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Welche Varianten gibt es?

Haustypen: Sie haben die Qual der Wahl

Jessica Tomala
30. Juni 2021

Auf dem Weg zum eigenen Zuhause gilt es viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Ganz oben auf der Entscheidungsliste, gleich nach der Wahl des richtigen Grundstückes, steht die Frage, welcher Haustyp am besten zu Ihnen passt. Haus ist Haus? Bei Weitem nicht. Bis zu 20 verschiedene Haustypen lassen sich unterscheiden.

Aus diesen Haustypen können Sie wählen

Das Schöne beim Hausbau ist gleichzeitig auch eine der größten Herausforderungen dieser so langfristig wirkenden Phase im Leben: die Vielfalt der Möglichkeiten, seine Wünsche und Anforderungen, seine Träume und Visionen umzusetzen und seinen individuellen Stil mit den jeweiligen Rahmenbedingungen in Übereinklang zu bringen. Lassen Sie sich genug Zeit, damit Sie sich in Ihrem neuen Zuhause langfristig und rundum wohl und geborgen fühlen.

Fertighaus

Ein Fertighaus entsteht ebenfalls aus vorgefertigten Bauelementen, die mithilfe eines Ständerwerkes auf der Bodenplatte montiert werden. Fertighäuser können mit und ohne Keller konzipiert werden und sind in der Regel vom professionellen Anbieter in zwei bis drei Tagen erstellt. Fertighäuser lassen sich heutzutage auch mit hoher Energieeffizienz und weitgehend individuell gestalten und stellen eine preisgünstige Alternative zum klassischen Massivhaus dar.

Holz- oder Blockhaus

Frau sitzt auf einem bett im Holzhaus
Ein Holzhaus vermittelt ein Gefühl von Gemütlichkeit.

Das Holzhaus oder Blockhaus wird hierzulande immer beliebter. Holz ist ein natürlicher und nachhaltiger Baustoff und somit voll im Trend. Die isolierenden Eigenschaften von Holz erlauben ein energieeffizientes und nachhaltiges Wohnen, was Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen schont. Man unterscheidet dabei Holzständer- und Blockhausbauweise. Beim Blockhaus bestehen die Außenwände aus aufeinandergeschichteten Baumstämmen, was ein sehr naturnahes Wohngefühl vermittelt. Allerdings muss beim Haustyp Holzhaus unbedingt auf eine gute Isolierung der Außenwände und der Fußböden geachtet werden. Feuchtigkeit kann die lebendige Bausubstanz erheblich schädigen. Empfehlenswert sind daher weite Dachüberstände, Abflussrinnen und eine Lackierung des Holzes.

Einfamilienhaus

Das klassische Einfamilienhaus besteht in der Regel aus eineinhalb bis zwei Stockwerken mit ausbaufähigem Keller und Dachgeschoss mit Satteldach. Der Vorteil ist, dass sich relativ viel Wohnfläche auch auf kleineren Baugrundstücken verwirklichen lässt. Die Stockwerke erlauben außerdem, einzelne Wohnbereiche klar voneinander zu trennen. Das erweist sich vor allem beim Zusammenleben mit heranwachsenden Kindern als vorteilhaft. Allerdings sollte man bedenken, dass die Treppenhäuser im Alter zur Belastung werden können.

Landhaus

Kennzeichnend für ein Landhaus ist seine Lage auf einem weitläufigen Grundstück außerhalb einer Stadt oder Gemeinde. In der Regel wird es als höchstens eineinhalb bis zweistöckiges Einfamilienhaus mit relativ großer Grundfläche in Massivbauweise errichtet. Untrennbar mit dem Landhaus verbunden ist der umgebende Garten, der viel Platz, Ruhe und Gestaltungsmöglichkeiten verspricht, aber auch entsprechend viel Pflege beansprucht. Ein Schlüsselkriterium für das Bauen auf dem Land ist sicherlich die infrastrukturelle Erschließung in Bezug auf Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.

Ökohaus

Wer ein Ökohaus baut, tut dies meist aus innerer Überzeugung oder aufgrund einer Allergie oder sonstigen Unverträglichkeit. Denn beim Ökohaus wird von Anfang an ausschließlich mit ökologischen Baustoffen gearbeitet. Für den Rohbau werden Lehm- oder Ziegelsteine verwendet. Als natürliche Dämmstoffe kommen Holzfasern, Stroh oder Cellulose zum Einsatz. Neben der nachhaltigen Wassernutzung und der Benutzung erneuerbarer Energie ist auch der kurze Transportweg der Bauelemente ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bietet sich eine große Gestaltungsfreiheit hinsichtlich Größe, Form und Baustil sowie die Option ein Ökohaus zu einem Energiesparhaus zu erweitern.

Fachwerkhaus

Charakteristisch für ein Fachwerkhaus ist das sichtbare Holzbalkenskelett, das meist mit rohen, unverputzten Ziegelwänden ausgemauert wird. Diese seit Jahrhunderten bekannte Bauweise erfreut sich auch heutzutage wieder zunehmender Beliebtheit. Meist als Öko- und / oder Energiesparhaus konzipiert, stehen Fachwerkhäuser für hohe Individualität und Wohnkomfort.

Der perfekte Haustyp für große Familien

Zwei- oder Mehrfamilienhaus

Das Zwei- oder Mehrfamilienhaus besteht aus mehreren voneinander getrennten Wohneinheiten. So kann auf wenig Fläche noch mehr Wohnraum entstehen als beim Einfamilienhaus. Wenn mehrere Familien sich dazu entschließen, ein solches Haus gemeinsam zu bauen und zu bewohnen, ist die Kostenaufteilung ein großer Vorteil. Allerdings sollte der Abstimmungsbedarf zwischen den unterschiedlichen Bauherren nicht unterschätzt werden. Ein Mehrfamilienhaus empfiehlt sich auch, wenn mehrere Generationen unter einem Dach wohnen wollen. Außerdem können durch die Vermietung einzelner Wohneinheiten zusätzliche Einnahmequellen generiert werden.

Bungalow

Vielleicht ist ein Bungalow Ihr Traumhaus? Dabei handelt es sich um ein ebenerdiges Haus ohne Stockwerke. Meist mit Flachdach manchmal aber auch mit einer anderen Dachform, wie dem Zelt- oder Satteldach bedeckt. Die Ebenerdigkeit des Hauses ermöglicht es Ihnen, offene Raumkonzepte umzusetzen und ein weitläufiges Wohngefühl zu erleben. Mithilfe von großzügigen Fensterflächen lässt sich viel Licht in Hausinnere bringen. Auch für behindertengerechtes Wohnen bietet ein Bungalow ideale Voraussetzungen. Ein Nachteil ist, dass dieser Haustyp einen relativ großen Baugrund braucht, was in dicht bebauten Gebieten und Gegenden hohen Grundstückspreisen schnell problematisch werden kann.

Vor- und Nachteile eines Bungalows

Reihenhäuser

Ein Reihenhaus stellt besonders für begrenzte Baubudgets aber auch in zentrumsnahen und eher teuren Wohnlagen eine ideale Form des Eigenheimes dar. Durch die Bauweise „Wand an Wand“ lassen sich nicht nur die Bau- sondern auch die Grundstückskosten gegenüber einem frei stehenden Haus deutlich senken. Reihenhäuser sind meist zweistöckig mit ausgebauten Dach- und Kellergeschossen. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sind bei diesem Haustyp zwar beschränkt, dennoch bietet auch das Reihenhaus Raum für Gestaltungsideen und vermittelt den Bewohnern das angenehme Gefühl der eigenen vier Wände.

Massivhäuser

Massivhäuser werden in traditioneller Ziegelbauweise erstellt. Moderne Lochziegel bieten einen hervorragenden Wärmeschutz und erlauben so ein energieeffizientes Bauen. Je nach Ziegeldicke kann unter Umständen sogar auf zusätzliche Wanddämmung verzichtet werden. Allerdings ist diese Bauweise witterungsabhängig und daher nur für die Sommermonate zu empfehlen und ist außerdem relativ zeitaufwendig. Aufgrund der Trocknungszeiten müssen für die Erstellung des Rohbaus mindestens drei Wochen einkalkuliert werden.

Architektenhaus

Beim Architektenhaus steht die moderne und stilistisch ausgefallene Gestaltung des Gebäudes im Vordergrund. Dank des Know-hows des planenden und ausführenden Architekten sind dem Bauherren bei der Umsetzung seines Traumhauses nahezu keine Grenzen gesetzt. Oft kommt im Rahmen dieses Haustyps modernste Haustechnik bis hin zu „Smart-Home“-Elementen zum Einsatz. Je ausgefallener und extravaganter die Gestaltung ist, desto schwieriger kann sich der Wiederverkauf eines Architektenhauses gestalten.

Die nachhaltigen Hausvarianten

Energiesparhaus

Von einem Energiesparhaus spricht man, sobald der jährliche Energieverbrauch des Hauses unter 220 kWh/qm liegt. Das Energiesparhaus ist seit dem Jahr 2002 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) für alle Neubauten vorgeschrieben. Heutzutage ist das Einsparen von Energie eines der wichtigsten Kriterien beim Hausbau geworden, wobei moderne Heiztechniken und Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Dieser Fokus schont nicht nur die Umwelt, sondern auch langfristig den Geldbeutel der Bewohner:innen.

Niedrigenergiehaus

Um den Status eines Niedrigenergiehauses zu erreichen, müssen bereits deutlich strengere Richtwerte erreicht werden: der Jahresheizenergiebedarf darf sich dann nur noch unter 50 kWh/qm bewegen. Erreicht wird dies durch eine besonders effiziente Heizungsanlage wie zum Beispiel eine Wärmepumpe sowie eine optimale Dämmung des Daches und der Außenwände sowie eine Isolierung der Fenster und der Außentüren des Hauses. So wird sichergestellt, dass die aufgewendete Heizungsenergie möglichst lange im Hausinneren verbleibt.

Passivhaus

Die nächste Stufe der Energieeffizienz stellt das Passivhaus dar. Es verbraucht bis zu 90 Prozent weniger Heizwärme als konventionelle Hausbauten und darf einen Heizenergieverbrauch von 15 kWh/qm im Jahresmittel nicht überschreiten. Um dies zu gewährleisten, kommen verschiedene Kriterien zum Einsatz:

  • energieeffiziente Bauteile
  • Solaranlagen auf dem Dach
  • wirksame Dämmung der Außenwände, der Bodenplatte und des Daches
  • Wärmerückgewinnung und Lüftungstechnik statt konventioneller Heizungsanlagen

Beim Hausbau auch ans Alter denken

Barrierefreies Haus

Barrierefrei zu bauen heißt, beim Bauen auf die Bedürfnisse gehandicapter Menschen zu achten, um einen möglichst reibungslosen Wohnalltag zu ermöglichen. Das beginnt beim Zugang über Rampen, über in entsprechender Höhe angebrachten Türklinken, Lichtschaltern und sanitären Einrichtungen bis hin zu breiten Türen von mindestens 90 Zentimeter Durchmesser, Treppenliften und elektrischen Fensteröffnern. Auch bei der Gestaltung der Außenanlage sind barrierefreie Spezifika zu beachten.

Schlüsselfertiges Haus

Wer keine Zeit und Energie investieren kann oder möchte, sich mit der Entstehung seines Hauses mehr als unbedingt notwendig zu befassen, der hat die Möglichkeit, sich für ein schlüsselfertiges Haus zu entscheiden. Wichtig sind dabei eine klare und möglichst detaillierte Auftragsbeschreibung und ein entsprechend ausformulierter Bauvertrag, um bei der Schlüsselübergabe keine bösen Überraschungen zu erleben.

Selbst ist der Bauherr – sparen und gestalten

Ausbauhaus

Beim Ausbauhaus übernehmen Sie als Bauherr vom Bauträger in der Regel einen fertiggestellten Rohbau inklusive wärmegedämmter und verputzter Außenfassade, sowie eingebauter Fenster und Haustüren. Auch Leerrohre für elektrische Leitungen, Wasser-, Abwasser- und Gasanschlüsse sind beim Ausbauhaus bereits vorhanden. Den Innenausbau übernimmt der Bauherr selbst. Die Vorteile hierbei sind nicht nur die geringeren Kosten, sondern auch die Tatsache, dass die Eigenleistung im Finanzierungskonzept als Eigenkapital angerechnet wird.

Handwerker bauen ein Haus von innen aus
Wer sich selbst um den Innenausbau kümmert, spart etwas Geld beim Hausbau ein.

Selbstbauhaus

Einen Schritt weiter geht das Konzept des Selbstbauhauses. Hierbei reduziert sich die Leistung des Bauträgers auf das Erstellen des Rohbaus mit Wärmeschutzisolierung. Den Einbau der Fenster, sowie das Verputzen der Fassade übernimmt der Bauherr zusätzlich zum Innenausbau selber. Diese Bauart reduziert die Baukosten natürlich enorm, sollte aber nur von Menschen in Betracht gezogen werden, die neben der nötigen handwerklichen Kompetenz auch entsprechend viel Zeit einbringen können.

Bausatzhaus

Das Bausatzhaus verzichtet völlig auf die Leistung eines Bauunternehmens. Es entsteht aus einem Bausatz, für dessen Zusammenbau der Bauherr ebenso wie für den anschließenden Innenausbau selber verantwortlich ist. Üblicherweise werden die Planungsarbeiten, die Statik sowie Bauanträge und die Bauüberwachung vom Bausatzanbieter übernommen. Wie und in welchem Umfang regelt die individuelle Vertragsgestaltung. Die hohe Eigenverantwortung und Leistungsanforderung an den Bauherrn lohnen sich: Das Bausatzhaus ist bereits ab einem Preis von ca. 50.000 Euro zu haben.

Kosten für die jeweiligen Haustypen

(Dabei wurden die durchschnittlichen Kosten der Erstellung des Hauses pro Quadratmeter berücksichtigt.)

Unabhängig vom Haustyp gibt es zahlreiche Vorschriften zu beachten

Das deutsche Baurecht hebt sich im Vergleich zu vielen anderen Ländern durch seinen Umfang und seine Detailtiefe ab. Es umfasst zum Beispiel das Bauplanungsrecht, das Baunebenrecht und das private Baurecht. Ergänzt wird es durch die jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer, Verwaltungsvorschriften, Sonderbauvorschriften und kommunale Richtlinien. Darüber hinaus sind beim Hausbau allgemeine technische Vorschriften, Normen, Richtlinien und Merkblättern zu beachten. Es ist dem privaten Bauherrn daher dringen angeraten, sich hinsichtlich seines Bauvorhabens von Experten beraten und unterstützen zu lassen.

Staatliche Hilfe: Förderungen und Finanzierung

Wenn Sie beim Hausbau Fördermittel für die Baufinanzierung in Anspruch nehmen möchte, sollten Sie sich rechtzeitig und unbedingt vor Beginn des Bauvorhabens informieren und beraten lassen. Für die Eigenheimrente zum Beispiel, das sogenannte Wohn-Riester, wird ein Teil des Einkommens in den Wohn-Riester-Vertrag eingezahlt, wofür Zuschüsse vom Staat und Steuererleichterungen gewährt werden.

Zahlreiche Zuschüsse, vergünstigte Darlehen und Tilgungsbefreiungen gibt es außerdem für energieeffizientes und barrierefreies Bauen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Spezielle Programme des Wohnraumförderungsgesetzes des Bundes fördern zudem den Eigenheimbau für einkommensschwache und kinderreiche Familien zum Beispiel über Vergünstigungen beim Bauland, Subventionen und günstige Kredite. Für Familien mit mindestens einem Kind steht außerdem unter bestimmten Voraussetzungen noch bis zum 31.12.2023 das Baukindergeld zur Verfügung.

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