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Solarkollektoren – Funktionsweise und Arten

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Solarthermie kann für Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden. Dabei wandeln thermische Solarkollektoren die Sonnenenergie in Wärme um. Wollen Sie Solarkollektoren kaufen, stehen Ihnen unterschiedliche Arten zur Auswahl. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Aktualisiert am
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Wie ist ein Solarkollektor aufgebaut?

Der grundsätzliche Aufbau ist bei verglasten Solarkollektoren ähnlich. Je nach Kollektorart unterscheiden sich jedoch die verwendeten Materialien und die Konstruktion. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:

  • Kollektorrahmen: Er schützt den Kollektor und seine Komponenten vor Witterungseinflüssen. Häufig kommen Aluminium oder Edelstahl zum Einsatz.

  • Solarglas: Eine lichtdurchlässige Abdeckung lässt die Sonnenstrahlung zum Absorber durch und reduziert gleichzeitig Wärmeverluste. Bei hochwertigen Kollektoren wird häufig speziell beschichtetes Sicherheitsglas verwendet.

  • Absorber: Der Absorber nimmt die Sonnenstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Er besteht meist aus beschichtetem Aluminium oder Kupfer. Die Beschichtung soll eine hohe Aufnahme der Sonnenstrahlung und möglichst geringe Wärmeabgabe ermöglichen.

  • Wärmedämmung: Sie reduziert Wärmeverluste über die Rückseite und die Seiten des Kollektors.

  • Rohrsystem: Durch die Rohrleitungen fliesst die Solarflüssigkeit – meist ein Wasser-Frostschutz-Gemisch. Sie transportiert die gewonnene Wärme zum Speicher beziehungsweise zum Wärmetauscher.

Aufbau Flachkollektoren

Grafik zur Funktion und dem Aufbau eines Flachkollektors
Flachkollektoren werden meist für Warmwasser eingesetzt.

Aufbau Röhrenkollektoren

Grafik zur Funktion und dem Aufbau eines Röhrenkollektors
Röhrenkollektoren werden meist für Warmwasser und Heizwärme eingesetzt.

Wie funktionieren Solarkollektoren?

  1. Eine Solarthermieanlage wandelt mittels Solarkollektoren auf dem Dach Sonnenstrahlen in Wärmeenergie um.

  2. Wenn die Sonnenstrahlen auf die Oberfläche der Kollektoren treffen, wird die schwarze Oberfläche des Absorbers erwärmt, welcher wiederum die Wärme an die Flüssigkeit im Rohrsystem abgibt.

  3. Die so erwärmte Flüssigkeit wird dann durch die Solarpumpe durch das Rohrsystem zum Speicher oder Wärmetauscher befördert.

  4. Nachdem die Wärme abgegeben wurde, fließt die abgekühlte Solarflüssigkeit zurück zu den Kollektoren, um erneut erwärmt zu werden.

Funktion Flachkollektoren:

Grafik zur Funktion und dem Aufbau eine Flachkollektors
Flachkollektoren werden meist für Warmwasser eingesetzt.

Funktion Röhrenkollektoren:

Grafik zur Funktion und dem Aufbau eines Röhrenkollektors
Röhrenkollektoren werden meist für Warmwasser und Heizwärme eingesetzt.

Arten von Solarkollektoren

Je nach Anspruch an Ihre thermische Solaranlage können Sie zwischen folgenden Kollektorarten wählen:

Flachkollektoren

Ein dunkelblauer Flachkollektor vor einem transparentem Hintergrund

Flachkollektoren sind die häufigste und wirtschaftlichste Wahl. Sie sind für Flach- und Spitzdächer geeignet, robust und langlebig.

Das Gehäuse aus Aluminium oder Edelstahl mit robuster Glasabdeckung schützt den Absorber vor Witterung und sammelt maximales Sonnenlicht. Sie sind ideal für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung von Mai bis September.

  • Wirkungsgrad: 60–85 % (je nach Standort und Ausrichtung)

  • Jahresertrag: 350–500 kWh/m² Kollektorfläche

  • Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung)

Röhrenkollektoren

Grafische Darstellung eines blauen Röhrenkollektors

Röhrenkollektoren werden auch als Vakuumröhrenkollektoren bezeichnet. Sie sind die leistungsstärkste Variante und arbeiten auch bei Kälte und tiefem Sonnenstand effizient.

Mehrere luftleere Glasröhren mit je einem Absorber: Das Vakuum in den Röhren dämmt die Wärme so gut, dass kaum etwas nach außen verloren geht. Röhrenkollektoren erzielen einen bis zu 30 Prozent höheren Wirkungsgrad als Flachkollektoren, haben aber auch höhere Anschaffungskosten.

  • Wirkungsgrad: bis zu 30 % höher als Flachkollektoren; auch bei Kälte & tiefem Sonnenstand effizient

  • Jahresertrag: 450–650 kWh/m² Kollektorfläche

  • Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung) sowie industrielle Prozesswärme

Luftkollektoren

Grafische Darstellung eines blauen Luftkollektors

Luftkollektoren sind wartungsarm und können direkt eingesetzt werden, da der Wärmeträger Luft statt Flüssigkeit ist.

Frische Außenluft wird angesaugt, im Kollektor von der Sonne erwärmt und direkt über Luftschächte in das Gebäude geleitet. Luft nimmt Wärme schneller auf als Flüssigkeit, was bei der direkten Raumbeheizung von Vorteil ist. Die erzeugte Wärme lässt sich jedoch nicht speichern, wodurch sich der sinnvolle Einsatzbereich einschränkt.

  • Wirkungsgrad: 50–75 % (im Gesamtsystem)

  • Jahresertrag: 300–750 kWh/m² (je nach Anwendungsfall)

  • Geeignet für: Lagerhallen, Sporthallen, Schwimmbäder, Ferienhäuser und Berghütten mit Luftheizung

Hybridkollektoren

Grafische Darstellung eines blauen Hybridkollektors

Hybridkollektoren erzeugen sowohl Strom als auch Wärme. Sie sind auch als PVT- oder Photothermiekollektor bekannt.

Ein Photovoltaikmodul erzeugt Strom, der entweder eingespeist oder selbst verbraucht werden kann. Der darunter liegende Absorber erzeugt gleichzeitig Wärme. So lassen sich zwei Energieformen auf derselben Dachfläche gewinnen, ohne dass zusätzlicher Platz benötigt wird. Aufgrund der geringen Anzahl von Herstellern sind die Kosten noch vergleichsweise hoch.

  • Wirkungsgrad: thermisch ca. 40–65 %, elektrisch ca. 15–18 % – kombinierter Gesamtertrag bis zu 80 % mehr als reine PV

  • Jahresertrag: 450–750 kWh/m² (thermisch, je nach Einsatzstrategie)

  • Geeignet für: Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser (Warmwasser & Heizung), ideal in Kombination mit einer Wärmepumpe

Unverglaste Kollektoren

Grafische Darstellung eines blauen Poolkollektors

Unverglaste Kollektoren sind die günstigste Option. Sie sind einfach und robust gebaut und oft auch selbst zu installieren.

Sie sind auch als Poolkollektoren bekannt. In Schlauch- oder Mattenform erwärmen sie das Wasser direkt für die Nutzung im Schwimmbad. Da sie ohne Gehäuse, Glasabdeckung und Dämmung auskommen, sind sie deutlich günstiger, dafür liegt ihr Wirkungsgrad jedoch unter dem aller anderen Kollektorarten.

  • Wirkungsgrad: niedrig; ausreichend für Niedertemperaturanwendungen wie Poolheizung

  • Jahresertrag: stark standortabhängig; geringer als bei verglasten Kollektoren

  • Geeignet für: Swimmingpools und Wärmepumpensysteme

Vor- und Nachteile der Kollektorarten im Überblick

Kollektorart

Vorteile

Nachteile

Flachkollektor

+ einfach und schnell aufzubauen

+ vollständige Integration ins Dach möglich

+ robust und langlebig

+ einfache Reinigung

+ gut zur Warmwasserbereitung geeignet

- Wirkungsgrad geringer als Röhrenkollektor

- hoher Platzbedarf

Röhrenkollektor

+ bis zu 30 % höherer Wirkungsgrad als Flachkollektoren

+ für Warmwasser- und Heizungswärme geeignet

+ platzsparend

+ auch einzelne Röhren können installiert werden

+ effizient auch bei Kälte und tiefem Sonnenstand

- empfindliche Vakuum-Technik

- keine vollständige Integration ins Dach möglich

- höhere Anschaffungskosten

Luftkollektor

+ einfache Funktionsweise

+ wartungsarm und robust

+ Luft nimmt Wärme schneller auf als Flüssigkeit

- keine Wärmespeicherung

- hoher Platzbedarf

- Luftkanäle und ein passendes Lüftungskonzept erforderlich

Hybridkollektor

+ Strom- und Wärmeerzeugung

+ kein zusätzlicher Platz für PV-Module nötig

+ kann bei begrenzter Dachfläche interessant sein

+ Kombination mit einer Wärmepumpe möglich

- hohe Anschaffungskosten

- wenige Hersteller am Markt

- Kosten und Ertrag schwerer pauschal zu vergleichen

- nicht für jedes Heizsystem die wirtschaftlichste Lösung

Unverglaster Kollektor

+ einfache Selbstinstallation möglich

+ geringe Anschaffungskosten

+ Witterungsbeständigkeit

- niedriger Wirkungsgrad

- Einsatzgebiet ist weitestgehend auf den Pool begrenzt

Welches sind die passenden Solarkollektoren?

Es gibt keine universell beste Lösung. Die Wahl des richtigen Solarkollektors hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ihrem Energiebedarf,

  • den Gegebenheiten Ihres Dachs

  • und natürlich Ihrem Budget.

Ein Flachkollektor kann für ein Einfamilienhaus mit Warmwasserbedarf die wirtschaftlichste Wahl sein, während ein Röhrenkollektor bei begrenzter Dachfläche oder ganzjähriger Heizungsunterstützung klar im Vorteil ist.

Folgende Tabelle hilft bei der Entscheidung:

Kriterium

Ihre Situation

Empfohlener Kollektor*

Nutzen der Anlage

Nur Warmwasser

Flachkollektor

Warmwasser + Heizungsunterstützung

Röhrenkollektor

Poolheizung

Unverglaster Kollektor

Ferienhaus / Luftheizung

Luftkollektor

Strom & Wärme auf begrenzter Dachfläche

Hybridkollektor

Größe & Ausrichtung

Viel Dachfläche vorhanden, Südausrichtung

Flachkollektor

Wenig Dachfläche oder ungünstige Ausrichtung

Röhrenkollektor

Effizienz

Hoher Wärmebedarf, auch im Winter

Röhrenkollektor

Saisonaler Bedarf, hauptsächlich Sommer

Flachkollektor

Qualität & Garantie

Langfristige Investition, hohe Anforderungen

Röhren- oder Hybridkollektor

Einfache, robuste Lösung

Flachkollektor

Budget & Kosten

Geringes Budget

Flach- oder unverglaster Kollektor

Mittleres Budget

Flachkollektor

Höheres Budget mit langfristiger Rendite

Röhren- oder Hybridkollektor

Lokale Vorschriften

Neubaupflicht für erneuerbare Energien

Flach- oder Röhrenkollektor

*Die Empfehlungen sind allgemeine Orientierungshilfen und ersetzen keine individuelle Fachberatung. Die tatsächlich passende Kollektorart hängt von den konkreten Gegebenheiten vor Ort ab, darunter Dachstatik, Ausrichtung, Verschattung, lokale Vorschriften und persönlicher Energiebedarf.

Was kosten Solarkollektoren?

Die Kollektorpreise sind in den letzten Jahren weitgehend stabil geblieben. Je nach Typ und Qualität liegen die Preise zwischen 70 und 800 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Die Solarkollekten beeinflussen den Preis für eine Solarthermie-Anlage maßgeblich.

Preise von Solarkollektoren (Stand 2026):

Kollektorart

Preise pro Quadratmeter*

Flachkollektor

ca. 300 bis 500 Euro

Röhrenkollektor

ca. 600 bis 800 Euro

Hybridkollektor

ca. 400 bis 600 Euro

Luftkollektor

ca. 300 bis 700 Euro

Unverglaster Kollektor

ca. 70 bis 110 Euro

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung. Hinzu kommen Kosten für Speicher, Pumpe, Regelung und Montage.

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Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich Solarthermie 2026 noch?

Ja, trotz gesunkener PV-Preise bleibt die Solarthermie wirtschaftlich attraktiv. Eine gut dimensionierte Anlage amortisiert sich je nach Kollektorart und Förderung in acht bis zwölf Jahren, hat aber eine Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren. Hinzu kommt, dass der steigende CO₂-Preis fossile Brennstoffe zusätzlich verteuert. Wer weniger Öl oder Gas verbraucht, spart somit doppelt.

Was ist der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik?

Solarthermie erzeugt Wärme für Warmwasser und Heizung. Photovoltaik hingegen erzeugt Strom. Während Solarkollektoren die Sonnenwärme direkt über einen Absorber nutzen, wandeln PV-Module Sonnenlicht in elektrischen Strom um.

Funktionieren Solarkollektoren auch im Winter?

Ja, aber nur eingeschränkt. Flachkollektoren liefern zwar auch im Winter einen verwertbaren Ertrag, verlieren bei Kälte und tiefem Sonnenstand jedoch mehr Wärme. Röhrenkollektoren sind dank ihrer Vakuumdämmung deutlich winterfester und erzielen auch bei niedrigen Temperaturen noch gute Ergebnisse. Beide Typen können im Winter jedoch keine vollständige Heizung ersetzen, sondern nur unterstützen.

Wird eine Baugenehmigung für Solarkollektoren benötigt?

In den meisten Bundesländern ist keine Baugenehmigung erforderlich, wenn die Kollektoren auf dem Dach parallel zur Dachfläche montiert werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden, Fassadenmontage oder größeren Anlagen können jedoch Ausnahmen gelten. Eine kurze Anfrage bei der zuständigen Baubehörde schafft Klarheit.

Wie viele Solarkollektoren brauche ich?

Welche Größe für Ihre Solarthermieanlage passend ist, kann anhand der Personen im Haus grob überschlagen werden. Die Kollektorfläche sollte etwa 1 bis 1,5 Quadratmeter je Person (bei Flachkollektoren) bzw. 1,25 Quadratmeter je Person (bei Röhrenkollektoren) betragen.

Unsere Autorin Undine Tackmann  ist Senior Editor bei Aroundhome und Expertin auf dem Gebiet Energieeffizienz und für Solaranlagen
Undine Tackmann
Undine Tackmann hat sich bei Aroundhome auf den Energiebereich spezialisiert. Mit ihrer Expertise verfasst sie Artikel, die komplexe Energiethemen verständlich aufbereiten. Sie konzentriert sich auf nachhaltige Energielösungen und innovative Trends, um Leser:innen bei der Entscheidungsfindung für eine grünere Zukunft zu unterstützen.

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