück liegen. Auf ein Nachbargrundstück dürfen sie sich erstrecken, wenn öffentlich-rechtlich gesichert ist, dass dort nur Anlagen errichtet werden, die innerhalb der Abstandsfläche zulässig sind.
Wintergarten ohne Baugenehmigung in Nordrhein-Westfalen
Verfahrensfrei sind in NRW Wintergärten bis zu 30 m² Brutto-Grundfläche an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, wenn sie mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben (§ 62 BauO NRW). Die Vorschrift nennt für diese Wintergarten-Ausnahme keine zusätzliche Voraussetzung, dass der Raum keinen Aufenthaltsraum bilden darf.
Genehmigungsfreistellung: Für andere Vorhaben kann eine Genehmigungsfreistellung infrage kommen, sofern es sich nicht um einen Sonderbau handelt und die Voraussetzungen des § 63 BauO NRW erfüllt sind. Dazu gehört, dass das Vorhaben im Geltungsbereich eines geeigneten Bebauungsplans liegt, dessen Festsetzungen und örtliche Bauvorschriften einhält, ausreichend erschlossen ist und die Gemeinde kein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren verlangt.
Öffentlich-rechtliche Anforderungen: Auch verfahrensfreie oder genehmigungsfreigestellte Vorhaben müssen die sonstigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen einhalten (§ 60 NRW). Dazu können etwa die Abstandsflächen (§ 6 BauO NRW) sowie die Festsetzungen eines Bebauungsplans und örtliche Bauvorschriften gehören (§ 63 BauO NRW).
Was kostet eine Baugenehmigung für einen Wintergarten in Nordrhein-Westfalen?
Die Gebühren richten sich nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung NRW (AVwGebO NRW). Berechnet wird nach der Rohbausumme, die sich in der Regel aus dem Brutto-Rauminhalt und amtlichen Rohbauwerten ergibt.
Für einen Wintergarten-Anbau im vereinfachten Verfahren beträgt die Grundgebühr 0,6 Prozent der Rohbausumme, mindestens jedoch 50 Euro.
Bei Sonderbauten oder einem Verfahren nach § 65 BauO NRW gelten höhere Sätze. Die Rohbausumme wird anhand amtlicher Rohbauwerte beziehungsweise geschätzter Rohbaukosten ermittelt.
Das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren ist eine schnellere und kostengünstigere Option für bestimmte Bauvorhaben in Deutschland. Es wird für Wohngebäude und deren Nebengebäude genutzt. Im Vergleich zum regulären Verfahren prüft die zuständige Baubehörde nur grundlegende Aspekte wie die planungsrechtliche Zulässigkeit und Abstandsflächen. Andere Vorschriften, etwa Brandschutz oder Lärmschutz, müssen von Bauherr:innen selbst eingehalten und dokumentiert werden.
Um das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren zu nutzen, muss ein „Antrag auf Baugenehmigung im vereinfachten Verfahren“ bei der zuständigen Baubehörde eingereicht werden. Dabei sind alle erforderlichen Bauunterlagen beizufügen, wie etwa Lagepläne, Bauzeichnungen und Baubeschreibungen. Die genauen Dokumente können je nach Bundesland und Art des Bauvorhabens variieren.
Sollten Sie für Ihren geplanten Wintergarten in Nordrhein-Westfalen eine Bauvoranfrage stellen?
Eine Bauvoranfrage kann sinnvoll sein, wenn einzelne Fragen zur Planung noch offen sind, etwa zur planungsrechtlichen Zulässigkeit oder zu Abstandsflächen. Mit einem Vorbescheid lassen sich solche Fragen vor dem Bauantrag klären (§ 77 Abs. 1 BauO NRW).
Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Wintergarten-Fachfirmen sind Sie zudem auf der sicheren Seite. Diese kennen sich mit den regionalen Regelungen aus und unterstützen Sie von der Planung bis hin zum fertigen Wintergarten.
Welche Unterlagen benötigen Sie, um eine Baugenehmigung für einen Wintergarten in NRW zu beantragen?
Den Bauantrag reichen Sie elektronisch bei der unteren Bauaufsichtsbehörde ein. Er muss alle für die Prüfung erforderlichen Unterlagen enthalten (§ 70 Abs. 1–2 BauO NRW).
Typischerweise gehören dazu:
Lageplan und gegebenenfalls ein Auszug aus dem Liegenschaftskataster
Bauzeichnungen des Bestandsgebäudes und des Wintergartens
Baubeschreibung und Angaben zur Kostenermittlung (§§ 2–6, 10 BauPrüfVO NRW)
Bautechnische Nachweise, soweit erforderlich, etwa zu Standsicherheit, Brand-, Wärme- und Schallschutz (§ 68 BauO NRW).
Eine allgemeine Zustimmung der Nachbarn ist nicht immer erforderlich. Bei Abweichungen oder Befreiungen kann eine Beteiligung nötig sein, wenn geschützte Nachbarbelange berührt werden (§ 72 Abs. 1–2 BauO NRW).
Die Bauvorlagen müssen grundsätzlich von einer bauvorlageberechtigten Person erstellt werden. Eine Ausnahme gilt für eingeschossige Wintergärten bis 25 m² Grundfläche (§ 67 Abs. 1–2 BauO NRW). Je nach Vorhaben kann die Behörde weitere Unterlagen verlangen.
Was passiert, wenn Sie Ihren Wintergarten in Nordrhein-Westfalen ohne Baugenehmigung errichten?
Wer einen genehmigungspflichtigen Wintergarten ohne Baugenehmigung errichtet, handelt ordnungswidrig. Es kann eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro verhängt werden (§ 86 Abs. 1 Nr. 14 und Abs. 3 BauO NRW).
Mögliche Folgen sind:
ein Baustopp (§ 81 BauO NRW),
eine Nutzungsuntersagung oder eine teilweise beziehungsweise vollständige Beseitigung, wenn sich keine rechtmäßigen Zustände herstellen lassen (§ 82 BauO NRW).
Eine nachträgliche Baugenehmigung kann beantragt werden, wenn der Wintergarten genehmigungsfähig ist, garantiert ist sie jedoch nicht.
Baugenehmigungen für Wintergärten in anderen Bundesländern
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Häufig gestellte Fragen
Ist ein Kaltwintergarten in NRW genehmigungspflichtig?
Die BauO NRW unterscheidet bei der Verfahrensfreiheit nicht zwischen beheizten und unbeheizten Wintergärten. Ein Wintergarten kann ohne Baugenehmigung errichtet werden, wenn er höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche hat, bei einem Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 liegt und mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt ist.
Ist ein freistehender Wintergarten in NRW genehmigungspflichtig?
Ein freistehender Wintergarten gilt als eigenständige bauliche Anlage und somit als Gebäude, wenn er überdacht, begehbar und zum Schutz von Menschen oder Sachen bestimmt oder geeignet ist. Da sich die 30-m²-Regel für genehmigungsfreie Wintergärten jedoch an Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 knüpft, lässt sie sich auf ein freistehendes Modell nicht ohne Weiteres übertragen. Ein freistehender Wintergarten ist also in der Regel genehmigungspflichtig.
Welche Abstandsflächen muss ein Wintergarten in NRW zum Nachbarn einhalten?
Grundsätzlich bemisst sich die Abstandsfläche nach der Wandhöhe. Ihre Tiefe beträgt 0,4-mal die Wandhöhe, jedoch mindestens 3 Meter. Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 mit höchstens drei oberirdischen Geschossen genügen 3 Meter.