Abgesichert in jedem Fall

Notrufsysteme: Ihre Garantie für schnelle Hilfe

190619 redaktion undine
Undine Tackmann
18. März 2020

Notrufsysteme erhöhen die Sicherheit im Alltag, denn Dank ihnen können Sie oder Ihre Angehörigen schnell und zuverlässig Hilfe rufen. Auch wenn der Hausnotruf primär als Hilfsmittel für Senioren gilt: Jeder, der allein daheim ist und z. B. in der Dusche ausrutscht, ist über schnelle Hilfe froh. Informieren Sie sich jetzt, welche Notrufsysteme es gibt, wie hoch die Kosten sind und wann die Pflegekasse etwas bezuschusst.

Wie funktioniert ein Hausnotruf?

Ein Sturz in den eigenen vier Wänden passiert schneller als gedacht. Vor allem ältere Menschen sind dann auf schnelle Hilfe angewiesen. Ein Notrufsystem garantiert auch dann Hilfe, wenn die betroffene Person allein zu Hause lebt und nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen kann. Die Funktionsweise eines Basis-Hausnotruf-Systems ist immer gleich:

  • Der wasserdichte Sender wird rund um die Uhr an einem Armband oder als Anhänger getragen. Es handelt sich um einen Notfallknopf, der bei Eintreten der Notsituation betätigt wird.
  • Die Basisstation ist an die Telefonleitung angeschlossen. Wird der Sender gedrückt, wählt die Basis automatisch die eingespeicherte Nummer der rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale. Die Basisstation ist mit Lautsprecher und Mikrofon ausgestattet, so können die Mitarbeiter:innen und der/die Betroffene ungehindert kommunizieren.
  • Je nach Situation alarmieren die Mitarbeiter:innen den Notruf oder verständigen Angehörige oder Freund:innen auf der hinterlegten Kontaktliste. Es ist auch möglich, beim Notrufanbieter Schlüssel zu hinterlegen, damit jemand den Rettungskräften im Notfall die Tür öffnen kann. Meldet sich die hilfesuchende Person nicht, wird automatisch der Rettungsdienst verständigt.

Mobile Notrufsysteme – Rettung per Smartphone oder Uhr

Der Hausnotruf ist ein ideales System für schnelle Hilfe in Haus und Garten. Es gibt jedoch auch noch anderere Notrufmodelle für zu Hause. Mit einem mobilen Notrufsystem kann auch unterwegs jederzeit Hilfe angefordert werden. Das ist nicht nur für Senior:innen sowie körperlich oder geistig behinderte Menschen interessant; auch für jüngere Leute kommt beim Joggen oder Radfahren ein Sturz oft unverhofft.

  Seniorenhandys mit Notruftaste

Senioren- oder Notrufhandys zeichnen sich durch große, hintergrundbeleuchtete Tasten und gut lesbare Displays aus. Einige Modelle verfügen zudem über einen Notrufknopf. Informieren Sie sich bei der Auswahl des Handys sehr genau, denn die Notrufsysteme funktionieren mitunter recht unterschiedlich.

Meist können auf dem Notfallknopf drei bis fünf Rufnummern von Familie, Freunden oder Pflegepersonal hinterlegt werden. Wird die Notruftaste gedrückt, wählt das Telefon automatisch so lange die Nummern nacheinander an, bis eine Verbindung zustande gekommen ist. Zusätzlich sollten die Handy-Notfallsysteme mit GPS arbeiten, um die Position der anrufenden Person ermitteln zu können, wenn diese sich nicht äußern kann, beispielsweise bei Bewusstlosigkeit oder Schlaganfall.

  Unser Tipp:
Geben Sie am besten Modellen den Vorzug, die eine Bestätigung von der angerufenden Person verlangen. Sonst stellt das Telefon seinen Dienst auch dann ein, wenn nur ein Anrufbeantworter oder die Mailbox angesprungen ist.

  Spezielle Notrufuhren

Moderne Notrufuhren unterscheiden sich optisch kaum von normalen Smartwatches. Der Vorteil einer Notrufuhr liegt darin, dass sie lange am Handgelenk verbleiben kann und somit nicht vergessen wird. Ein weiterer Pluspunkt: Der Zeitmesser mit Notruffunktion stört nicht und fällt kaum auf.

Die Notrufuhr funktioniert dabei wie ein Mini-Telefon. Wird der der Notrufknopf gedrückt, wählt die Uhr automatisch die vorher eingespeicherten Notfallnummern an – das können Freund:innen und Familie oder professionelle Rettungsdienste sein. Dank Lautsprecher und Mikrofon kann mit den Helfer:innen kommuniziert werden. Zugleich wird ggf. der Standort per GPS übermittelt.

Für die meisten Notrufuhren müssen Sie sich auf keine Mobilfunkanbieter:innen festlegen. Das heißt, Sie können eine SIM-Karte beliebiger Netzanbieter:innen wählen. Notrufuhren überzeugen nicht nur aktive Senioren, sondern auch chronisch Kranke, Kinder oder Sportler:innen wie Mountainbiker:innen oder Reiter:innen.

Moderne Uhr mit Notrufsystem
Eine Notrufuhr funktioniert wie ein Telefon in Kleinformat.

  Smartphone mit Notfall-App

Natürlich gibt es auch Notfall-Apps für das Smartphone. Allerdings ist das Angebot unüberschaubar und nicht jede Notfall-App ist geeignet. Wichtig ist, dass die Notrufzentrale ständig und mit qualifiziertem Personal besetzt ist. Positiv an einem solchen Notrufsystem ist, dass die Helfer:innen Ihren Standort direkt über die Handydaten ermitteln können – insbesondere dann, wenn die betroffene Person ortsunkundig sind.

Ein echtes Notrufsystem ersetzen die Apps jedoch nicht. Denn meist sind mehrere Schritte notwendig, um die App zu starten. Bei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt könnten Betroffene an dieser Hürde scheitern.

Anbieter:innen für den Hausnotruf

Für den Hausnotruf sind verschiedene Anbieter:innen auf dem Markt vertreten. Wir stellen Ihnen die Bekanntesten vor. In der Basisvariante ist der Leistungsumfang bei allen Anbietern weitestgehend gleich.

  Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

Beim Hausnotrufsystem des ASB gibt es eine Basisstation und einen tragbaren Hausnotrufknopf, welcher beispielsweise als Halskette oder Armband getragen werden kann. Beide Geräte sind über Funk miteinander verbunden und können einen Notruf absetzen. Zudem ist der tragbare Hausnotrufknopf wasserdicht und muss beim Baden oder Duschen nicht abgenommen werden. Die Basisleistungen im Überblick:

  • 24-Stunden-Erreichbarkeit der ASB Hausnotrufzentrale
  • Mir-geht-es-gut-Funktion mittels Tagestaste
  • Erfassung aller medizinisch relevanten Daten und Rufnummern von Kontaktpersonen
  • Anschluss und technische Einweisung vor Ort
  • regelmäßige Tests möglich

Zusätzlich können Sie Services wie Schlüsselhinterlegung, Medikamenteneinnahme oder eine Einsatzbereitschaft für einen Pflegedienst dazu buchen.

  Der Malteser Hilfsdienst

Der Malteser Hilfsdienst ist bundesweit aktiv und bietet zwei Notrufsysteme für den Hausnotruf an. Das Basispaket beinhaltet folgende Komponenten:

  • ständig erreichbare Notrufzentrale mit qualifiziertem Fachpersonal
  • Hilfeknopf und Basisstation
  • Erfassung aller medizinisch relevanten Daten und Rufnummern von Kontaktpersonen
  • Installation der Geräte und ausführliche Einweisung
  • Gegen Aufpreis: stiller Ruf über Tagestaste, wird die Taste nicht täglich betätigt, wird automatisch der Rettungsdienst verständigt.

Im Komfortpaket sind alle Basisleistungen enthalten. Zusätzlich leistet ein qualifizierter Bereitschaftsdienst rund um die Uhr Hilfe vor Ort und bewahrt Schlüssel für die Haus- und Wohnungstür auf.

  Die Johanniter Unfall-Hilfe

Die Johanniter bieten in vielen Regionen einen Hausnotruf an. Das Basispaket ist in Verbindung mit einer Pflegestufe erhältlich. Im Komfortpaket sind zusätzlich die Schlüsselhinterlegung und der stille Ruf über eine Tagestaste enthalten. Bei der Premiumvariante erfolgt zusätzlich wöchentlich ein Anruf aus der Zentrale.

  Das Deutsche Rote Kreuz (DRK)

Auch das DRK ist mit seinem Hausnotruf bundesweit vertreten. Das Basispaket beinhaltet die Installation von Basisstation und Sender, die Einweisung vor Ort sowie das Hinterlegen von Kontaktrufnummern von Familie, Ärzten und Pflegediensten. Weitere Dienstleistungen sind auf Wunsch erhältlich und können gegen Aufpreis individuell zusammengestellt werden.

Knopf eines Hausnotrufes
Ein Hausnotruf ist ein kleiner Knopf, welchen Sie oder Ihre Familienangehörigen bei sich tragen und im Notfall bedienen können.

Kosten für Notrufsysteme

Die Kosten für die Notrufsysteme unterscheiden sich je nach gewähltem System, Anbieter:in und Leistungsumfang deutlich:

System Kosten*
Hausnotrufsysteme

ab 23 Euro/Monat (Basisvariante)

Anschlusskosten: ca. 20 bis 60 Euro einmalig

Basisvariante + Zusatzleistungen ab 45 Euro/Monat

Die monatlichen Grundkosten und die Anschlussgebühr übernimmt die Pflegekasse komplett, sofern Sie über eine Pflegestufe verfügen und die meiste Zeit allein zu Hause sind.

Seniorenhandys mit Notrufknopf

ab ca. 100 Euro

zzgl. Kosten für Mobilfunkvertrag

Notrufuhren

ab ca. 150 Euro

zzgl. Kosten für Mobilfunkvertrag

Notfallapps kostenlos erhältlich
* Kosten sind Richtwerte zur Orientierung
Anbieter:in Preise Übernahme Pflegekasse
Hausnotruf ASB

ab 23 Euro/Monat (Basispaket)

Anschluss: einmalig 20 bis 60 Euro

ggf. Kosten für Schlüsselverwahrung 15 bis 25 Euro/Monat

- bei anerkannter Pflegestufe Zuschuss möglich
Hausnotruf DRK

ab 23 Euro/Monat (Basispaket)

Anschluss: regional unterschiedlich, bei DRK vor Ort nachfragen

- bei anerkanntem Pflegegrad Übernahme der Kosten des Basistarifs sowie einmalige Anschlussgebühr
Malteser Hausnotruf

je nach Paket 26 bis 45 Euro

Servicegebühr einmalig 50 Euro

ggf. mobiler Notruf 3 Euro Aufpreis/Monat

- bei anerkannter Pflegebedürftigkeit  komplette Kostenübernahme des Pakets „Grundsicherheit“ möglich
Johanniter Hausnotruf

je nach Paket 27 bis 77 Euro

Anschluss: einmalig 49 Euro

- bei anerkannter Pflegebedürftigkeit volle Kostenübernahme für Basisleistung möglich

- für anderen Leistungspakete anteilige Kostenübernahme

- vergünstigte Anschlussgebühr von 39,00 Euro

* Preise sind Richtwerte zur Orientierung

Kostenübernahme für Hausnotruf von Pflegekasse

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Notrufsystem für zu Hause von der Pflegekasse bezuschusst oder komplett bezahlt werden.

Voraussetzungen sind:

  • Mindestens Pflegestufe 1
  • Die Leistung der Kostenübernahme für den Hausnotruf ist über die Pflegekasse oder den Sozialhilfeträger beantragt und bestätigt.
  • Der Leistungserbringer (Vertragspartner für Hausnotruf) wurde schriftlich über die Kostenübernahme des Hausnotrufs informiert.
  Unser Tipp:
Achten Sie darauf, den Zweck des Pflegehilfsmittels anzugeben, also dass dieser beispielsweise zur Erleichterung der Pflege dient. Mit Angabe dieser Gründe ist es für Bearbeiter:innen nachvollziehbarer, wieso die betroffene Person auf Hilfe angewiesen ist und die Leistungen im Falle eines Notfalls entscheidend sein könnte.

Hausnotruf oder mobiler Notruf?

Ob Sie sich für einen Hausnotruf oder ein mobiles Notrufsystem entscheiden, hängt von den persönlichen Wünschen und Ansprüchen ab. Um Ihnen oder Ihren Angehörigen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir verschiedene Vor- und Nachteile beider Notrufsysteme zusammengetragen:

Hausnotruf Mobiler Notruf

  bei anerkannten Pflegestufe und unter bestimmten Voraussetzung Kostenübernahme durch Pflegekasse

  Notruf kann zuverlässig automatisch abgesetzt werden

  funktioniert nur von zu Hause

  für aktivere Menschen gut geeignet

  funktioniert von zu Hause und unterwegs

  Kosten für Mobilfunkvertrag müssen selbst getragen werden

Lassen Sie sich im Idealfall von Fachpersonal beraten, welches System das beste für Sie ist. Füllen Sie dazu mit wenigen Klicks und Online-Formular aus. Anhand Ihrer Wünsche und Angaben empfehlen wir Ihnen bis zu drei geeignete Firmen für Notrufsysteme aus Ihrer Nähe. Gern stehen wir Ihnen auch für Rückfragen telefonisch zur Verfügung. Unser Service ist für Sie jederzeit kostenlos und unverbindlich*.

Original 05x notrufsysteme cta
Original 05x notrufsysteme cta
Original 05x notrufsysteme cta
Fachfirmen für Ihr Notrufsystem in Ihrer Region.
Wir finden die passenden Fachfirmen für Sie.
Original 05x back to top