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Notruftelefon für mehr Sicherheit zu Hause

Lina Strauss, Online-Redakteurin bei Aroundhome
Lina Strauss
25. Januar 2023

Wenn eine Notfallsituation eintritt, ist die schnelle Kontaktaufnahme mit der Notrufzentrale oder mit Angehörigen unverzichtbar. Mit einem Notruftelefon gelingt der Hilferuf einfacher und schneller als mit einem herkömmlichen Telefon – das gilt insbesondere für ältere oder eingeschränkte Menschen. Denn diese müssen verschiedene Barrieren beim Telefonieren überwinden. Erfahren Sie, was die Besonderheiten des Senioren-Notruftelefons sind und wann sich die Anschaffung lohnt.

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Ein Notruftelefon für mehr Sicherheit im Ernstfall

Was tun, wenn die Sehkraft oder Motorik nachlässt, man Nummern vergisst und das Wählen der Tasten schwerfäll? Bei gesundheitlichen Notfällen wie einer Ohnmacht oder nach einem Sturz ist die Bedienung herkömmlicher Geräte zudem oft schwierig bis unmöglich. Ein Notfalltelefon für Senior:innen schafft hier Abhilfe: Mit nur einem Tastendruck auf einen SOS-Knopf ist der Rettungsdienst alarmiert. Ebenso haben Angehörige ihre eigene Kurzwahltaste. Viele Notfalltelefone haben zudem einen mobilen Notrufknopf, der direkt am Körper getragen wird. Dadurch sind eine höhere Sicherheit und schnelle Erreichbarkeit gewiss.

Für wen ist ein Notruftelefon sinnvoll?

  • Für ältere Menschen, die oft allein zu Hause sind.
  • Für schwerhörige Menschen.
  • Für Menschen, die beim Gehen oder Aufstehen eingeschränkt sind.
  • Für Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit.
  • Für alle, die im Notfall einen schnellen Notruf absetzen wollen.

Diese Funktionen bietet ein Notruftelefon

  • Stationäres Telefon für zu Hause: Ein Notruftelefon – schnurlos oder klassisch mit Kabel – ersetzt das herkömmliche Festnetztelefon. Damit lässt sich ein Notrufknopf verbinden, der am Handgelenk oder um den Hals getragen wird.
  • SOS-Taste: Durch die farbliche Absetzung und Größe ist die SOS-Taste eindeutig zu erkennen. Der Notruf wird dadurch mit einem einzigen Knopfdruck möglich.
  • Freisprecheinrichtung: Nach Druck des SOS-Knopfes am Telefon oder mobilen Sender wird Kontakt zum Rettungsdienst oder den Angehörigen hergestellt. Funktioniert auch, wenn man nicht direkt am Telefon steht oder in den Hörer spricht.
  • Hohe Lautstärke: Senioren-Notruftelefone sind hörgerätetauglich und auch für schwerhörige Personen geeignet.
  • Große Tasten: Dadurch wird die Bedienung erleichtert, auch wenn man nicht mehr so gut sieht oder die Tasten treffen kann. Außerdem sind die Tasten aufs Wesentliche reduziert; es gibt keine unnötigen Zusatzfunktionen.
  • Kurzwahltasten: Angehörige, Nachbarn, der Pflegedienst oder Lieferservice – auf Kurzwahltasten können die wichtigsten Nummern hinterlegt werden und sind mit nur einem Klick wählbar.
  • Bilder statt Ziffern: Manche Modelle haben Bilder der Angehörigen statt Ziffern und Beschriftungen für die Kurzwahltasten. Dadurch ist die Bedienung noch leichter und eindeutiger.
  • Optisches Anrufsignal: Viele Notruftelefone leuchten auf, wenn jemand anruft. Damit wird schwerhörigen Personen geholfen, einen Anruf zu erkennen.

Clevere Zusatzleistung: Der mobile Sender

Viele Hersteller bieten neben dem Seniorentelefon mit Notruf ein Mobilteil als praktisches Extra an. Dabei handelt es sich um einen Sender mit Notrufknopf, der als Armband oder Anhänger immer am Körper getragen wird. Im Notfall kann so per Knopfdruck ein Signal an das Notfalltelefon gesendet werden, selbst wenn Sie in einem anderen Raum sind. Nacheinander werden dann drei bis fünf vorprogrammierte Telefonnummern angewählt. Wenn bei der ersten Nummer keiner rangeht, wird automatisch die nächste Nummer angerufen, bis sich jemand meldet. Wenn Sie angerufen werden, können Sie bei manchen Geräten einfach mit dem mobilen Sender das Gespräch annehmen. Der mobile Sender wird dann zum Lautsprecher, so dass Sie über Ihr Armband oder den Anhänger telefonieren können.

Notrufarmband - Funktionen und Ausstattung
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Was sind die Vor- und Nachteile des Notruftelefons?

Seniorentelefon mit Video

Auch modernste Technik lässt sich für mehr Komfort und Sicherheit im Alter nutzen. Hersteller wie Libify bieten ein spezielles Tablet für Senior:innen mit Notrufknopf an. Per Videotelefonie kann so mit Angehörigen oder Ärzt:innen gesprochen werden. Damit ist das Senioren-Tablet auch das ideale Notrufsystem für hörgeschädigte Menschen. Denn der Notruf kann von einem Gebärdensprachdolmetscherdienst per Video übersetzt werden.

Die Bedienung ist im Vergleich zu herkömmlichen Tablets viel einfacher. Dennoch ist diese Smart-Home-Lösung eher für Menschen geeignet, die sich schon etwas mit Smartphones oder Tablets auskennen. Oft ist eine Anleitung durch Angehörige zu empfehlen, gerade wenn Kommunikations-Apps wie WhatsApp oder Skype genutzt werden sollen.

Smartes Notruftelefon für Videotelefonie

Hersteller und Kosten im Überblick

Je nach Hersteller und Modell werden die Telefone nicht explizit als Notruftelefon vermarktet. Stattdessen ersetzen sie das klassische Tastentelefon zu Hause und werden generell mit ihren großen Tasten und wenigen Funktionen als seniorenfreundliches Telefon, Komforttelefon, Seniorentelefon oder Senioren-Notruf-Telefon verkauft. Bekannte Notruftelefon-Hersteller sind:

  • Audioline
  • Doro
  • Emporia
  • MaxCom

Kosten für Notfalltelefone

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Notruftelefon kaufen: Die wichtigsten Tipps

  1. Überlegen Sie sich genau, was Sie brauchen und was Ihr Notruftelefon-Modell mitbringen sollte.
  2. Für Menschen mit eingeschränkten mototrischen Fähigkeiten oder einer Sehschwäche eignen sich große Tasten mit kontrastreicher Schrift oder Bildern sowie ein Sender als Armband oder Anhänger.
  3. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder leicht stürzen könnten, ist ein Notruftelefon mit mobilem Sender ideal.
  4. Schwerhörige Menschen entscheiden sich am besten für ein Notruftelefon mit Lichtsignal und einer Hörerlautstärke bis mindestens 60 oder 90 Dezibel. Das Modell sollte zudem hörgerätekompatibel sein.
  5. Gehörlose Menschen greifen am besten zum Senioren-Tablet oder -Smartphone mit Notrufknopf, womit Videotelefonate funktionieren.

Sicherheit für alle Fälle

Die Sicherheit eines Notruftelefons ist begrenzt. Denn Sie müssen im Fall der Fälle den SOS-Knopf drücken und dem Rettungsdienst Ihren Namen und Adresse mitteilen können. Das ist in manchen Situationen jedoch nicht möglich, wie zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit, Demenz oder Feuer. Dafür gibt es unterschiedliche Notrufsysteme, die für fast jede individuelle Anforderung eine sichere Lösung bieten.

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Welches Notrufsystem gibt es für unterwegs?

Vielen Senior:innen, die aktiv sind und zum Beispiel gern Ausflüge in die Natur machen, ist es wichtig, auch unterwegs abgesichert zu sein. Dafür gibt es verschiedene Lösungen, die Sie ergänzend zum Notfalltelefon erwerben können.

Notrufhandy: Diese Geräte sind mit Smartphones oder Handys vergleichbar, haben jedoch zusätzlich einen SOS-Knopf auf der Rückseite. So ist das schnelle Absenden eines Alarms möglich, ohne dass das Handy erst bedient und Nummern gewählt werden müssen. Die mobile Alternative zum Notfalltelefon.

Kombigerät Hausnotruf plus mobiler Notruf: Den klassischen Hausnotruf können Sie mit einem mobilen Notruf als Armband oder Anhänger kombinieren. Der mobile Sender verfügt häufig über praktische Funktionen wie Sturzsensoren oder GPS-Tracking. Damit kann er auch als Hilfe bei Demenz zum Einsatz kommen.

Mobiler Notruf als Notrufknopf, Uhr oder Armband: Es gibt auch Geräte, die ganz ohne Basisstation oder Notruftelefon auskommen. Diese mobilen Geräte ersetzen kein herkömmliches Telefon, sondern sind in erster Linie zur mobilen Alarmierung von Angehörigen oder einer Notrufzentrale gedacht.

Wie verhalte ich mich im Notfall richtig?

  • Trotz Ausnahmesituation und Angst: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben.
  • Bei einer nicht lebensbedrohlichen Situation kontaktieren Sie Ihre Angehörigen, Ihren Pflegedienst oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel: 116117).
  • Drücken Sie im Notfall die SOS-Taste des Notruftelefons oder wählen Sie den Notruf (112).
  • Teilen Sie die wichtigsten Informationen mit: Wer ruft an? Was ist passiert? Wo ist es passiert?
  • Bedrohliche Zustände sind zum Beispiel: Schwere Atemnot, Herz-Kreislauf-Beschwerden, plötzliche Sprachstörungen, Ohnmacht, starke Schmerzen, Blutungen oder Verbrennungen.
  • Zögern Sie nicht, Hilfe zu holen. Im Ernstfall zählt jede Minute!

Die wichtigsten Notfallkontakte

  • 110 – Polizei: Bei Verbrechen und Unfällen ohne Personenschaden.
  • 112 – Rettungsdienst und Feuerwehr: Bei schweren Verletzungen und in lebensbedrohlichen Situationen. Gilt gebührenfrei für die gesamte EU, vom Festnetz und Mobiltelefon.
  • 116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Situationen.
  • Tess Relay-Dienste: Notrufvermittlung in Gebärdensprache für hörgeschädigte Personen

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Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert das Notruftelefon für Senior:innen?

Im Notfall lässt sich mit einem Knopfdruck auf die SOS-Taste die Rettungsleitstelle kontaktieren. Bei nicht lebensbedrohlichen Notsituationen können Angehörige oder der Pflegedienst per Kurzwahltaste angerufen werden. Manche Seniorentelefone haben Bilder der Angehörigen statt Nummern für die Kurzwahltasten. Im Lieferumfang sind häufig auch mobile Notrufknöpfe als Armband oder Anhänger enthalten, die eine Freisprechfunktion haben.

Was ist ein Notfalltelefon?

Ein Notfalltelefon ist seniorenfreundlich und barrierearm. Das heißt, dass es besonders große Tasten hat, die Lautstärke hoch reguliert werden kann und die Bedienung einfach und teilweise behindertengerecht ist. Die wichtigsten Kontakte können per Kurzwahltasten oder Bilder angerufen werden. Im Notfall reicht ein Tastendruck auf den SOS-Knopf und das Notruftelefon ruft nacheinander die vorprogrammierten Programme an, bis sich jemand meldet.

Was kostet ein Notruf?

Die europäische Notrufnummer 112 ist in der gesamten EU kostenlos. Selbst wenn Sie kein Guthaben auf dem Handy oder kein verfügbares Netz Ihres Herstellers haben, können SIe einen Notruf absetzen.

Welche Nummern soll ich im Notfalltelefon speichern?

Es empfiehlt sich, eine Rettungsstelle (112 für Notruf und Feuerwehr, 110 für die Polizei) im Notruftelefon zu speichern. Außerdem sollten Sie die Kurzwahltasten mit den wichtigsten Notfallkontakten hinterlegen: die engsten Angehörigen, Nachbarn oder den Pflegedienst. Wenn Sie noch Tasten frei haben, können Sie schließlich noch praktische Rufnummern hinterlegen, wie Freunde, Bekannte oder einen Lieferservice.