Solarkollektoren – Funktionsweise und Arten
Solarthermie kann für Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden. Dabei wandeln thermische Solarkollektoren die Sonnenenergie in Wärme um. Wollen Sie Solarkollektoren kaufen, stehen Ihnen unterschiedliche Arten zur Auswahl. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Wie ist ein Solarkollektor aufgebaut?
Der grundsätzliche Aufbau ist bei verglasten Solarkollektoren ähnlich. Je nach Kollektorart unterscheiden sich jedoch die verwendeten Materialien und die Konstruktion. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:
Kollektorrahmen: Er schützt den Kollektor und seine Komponenten vor Witterungseinflüssen. Häufig kommen Aluminium oder Edelstahl zum Einsatz.
Solarglas: Eine lichtdurchlässige Abdeckung lässt die Sonnenstrahlung zum Absorber durch und reduziert gleichzeitig Wärmeverluste. Bei hochwertigen Kollektoren wird häufig speziell beschichtetes Sicherheitsglas verwendet.
Absorber: Der Absorber nimmt die Sonnenstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Er besteht meist aus beschichtetem Aluminium oder Kupfer. Die Beschichtung soll eine hohe Aufnahme der Sonnenstrahlung und möglichst geringe Wärmeabgabe ermöglichen.
Wärmedämmung: Sie reduziert Wärmeverluste über die Rückseite und die Seiten des Kollektors.
Rohrsystem: Durch die Rohrleitungen fliesst die Solarflüssigkeit – meist ein Wasser-Frostschutz-Gemisch. Sie transportiert die gewonnene Wärme zum Speicher beziehungsweise zum Wärmetauscher.
Aufbau Flachkollektoren
Aufbau Röhrenkollektoren
Wie funktionieren Solarkollektoren?
Eine Solarthermieanlage wandelt mittels Solarkollektoren auf dem Dach Sonnenstrahlen in Wärmeenergie um.
Wenn die Sonnenstrahlen auf die Oberfläche der Kollektoren treffen, wird die schwarze Oberfläche des Absorbers erwärmt, welcher wiederum die Wärme an die Flüssigkeit im Rohrsystem abgibt.
Die so erwärmte Flüssigkeit wird dann durch die Solarpumpe durch das Rohrsystem zum Speicher oder Wärmetauscher befördert.
Nachdem die Wärme abgegeben wurde, fließt die abgekühlte Solarflüssigkeit zurück zu den Kollektoren, um erneut erwärmt zu werden.
Funktion Flachkollektoren:
Funktion Röhrenkollektoren:
Arten von Solarkollektoren
Je nach Anspruch an Ihre thermische Solaranlage können Sie zwischen folgenden Kollektorarten wählen:
Flachkollektoren
Flachkollektoren sind die häufigste und wirtschaftlichste Wahl. Sie sind für Flach- und Spitzdächer geeignet, robust und langlebig.
Das Gehäuse aus Aluminium oder Edelstahl mit robuster Glasabdeckung schützt den Absorber vor Witterung und sammelt maximales Sonnenlicht. Sie sind ideal für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung von Mai bis September.
Wirkungsgrad: 60–85 % (je nach Standort und Ausrichtung)
Jahresertrag: 350–500 kWh/m² Kollektorfläche
Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung)
Röhrenkollektoren
Röhrenkollektoren werden auch als Vakuumröhrenkollektoren bezeichnet. Sie sind die leistungsstärkste Variante und arbeiten auch bei Kälte und tiefem Sonnenstand effizient.
Mehrere luftleere Glasröhren mit je einem Absorber: Das Vakuum in den Röhren dämmt die Wärme so gut, dass kaum etwas nach außen verloren geht. Röhrenkollektoren erzielen einen bis zu 30 Prozent höheren Wirkungsgrad als Flachkollektoren, haben aber auch höhere Anschaffungskosten.
Wirkungsgrad: bis zu 30 % höher als Flachkollektoren; auch bei Kälte & tiefem Sonnenstand effizient
Jahresertrag: 450–650 kWh/m² Kollektorfläche
Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung) sowie industrielle Prozesswärme
Luftkollektoren
Luftkollektoren sind wartungsarm und können direkt eingesetzt werden, da der Wärmeträger Luft statt Flüssigkeit ist.
Frische Außenluft wird angesaugt, im Kollektor von der Sonne erwärmt und direkt über Luftschächte in das Gebäude geleitet. Luft nimmt Wärme schneller auf als Flüssigkeit, was bei der direkten Raumbeheizung von Vorteil ist. Die erzeugte Wärme lässt sich jedoch nicht speichern, wodurch sich der sinnvolle Einsatzbereich einschränkt.
Wirkungsgrad: 50–75 % (im Gesamtsystem)
Jahresertrag: 300–750 kWh/m² (je nach Anwendungsfall)
Geeignet für: Lagerhallen, Sporthallen, Schwimmbäder, Ferienhäuser und Berghütten mit Luftheizung
Hybridkollektoren
Hybridkollektoren erzeugen sowohl Strom als auch Wärme. Sie sind auch als PVT- oder Photothermiekollektor bekannt.
Ein Photovoltaikmodul erzeugt Strom, der entweder eingespeist oder selbst verbraucht werden kann. Der darunter liegende Absorber erzeugt gleichzeitig Wärme. So lassen sich zwei Energieformen auf derselben Dachfläche gewinnen, ohne dass zusätzlicher Platz benötigt wird. Aufgrund der geringen Anzahl von Herstellern sind die Kosten noch vergleichsweise hoch.
Wirkungsgrad: thermisch ca. 40–65 %, elektrisch ca. 15–18 % – kombinierter Gesamtertrag bis zu 80 % mehr als reine PV
Jahresertrag: 450–750 kWh/m² (thermisch, je nach Einsatzstrategie)
Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung), ideal in Kombination mit einer Wärmepumpe
Unverglaste Kollektoren
Unverglaste Kollektoren sind die günstigste Option. Sie sind einfach und robust gebaut und oft auch selbst zu installieren.
Sie sind auch als Poolkollektoren bekannt. In Schlauch- oder Mattenform erwärmen sie das Wasser direkt für die Nutzung im Schwimmbad. Da sie ohne Gehäuse, Glasabdeckung und Dämmung auskommen, sind sie deutlich günstiger, dafür liegt ihr Wirkungsgrad jedoch unter dem aller anderen Kollektorarten.
Wirkungsgrad: niedrig; ausreichend für Niedertemperaturanwendungen wie Poolheizung
Jahresertrag: stark standortabhängig; geringer als bei verglasten Kollektoren
Geeignet für: Swimmingpools und Wärmepumpensysteme
Vor- und Nachteile der Kollektorarten im Überblick
Welches sind die passenden Solarkollektoren?
Es gibt keine universell beste Lösung. Die Wahl des richtigen Solarkollektors hängt von mehreren Faktoren ab:
Ihrem Energiebedarf,
den Gegebenheiten Ihres Dachs
und natürlich Ihrem Budget.
Ein Flachkollektor kann für ein Einfamilienhaus mit Warmwasserbedarf die wirtschaftlichste Wahl sein, während ein Röhrenkollektor bei begrenzter Dachfläche oder ganzjähriger Heizungsunterstützung klar im Vorteil ist.
Folgende Tabelle hilft bei der Entscheidung:
*Die Empfehlungen sind allgemeine Orientierungshilfen und ersetzen keine individuelle Fachberatung. Die tatsächlich passende Kollektorart hängt von den konkreten Gegebenheiten vor Ort ab, darunter Dachstatik, Ausrichtung, Verschattung, lokale Vorschriften und persönlicher Energiebedarf.
Was kosten Solarkollektoren?
Die Kollektorpreise sind in den letzten Jahren weitgehend stabil geblieben. Je nach Typ und Qualität liegen die Preise zwischen 70 und 800 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Die Solarkollekten beeinflussen den Preis für eine Solarthermie-Anlage maßgeblich.
Preise von Solarkollektoren (Stand 2026):
* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Hinzu kommen Kosten für Speicher, Pumpe, Regelung und Montage.
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Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich Solarthermie 2026 noch?
Ja, trotz gesunkener PV-Preise bleibt die Solarthermie wirtschaftlich attraktiv. Eine gut dimensionierte Anlage amortisiert sich je nach Kollektorart und Förderung in acht bis zwölf Jahren, hat aber eine Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren. Hinzu kommt, dass der steigende CO₂-Preis fossile Brennstoffe zusätzlich verteuert. Wer weniger Öl oder Gas verbraucht, spart somit doppelt.
Was ist der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik?
Solarthermie erzeugt Wärme für Warmwasser und Heizung. Photovoltaik hingegen erzeugt Strom. Während Solarkollektoren die Sonnenwärme direkt über einen Absorber nutzen, wandeln PV-Module Sonnenlicht in elektrischen Strom um.
Funktionieren Solarkollektoren auch im Winter?
Ja, aber nur eingeschränkt. Flachkollektoren liefern zwar auch im Winter einen verwertbaren Ertrag, verlieren bei Kälte und tiefem Sonnenstand jedoch mehr Wärme. Röhrenkollektoren sind dank ihrer Vakuumdämmung deutlich winterfester und erzielen auch bei niedrigen Temperaturen noch gute Ergebnisse. Beide Typen können im Winter jedoch keine vollständige Heizung ersetzen, sondern nur unterstützen.
Wird eine Baugenehmigung für Solarkollektoren benötigt?
In den meisten Bundesländern ist keine Baugenehmigung erforderlich, wenn die Kollektoren auf dem Dach parallel zur Dachfläche montiert werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden, Fassadenmontage oder größeren Anlagen können jedoch Ausnahmen gelten. Eine kurze Anfrage bei der zuständigen Baubehörde schafft Klarheit.
Wie viele Solarkollektoren brauche ich?
Welche Größe für Ihre Solarthermieanlage passend ist, kann anhand der Personen im Haus grob überschlagen werden. Die Kollektorfläche sollte etwa 1 bis 1,5 Quadratmeter je Person (bei Flachkollektoren) bzw. 1,25 Quadratmeter je Person (bei Röhrenkollektoren) betragen.