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Passivhaus mit Passivhausfenstern in Nahaufnahme
Fokus
Energie sparen

Mit Passivhausfenstern Wärmeverluste verhindern

Claudia Mühlbauer
16. Mai 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Passivhausfenster gelten Fenster, die einen U-Wert von 0,8 W/(m²k) oder geringer aufweisen.

  • Passivhausfenster sind mindestens mit einer Dreifachverglasung ausgestattet.

  • Die Preise für ein einfaches Passivhausfenster liegen etwa zwischen 340 und 1.130 Euro.

Die wesentliche Eigenschaft von Passivhausfenstern ist es, den Wärmeverlust aus dem Wohnraum über Fensterrahmen und Glasfläche auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Im Fokus stehen dabei neben der deutlichen Einsparung von Heizenergie auch eine Verbesserung des allgemeinen Wohnraumklimas und der Behaglichkeit durch die Vermeidung von Kältezonen in den Fensterbereichen.

Welche Merkmale haben Passivhausfenster?

Als Passivhausfenster gelten Fenster, die einen U-Wert von 0,8 W/(m²k) oder geringer aufweisen. Der U-Wert bezeichnet den Wärmedurchgangskoeffizienten eines Bauteils. Je niedriger er ist, desto besser ist die Wärmedämmung. Zur Einordnung: einfache Fenster dürfen gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) einen U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²k) erreichen.

Ausschlaggebend für den U-Wert eines Fensters ist das Zusammenspiel der Dämmeigenschaften von Glasfläche, Rahmen sowie der Verbindungsprofile. Die Oberflächentemperatur eines Passivhausfensters sollte im Innenbereich außerdem nicht weniger als drei Grad unter der Raumtemperatur liegen – auch im Winter.

Waermeschutzglas Fenster Funktionsweise

Während der niedrige U-Wert dafür sorgt, dass möglichst wenig Raumwärme nach außen entweicht, ist der Gesamtenergiedurchlassgrad oder g-Wert dafür verantwortlich, wie viel Sonnenenergie nach innen gelangt. Bei Passivhausfenstern sollte er bei mindestens 50 Prozent liegen, sodass ein Großteil der solaren Energie im Rauminneren angelangt. Weil die Verglasung von Passivhausfenster mit einer speziellen Beschichtung ausgestattet ist, wird die UV-Strahlung bis zu 90 Prozent aus dem Sonnenlicht herausgefiltert.

Gut zu wissen:

Der Passivhaus-Standard kann nicht nur im Neubau erreicht werden. Auch eine Altbausanierung kann für eine deutlich erhöhte Energieeffizienz sorgen. Passivhausfenster können ihre positiven Eigenschaften allerdings nur dann voll ausspielen, wenn sie mit einer optimalen Fassadendämmung kombiniert werden.

Aufbau von Passivhausfenstern

Die meiste Wärmeenergie verlieren Wohnräume über die Glasflächen der Fenster. Da mit herkömmlichen Zweifachverglasungen die gesetzlich geforderten Dämmwerte nicht erzielt werden können, sind Passivhausfenster mindestens dreifach verglast. U-Werte bis zu 0,3 können Passivhausfenster mit einer 4-fach-Verglasung erreichen.

Die Dicke und die Beschichtung der Gläser sind dabei wichtige Stellschrauben für die Dämmeffizienz. Spezielle Wärmeschutzbeschichtungen stellen sicher, dass die Abstrahlung nach außen wieder in den Raum reflektiert wird. Neben der Verglasung spielt auch der Rahmen eine wichtige Rolle. Kunststoff hat - anders als Holz - beispielsweise keine guten Dämmeigenschaften. Diese können aber durch einen entsprechenden Profilaufbau mit mehreren Kammern und zusätzlichem Dämmmaterial erreicht werden. Passivhausfenster können daher aus allen gängigen Rahmenmaterialien gefertigt werden und erreichen immer hervorragende Dämmwerte.

Fenster Passivhausfenster Aufbau
Der Aufbau verschiedener Passivhausfenster im Detail

Auch der Übergang der Glasfläche in den Fensterflügel ist wichtig. An diesen empfindlichen Punkten müssen Energieverluste über Wärmebrücken verhindert werden. Das geschieht durch den Einsatz wärmetechnisch optimierter Abstandshalter - einer sogenannten warmen Kante. Mithilfe gezielt eingesetzter Hohlräume werden an den Fensterflügeln und am Fensterrahmen zusätzliche Wärmedämmzonen geschaffen. Um die Dämmwerte weiter zu optimieren, sind Passivhausfenster aus Kunststoff meist mit 6-Kammer-Systemen ausgestattet.

Vor- und Nachteile von Passivhausfenstern

Passivhausfenster erhöhen die Energieeffizienz eines Gebäudes und senken die Heizkosten dadurch deutlich. Diese Fenstermodelle gehen allerdings mit höheren Anschaffungskosten einher und sind aufwendiger einzubauen als herkömmliche Fenster.

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Worauf kommt es beim Einbau von Passivhausfenstern an?

Damit ein Passivhausfenster seine volle Effizienz und seine optimalen Wärmedämmeigenschaften ausspielen kann, kommt es bei der Planung und beim Einbau auf jeden Millimeter an. Besonders gilt das bei der nachträglichen Ausstattung mit Passivhausfenstern im Altbau, wo unter anderem unebene Maurerränder eine besondere Herausforderung darstellen. Besondere Bedeutung kommt der Luftdichtigkeit, der Berücksichtigung von Temperaturgefällen und der Vermeidung von Wärmebrücken zu.

Passivhaus mit Holzverkleidung und Fenstern
Passivhausfenster entfalten ihre postiven Eigenschaften nur bei einem fachgerechten Einbau.

Aus diesen Gründen sollten Sie einen zertifizierten Fachbetrieb mit dem Einbau von Passivhausfenstern beauftragen. Fensterfachfirmen, die nach RAL-Qualitätsstandard arbeiten, können sicherstellen, dass die Dämmeigenschaften des Fensters nicht an der Mauerfuge aufhören. Wir vermitteln Ihnen kostenlos und unverbindlich* bis zu drei Fachfirmen aus Ihrer Umgebung, die Ihre Passivhausfenster einbauen können. Füllen Sie dazu einfach unser Online-Formular aus und geben Sie Ihre Wünsche an.

Preise & Kosten von Passivhausfenstern

Wollen Sie Passivhausfenster kaufen, ist ein Preisvergleich verschiedener Hersteller und Modelle zu empfehlen. Wie hoch die Kosten der Fenster ausfallen, richtet sich unter anderem nach den Maßen, der Größe und der Ausstattung. Bei Passivhausfenstern hängen die Preise außerdem vom erreichten U-Wert und vom Rahmenmaterial ab. So sind Rahmen aus Kunststoff in der Regel am günstigsten, während Holz-Alu-Passivhausfenster die höchsten Kosten mit sich bringen.

Die Preise für ein Dreh-Kipp-Passivhausfenster mit den Maßen 130 cm x 130 cm liegen je nach Material etwa bei 340 bis 1.130 Euro.

Staatliche Förderungen

Unterschiedliche staatliche Förderungen unterstützen Sie bei der Sanierung bestehender Gebäude und beim Einbau energieeffizienter Fenster. Dazu zählen etwa die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und einzelne Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wollen Sie eine Förderung in Anspruch nehmen, müssen Sie diese vor dem Kauf und Einbau der neuen Fenster beantragen und bewilligen lassen. Welche Voraussetzungen außerdem gelten und welche anderen Förderungen es gibt, erfahren Sie in unserer Übersicht über aktuelle Fensterförderungen.

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