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10 Tipps, um ökologischer und nachhaltiger zu wohnen

Claudia Mühlbauer
15. Februar 2022

Umweltschutz ist in aller Munde und doch fällt es vielen Menschen schwer, ihn fest in den Alltag zu integrieren. Europaweit ist der CO2-Ausstoß in Deutschland am höchsten – pro Kopf liegt er jährlich bei etwa elf Tonnen. Lassen Sie sich von unseren kleinen und großen Tipps inspirieren, um Ihre Ökobilanz zu verbessern.

1. Bei Möbeln auf Qualität achten

Gute Möbel sind häufig teuer, keine Frage. Umso wichtiger ist es, dass Sie bei der Auswahl auf hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung achten. Wollen Sie neue Möbel kaufen, sollten Sie nicht die billigsten nehmen. Dann laufen Sie nämlich Gefahr, nicht lange Freude an Ihrer Einrichtung zu haben.

nachhaltige Möbel vom Tischler
Möbelstücke können Sie auch von einem Tischlereibetrieb aus heimischen Hölzern anfertigen lassen.

Wollen Sie einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen? Dann sind Möbel aus heimischer und nachhaltiger Forstwirtschaft eindeutig gegenüber Tropenhölzern zu bevorzugen. Häufig wird Holz mit allerlei chemischen Mitteln behandelt, die im Laufe der Zeit ausdünsten und die Raumluft belasten. Nachhaltig agierende Hersteller ölen ihre Möbel lediglich.

Recycelte Werkstoffe nutzen

Viele Hersteller setzen heute auf Möbel aus recycelten Werkstoffen. Dem Design und der Atmosphäre tut das keinen Abbruch. Nachhaltiger kann Wohnen kaum sein.

2. Nachhaltige Bodenbeläge wählen

Schicke Bodenbeläge können durchaus nachhaltig sein. Das ist der Fall, wenn sie leicht recycelt werden können. Hierbei ist es gut, wenn es sich nicht um ein Mehrkomponentenprodukt handelt, das bei der Entsorgung erst aufwendig auseinandergenommen werden muss. Viele Hersteller verwenden auch bereits recycelte Materialien bei der Herstellung ihrer Bodenbeläge.

Spezielle Siegel für nachhaltige Textilien garantieren eine ökologisch einwandfreie Bearbeitung.

Wollen Sie sicherstellen, dass Sie ein nachhaltiges und ökologisches Produkt kaufen, können Sie sich auch an bestimmten Siegeln und Zertifikaten orientieren. Vor allem Teppiche aus Asien werden beim Transport oft stark mit Bioziden belastet. Die Behandlung mit Chemikalien führt häufig zu einem starken Ausstoß von Emissionen. Das „Eurofins Indoor Air Comfort“-Siegel ist beispielsweise ein guter Anhaltspunkt, wenn Sie emissionsfreie Produkte kaufen wollen.

3. Natürliche Materialien einsetzen

Ob bei Möbeln, Textilien oder der Dekoration: Natürliche Materialien lassen sich in jedem Kontext einsetzen. Ein naturnaher Wohnstil setzt längst nicht nur auf Holz und Naturstein. Daneben gibt es viele andere abwechslungsreiche Materialien: Böden aus Kork, Körbe aus Sisal, Stühle aus Rattan und Kissenbezüge aus ökologisch angebauter Baumwolle sind nur einige Beispiele. Spannende Oberflächenkontraste können Sie mit Kombinationen aus Gestricktem, Gewebtem und Geknüpftem schaffen.

Naturmaterialien Nachhaltigkeit
Nachhaltige Materialien wie Holz, Kork und Wolle verleihen einem Raum Ruhe und Wohnlichkeit.

Achten Sie bei Naturmaterialien darauf, dass sie keine langen Transportwege hinter sich haben und nicht chemisch behandelt wurden. Wollen Sie sich besonders viel Natur in Ihre Räume holen, können Sie mit etwas handwerklichem Geschick auch einiges selbst herstellen: Wie wäre es mit einem Baumstumpf als Nachttischschrank oder einem bruchsicheren Ast als Kleiderstange? Die Materialien dürfen nur keine Feuchtigkeit mehr enthalten und müssen versiegelt werden, um sie haltbar zu machen. Naturmaterialien wirken sich nicht nur positiv auf das Raumklima aus, sondern sind zudem robust und langlebig.

4. Mit Pflanzen dekorieren

Die Raumluft lässt sich leicht verbessern, indem Sie bestimmte Pflanzen als Dekoration einsetzen. Wer zu wenig Stellplatz auf dem Boden hat, findet möglicherweise Gefallen an einer grünen Pflanzenwand.

Pflanzen reinigen die Luft, die Sie ausatmen, und reichern sie mit Sauerstoff an. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit wirkt sich zudem positiv auf die trockene Heizungsluft im Winter aus. Auch Schadstoffe können so aus der Luft gefiltert werden:

  • Grünlilien können innerhalb von 24 Stunden 86 Prozent des Formaldehyds in der Luft entfernen.
  • Efeu reduziert den Benzolgehalt in der Raumluft um 90 Prozent.
  • Blattfahnen eliminieren bis zu 23 Prozent Trichlorethylen in der gleichen Zeit.
Pflanzen Nachhaltigkeit

Unser Tipp:

Besorgen Sie sich Pflanzenableger von Freunden oder der Familie, statt bereits ausgewachsene Pflanzen zu kaufen. Im Fachgeschäft achten Sie auf die Fair-Trade-, Bioland-, Fair-Flora- und Naturland-Siegel.

5. Elektrogeräte lange nutzen und recyceln

Generell sollten Sie den Lebenszyklus Ihrer elektronischen Geräte immer ausreizen. Benutzen Sie sie also so lange, bis sie nicht mehr funktionieren und wirklich ersetzt werden müssen. Dadurch können Sie Ihre Klimabilanz verbessern, denn bei der Herstellung neuer Geräte wird viel CO2 freigesetzt.

Alte Elektrogeräte haben allerdings mitunter einen sehr hohen Stromverbrauch. Das ist umso problematischer, je öfter sie in Gebrauch sind. Kühlschränke sind beispielsweise immer angeschaltet und verbrauchen so permanent Strom. Damit ist auch die Freisetzung von CO2 verbunden. In solchen Fällen kann es sich lohnen, schon früher ein energieeffizientes Neugerät zu kaufen.

Elektrogeräte Nachhaltigkeit
Durch das Recycling von Altgeräten können viele verarbeitete Rohstoffe weiterverwendet werden.

Ist ein Elektrogerät kaputt, lohnt sich in vielen Fällen eine Reparatur - auch, wenn die Garantie bereits abgelaufen ist. In einem Repair Café finden Sie zum Beispiel alle Werkzeuge und Materialien, die Sie dafür brauchen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Fachleuten können Sie sich dort selbst an die Arbeit machen. Finanziert werden Repair Cafès über freiwillige Spenden.

Kommt eine Reparatur nicht infrage oder soll ein Gerät aus Energiespargründen ausgetauscht werden, muss es richtig entsorgt werden. Elektroschrott gehört nicht in den Hausmüll, sondern sollte bei einem Wertstoff- oder Recyclinghof abgegeben werden. Alternativen für die Entsorgung von Elektrogeräten sind der Sperrmüll und die Rückgabe im Handel. In den Geräten sind viele wertvolle Rohstoffe verbaut, die durch den Recyclingprozess wieder verwertet werden können. Das ist deutlich energiesparender als die Neuproduktion von Metallen.

Gut zu wissen:

Alleine das Recycling von Aluminium ist 90 Prozent energiesparender als die Herstellung neuen Aluminiums. Der CO2-Ausstoß liegt im Vergleich sogar bei nur fünf Prozent.

6. Online-Shopping vermeiden

Lassen Sie sich etwas aus einem Online-Shop liefern, erhöhen Sie Ihre CO2-Bilanz je Paket um etwa 200 bis 500 Gramm. Das ist allerdings in den meisten Fällen immer noch besser als die Fahrt mit dem eigenen Auto. Hier fällt nämlich schon bei einer fünf Kilometer langen Fahrt die zwei- bis dreifache Menge CO2 an. Transportunternehmen optimieren ihre Routen hingegen und fahren nicht jedes Paket einzeln aus.

Das eigentliche Problem liegt an anderer Stelle: Bei einer Retoure fallen die gleichen CO2-Werte noch einmal an. Das fällt schnell ins Gewicht, denn etwa die Hälfte aller online bestellten Waren wird zurückgeschickt. Umso wahrscheinlicher ist das, wenn Versand und Rücksendung kostenlos sind. Dann ist die Versuchung nämlich groß, mehrere Dinge zum Vergleich zu bestellen.

Shopping Nachhaltigkeit
Vermeiden Sie Retoursendungen, wenn Sie online bestellen.

Einige Online-Shops bieten an, einen CO2-Ausgleich auf den Kaufpreis aufzuschlagen. Bei anderen können Sie bestimmte Zeiträume wählen, in denen Ihr Paket besonders CO2-sparend geliefert werden kann. Das liegt daran, dass in diesen Zeiten viele andere Haushalte in Ihrer Gegend beliefert werden. Gar keine Emissionen fallen allerdings beim Fahrradfahren an. Nutzen Sie das Auto, versuchen Sie, seltener einkaufen zu gehen, aber dafür gleich mehrere benötigte Dinge zu besorgen.

Wichtig:

Auch Lebensmittel können Sie mittlerweile online bestellen. Bei Nahrungsmitteln gilt allerdings das Gleiche wie bei anderen Waren: Versuchen Sie, in der Nähe einkaufen zu gehen. Je ökologischer und regionaler Lebensmittel außerdem produziert werden, desto geringer ist der CO2-Ausstoß.

7. Datenübertragung beim Video-Streaming beachten

Das Streamen von Filmen, Videos und Musik geht mit einem hohen Stromverbrauch einher und wirkt sich somit auch auf das Klima aus. Beim Energieverbrauch gibt es aber zwei wichtige Faktoren: die Übertragungstechnologie und die Auflösung der Videos.

Nutzen Sie eine mobile Datenverbindung im 3G-Netz zum Streamen eines Full-HD-Videos, fallen je Stunde 90 Gramm CO2 an. Im 5G-Netz sind es nur noch fünf Gramm. Zu Hause sind die geringsten Emissionen mit einem Glasfaseranschluss zu erreichen. Hier liegt der CO2-Ausstoß nur bei zwei Gramm je Stunde. Das Doppelte verbrauchen Sie mit VDSL. Schauen Sie Filme außerdem in Ultra HD, verzehnfachen sich die Emissionen.

Streamen Nachhaltigkeit
Streamen Sie Filme und Videos möglichst nicht mit der höchstmöglichen Auflösung.

8. Klimafreundliche Reinigungsmittel verwenden

Auf nachhaltige Reinigungsmittel umzusteigen, bedeutet nicht, dass Sie Produkte mit weniger Reinigungskraft kaufen müssen. Werfen Sie aber einen Blick auf die Inhaltsstoffe, werden Sie feststellen, dass die Rezepturen mehr auf natürliche Stoffe setzen. Herkömmliche Reiniger beinhalten dagegen oft auch Schadstoffe und Mikroplastik.

Reinigungsmittel Nachhaltigkeit
Immer mehr Hersteller setzen auch bei Reinigungsmitteln auf Nachhaltigkeit.

Ressourcenschonende Produkte zeichnen sich auch durch Verpackungen aus Recyclingmaterial aus. Bei der Herstellung werden erneuerbare Energien verwendet und die Wasseraufbereitung erfolgt bestenfalls innerhalb der Produktionsstätte. Damit Sie zertifizierte nachhaltige Reinigungsmittel auf den ersten Blick erkennen, sollten Sie beim Einkauf auf verschiedene Nachhaltigkeitssiegel achten, zum Beispiel:

  • EU Ecolabel (Europäische Kommission)
  • Blauer Engel (Bundesumweltministerium)
  • Ecocert-Siegel (ECOCERT Group)
  • Nature Care Product (GfaW - Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik)

Variables Einsparpotenzial

Wie hoch das CO2-Einsparpotenzial im konkreten Fall ist, hängt von der Verpackung und von den Inhaltsstoffen der ersetzten Produkte ab. Zusätzlich fallen durch den Recyclingkreislauf Kunststoff und Rohöl bei der Herstellung weg.

9. Nachhaltigkeit im Garten

Umweltbewusst können Sie sich nicht nur innerhalb Ihrer vier Wände verhalten. Haben Sie einen Garten, gibt es hier einige Möglichkeiten, Nachhaltigkeit umzusetzen und Ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren:

  • Bäume pflanzen: Wälder speichern große Mengen CO2 und geben Sauerstoff frei. Diesen Effekt können Sie sich auch im Kleinen zunutze machen. Am meisten CO2 speichern Buche, Linde und Kastanie. Bis ein Laub- oder Nadelbaum allerdings CO2 absorbieren und Feinstaub binden kann, muss er erst einige Jahre wachsen. Warten Sie also nicht länger, denn jeder gepflanzte Baum wirkt sich positiv auf die Atmosphäre aus!
  • Blumenwiese aussäen: Sie lieben frische Blumen? Sie in der Gärtnerei zu kaufen, kann schnell ins Geld gehen, und oft haben sie lange Transportwege hinter sich. Eine eigene Blumenwiese löst nicht nur dieses Problem: Sie ist auch ein wertvoller Lebensraum für Insekten wie Schmetterlinge und Bienen.
  • Obst und Gemüse ziehen: Jedes Kilo Obst und Gemüse, das Sie in Ihrem Garten ziehen, verringert die Emission von Treibhausgasen deutlich. CO2 wird nicht nur bei der Aufzucht ausgestoßen, sondern auch durch den Transport. Ein Kilogramm Gartentomaten hat etwa eine CO2-Bilanz von 35 Gramm. Die gleiche Menge Freilandtomaten, die aus Spanien kommt, verursacht 600 Gramm. Bei Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus sind es bereits 9.300 Gramm. Bei 28 Kilogramm Tomaten, die pro Person jedes Jahr in Deutschland gegessen werden, ist das Sparpotenzial enorm.
  • Kompost anlegen: Auf einem Komposthaufen können Sie kostenlos nährstoffreiche Erde und Dünger herstellen. Außerdem bietet er einen Lebensraum für viele kleine Tiere.
  • Regenwasser sammeln: Regenwasser ist eher sauer und dadurch besser für Pflanzen geeignet als kalkhaltiges Leitungswasser. Noch dazu ist es kostenlos und seine Verwendung wirkt sich nicht negativ auf Ihren Wasserverbrauch im Haus aus. Nutzen Sie am besten eine plastikfreie Regentonne.
Garten Nachhaltigkeit
Ihren Wasserverbrauch im Garten können Sie oft komplett über den Niederschlag decken.

Unser Tipp:

Ist Ihr Rasenmäher schon recht alt? Dann sollten Sie ihn möglicherweise ersetzen. Ein benzinbetriebenes Modell stößt nämlich so viele Schadstoffe aus wie ein Pkw mit einem zehnmal so leistungsfähigen Motor.

10. Umweltbewusst umziehen

Wer umzieht, braucht einiges an Verpackungsmaterial. Pro Person und Zimmer sind im Durchschnitt etwa 20 Umzugskartons nötig, um für den Transport alles zu verpacken, was sich über die Jahre angesammelt hat. Nutzen Sie am besten rechtzeitig die Gelegenheit, gründlich auszusortieren und alles, was Sie nicht mehr brauchen, zu verkaufen oder zu spenden.

Umzug Nachhaltigkeit
Planen Sie Ihren Umzug rechtzeitig, damit Ihnen das Verpackungsmaterial nicht ausgeht.

Umzugskartons können leicht mehrfach benutzt werden. Fragen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis nach, ob jemand noch alte Kartons hat. Alternativ eignen sich stabile Kunststoffboxen, die bestenfalls aus recyceltem Material bestehen. Solche Boxen können Sie mitunter sogar mieten und nach dem Umzug einfach zurückgeben. Weniger Müll fällt außerdem an, wenn Sie keine teure Luftpolsterfolie kaufen, um zerbrechliche Gegenstände zu sichern. Zeitungspapier, das ansonsten in den Papiermüll gewandert wäre, eignet sich genauso gut.

Den Umzug selbst sollten Sie am besten nicht mit einem Kleinwagen durchführen, mit dem Sie etliche Male hin- und herfahren müssen. Besonders umweltfreundlich ist es, einen Sprinter mit Elektroantrieb zu mieten.

Unser Tipp:

Brauchen Sie vor dem Umzug möglichst viele Nahrungsmittel auf. Leeren Sie Ihren Vorratsschrank und Ihren Kühlschrank, müssen Sie weniger transportieren und keine frischen Lebensmittel wegwerfen.