Hausdach mit Solaranlage
Kostenlos Solarangebote erhalten*

Nach der Erfassung Ihrer Wünsche verbinden wir Sie mit bis zu drei Fachpartnern.
*Der Service ist für Sie komplett kostenfrei und unverbindlich. Wir finanzieren den Service über die Provision unserer Anbieter.

HomeSolaranlagePhotovoltaikanlagePhotovoltaikanlage Steuer
Finanzierungshelfer

Photovoltaik-Steuer: Die wichtigsten Punkte einfach erklärt

Redaktionsbild von der Autorin
Undine Tackmann
13. Oktober 2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Photovoltaik-Besitzer:innen gelten als Kleinunternehmer und fallen unter die Kleinunternehmerregelung. Sie zahlen somit keine Umsatzsteuer.
  • Bei Anlagen bis 10 Kilowatt zahlen Sie seit Juni 2021 keine Einkommenssteuer mehr auf erwirtschaftete Gewinne.
  • Im Regelfall haben Sie innerhalb der ersten fünf Jahre den Anspruch auf eine Sonderabschreibung. Diese beträgt 20 Prozent der Nettoanschaffungskosten Ihrer Photovoltaikanlage.
  • Die anfallenden Kosten können Sie als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten in der Steuererklärung aufführen.

Mit einer Photovoltaikanlage können Sie gleich doppelt profitieren: Sie sparen Energiekosten und Steuern. Dabei existiert eine Reihe an Möglichkeiten, wie Sie sich einen Teil Ihres investierten Geldes zurückholen können – von diversen Abschreibungen über Investitionsabzug bis hin zur Rückerstattung der Umsatzsteuer. Verschaffen Sie sich einen Überblick und sparen Sie bares Geld.

Eine hohe Einspeisevergütung sichern

Grüner Strom vom Dach erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Das seit 2014 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) begünstigt auch private Stromproduzenten. Denn Besitzer einer Photovoltaikanlage nutzen den produzierten Strom in den meisten Fällen nicht nur selbst, sondern speisen eine bestimmte Menge in das öffentliche Netz ein und erhalten dafür eine Einspeisevergütung vom Netzbetreiber. Sie gelten damit als Unternehmer und können sich die Umsatzsteuer für die Anschaffung der Anlage erstatten lassen.

Kleines Modellhaus mit Solaranlage auf Dach
Lohnt sich einspeisen noch?

Wann ist eine Einkommenssteuer zu zahlen?

Die Erlöse aus der Einspeisevergütung sind unter Umständen einkommensteuerpflichtig. Liegen die Einnahmen unter 22.000 Euro, reicht eine formlose Gewinnaufstellung. Bei Einnahmen bis 50.000 Euro nutzen Sie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), ein Formular des Finanzamts. Einnahmen (aus der Einspeisevergütung) und Ausgaben (z. B. Versicherung, Schuldzinsen, Miete für Stromzähler) werden gegengerechnet. Der übrig bleibende Gewinn oder Verlust ist steuerlich relevant. Staatliche Zuschüsse gelten nicht als Einnahmen.

Anlagen bis 10 kW steuerfrei

Seit Juni 2021 gibt es eine Ausnahme für kleine PV-Anlagen: Bei einer Anlagengröße bis zu 10 Kilowatt entfällt die Einkommensteuer auf erwirtschaftete Gewinne. Steuerpflichtige müssen demnach keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung abgeben. Das heißt: Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms, zum Beispiel aus der EEG-Einspeisevergütung, werden in der Einkommensteuer somit nicht mehr berücksichtigt. Die Regelung gilt auch rückwirkend für noch nicht rechtskräftig abgeschlossene Steuerjahre.

Umsatzsteuerbefreiung durch Kleinunternehmerregelung?

Sie gelten als Unternehmer, wenn Sie als Eigentümer:in Ihrer Photovoltaikanlage Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Als Unternehmer sind Sie dazu verpflichtet, eine Umsatzsteuer auf Verkäufe abzuführen. Darüber hinaus haben Sie das Recht, sich die Vorsteuer von Einkäufen rückerstatten zu lassen.

Zur Info:

Als Vorsteuer wird die Umsatzsteuer bezeichnet, welche für Unternehmen beim Einkauf von Waren oder Dienstleistungen anfällt.

Zählen Sie als Kleinunternehmer?

Erfüllen Sie mit Ihrer Anlage allerdings zwei elementare Voraussetzungen, gelten Sie noch als Kleinunternehmer:

  1. Der geschätzte Ertrag Ihrer Anlage darf im laufenden Kalenderjahr einen Betrag von 50.000 Euro nicht überschreiten.
  2. Der reelle Ertrag der Anlage musste im vergangenen Kalenderjahr unter einem Betrag von 22.000 Euro liegen.

Da die Einnahmen aus der Einspeisevergütung in der Regel nicht den jährlichen Betrag von 22.000 Euro überschreiten, gelten die meisten Besitzer:innen einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage als Kleinunternehmer und fallen unter die Kleinunternehmerregelung.

Wann ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Erfüllen Sie alle Bedingungen mit Ihrer Anlage, haben die Sie die Wahl, ob Sie die Regelung beanspruchen möchten oder ausschlagen wollen. Lehnen Sie die Regelung ab, ist Ihre Entscheidung für fünf Jahre gültig, sofern Sie die Maximalumsätze nicht überschreiten.

Entscheiden Sie sich für die Regelung für Kleinunternehmer bedeutet das für Sie, dass Sie:

  • zukünftig die Rechnungen über die zu zahlende Einspeisevergütung ohne Mehrwertsteuer an das zuständige Energieversorgungsamt erstellen - es gilt brutto gleich netto.
  • keine Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abführen müssen.
  • die entrichteten Umsatzsteuerbeiträge zur Anschaffung der Anlage nicht vorsteuerlich geltend machen können.

Entscheiden Sie sich gegen die Kleinunternehmerregelung, bedeutet das:

  • Sie können die Vorsteuer auf den Kauf der Solaranlage sofort geltend machen. Das können bei einem Steuersatz von 19 Prozent unter Umständen mehrere Tausend Euro sein.
  • Auf die Einnahmen aus der Stromeinspeisung muss die Umsatzsteuer aufgerechnet werden. Dazu geben Sie am besten Ihrem Netzbetreiber Bescheid.
  • Ihre Entscheidung ist für fünf Jahre gültig. Danach haben Sie erneut die Möglichkeit die Regelung in Anspruch zu nehmen.

Häufig wird die Kleinunternehmerregelung aufgrund der vereinfachten Buchführung in Anspruch genommen. Eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist in diesem Fall ausreichend.

Frau die Steuerberechnung durchführt
Die Rechnungen für die Steuererklärung als Kleinunternehmer sind vergleichsweise einfach.

Beispielrechnung gemäß Kleinunternehmerregelung

Eine EÜR ist im Vergleich zur doppelten Buchführung einfacher selbst aufzustellen und verlangt keine vertieften Buchhaltungskenntnisse.

  1. Einnahmeseite: Alle monatlichen Einnahmen, welche sich aus der Einspeisung Ihres Stroms ergeben, tragen Sie hier ein. Wichtig: Alle Daten müssen belegbar sein.
  2. Ausgabeseite: Alle für die Solaranlage anfallenden Ausgaben tragen Sie hier ein. Das sind beispielsweise monatliche Stromkosten für den Anlagenbetrieb sowie Auslagen für Wartung oder Reparaturen und Versicherungskosten. Weitere Unkosten für Steuerberatungen, Büromaterialien oder Portokosten können Sie ebenfalls hinzufügen. Auch Erstinvestitionsbeträge zählen zu den Ausgaben. Wichtig: Berücksichtigen Sie dabei zutreffende Abschreibungsmodalitäten wie Kosten für die Reinigung.

  3. Gewinn: Die Differenz aus der Einnahme- und Ausgabenseite zeigt Ihnen den Gewinn beziehungsweise Verlust aus Ihrer Photovoltaikanlage auf.

Der ermittelte Wert ergibt die Berechnungsgrundlage für Einkommens- und Gewerbesteuern. Er zeigt Ihnen außerdem die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage auf. Letztere trifft jedoch nur zu, wenn sich die Gewinne durch das Gewerbe über 24.500 Euro pro Jahr belaufen.

Zur Info:

Beachten Sie, dass Sie trotz der durch die Kleinunternehmerregelung erwirkten Umsatzsteuerbefreiung dazu verpflichtet sind, eine Einkommenssteuer zu entrichten.

Vorteil der Kleinunternehmerregelung

Der Vorteil ist, dass Sie sich durch die Anwendung der Kleinunternehmerregelung allerlei Formalitäten ersparen. Der Abrechnungsaufwand ist deutlich geringer, da die Berechnung der monatlichen Umsatzsteuer für die Einspeisevergütung wegfällt. Jedoch verzichten Sie mit der Kleinunternehmerregelung auf den Erlass der Vorsteuer.

Fachfirmen für Solaranlagen?

Wir finden regionale Partner für Sie!

Lineare Abschreibung berücksichtigen

Sobald Sie Strom aus Ihrer Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz einspeisen und dafür die festgelegte Vergütung erhalten, erzielen Sie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Im Rahmen der dazu notwendigen Gewinnermittlung (= EÜR) sind die Anschaffungskosten für ihre Anlage abzuschreiben. Die lineare Abschreibungsdauer für Solaranlagen ist auf 20 Jahre festgelegt. Das ist die gesetzlich angesetzte Nutzungsdauer.

Beispielrechnung einer linearen Steuerabschreibung Ihrer Anlage

Die lineare Steuerabschreibung soll den Verschleiß von Wirtschaftsgütern berücksichtigen und steuerlich aufwiegen. Sie beträgt jährlich fünf Prozent des Kaufpreises einer Solaranlage. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die lineare Abschreibung:

Paar schaut sich Rechnungen an
Beachten Sie einige Sachen bei der Steuererklärung und sparen Sie bares Geld!

Mit Sonderabschreibung weitere 20 Prozent sparen

Neben der linearen Steuerabschreibung haben Sie im Regelfall innerhalb der ersten fünf Jahre den Anspruch auf eine Sonderabschreibung. Diese beträgt 20 Prozent der Nettoanschaffungskosten Ihrer Photovoltaikanlage. Sie können die Steuerabschreibung im Jahr der Anschaffung im vollen Umfang geltend machen oder auf die ersten fünf Jahre verteilen. Nehmen Sie die gesonderte Steuerabschreibung in Anspruch, ergibt sich nach Ablauf der fünf Jahre eine neue Abschreibungsberechnung. Grund dafür ist, dass insgesamt nur 100 Prozent der Kosten für die Anschaffung als Betriebsausgabe geltend gemacht werden dürfen.

Zur Info:

Um die Sonderabschreibung geltend machen zu können, dürfen im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr nur maximal zehn Prozent des erzeugten Stroms für privaten Verbrauch genutzt werden. Die restlichen 90 Prozent müssen Sie laut § 7g EStG „betrieblich“ nutzen.

Beispielrechnung für eine Sonderabschreibung

Unabhängig von der Sonderregelung sind Sie als Gewerbebetrieb dazu verpflichtet, die Anschaffungskosten für Ihre PV-Anlage über 20 Jahre linear abzuschreiben. Das bedeutet, Sie machen jährlich 5 Prozent der Anschaffungskosten als Betriebsausgabe geltend. Wenn Sie sich zusätzlich für eine gesonderte Steuerabschreibung entscheiden, verändert sich die Abschreibungsberechnung nach 5 Jahren erneut. Im Rahmen einer korrekten Einnahme-Überschuss-Rechnung ist die unbedingt zu berücksichtigen, da Sie sonst keinen korrekten Gewinn ermitteln.

Vor dem Kauf Investitionsabzug sichern

Sie wissen, dass Sie sich zukünftig eine Photovoltaikanlage oder einen Batteriespeicher anschaffen möchten? Dann hilft Ihnen der Investitionsabzug. So kann die geplante Investition bereits im laufenden Jahr gewinnmindernd geltend gemacht werden: Das bedeutet für Sie, dass Ihr Einkommenssteuersatz niedriger ist und Sie somit weniger Steuern zahlen müssen. Den Überschuss können Sie dann in den Kauf der Anlage stecken. 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten können Sie sich maximal erstatten lassen. Für die Erstattung ist es ratsam, dem Finanzamt bereits eine konkrete Kostenaufstellung Ihrer Anlage vorlegen zu können. Beachten Sie, dass auch in diesem Fall gesonderte Regelungen des Einkommensteuergesetzes nach § 7g zu berücksichtigen sind.

Kombination verschiedener Steuersparmodelle

Wenn Sie alle Voraussetzungen mit Ihrer Anlage erfüllen, können Sie die lineare Abschreibung mit der Sonderabschreibung und/oder dem Investitionsabzug kombinieren. Als Ausgangswert für die gesetzlich verpflichtende lineare Steuerabschreibung berücksichtigen Sie dann den Wert, welcher nach Abzug der Sonderabschreibung und/oder des Investitionsabzugs übrig bleibt. Eine Beispielrechnung veranschaulicht Ihnen diesen Fall:

Beispielrechnung für die Abschreibung einer Solaranlage

Welche Kombinationen der verschiedenen Modelle der Steuerabschreibung infrage kommen bzw. sinnvoll sind, hängt vor allem von Ihrer Einkommenssituation und Ihrem Steuersatz sowie der geplanten Nutzung der Photovoltaikanlage ab. Die folgende Rechnung orientiert sich an einer Solaranlage, die am 1. Januar 2019 gekauft wurde und 46.000 Euro gekostet hat (inklusive Umsatzsteuer). Es wird ein Steuersatz von 42 Prozent angenommen.

Familie berechnet Steuern
Eine Solaranlage rentiert sich für die ganze Familie.

Rechenbeispiel für eine Anlage im Wert von 46.000 Euro (Netto-Kaufpreis 38.655,46 Euro)

Bei einer Besteuerung des Einkommens von 42 Prozent ergibt sich bereits für das erste Anschaffungsjahr (auf 12 Monate gerechnet) eine Steuerrückerstattung von: 9.741,17 Euro (zzgl. Umsatzsteuer). In den kommenden 19 Jahren erhalten Sie jährlich den Betrag für die lineare Steuerabschreibung zurück: 773,11 Euro x 42 Prozent = 324,71 Euro

Betriebsausgaben bei Steuerklärung

Die für die Photovoltaikanlage anfallenden Kosten können Sie als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten in der Steuererklärung aufführen: Das können Reinigungs- oder Sicherungsmaterialien sein, Wartungs- oder Reparaturarbeiten, Ausgaben für die Dachrenovierung, aber auch die bei der Anschaffung angefallenen Kosten wie Material- und Fahrtkosten.

Mit einer individuell auf Sie abgestimmten Steuertaktik können Sie die fiskalischen Spielräume clever ausnutzen. Im Zweifelsfall hilft Ihnen Ihr:e Steuerberater:in bei der Zusammenstellung der für Sie infrage kommenden Abschreibungsmethoden. Bei weiteren Fragen beispielsweise zur Umsatzsteuer können Sie sich auch an Ihr zuständiges Finanzamt wenden.

Solaranlage auf dem Dach
Endlich Solarstrom nutzen?

Aroundhome findet den richtigen Partner

© 2021 Aroundhome. Eine Marke der be Around GmbH. Alle Rechte vorbehalten.