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Das Energie-Verbundsystem als Komplettpaket für Strom & Wärme

Claudia Mühlbauer, Online-Redakteurin
Claudia Mühlbauer
11. August 2023

Wer beim Heizen und bei der Stromerzeugung rundum selbstbestimmt auf erneuerbare Energien setzen will, benötigt einige Komponenten und Anlagen, die miteinander vernetzt sind. Diese werden auch als Verbundsystem angeboten, wodurch Sie alle Bestandteile von einem Anbieter erhalten. Wir zeigen Ihnen, wie dieses Energiesystem funktioniert und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

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Welche Komponenten hat ein Energie-Verbundsystem?

Zentrale Bestandteile eines Energie-Verbundsystems oder Energie-Komplettpakets sind

  • die Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Solarstrom,
  • der Stromspeicher zum Vorhalten überschüssiger Energie und
  • ein Energiemanagement-System, mit dem der Stromverbrauch intelligent gesteuert werden kann.

Je nach Bedarf können Sie Ihr Energiesystem um weitere Komponenten erweitern. Zu den Bestandteilen können

  • eine Wärmepumpe mit oder ohne Warmwasserspeicher,
  • eine Wallbox für das Laden des E-Autos,
  • eine Notstromversorgung und
  • eine Stromcloud gehören.

Worin liegt der Vorteil eines Energie-Komplettpakets?

Durch ein vollumfängliche Energiekonzept haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wohnhaus autark und ausschließlich mit Sonnenenergie zu nutzen. Das schließt das Heizen, die Stromerzeugung und auch das Laden eines Elektrofahrzeugs ein. Welchen Grad an Unabhängigkeit Sie durch die Solar-Komplettlösung erreichen, hängt von

  • Lage und Ausrichtung,
  • Größe der Photovoltaikanlage,
  • Dimensionierung des Speichers und
  • Ihrem Stromverbrauch ab.

In das System sind je nach Ausführung alle Komponenten für Strom und Wärme eingebunden. Diese lassen sich bequem über eine App steuern. Die einzelnen Bestandteile sind aufeinander abgestimmt und arbeiten intelligent zusammen. Auch schon vorhandene Komponenten - wie eine bestehende Wärmepumpe - lassen sich in das System einfügen, wenn sie die technischen Voraussetzungen dafür bieten.

Für welche Gebäude eignet sich ein Verbundsystem?

Für die Umsetzung eines Energiesystems eignen sich Neubauten und Bestandsgebäude, sofern sie bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich des Sanierungszustandes erfüllen:

  • Bei der Installation einer Wärmepumpe sind zum Beispiel die Rohre und Verteiler der Heizkreisläufe relevant.
  • Damit Photovoltaikmodule angebracht werden können, müssen das Dach tragfähig und die Dachhaut intakt sein.
  • Darüber hinaus benötigen Sie einen Internetanschluss für den Betrieb und die Steuerung des Systems.

Wie sich das Projekt für Ihr Gebäude umsetzen lässt, muss in jedem Fall von einer Fachfirma vor Ort beurteilt und geplant werden.

zwei Solarteure montieren Photovoltaik auf einem Ziegeldach
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Wie wird ein Verbundsystem geplant und umgesetzt?

  1. Zunächst findet ein Vor-Ort-Termin statt, in dem alle Informationen zum Gebäude und Ihre Wünsche aufgenommen werden.
  2. Bilder und Skizzen werden angefertigt, damit die darauf aufbauende Planung professionell und qualitativ hochwertig aufgestellt werden kann.
  3. Bei einem weiteren Termin wird die Anlage technisch und wirtschaftlich auf das Objekt „gelegt“.

So erhalten Sie neben einer Wirtschaftlichkeitsberechnung und einer Planung über die kommenden Jahrzehnte auch eine optische Vorstellung zur Realisierung des Projekts. Die Planung dauert in der Regel wenige Tage. Die konkrete Umsetzung ist abhängig von der Region und den verfügbaren Montageleistungen. Üblicherweise dauert es wenige Monate bis zur Umsetzung des kompletten Systems.

Monteure installieren Photovoltaikmodule auf einem Schrägdach
Die Anmeldung und Registrierung der PV-Anlage übernimmt in der Regel der Anbieter.

Wie viel kostet ein komplettes Energiesystem?

Die konkreten Kosten von Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und anderen Bestandteilen sind im Komplettpaket in der Regel ebenso hoch wie bei einer Einzelanschaffung der jeweiligen Anlagen.

  • Solaranlagen kosten aktuell im Schnitt zwischen 920 und 2.100 Euro (netto) pro kWp - je größer die Anlage ist, desto geringer werden allerdings die Kosten pro kWp.
  • Ein Solarspeicher kostet je kWh Speicherkapazität etwa zwischen 900 und 1.500 Euro.
  • Bei Wärmepumpen viariieren die Kosten stark je nach Art des Geräts.

Generell sind pauschale Aussagen schwierig, da die Kosten in hohem Maß von den individuellen Gegebenheiten und den persönlichen Wünschen abhängen. Neben den Anschaffungskosten für die Anlagen selbst fallen auch Kosten für die Software und die Montage an.

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Wie hoch das Einsparpotenzial durch das Verbundsystem ist, hängt ebenfalls von Gegebenheiten vor Ort, den damit einhergehenden Kosten für die Montage und Ihren persönlichen Wünsche ab. Nach etwa 12 Jahren amortisiert sich das System in der Regel.

Finanzierung & Förderungen nutzen

Wer die Investition in ein komplettes Energiesystem finanziell nicht auf einmal stemmen kann, findet je nach Anbieter unterschiedliche Finanzierungsmodelle. Unter Umständen sind die Konditionen hier günstiger als bei einer Kreditaufnahme über Ihre Hausbank, weswegen Sie zuvor alle Möglichkeiten durchrechnen sollten. Daneben haben Sie die Möglichkeit, den Einbau einer Wärmepumpe über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschussen zu lassen. Photovoltaikanlagen können von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert werden.

Fachfirmen für Energie-Verbundsysteme finden

Haben Sie bereits konkrete Vorstellungen zu Ihrem Energie-Verbundsystem? Dann füllen Sie unseren kurzen Fragebogen aus, um passende Fachfirmen für Ihr Projekt in Ihrer Nähe zu finden!

Häufig gestellte Fragen

Woraus besteht ein Energie-Verbundsystem?

Energie-Verbundsysteme bestehen in der Regel aus einer Solaranlage, einem Stromspeicher, einer Wärmepumpe und einem Energiemanagement-System. Daneben lassen sich weitere Bestandteile wie eine Wallbox und eine Notstromversorgung bzw. ein Netzersatzsystem integrieren.

Welche Versicherungen sind für Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage im Komplettpaket nötig?

Anbieter stellen Ihnen Kund:innen in der Regel die Möglichkeit zur Verfügung, eine Versicherung für die PV-Anlage abzuschließen. Informieren Sie sich zuvor, ob eine Solaranlage bereits Bestandteil Ihrer Gebäudeversicherung ist und nehmen Sie auch die Wärmepumpe in die Versicherungspolice auf. Daneben haben Sie bei vielen Anbietern die Option, bei nahezu allen Produkten eine Garantieverlängerung abzuschließen, damit Sie in der Nutzung der Anlage keine unvorhergesehenen Kosten erfahren.