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Video-Interview: Förderungen für altersgerechtes Wohnen

Redaktion Antonia Rupnow
Antonia Rupnow
16. Februar 2024

Das eigene Zuhause altersgerecht zu gestalten, bringt sowohl finanzielle als auch emotionale Überlegungen mit sich. Im Interview mit Alexander Steinfeldt spechen wir darüber, warum altersgerechte Umbaumaßnahmen frühzeitig geplant werden sollten und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt. Genannt werden Förderungen auf Bundes- und Länderebene sowie Zuschüsse von Pflegekassen als auch Beratungsstellen, um sich vorab zu informieren.

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*Die hier im Video (Stand September 2022) genannten Förderungen und Zuschüsse haben sich in ihrer Höhe bzw. in der Antragsstellung bereits geändert oder stehen mitunter nicht mehr zur Verfügung. Einen aktuellen Förderungsüberblick finden Sie hier.

Kapitelübersicht

  • 02:37 Gründe für altersgerechtes Sanieren
  • 05:41 Finanzierungsmöglichkeiten*
  • 07:51 Beratungsstellen
  • 12:49 Vorgehensweise zur Kreditbeantragung*
  • 18:37 Regionale Förderkredite*
  • 20:16 Zuschüsse der Pflegekassen
  • 21:36 Handwerksleistungen steuerlich absetzen

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Unser Experte: Alexander Steinfeldt

Das Bild zeigt ein Portrait von dem Energieexperten Alexander Steinfeldt. er hat kurze braune Haare, trägt eine Brille und ein graues Hemd.

„Nur 2 Prozent der Gebäude sind barrierefrei. Das muss sich natürlich ändern, aber das Thema ist unangenehm. Wir schieben das auf die lange Bank vor uns her. Wir mögen darüber nicht reden und dabei lohnt es sich aber, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und sich einen Plan aufzustellen, was die richtigen Maßnahmen für das Gebäude für das Haus sind.“

Alexander Steinfeldt ist als Pressesprecher für die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online GmbH tätig, die Verbraucher:innen rund um Klimaschutz, Energieeffizienz und altersgerechtes Wohnen berät. Der Experte für Fördermittel ist selbst aktiver Klimaschützer.

Förderungen für altersgerechtes Wohnen auf einen Blick

  • Der zinsgünstige KfW-Kredit 159 bietet einen Kreditrahmen von maximal 50.000 Euro mit tilgungsfreier Anlaufzeit und ist altersunabhängig. Er kann für Umbaumaßnahmen und den Kauf barrierearm umgebauter Immobilien beantragt werden.
  • KfW-Kredite können über die Hausbank abgeschlossen und mit deren Finanzierungsprogrammen ergänzt werden, um die Kreditsumme zu erhöhen.
  • Regionale Kredite der Bundesländer ergänzen oft den KfW-Kredit durch Aufstockung oder Zinsvergünstigungen.
  • Pflegekassen bezuschussen bauliche Maßnahmen mit einer Rückerstattung bis zu 4.000 Euro je Maßnahme.
  • Handwerksleistungen sind als haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu 1.200 Euro steuerlich absetzbar.
Stand: 02/2024
Im Bild zu sehen ist ein barrierefreies und altersgerechtes Haus mit beispielsweise schwellenlosen Zugängen, ebenerdiger Dusche, unterfahrbaren Arbeitsplatten.
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Das Interview mit Alexander Steinfeldt zum Nachlesen

Aroundhome: Hallo und herzlich willkommen zu unserer Webinarreihe "Aroundhome fragt einen Experten" heute zum Thema: Welche Förderung für altersgerechtes Wohnen gibt es? Mein Name ist Martin Brüsch von Aroundhome. Ich kümmere mich hier um den Bereich Produkt und ganz speziell um unsere Themenwelt "Altersgerechtes Wohnen". Und heute haben wir Alexander Steinfeldt, der Energieexperte und Förderexperte von Co2online zu Gast.

Wir möchten heute über folgende Themen sprechen: Wann macht eine altersgerechte Sanierung des eigenen Zuhauses Sinn und welche Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?
Co2online ist eine gemeinnützige Beratungsgesellschaft zu den Themen Gebäudesanierung, Fördermittel, Energiesparen. Und wir freuen uns natürlich ganz besonders, unseren heutigen Gast des Webinars begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen, Herr Steinfeldt!

Alexander Steinfeldt: Hallo und vielen Dank für die Einladung.

Aroundhome: Das eigene Zuhause altersgerecht zu sanieren, ist jetzt keine besonders kostengünstige Maßnahme. Schließlich kann der altersgerechte Umbau des Eigenheims ja sehr viele Wohnbereiche betreffen.

„Und man darf auch nicht vergessen, dass Ihr Haus ja auch eine Wertanlage ist oder Ihre Altersvorsorge ist. Damit das Haus aber in Zukunft auch noch den Wert hat oder für Ihre Bedürfnisse im Alter gerecht eingestellt ist, müssen Sie schon vorher investieren."

Gleichzeitig gehört aber auch der Umbau vielleicht zu den Sanierungsmaßnahmen, die man nicht besonders gerne angeht, weil diese ja nicht nur mit viel Aufwand verbunden sind, sondern auch eben für den einen oder anderen eine emotionale Belastung darstellen. Ganz besonders spannender Fakt: Das Statistische Bundesamt hat 2019 erhoben, dass tatsächlich nur 2 Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland barrierefrei sind und damit die Merkmale erfüllen, die dafür notwendig sind. Gleichzeitig zeigen aber verschiedenste Studien, dass der Wunsch, im Alter im eigenen Zuhause wohnen zu bleiben, natürlich sehr präsent ist.

Wir möchten unseren Zuschauern in diesem Webinar einen Überblick geben zu den wichtigsten Gründen einer altersgerechten Sanierung sowie zu den Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, die eben dem Einzelnen da zur Verfügung stehen. Herr Steinfeldt, Gründe dafür, warum eine altersgerechte Sanierung sinnvoll ist, gibt es sicherlich viele. Es können zum einen natürlich gesundheitliche oder altersbedingte Probleme auftreten, die Maßnahmen einfach erforderlich machen. Oder man macht sich einfach Gedanken darüber, wie die Zukunft aussieht und wo man diese dann verbringen möchte. Aber nun zur Frage: Was sind denn eigentlich die drei wichtigsten Gründe für eine altersgerechte Sanierung?

Gründe für eine altersgerechte Sanierung

Alexander Steinfeldt: Ja, nur 2 Prozent der Gebäude sind barrierefrei. Das muss sich natürlich ändern, aber das Thema ist unangenehm. Wir schieben das auf die lange Bank vor uns her. Wir mögen darüber nicht reden und dabei lohnt es sich aber, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und sich einen Plan aufzustellen, was die richtigen Maßnahmen für das Gebäude für das Haus sind. Und wenn man das selber in der Hand haben möchte, wie die Wohnung gestaltet sein soll, wie sie aussehen soll, welche Bedürfnisse im Alter dann berücksichtigt werden sollen, dann ist es wichtig, selber anzufangen, frühzeitig anzufangen. Dann kann man wirklich sich das Haus für die Zukunft bereitstellen.

„Sanierungsmaßnahmen lassen sich gut kombinieren mit verschiedenen anderen Vorteilen [...] Also wenn wir uns jetzt drauflosgehen und das Gebäude altersgerecht umbauen, dann können wir auch andere Bedürfnisse berücksichtigen, zum Beispiel Einbruchschutz [...] Aber auch notwendige energetische Maßnahmen kann man dort mit kombinieren. Und wenn man das alles zusammen plant, dann ist es meist günstiger und dann ist es einfacher umzusetzen. Und auch Fördermittel sind so aufgebaut."

Und man darf auch nicht vergessen, dass Ihr Haus ja auch eine Wertanlage ist oder Ihre Altersvorsorge ist. Damit das Haus aber in Zukunft auch noch den Wert hat oder für Ihre Bedürfnisse im Alter gerecht eingestellt ist, müssen Sie schon vorher investieren. Das bleibt ja gar nicht aus bei einer Nutzungsphase. Und wenn Sie dann investieren und dabei berücksichtigen: Kann ich auch in Maßnahmen der Barrierefreiheit investieren? Kann ich auch andere Nutzungskonzepte dann in Zukunft realisieren? Also was passiert, wenn die Kinder ausziehen oder mit wem möchte ich im Alter zusammenleben in meinem Haus? Dann erhält sich der Wert des Hauses für Sie persönlich als Altersvorsorge. Aber auch wenn alle gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt sind, dann auch, falls es dann auch mal verkauft werden soll, am Ende.

Und zum dritten Punkt: Sanierungsmaßnahmen lassen sich gut kombinieren mit verschiedenen anderen Vorteilen, die es hat. Also wenn wir uns jetzt drauflosgehen und das Gebäude altersgerecht umbauen, dann können wir auch andere Bedürfnisse berücksichtigen, zum Beispiel Einbruchschutz. Das lässt sich immer gut bei den Türen und Fenstern kombinieren. Aber auch notwendige energetische Maßnahmen kann man dort mit kombinieren. Und wenn man das alles zusammen plant, dann ist es meist günstiger und dann ist es einfacher umzusetzen. Und auch Fördermittel sind so aufgebaut. Da komme ich schon mal zu meinem ersten Tipp, dass man die zu verschiedenen Themen auch kombinieren kann. Also auch hier bei der Finanzierungs- und Förderseite gibt es dort Vorteile.

Aroundhome: Sie haben die Fördermaßnahmen, die zur Verfügung stehen, bereits angesprochen. Welche Möglichkeiten habe ich dann als Angehöriger oder vielleicht auch als Hauseigentümer:in im höheren Alter dann Finanzierung für altersgerechte Sanierungsmaßnahmen zu erhalten?

Finanzierungsmöglichkeiten

Alexander Steinfeldt: Die erste Wahl ist das Programm 159 der KfW. Die KfW ist eine staatliche Förderbank, die Kredite bereitstellt für bestimmte Bedürfnisse, für bestimmte Maßnahmen. Und dieses Programm ist direkt darauf zugeschnitten, dass dort Maßnahmen finanziert und gefördert werden, die sich um altersgerechtes Wohnen, Barrierefreiheit drehen. Und genau eine altersgerechte Wohnung, ein altersgerechtes Haus. Das kennzeichnet sich dadurch, dass die Zugänge, dass die Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Bad barrierereduziert sind und dass Bedienelemente vorhanden sind.

Mit dem Programm kann ich aber auch nur einzelne Maßnahmen umsetzen. Also ich muss nicht das gesamte Gebäude immer komplett barrierereduziert umbauen, also dass dieser Standard altersgerechtes Haus, sondern ich kann auch einfach nur einzelne Maßnahmen umsetzen. Es ist auch möglich, den Kauf von Wohneigentum von Immobilien darüber zu fördern, wenn diese barrierearm umgebaut wurden. Und auch Maßnahmen zum Einbruchschutz sind auch in diesem Programm mitberücksichtigt.

Der Vorteil eines Förderkredits ist, dass der Zinssatz günstiger ist als bei privatwirtschaftlichen Finanzinstituten. Es gibt auch eine tilgungsfreie Anlaufzeit. Der Kreditrahmen, das sind 50.000 Euro maximal und das ist der Vorteil, dass es unabhängig vom Alter ist. Also auch wenn man schon im fortgeschrittenen Alter ist und sonst Schwierigkeiten hat, vielleicht einen Kredit zu finden, geht es auf jeden Fall immer noch mit dem KfW-Kredit.

Aroundhome: Auf jeden Fall guter Tipp jetzt. Ich glaube, das Thema KfW-Kredite, das ist ja bei vielen irgendwie im Hinterkopf, hat man schon mal gehört. Und jetzt wissen wir auch hier im konkreten Fall für die altersgerechte Sanierung, dass es da den KfW-Förderkredit 159 gibt. Aber eine ganz spannende Frage, die sich unsere Zuschauer:innen auch stellen, ist, wie kann ich denn da überhaupt hinkommen? Wer kann mir denn überhaupt helfen, festzustellen, welche Umbaumaßnahmen da für mich tatsächlich auch sinnvoll sind?

Beratungsstellen nutzen

Alexander Steinfeldt: Das ist mein wichtigster Tipp gleich am Anfang: Holen Sie sich Unterstützung. Holen Sie sich Hilfe dabei. Das ist keine Sache, die man alleine machen muss. Ist auch keine Sache, die man unbedingt alleine machen sollte. Denn Umbaumaßnahmen können auch relativ komplex und umfangreich werden und man braucht dort auch ein gewisses Fachwissen, um dann zu entscheiden, was da die richtigen Maßnahmen sind.

Und das Gute ist, es gibt schon viel Unterstützung, auch kostenfreie Unterstützung und da will ich auch an erster Stelle auf jeden Fall die Wohnberatungsstellen nennen. Das sind kostenfreie Angebote vor Ort, wo man im persönlichen Gespräch darüber reden kann, welche Maßnahmen in Frage kämen, welche Bedürfnisse man an das Gebäude hat, auch welche Fördermittel infrage kommen, wie man das Ganze finanzieren sollte. Also hier kann man wirklich in einem vertrauensvollen Gespräch schon die wichtigsten Details durchgehen.

„Das ist mein wichtigster Tipp gleich am Anfang: Holen Sie sich Unterstützung [...] Das ist auch keine Sache, die man unbedingt alleine machen sollte. Denn Umbaumaßnahmen können auch relativ komplex und umfangreich werden und man braucht dort auch ein gewisses Fachwissen, um dann zu entscheiden, was da die richtigen Maßnahmen sind."

Auch zum Teil die Verbraucherzentralen bieten solche Hilfen an, da ist es am besten, wenn man sich über das Internet informiert, wo solche Beratungsstellen sind. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnanpassung e.V., die listet auch alle Wohnberatungsstellen vor Ort auf. Also dort kann man dann auch noch mal nachschauen.

Ein wichtiger Partner bei der Umsetzung, aber auch schon bei der Beratung und Planung sind natürlich auch die Handwerksbetriebe. Und hier empfehle ich es, dass diese Betriebe zertifiziert sind, nämlich nach einer DIN-geprüften Fachkraft für barrierefreies Bauen. Und die weisen nämlich nach, dass sie sich mit dem Thema Altersgerechtigkeit und Barrierefreiheit auseinandergesetzt haben und dort gute Maßnahmen anbieten können. Natürlich muss man berücksichtigen, dass Handwerksbetriebe gewinnorientiert sind und deswegen ist es auch gut, wenn man sich noch eine neutrale, unabhängige Meinung einholt.

Geht es um Einbruchschutz, dann kann auch die Polizei Ansprechpartner sein. Also da kann man einfach an der nächsten Polizeistation auch fragen oder anrufen.

Und plant man zusätzlich neben den Umbaumaßnahmen fürs altersgerechte Wohnen und für Barrierefreiheit auch noch energetische Maßnahmen, dann sollte man auf jeden Fall eine Energieberaterin oder einen Energieberater mit hinzu holen. Die können einen dort auch wirklich richtig gut beraten. Und wer sich schon vorher gut informiert und ein gutes Wissen haben möchte, um dann im Beratungsgespräch auch die richtigen Fragen stellen zu können, den empfehle ich es auf Internetportalen wie zum Beispiel Aroundhome oder auch bei uns bei co2online nachzulesen und sich noch mehr mit den Details zu befassen. Da gibt es auf jeden Fall gute Informationen.

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Aroundhome: Vielen Dank! Jetzt haben Sie ja gerade schon das Thema Energieberater als Beratungsquelle angesprochen. Das Thema Polizei vielleicht auch. Jetzt kommt man aber im ersten Gedanken ja gar nicht darauf. Warum sollte ich denn beim altersgerechten Sanieren oder Wohnen auch energetische Maßnahmen einfach in Betracht ziehen? Das ist ja nicht ganz naheliegend, dass man sofort als erstes darauf kommt. Vielleicht können Sie da noch ein bisschen was dazu sagen, warum das auch Sinn macht.

Alexander Steinfeldt: Um ein praktisches Beispiel zu nennen, ich plane also mein Gebäude, mein Haus in Schuss zu bekommen und will jetzt auch die Türen austauschen und die Fenster austauschen. Und über das bereits genannte Förderprogramm kann ich dann die Türen austauschen. Aber die Fenster sind da gar nicht mit abgedeckt. Das ist eine Ausnahme.

Fenster gehören nämlich zur energetischen Hülle des Gebäudes und werden über ein anderes Förderprogramm auch von der KfW gefördert und finanziert. Und das muss man natürlich vorher wissen. Und so kommt eins ins andere hinzu, dass man eigentlich gleich auch komplett umfangreiche ganzheitliche Maßnahmen am Gebäude planen kann.

Nämlich zum Beispiel, wenn man sowieso das Fenster schon ausgetauscht hat. Da muss man sowieso Reparaturen an der Fassade vornehmen. Vielleicht ist dann auch sowieso eine Wärmedämmung nötig und die kann man dann eben über ein anderes Förderprogramm auch mitfinanzieren. Ich hatte am Anfang schon gesagt, das hat manchmal auch Vorteile, weil die, weil das Fassadengerüst vielleicht auch schon steht und ich das dann einfach auch mitfinanzieren kann, als wenn ich das in zwei unterschiedlichen Schritten mache und habe dann auch mal eine Kostenersparnis dadurch.

Aroundhome: Okay, vielen Dank. Jetzt habe ich beispielsweise mich zusammen mit meinen Eltern in der Beratungsstelle jetzt informiert und ich weiß zum Beispiel, dass unbedingt das Badezimmer ja altersgerecht gestaltet werden sollte und auch, dass ein Treppenlift sinnvoll ist, damit die problemlos und sicher ohne Sturzrisiko auch in die zweite Etage kommen. Aber wie gehe ich dann jetzt konkret vor, wenn ich den Kredit beantragen möchte? Und vor allem wie lange dauert das dann eigentlich, bis man da auch eine Zusage oder eine Rückmeldung bekommt?

Vorgehensweise zur Kreditbeantragung

Alexander Steinfeldt: Ja, gehen wir mal in das Thema Finanzierungspartner finden. Das ist auf jeden Fall eine große Herausforderung. Das ist ein Punkt, wo es bei vielen Leuten auch scheitert oder wo sie dann schlechte Erfahrungen mit machen und dann das Ganze abbrechen. Und das ist auf jeden Fall nicht das Ziel, sondern wir wollen sie ja da gut durchbekommen.

Und am sinnvollsten ist es natürlich, direkt bei der Hausbank zu fragen. Ihre Hausbank kennt Sie am besten, weiß, welche Mittel Sie zur Verfügung haben, wie viel Sie investieren können, was das richtige Produkt, die richtige Finanzdienstleistung ist. Deswegen empfehle ich auf jeden Fall, erst mal zur Hausbank zu gehen und dort nachzufragen. Und Sie können sich dann schon gut auf das Gespräch mit Ihrem Finanzberater oder Ihrer Finanzberaterin vorbereiten können schon mal nachfragen, welche Unterlagen Sie benötigen.

„Und dann gilt immer als Faustregel, dass Sie zuerst den Großteil des Kreditrahmens über öffentliche Förderprogramme, also das vorgestellte KfW-Programm, zum Beispiel, abdecken. Und wenn noch zusätzliche Kosten hinzukommen, die nicht von diesen 50.000 Euro Kreditrahmen abgedeckt werden, dann sollten Produkte der Bank hinzukommen, um dort den Gesamtbetrag abdecken zu können."

Und das ist immer ganz wichtig, wenn Sie sich im Klaren darüber, welche Maßnahmen Sie umsetzen wollen, also aus dem Beratungsgespräch bei einer Wohnberatungsstelle, wissen Sie schon, welche Maßnahmen Sie geplant haben und wie viel das vielleicht kosten wird, wenn Sie schon ein Angebot von einem Handwerksbetrieb haben. Und wenn Sie da schon ganz klare Ziele haben und genau eine Vorstellung von Ihrem Projekt haben, dann machen Sie es denen der Hausbank auch sehr einfach, dann das richtige Produkt für Sie zu finden.

Und dann gilt immer als Faustregel, dass Sie zuerst den Großteil des Kreditrahmens über öffentliche Förderprogramme, also das vorgestellte KfW-Programm, zum Beispiel, abdecken. Und wenn noch zusätzliche Kosten hinzukommen, die nicht von diesen 50.000 Euro Kreditrahmen abgedeckt werden, dann sollten Produkte der Bank hinzukommen, um dort den Gesamtbetrag abdecken zu können. Das ist nämlich ein Punkt, dass man dieses Thema öffentliche Fördermittel dort nicht direkt anspricht oder dass das vergessen wird oder hinten durchfällt.

Den Kredit beantragt man ja bei der KfW, aber über die Hausbank und die Hausbank verdient dabei nichts mit. Und das ist für die Hausbank oder für die für den Finanzierungspartner natürlich kein allzu lukratives Geschäft. Deswegen versuchen sie auch immer, ihre eigenen Produkte mit zu verkaufen. Das ist natürlich total verständlich. Trotzdem sollten sie darauf bestehen, dass zuerst die öffentlichen Fördermittel in Betracht gezogen werden sollten und dann erst die Produkte des privaten Finanzdienstleisters. Und darauf können Sie auch bestehen. Und da haben Sie auch ein Recht darauf, dass das mitberücksichtigt wird.

Und ja, es kann natürlich auch vorkommen, dass das abgelehnt wird und von daher ist es dann wichtig, auch Alternativen bereit zu haben. Und das kann dann auch im Falle sein, dass Sie sich eine andere Finanzierungsdienstleister:in suchen.

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Aroundhome: Damit man sich auch genug Zeit nimmt: Wie lange kann es dann eigentlich dauern, bis so ein Kredit dann auch bewilligt wird?

Alexander Steinfeldt: Ja, hier noch mal mein wichtiger Hinweis, dass Sie den Kredit erst beantragen müssen, bevor Sie die Maßnahmen dann beauftragen. Also dieser Hinweis ganz, ganz wichtig und der Antrag geht ein und muss dann bearbeitet werden von der Bank.

Das dauert ja auch eine gewisse Zeit. Also dann am besten nachfragen, wie lange da die Bearbeitungszeiten sind und bis das Geld dann ausgezahlt wird und auf ihrem Konto landet, dauert es dann auch noch mal vier Wochen. Kann auch länger dauern, je nachdem wie ausgelastet auch die KfW-Bank ist. Da gibt es auch ja Unsicherheiten. Also da sollten sie auf jeden Fall genug Puffer mit einplanen.

Und das ist auch gar nicht so irrelevant, denn sie haben ja dann meistens schon ein Angebot von einem Handwerksbetrieb bekommen. Und diese Angebote haben meistens nur eine begrenzte Gültigkeit. Gerade in Zeiten steigender Preise, auch bei Handwerksbetrieben. Also da müssen Sie auch noch mal extra darauf achten, dass das Handwerksangebot auch lange genug gültig ist. Also mindestens vier Wochen, lieber auch ein bisschen mehr. Damit Sie dann immer noch das Handwerksunternehmen beauftragen können, wenn das Geld bei Ihnen gelandet ist.

Aroundhome: Jetzt habe ich den passenden Finanzierungspartner auch gefunden. Wie geht es da weiter?

Alexander Steinfeldt: Also wenn der Kredit bewilligt wurde und der Vertrag unterschrieben wurde und Sie die Zusage für die Förderung haben, dann können Sie beauftragen das Handwerksunternehmen und die Arbeiten können losgehen. Also, da geht es direkt los.

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Regionale Förderkredite

Aroundhome: Was für Fördermöglichkeiten gibt es denn hier noch, die in Betracht gezogen werden können? Beispielsweise auf Länderebene?

Alexander Steinfeldt: Ja, genau. Ich habe auch das Thema regionale Förderkredite noch mitgebracht, weil ich das eine wichtige Ergänzung auch finde. Es gibt viele Programme, eigentlich in jedem Bundesland in Deutschland. Die sind aber alle unterschiedlich und das macht es ein bisschen komplizierter dann wieder. Aber man braucht da gar keine große Angst haben. Denn einerseits sind diese Bundesländerangebote dann auch auf den KfW-Kredit schon ausgerichtet, also die ergänzen sich sehr, sehr gut und sind in vielen Fällen eben auch kombinierbar.

Und zweitens gibt es auch noch einen Fördermittelcheck, mit dem man auch regionale Förderkredite finden kann. Das ist eine Fördermitteldatenbank, die Sie auch bei Aroundhome finden. Und dort kann ich ganz explizit nach Förderprogrammen fürs altersgerechte Bauen und Wohnen auswählen. Aber auch andere Maßnahmen können Sie dort mit auswählen.

„Neben bundesweiten gibt es auch landesspezifische Förderungen, die sich ergänzen und kombinieren lassen, um finanzielle Unterstützung für altersgerechte Sanierungen zu maximieren.“

Ich habe da auch zwei Beispiele mitgebracht: In Nordrhein Westfalen, da stockt die NRW-Bank den KfW-Kredit noch mal um zusätzliche 25.000 Euro auf. Das heißt, wenn die Maßnahmen größer werden, Mehrkosten kann das auch mit dem Kredit dann abgedeckt werden. Und die IBB in Berlin fördert über den Förderkredit "altersgerecht Wohnen" den KfW-Kredit noch mal zusätzlich durch einen geringeren Zins, den man dann bezahlen muss. Also dann wird der Kredit günstiger.

Aroundhome: Jetzt haben wir über eine Sache noch gar nicht gesprochen, und zwar die Möglichkeit der Finanzierung durch Kranken und Pflegekassen. Wann sollte ich mich an die wenden und welche Voraussetzungen gibt es da vielleicht?

Zuschüsse der Kranken- und Pflegekassen

Alexander Steinfeldt: Ja, Kranken- und Pflegekassen können natürlich ein guter Partner, eine gute Partnerin für diese Fragen auch sein. Es gibt einmal die Möglichkeit, Hilfsmittel über die Krankenkassen finanzieren zu lassen. Da lohnt dann ein Blick in die Hilfsmittelliste des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, um herauszufinden, welche Hilfsmittel dort infrage kommen.

Und bei den Pflegekassen sind sogar bauliche Maßnahmen auch möglich und die werden mit einem Zuschuss, also mit einer Rückerstattung dann auch gefördert. Das heißt, bis zu 4.000 Euro je Maßnahme, die man dort zurückbekommt. Die negative Seite oder der Nachteil davon ist, dass es dann nur im akuten Bedarfsfall dann auch gewährt wird. Also hier ist keine langfristige Planung möglich, sondern erst dann, wenn es so weit kommt. Aber wenn es so einen plötzlichen Fall kommt, dann sind das auf jeden Fall die richtigen Ansprechpartner:innen. Und da wenden Sie sich am besten an Ihre Ärztin und an Ihren Arzt oder an die Beraterinnen und Berater von der Pflegekasse.

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Aroundhome: Sie hatten es gerade schon gesagt, jetzt ist man vielleicht kein akuter Bedarfsfall. Oder man erhält keinen Kredit. Welche Möglichkeiten habe ich tatsächlich dann darüber hinaus noch, um die Kosten eben zu schmälern? Gibt es da noch irgendeinen Tipp?

Alexander Steinfeldt: Ja, wir können das mit der Steuer verrechnen. Zumindest zum kleinen Teil, nämlich 1.200 Euro, kann man von der Steuer absetzen, wenn es sich um Handwerksleistungen handelt. Die können nämlich als haushaltsnahe Dienstleistungen abgerechnet werden. Und das sind dann maximal 20 Prozent von maximal 6.000 Euro. Nicht besonders viel, aber noch mal eine Möglichkeit, das abzufedern. Und hier ist es wichtig, dass auf dem Angebot und auf der Rechnung vor allen Dingen die Handwerksleistungen von den Materialkosten getrennt sind, dass wirklich nachweisbar ist, welche Handwerksleistungen dann dort angefallen sind.

Und gibt es höhere Belastungen, also höhere Ausgaben, dann kann man das auch als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen. Also es ist auch noch mal eine Möglichkeit und da empfehle ich es am besten mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater zu reden. Oder bei offiziellen Anfragen können Sie sich auch an das Finanzamt wenden.

Aroundhome: Vielen Dank erst mal bis hierher, Herr Steinfeldt. Bevor wir jetzt zum Ende des Webinars kommen. Können Sie noch einmal ganz kurz zusammenfassen, welche Schritte jeder jetzt im Kopf haben sollte, wenn er eine altersgerechte Sanierung plant?

Alexander Steinfeldt: Sehr gerne. Für mich ist wichtig, die rechtzeitige Planung der Maßnahmen. Also dass sie anfangen, sich beraten zu lassen, sich Hilfe holen, über Wohnberatungsstellen haben wir schon drüber gesprochen, Energieberatung, Polizei, Handwerksbetriebe das sind alles Partner an Ihrer Seite, die Sie dabei unterstützen. Und je früher sie anfangen, desto früher ist auch der Druck da weg und man kann wirklich vernünftig planen.

Und die Beratungsangebote sind, glaube ich, einfach eine wichtige Ergänzung, um dann auch den Erfolg am Ende dort einfahren zu können. Und bei den Finanzierungsquellen bei den Förderprogrammen ist es eben wichtig, das Programm zu kennen. KfW 159 haben wir heute vorgestellt, aber auch die Alternativen dazu und eben auch noch mal den Hinweis darauf, dass immer erst die Fördermittel beantragt werden, bevor dann die Maßnahmen beauftragt werden.

Und ja, wenden Sie sich an Handwerksbetriebe, die bei diesen Maßnahmen zertifiziert sind, die damit Erfahrung haben, dass sie auch dort wissen, dass sie in guten Händen sind. Und ich glaube, dann kann das Abenteuer Umbau dann losgehen. Und es ist kein unangenehmes Thema mehr, sondern ein Thema, dem man sich gerne widmet und wo man Freude hat, dann doch sein Zuhause so umzugestalten, dass man auch im Alter dort noch glücklich wohnen kann.

Aroundhome: Herr Steinfeldt, ich danke Ihnen recht herzlich für die ganzen Informationen, den Überblick über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten für eben die altersgerechte Sanierung. Ich hoffe, dass Sie, liebe Zuschauer:innen, einen guten Einblick heute in das Thema erhalten haben.

Wenn Sie noch weitere Informationen wünschen, schauen Sie unbedingt auf unserer Webseite in unserer neuen Themenwelt "altersgerechtes Wohnen" vorbei. In unserer Themenwelt finden Sie viele weitere Informationen zu dem Thema Fördermöglichkeiten für altersgerechte Sanierungsmaßnahmen. Sie haben auch die Möglichkeit, Angebote von Fachfirmen für zum Beispiel Treppenlift, Notrufsysteme, barrierefreie Bäder oder Elektromobile aus Ihrer Region auch anzufordern.

Außerdem haben wir mit unserem Partner Co2online nämlich den Fördermittelcheck entwickelt. Ein ganz tolles Tool. Hier können Sie direkt einsehen, welche Fördermittel Ihnen zur Verfügung stehen. Und empfehlen möchte ich Ihnen auch noch unser Experteninterview zum Thema "Wie können Sie Ihr zu Hause barrierefrei umbauen?" mit Svenja Weitkamp von co2online. Auch dieses finden Sie bei uns in der angesprochenen Themenwelt oder auf unserem YouTube-Kanal. In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuschauen und auf Wiedersehen!

Die Fragen stellte Martin Brüsch, Sales Operations Manager bei Aroundhome.

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