Sicherheit im Notfall – mit der Notrufuhr
Eine Notrufuhr ist ein mobiles Alarmsystem fürs Handgelenk. Im Ernstfall benachrichtigt sie Angehörige oder eine Notrufzentrale und kann über GPS den Standort senden. So ermöglicht sie Senior:innen, chronisch Kranken oder sturzgefährdeten Menschen ein sicheres und unabhängiges Leben – zu Hause und unterwegs. Erfahren Sie, welche Varianten der Notfalluhr es gibt, wie viel sie kosten und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Wie funktioniert eine Notrufuhr?
Die Notrufuhr sieht aus wie eine herkömmliche Uhr, hat aber eine Notruf-Funktion: Mit einem Knopfdruck kann direkt die Notrufzentrale oder der hinterlegte Notfallkontakt verständigt werden. Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Sie Ihre Situation direkt schildern – ganz ohne Telefon in der Hand.
Die wichtigsten Merkmale einer Senioren-Notrufuhr auf einen Blick:
Integrierte SIM-Karte: Die Notfalluhr funktioniert auch unterwegs ohne gekoppeltes Handy.
SOS-Taste: Sofortiger Notruf mit nur einem Handgriff.
Freisprecheinrichtung: Direkte Kommunikation direkt über das Handgelenk.
GPS und WiFi-Ortung: Präzise Standortübermittlung, auch wenn Sie nicht sprechen können.
Intelligenter Sturzsensor: Automatischer Alarmversand, falls Sie stürzen und nicht mehr selbst reagieren können.
Starker Akku: Verlässliche Laufzeit über mehrere Tage hinweg.
Angehörigen-App: Optionale Tracking-Möglichkeit und Benachrichtigungen für die Familie.
Gesundheits-Extras: Integrierter Herzfrequenzmesser und Schrittzähler zur Kontrolle der Vitalwerte.
Welche Notrufuhr-Modelle gibt es?
Je nach Lebenssituation und gewünschtem Sicherheitsgrad stehen Ihnen drei verschiedene Varianten der Notrufuhr zur Auswahl:
Notrufuhr mit Hausnotrufsystem: Diese klassische Variante ist oft ein Kombipaket mit einer Basisstation für zu Hause. Eine Zentrale nimmt Notrufe rund um die Uhr entgegen. Für diese Leistung fallen monatliche Service-Gebühren von ca. 25 Euro an.
Notrufuhr mit Smartphone: Hier erhalten Sie die Uhr als Ergänzung zum Handy. Die Steuerung erfolgt per App. Im Notfall werden die hinterlegten Kontakte nacheinander angerufen und der Standort per SMS versendet.
Notrufuhr mit SIM-Karte: Diese Notrufuhr-Variante benötigt kein Handy und keine Basisstation. Alle Funktionen sind direkt im Gerät integriert. Dank der SIM-Karte sind Sie unabhängig und können überall dort Hilfe rufen, wo Mobilfunkempfang besteht.
Notrufuhr in Kombination mit einem Hausnotruf
Der klassische Hausnotruf funktioniert über eine Basisstation, die ans Telefonnetz angeschlossen wird, und einen mobilen SOS-Sender, der am Körper getragen wird. Diesen Sender können Sie bei manchen Anbietern als Notrufuhr statt als Notrufarmband oder Anhänger erhalten. Beim Hausnotruf zahlen Sie eine monatliche Gebühr für die 24-Stunden-Notrufzentrale. Dafür erhalten Sie zu jedem Zeitpunkt schnell und unkompliziert Hilfe, da Ihr Name, Adresse sowie gegebenenfalls Krankheitsdaten und Haustürschlüssel hinterlegt sind.
Senioren-Smartwatch mit Notruf
Smarte Notrufuhren sehen aus wie herkömmliche Smartwatches, bieten aber Sicherheitsextras, wie Notrufknopf, GPS-Tracking oder einen Herzfrequenzmesser. Per App können Angehörige über den Standort der Träger:innen informiert werden, was bei Demenz hilfreich ist. Senioren-Smartwatches gibt es mit oder ohne Mobilfunkvertrag, mit Prepaid-Karte oder mit Hausnotruf.
Senioren-Notrufuhr im klassischen Design
Wenn Sie ein klassisches Design bevorzugen, gibt es auch Notrufuhren, die sich optisch kaum von herkömmlichen Armbanduhren unterscheiden. Sie verfügen aber über zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie einen Notrufknopf, eine Freisprecheinrichtung und GPS-Tracking.
Welche Notrufuhr-Testsieger gibt es?
Der F.A.Z. Kaufkompass hat im Mai 2025 zehn Senioren-Notrufuhren getestet. Folgende Testsieger wurden gekürt:
Stand: Februar 2026
Im Notrufarmband-Vergleich 2026 von Vergleich.org wurden unterschiedliche Notrufsysteme für Senior:innen getestet. Es gab folgende Testsieger bei den Notfalluhren:
One Button Phone Modell 2024 (Vergleichssieger)
Cpr Guardian Smartwatch Senioren (Preis-Leistungs-Sieger)
Funktionieren herkömmliche Smartwatches als Notrufuhr?
Eine herkömmliche Smartwatch kann auch als Notrufuhr verwendet werden. Allerdings sollten die Nutzer:innen ein grundlegendes Technikverständnis haben. Smartwatches erfordern bei der Einrichtung und Bedienung oft mehr Geschick. Zudem funktionieren sie meist nur in Kombination mit einem Smartphone.
Die Schweizer Zeitschrift Gesundheitstipp hat mit der SRF-Sendung Kassensturz zwei Smartwatches als Notrufuhren getestet:
Apple Watch SE 4G: Überzeugt mit einem zuverlässigen Sturzsensor. Beim Drücken des SOS-Knopfs wird direkt die 112 gewählt und der Standort per Nachricht an Notfallkontakte gesendet (ein Anruf bei den Kontakten erfolgt nicht).
Samsung Galaxy Watch 5 LTE: Punktet mit der besten Telefonqualität, erhielt aber wegen der komplizierten Ersteinrichtung insgesamt nur die Note „Genügend“ für ihre Notrufuhr-Funktion.
Wie teuer ist eine Notfalluhr?
Eine Notfalluhr kostet ca. 100 bis 400 Euro. Damit bewegen sie sich in einem ähnlichen Preisrahmen wie herkömmliche Armbanduhren oder Smartwatches. Entscheidend ist beim Preis von Notfalluhren vor allem die technische Ausstattung und die regelmäßigen Kosten für den Mobilfunkvertrag oder ein Hausnotruf-Abo.
Zum Anschaffungspreis kommen die laufenden Kosten einer Notrufuhr hinzu:
Hausnotruf-Abo inklusive mobilen Sender: ca. 40 bis 80 € im Monat oder
Mobilfunkvertrag für SIM-Karte der Notrufuhr: ca. 7 bis 60 € im Monat oder
Prepaid-Guthaben für SIM-Karte der Notrufuhr: ab 5 Euro.
Gibt es einen Pflegekassenzuschuss für eine Notrufuhr?
Sie können einen Zuschuss der Pflegekasse für einen Hausnotruf mit Notfalluhr erhalten. Wenn es sich um ein anerkanntes Notrufsystem handelt, werden monatliche Kosten von bis zu 25,50 Euro bezuschusst.
Für diesen Zuschuss müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Pflegegrad: Es liegt mindestens Pflegegrad 1 vor.
Wohnsituation: Die Person lebt (zum großen Teil) allein oder mit einer Person zusammen, die ihr im Notfall nicht zuverlässig helfen kann.
Notfallrisiko: Es besteht ein Notfallrisiko (z. B. durch Stürze), bei dem die Person voraussichtlich kein herkömmliches Telefon bedienen kann.
Worauf sollte ich beim einer Notfalluhr achten?
Die Notrufuhr ist ideal für Personen, die ein dezentes, mobiles Notrufsystem suchen.
Sie sollten in der Lage sein, den Knopf zu drücken und die Uhr zu bedienen.
Für Demenzkranke eignet sich die Uhr in Kombination mit einer App für Angehörige.
Achten Sie auf wichtige Zusatzfunktionen wie GPS, Sturzerkennung, Telefonfunktion.
Das für Sie passende Modell finden Sie am besten, indem Sie mehrere Notrufsysteme vergleichen. Schnell und einfach geht das mit einem Vergleichsportal wie Aroundhome.
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Häufig gestellte Fragen
Wie funktionieren Notfalluhren?
Mit einer Notfalluhr können Sie per Knopfdruck einen Notruf absenden. Per Freisprecheinrichtung können Sie dann mit der Notrufzentrale oder Ihren Notfallkontakten sprechen. Als Zusatzfunktion wird der Standort per GPS übermittelt. Es gibt auch Modelle mit integrierten Sturzsensoren, die bei einem Sturz und ausbleibenden Lebenszeichen automatisch einen Notruf absenden.
Wie sehen Notrufuhren aus?
Notrufuhren sehen wie herkömmliche Uhren aus. Es gibt sie als klassisches Modell mit Lederarmband, als sportliche Variante oder als Smartwatch. Einige Notrufuhren haben einen extra Knopf, um einen Notruf abzusenden.