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Zuhause wohnen im Alter: Was Sie bedenken sollten

Christina Tobias
Christina Tobias
24. November 2023

Bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben: Das ist der Traum vieler Menschen. Doch wie kann er Realität werden? Erfahren Sie, welche Schritte bei der Planung durchlaufen werden müssen und welche Kosten zu erwarten sind.

Welche Vorteile hat es, wenn man im Alter zu Hause wohnt?

In eine betreute Einrichtung ziehen oder die Pflege im eigenen Zuhause in Anspruch nehmen? Vielen Menschen fällt die Entscheidung nicht leicht. Aufnahmestopps und Insolvenzen von Pflege- und Altersheimen regen jedoch ein Umdenken an und das eigene Zuhause rückt bei der Planung fürs Alter in den Vordergrund. Die Liste mit Vorteilen für das Wohnen zu Hause ist lang:

  • Die Wohnung / das Haus ist der Person vertraut und sie verbindet Erinnerungen damit, die Geborgenheit spenden.
  • Auch die Umgebung ist der Person bekannt. Sie kann sich dort frei bewegen und ihre sozialen Kontakte vor Ort können bestehen bleiben.
  • Die Person behält ein Gefühl von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.
  • Es muss keine neue Unterkunft gesucht werden, die sowohl für die zu pflegende Person als auch für die Angehörigen passt.
  • Die Pflege zu Hause ist oft günstiger als in einer Senioreneinrichtung.

Unser Tipp: Beratungsstellen nutzen

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen vor der Entscheidung stehen, ob die Pflege in Zukunft zu Hause oder in einer betreuten Einrichtung stattfinden soll , ist es empfehlenswert, beratende Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Bezüglich der nötigen Umbaumaßnahmen können Wohnberatungsstellen ein guter Anlaufpunkt sein. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungsanpassung e.V. listet passende Ansprechpartner:innen aus Ihrer Region.

Zum Thema Pflege, Finanzierung und Betreuung können Sie sich von Pflegekassen umfangreich beraten lassen.

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Welche Umbaumaßnahmen gibt es?

Bestandsgebäude sind häufig nicht barrierefrei und müssen es auch nicht immer zwangsläufig sein. Wichtiger ist es, die passenden Maßnahmen auf die individuellen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen anzupassen.

Ratsam ist der Tausch der Badewanne gegen eine ebenerdige Dusche, das Anbringen von Haltegriffen und das Verlegen eines rutschhemmenden Bodenbelags im Badezimmer. Toilettensitzerhöhungen und eine Sitzmöglichkeit in der barrierefreien Dusche sorgen zusätzlich für Komfort.

Um Treppen zu überwinden, bietet der Einbau eines Treppenlifts eine gute Unterstützung im Alltag. Wird eine Gehhilfe oder ein Rollstuhl benötigt, ist eine Rollstuhlrampe im Eingangsbereich sinnvoll. Türen und Eingangsbereiche sollten auf Schwellen und eine Breite von mindestens 80 cm überprüft werden.

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Frau in Rollstuhl im Wohnzimmer
Was Sie beim barrierefreien Wohnen beachten sollten
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Projekte für ein altersgerechtes Zuhause

Mit diesen Projekten können Sie Ihr Zuhause oder Ihren Alltag seniorengerecht gestalten:
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Wie weit im Voraus sollten die Maßnahmen geplant werden?

Leider kann sich der Gesundsheitzustand im Alter so schnell ändern, dass Umbaumaßnahmen schneller relevant werden, als man sich selbst gedacht hat. Deshalb ist es wichtig, sich bereits vor dem Eintreten einer Mobilitätseinschränkung Gedanken dazu zu machen, ob beispielsweise ein barrierefreies Bad bei der Badezimmerplanung oder der Modernisierung mitgedacht werden sollte. Denn je nach Umfang der Umbauten müssen Sie oder Ihre Angehörigen unterschiedlich viel Zeit einplanen.

Für den Umbau zum barrierefreien Badezimmer können Sie laut unseren Partner-Fachfirmen mit circa 25 bis 30 Arbeitstagen, also fünf bis sechs Wochen, rechnen. Wenn der altersgerechte Umbau akut notwendig wird, gibt es Maßnahmen, wie die Montage von Haltegriffen, der Einbau eines Treppenlifts oder der Erwerb eines Notrufsystems, die mit der passenden Fachfirma auch schnell umgesetzt werden können.

Pflege und Haushaltshilfe: Welche Unterstützungen sind möglich?

Eine Möglichkeit ist das Engagieren einer Haushaltshilfe, auf die Menschen mit Behinderung, eingeschränkter Alltagskompetenz und Demenz einen gesetzlichen Anspruch haben. Der entsprechende Antrag muss bei der Krankenkasse oder dem Sozialamt gestellt werden. Wer über einen Pflegegrad verfügt, kann zur Finanzierung das Pflegegeld oder den Entlastungsbetrag nutzen. In den Aufgabenbereich von Haushaltshilfen fallen u. a. das Zubereiten von Mahlzeiten und Wäsche waschen bis hin zum Behördengang.

Wird mehr Unterstützung benötigt (z. B. bei der Körperpflege, beim Essen oder bei der medizinischen Versorgung) ist ein ambulanter Pflegedienst die richtige Wahl. In Abhängigkeit vom Pflegegrad werden die Leistungen von der Krankenkasse übernommen. Verfügen Sie über die finanziellen Mittel, können Sie die Kosten für den Pflegedienst auch selbst tragen oder Angehörige übernehmen die Pflege.

Welche Wohnformen im Alter gibt es?

In vielen Köpfen sind vor allem Pflegeheime und häusliche Pflege präsent. Dabei gibt es weitere Alternativen für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter, die durchaus attraktiv sein können. Mehrgenerationshäuser und Senior:innen-WGs sind beispielsweise willkommene Alternativen. Sie helfen gegen Einsamkeit und stellen zusätzlich die nötige Hilfe zur Verfügung.

Familie Wohnen Im Alter
Selbstbestimmtes Wohnen im Alter
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Was kostet eine seniorengerechte Sanierung?

Laut einer Studie des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) leben über 90 Prozent der älteren Menschen in einer standardmäßig ausgestatteten Wohnung. Nur 9,1 Prozent verfügen über eine barrierefreie Wohnung oder ein barrierefreies Haus und der Alltag wird häufig ohne Hilfe absolviert. Aus Angst vor zu hohen Kosten, wird der altersgerechte Umbau deshalb oft aufgeschoben. Dabei ist es umso wichtiger, sich um den Umbau zu kümmern, solange man selbst entscheiden und planen kann.

Mit welchen Preisen Sie oder Ihre Angehörigen genau rechnen müssen, hängt stark davon ab, in welchem Zustand sich das Gebäude befindet und welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Für die Umgestaltung zum barrierefreien Bad müssen Sie laut unserer Partner-Fachfirmen beispielsweise mit 3.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Je nach Treppenform und Liftart kann ein Treppenlift mit 2.000 bis 16.000 Euro zu Buche schlagen.

Wie wird der barrierefreie Umbau gefördert?

Je nachdem, welche Maßnahmen Sie oder Ihre Angehörigen umsetzen wollen, können die Kosten sehr schnell in die Höhe steigen. Förderungen in Form von Zuschüssen und Krediten helfen, die Ausgaben niedriger zu halten. Empfehlenswert ist beispielsweise der Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der bis zu 50.000 Euro als Kredithöhe ermöglicht. Zudem gibt es den Investitionszuschuss 455-B zur Barrierereduzierung, hier liegt die Zuschusshöhe bei bis zu 6.250 Euro. Liegt ein Pflegegrad vor und findet die Pflege zu Hause statt, kann die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro als Zuschuss zahlen. Auch die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Hilfsmittel wie Haltegriffe, Badewannenlifte und Toilettensitzerhöhungen, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.

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Hinweis zum Zuschuss 455-B

Mit sofortiger Wirkung wurde am 23.11.2023 ein Antrags- und Zusagestopp für das Programm Barrierereduzierung – Investitionszuschuss (455-B) der KfW beschlossen. Bis auf Weiteres können keine neuen Anträge für das Förderprogramm gestellt werden und eingereichte Anträge werden nicht mehr bewilligt. Bereits genehmigte Zuschüsse sollen weiterhin ausgezahlt werden.

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Haben Sie bereits eine konkrete Vorstellung, welches Hausprojekt Sie für sich oder Ihre Angehörigen umsetzen wollen? Dann finden Sie jetzt auf Aroundhome kostenlos und unverbindlich* passende Fachfirmen in Ihrer Region, die Ihnen bei der Umsetzung helfen.