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So wird's optisch schön:

Dachziegel – der gute Ton für Ihr Hausdach

Claudia Mühlbauer
14. Januar 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Ebenso wie Dachsteine müssen Dachziegel Hitze und Frost standhalten und besonders stabil sein.
  • Tondachziegel gibt es in einer Vielzahl unterschiedlicher Ausführungen, die sich jeweils für bestimmte Dächer eignen.
  • Wollen Sie Solar-Module auf Ihrem Dach anbringen, können sich spezielle Solar-Dachsteine eignen.

Dachziegel verleihen Ihrem Heim einen einzigartigen Charakter. Sie werden aus dem natürlichen Rohstoff Ton hergestellt, der für Tradition, Haltbarkeit und eine gute Umweltverträglichkeit steht. Außerdem sind sie in vielen verschiedenen Farben erhältlich, sodass sie genau die Dachziegel auswählen können, die zu Ihrem Haus passen.

Diese Anforderungen müssen Dachziegel erfüllen

Anders als Dachsteine aus Beton werden Dachziegel immer aus natürlichem Ton gefertigt und gebrannt. Große Hitze und klirrender Frost dürfen die Dachziegel nicht reißen oder springen lassen. Auch bei Wind und Sturm soll der Verbund aus Ziegeln auf dem Dach standhalten und selbstverständlich feuerfest sein. Dachziegel sollten eine langfristige Investition sein, deshalb darf der UV-Anteil im Sonnenlicht sie nicht ausbleichen. Auch Säuren, die sich durch Luftverschmutzung bilden, muss das Material widerstehen. Besonders wichtig ist auch die Stabilität: Denn hohe Schneelasten oder die regelmäßige Begehung, beispielsweise durch den Kaminkehrer, dürfen das Dach natürlich nicht zum Einstürzen bringen. Eine korrekt verlegte und bei Bedarf instand gehaltene Dacheindeckung aus Ziegeln entwickelt mit den Jahren zwar eine Patina, aber sie hält der Witterung bis zu 100 Jahre lang stand.

Die beliebtesten Dachziegel-Arten im Überblick

Dachziegel gibt es nicht nur in vielen Farben, sondern auch in unterschiedlichen Formen. Das hat zwei Gründe: Einerseits gehören bestimmte Dachziegel zu einzelnen Dörfern und Gemeinden und prägen das Gesicht von ganzen Regionen. Andererseits sind manche Formen für Dächer mit einer bestimmten Neigung besser geeignet als andere. Wir sagen Ihnen, welche Ziegel sich für Ihr Dach eignen:

Glattziegel

Der Name sagt alles: Glattziegel haben eine glatte Oberfläche. Die symmetrische Form wirkt dazu sehr modern. Sie verfügen über nach der Verlegung unsichtbare Falze an Kopf und Seite, um Wind und Wetter standzuhalten. Die gerippte Rückseite sorgt außerdem für guten Halt auf der Dachkonstruktion. Zudem sind Glattziegel leicht zu verlegen, und mit einem Bedarf von etwa zehn Ziegeln pro Quadratmeter ist das Dach schnell erneuert.

Flachdachziegel

Der Name dieser Dachziegel bedeutet nicht, dass sie zur Eindeckung von Häusern mit Flachdach geeignet sind. Aber der Flachdachziegel ist eine optimale Lösung für Satteldächer mit sehr geringer Neigung. Bereits ab einer Dachneigung von zehn Grad ist hier eine Dacheindeckung möglich. Die geschwungene Form sorgt dafür, dass Wasser nicht in das Dach eindringen kann, sondern zuverlässig auf den nächsten Ziegel geleitet wird. Trotzdem benötigen so wenig geneigte Dächer unter den Dachziegeln eine zweite wasserführende Schicht. Mit einem Bedarf von acht bis neun Ziegeln pro Quadratmeter lassen sich Fachdachziegel ebenfalls leicht verlegen und erzeugen eine flächige Optik.

Nahaufnahme von roten Flachdachziegeln
Flachdachziegel eignen sich für Dachneigungen ab zehn Grad.

Sigma-Pfanne

Der bekannte Dachziegel-Hersteller Nelskamp fertigt die sogenannte Sigma-Pfanne, die vom Aufbau mit der Finkenberger Pfanne verwandt ist. Diese schön geschwungenen Dachziegel mit abgerundeter Schnittkante erzeugen ein besonders harmonisches Bild. Dazu sind Sigma-Pfannen vergleichsweise günstig und perfekt für Dächer mit einer Standard-Neigung von 22 Grad geeignet. Weiterhin sind sie sehr druckresistent. Sie benötigen hier etwa zehn Ziegel pro Quadratmeter.

S-Pfanne

Die S-förmig geschwungenen Tondachziegel mit abgerundeten Kanten geben der S-Pfanne ihren Namen. Diese Formgebung lässt die Dacheindeckung geschwungen und fließend wirken. Längs- und Seitenfalz halten selbst widrigsten Witterungsbedingungen stand, drei Querrippen am Fuß ermöglichen eine sichere Verankerung. Diese Dachpfannen können Sie auch als Durchgangsdachziegel nutzen, um Leitungen für eine Antenne, Satellitenanlage oder eine Photovoltaikanlage zu installieren.

Dachdecker verlegt Dachziegel in S-Form
S-Pfannen gehören zu den klassischen Dachziegeln.

Berliner Biber

Der Berliner Biber ist eine Abwandlung des Biberschwanz-Dachziegels. Der glatte, schmale Ziegel hat eine abgerundete Unterkante, sodass die Form an einen Biberschwanz erinnert. Diese Art der Dacheindeckung gehört traditionell zu historischen Gebäuden im Raum Berlin. Pro Quadratmeter werden bis zu 40 Dachziegel benötigt, was die Verlegung aufwendig macht. Berliner Biber erzeugen eine horizontal ausgerichtete Schuppenstruktur, die an Altbauten äußerst charmant wirkt. Häufig schreiben Denkmalschutzbehörden diese Art der Dacheindeckung an geschützten Gebäuden vor.

Doppelmuldenfalzziegel

Einen Doppelmuldenfalzziegel erkennen Sie an den charakteristischen Mulden auf der Oberfläche. Zusätzlich sorgen Falze an der Seite und der Oberkante für einen guten Wetterschutz. Diese Tondachziegel waren lange Zeit bei landwirtschaftlichen Gebäuden sehr gefragt und sind heute in der authentischen Altbausanierung beliebt. Doppelmuldenfalzziegel sind gut für steile Dächer mit einer Dachneigung von 30 Prozent geeignet. Der Bedarf ist mit etwa 14 Dachziegeln pro Quadratmeter eher hoch.

Drei-Muldenfalzziegel

Der Drei-Muldenfalzziegel ist die Weiterentwicklung des Doppelmuldenfalz-Dachziegels. Auch dieser Dachziegel ist besonders bei großen Dachflächen im gewerblichen Bereich beliebt. Die Verarbeitung ist einfach, da die Ziegel dank eines großen Schiebebereichs mühelos zu verlegen sind. Pro Quadratmeter werden etwa sechs Stück benötigt.

Flächenziegel

Flächenziegel sind dem Glattziegel ähnlich: Auch hier ist der Ziegel bis auf die Falze an Seite und Oberkante glatt gestaltet. Die einzelnen Dachziegel sind hier sehr groß, sodass rund sieben Ziegel zur Eindeckung eines Quadratmeters ausreichen. Diese Variante lässt sich gut mit traditionellem Dachschmuck wie einer Dacheule kombinieren. Die ideale Dachneigung für den Flächenziegel beträgt 22 Grad.

Frankfurter Pfanne

Die Frankfurter Pfanne wird seit rund einem halben Jahrhundert für Neubauten und Sanierungen deutschlandweit geschätzt. Diese Dachpfannen weisen eine klassische Form mit Wellenprofil auf. Besonders macht diese Variante die Oberfläche, Protegon genannt. Die Frankfurter Pfanne ist glatt und damit lange gegen Schmutz und Bewuchs geschützt. Zudem reflektiert dieser Typ die Sonne stark, was im Sommer zu angenehmen Temperaturen im Dachgeschoss führt. Dieser Dachziegel ist einfach zu verlegen und hat einen Bedarf von etwa 13 Ziegeln pro Quadratmeter.

Biberschwanz

Der Biberschwanz-Dachziegel ist die Urform, nach der der Berliner Biber entstand. Auch dieser Ziegel ist glatt und rechteckig mit einer Rundung am unteren Ende geformt. Auf der Rückseite der Oberkante befindet sich ein Falz, der das Einhängen an der Dachlatte ermöglicht. Diese Dacheindeckung ist besonders bei Altbauten in Süd- und Ostdeutschland beliebt. Es gibt verschiedene Arten der Verlegung, die einen großen Einfluss auf den Materialbedarf haben. Rechnen Sie mit einem Mindestverbrauch von 34 Ziegeln pro Quadratmeter.

Dachziegel in Holzoptik
Dachziegel aus Holz werden heutzutage nicht mehr so häufig genutzt, sehen aber vor allem in Biberschwanz-Optik ziemlich schick aus.

Hohlziegel

Der gewölbte Hohlziegel ohne Falz ist typisch für den norddeutschen Raum. Hohlziegel sind dort für denkmalgeschützte Gebäude ebenso die erste Wahl wie für die Ausführung von anspruchsvollen Bauten wie Fledermausgauben. Die Ziegel sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und können auf unterschiedliche Arten verlegt werden. Der traditionelle Dachaufbau erfordert einen Handwerker mit viel Erfahrung. Der Bedarf liegt hier bei etwa 9 bis 15 Ziegeln pro Quadratmeter.

Finkenberger Pfanne

Die Finkenberger Pfanne mit dezenter Wellung und schönen Schnittkanten sorgt für ein klassisches Dach, das zeitlos wirkt. Sie benötigen rund zehn Dachziegel pro Quadratmeter, wobei eine Dachneigung von etwa 22 Grad für diesen Ziegeltyp ideal ist. Der überdeckte Seitenfalz und die Verrippung am Fuß machen diese Dachpfannen sehr robust und widerstandsfähig gegen Wind und Wetter.

Reformziegel

Reformdachziegel sorgen mit einer kleinen Mulde für eine gute Wasserableitung bei gleichzeitig harmonischem Dachbild. Sie stellen sozusagen die moderne Interpretation eines Glattziegels mit verbesserten Eigenschaften dar und sind besonders geeignet für Dächer mit einer starken Neigung von etwa 30 Grad. Der Bedarf liegt bei rund zehn Dachziegeln pro Quadratmeter.

Hohlfalzziegel

Dieser Dachziegel ist mit seiner geschwungenen Form markant und dennoch dezent. Er eignet sich für Neubauten und Sanierungen gleichermaßen, die ideale Dachneigung für dieses Modell liegt bei 22 Grad. Mit etwa 13 Stück pro Quadratmeter liegt der Verbrauch etwas über dem anderer moderner Dachziegel.

Solar-Dachziegel

Solar-Dachziegel sind in der Regel keine echten Dachziegel, sondern Dachsteine. Die Hersteller ahmen die Form klassischer Dachziegel aus Beton nach und bringen dann ein Solar-Modul auf die Oberfläche eines jeden Dachsteins auf. Damit wird die gesamte Dachfläche zur Energiegewinnung genutzt und die Harmonie eines klassischen Dachs bleibt erhalten. Störende, sichtbare Solar-Module sind nicht mehr nötig. Die Hersteller versprechen eine Haltbarkeit von 30 Jahren.

Solardachziegel in Grau
Solar-Dachziegel wie diese sind meist etwas teurer als die Standard-Solarmodule, die sonst auf den Dächern angebracht werden.
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Dachziegel gibt es nicht nur in Rot

Da Dachziegel immer aus Ton gefertigt werden, ist Rot der klassische Farbton. Erst durch eine Behandlung sind Dachpfannen auch in diversen anderen Farben erhältlich. Zur Wahl stehen Engoben, Glasuren und Edelengoben.

  • Engoben: Hier erhält der Dachziegel vor dem Brennen eine zusätzliche Schlämmschicht aus einem andersfarbigen Ton. Die Pfanne behält also die typische Oberfläche, nur die Farbe wird verändert.
  • Glasur: Durch das Aufbringen einer Schlämmschicht mit Glaspartikeln nach dem Brand entsteht eine farbige Glasschicht auf dem Dachziegel. Sie kennen den Effekt von glasierten Fliesen. Glasierte Dachziegel sollen länger von einem Bewuchs durch Moose und Flechten geschützt sein.
  • Edelengoben: Hier befinden sich weniger Glaspartikel in der farbgebenden Schlämmschicht der Tondachziegel. So entsteht eine glänzende Oberfläche, die nicht komplett diffusionsdicht ist.
Dachziegel in unterschiedlichen Farben
Dachziegel müssen nicht unbedingt rot sein. Aber meist gibt es Vorschriften des jeweiligen Standortes, die nicht jede Farbe erlauben.

Großflächenziegel: Preisgünstig und schnell zu verlegen

Großflächenziegel zeichnen sich durch einen großen Deckbereich aus. So benötigen Sie nur wenige Ziegel pro Quadratmeter Dachfläche. Das hilft Ihnen, die Kosten für Ihr neues Dach zu senken, denn die Verlegung geht zügig von der Hand. Dieser Vorteil kommt besonders bei großen Dachflächen zum Tragen, an denen die großzügigen Ziegel zudem optisch ansprechend wirken. Bei Großflächenziegeln, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind, benötigen Sie nur etwa zehn Ziegel pro Quadratmeter.

Auch Dachziegel gibt es nicht ohne Vorschriften

Bevor Sie sich für neue Dachziegel entscheiden, sollten Sie unbedingt prüfen, ob der Bebauungsplan in Ihrer Siedlung Vorschriften zu Form und Farbe macht. Häufig sind bunte Ziegel oder hochglänzende Modelle nicht erlaubt. Fragen Sie daher bei Ihrem zuständigen Bauamt nach. Sollte Ihr Gebäude unter Denkmalschutz stehen, sind Sie bei der Dacheindeckung sehr festgelegt. Die zuständige Denkmalschutzbehörde berät Sie zu den möglichen Varianten.

So viel kosten die einzelnen Dachziegel-Typen

Wenn Sie Ihr Dach sanieren möchten, achten Sie nicht nur auf den Preis der einzelnen Dachziegel. Denn der Verbrauch pro Quadratmeter bestimmt, wie teuer Ihr neues Dach wird. Die folgende Tabelle zeigt, mit welchen Kosten bei den einzelnen Dachziegel-Typen zu rechnen ist. Die angegebenen Preise beziehen sich ausschließlich auf die Ziegel – Arbeitslohn, Verbrauchsmaterial, Gerüste und Weiteres kommen noch hinzu.

Denken Sie am besten gleich auch über eine Dachdämmung nach, wenn Sie Ihr Dach neu eindecken. Zwar fördert der Staat das Erneuern eines Hausdachs allein nicht, aber wenn Sie sich für eine Dachdämmung entscheiden, zählen auch die notwendigen Begleitkosten zu den förderfähigen Ausgaben. Damit sind dann auch folgende Arbeiten förderfähig:

  • Dachlatten erneuern
  • Einbau von Dampfsperre, Unterspannbahn und Luftdichtheitsschicht
  • Austausch von Dachziegeln und Installation von Schneefanggittern, Ausstiegsfenstern und Abdichtarbeiten
  • Veränderungen am Dachüberstand
  • Austausch von Dachrinnen und Fallrohren
  • Arbeiten an Dachantenne, Sat-Anlage oder Blitzableiter (sofern erforderlich)
  • Erneuerung der Schornsteinkopf-Einfassung

Gut zu wissen: Fördermöglichkeiten für Dachziegel

Zur Wahl stehen folgende Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW):

  • Zuschuss 430 „Energieeffizient Sanieren“: Zwanzig Prozent der Kosten für Dämmung und Dacheindeckung als Zuschuss, maximal 10.000 Euro
  • Kredit 151 „Energieeffizient Sanieren“: Wenn Sie Ihr Haus zum KfW-Effizienzhaus ausbauen, ist ein Kredit von 120.000 Euro pro Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss von maximal 48.000 Euro möglich.
  • Kredit 152 „Energieeffizient Sanieren, Einzelmaßnahme“: Bis zu 50.000 Euro als zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss pro Wohneinheit

Um die Fördermittel zu erhalten, müssen Sie den Antrag auf Fördermittel unbedingt vor Beginn der Maßnahmen stellen. Das geht ganz einfach online auf den Seiten der KfW.

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