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Elektrorollstuhl-Modelle: So treffen Sie die richtige Wahl

Lina Strauss, Online-Redakteurin bei Aroundhome
Lina Strauss
8. Januar 2023

Ob outdoor, indoor oder sogar faltbar – Elektrorollstuhl-Modelle gibt es für fast alle Lebenslagen und Sonderwünsche. Doch bei der großen Auswahl kann man schnell den Überblick verlieren. Worin unterscheiden sich die Varianten? Welche Vorteile und Nachteile haben sie? Und welches Modell passt zu mir? Damit Sie die richtige Wahl treffen, zeigen wir Ihnen, welche Elektrorollstuhl-Modelle es gibt, und stellen Ihnen die aktuellen Testsieger auf dem Markt vor.

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Welche Elektrorollstuhl-Modelle gibt es?

Elektrische Rollstühle gibt es in verschiedensten Ausführungen. Häufig wird zwischen diesen Modellen unterschieden:

  • Elektrischer Rollstuhl für die Wohnung
  • Elektrorollstühle für draußen
  • Kombi-Elektrorollstühle für innen und außen
  • Klappbare oder faltbare Elektrorollstühle
  • Rollstuhl mit Zusatzantrieb
  • Spezialausführungen (mit Treppensteig- oder Stehfunktion, Schwerlast-Modelle etc.)
  • Elektromobile (Seniorenscooter)

Elektrorollstuhl für innen

Elektrische Rollstühle für die Wohnung sind besonders leicht und wendig, damit Sie Ihrem Alltag zu Hause ohne größere Mobilitätseinschränkungen nachgehen können. Die Modelle sind schmal gebaut, so dass sie auch durch Türen oder in Fahrstühle passen. Zudem ist der Wendekreis so klein, dass die Nutzer:innen selbst auf engstem Raum wie im Badezimmer oder in der Küche bequem rangieren können. Wie fast alle Elektrorollstühle werden sie über einen Joystick gelenkt, was auch für Menschen bequem ist, die wenig Kraft in den Armen haben.

Die Nachteile von Elektrorollstühlen für innen sind der schwächere Akku und die damit einhergehende geringere Reichweite. Indoor-Modelle sind nicht dafür konzipiert, weite oder holprige Strecken zu fahren. Denn die Reifen sind in der Regel kleiner und weniger robust. Außerdem müssen Sie bedenken, dass Sie für die Überwindung von Treppen einen extra Hub- oder Plattformlift benötigen.

Elektrorollstuhl in der Wohnung

Dann passt ein Indoor-Modell zu Ihnen:

  • Sie verbringen die meiste Zeit zu Hause.
  • Außerhalb der Wohnung müssen Sie nur kurze Strecken zurücklegen ...
  • oder Sie haben eine zusätzliche Gehilfe, zum Beispiel ein Elektromobil.
  • Sie wohnen in einer Wohnung oder Bungalow ohne Treppen oder haben einen Treppen- oder Rollstuhllift.

Elektrorollstuhl für draußen

Einen elektrischen Rollstuhl mit Joystick gibt es auch als Outdoor-Variante. Diese Modelle verfügen in der Regel über einen leistungsstärkeren Akku, damit die Reichweite auch für längere Strecken reicht. Die Reifen sind besonders robust und überwinden auch hohe Bordsteinkanten. Sie sind oft so gebaut, dass der Outdoor-Rollstuhl umkippsicher ist. Eine hochwertige Stoßdämpfung gleicht holprige Strecken aus und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl. Besonderen Schutz im Straßenverkehr bieten die Beleuchtungsanlage, Reflektoren, Rückspiegel und ein Anschnallgurt. Praktisch für Touren und Einkäufe sind Taschen, Körbe sowie Stockhalterungen.

Neben diesen Vorteilen haben Elektrorollstühle für draußen aber auch Nachteile. Die Modelle sind oft schwerer und sperriger und daher nicht wendig genug für kleine Innenräume. Zudem sind sie meist teurer in der Anschaffung und benötigen einen Abstellplatz, der am besten überdacht ist.

Elektrorollstuhl Für Außen

Dann passt ein Outdoor-Modell zu Ihnen:

  • Sie sind nicht dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen.
  • Sie machen gern Spazierfahrten oder haben viele Besorgungen zu erledigen.
  • Sie haben einen sicheren Abstellplatz vor der Tür.
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Kombi-Elektrorollstühle für innen und außen

Wer sowohl in der Wohnung als auch außerhalb einen elektrischen Rollstuhl benötigt, wird mit einem Kombi-Modell glücklich. Denn darin sind die Vorteile von Indoor- und Outdoor-Rollstühlen vereint: Sie sind wendig und kompakt gebaut, verfügen aber auch über eine robuste Bereifung, gute Stoßdämpfung und eine hohe Reichweite. Zudem ist die Beleuchtungsanlage für den Straßenverkehr geeignet und es gibt häufig praktische Extras wie Körbe oder Taschen.

Der einzige Nachteil der Elektrorollstühle für innen und außen ist der oft höhere Preis. Da Sie allerdings mit dem Kombi-Modell sozusagen zwei Rollstühle in einem bekommen, lohnt sich die höhere investition häufig.

Elektrischer Rollstuhl

Dann passt ein Kombi-Modell zu Ihnen:

  • Sie sind dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen.
  • Sie verbringen ebenso Zeit in der Wohnung wie auch außerhalb.
  • Sie suchen ein wendiges Gerät, das auch weitere Strecken zurücklegen kann.

Reise-Elektrorollstuhl (klappbar/faltbar)

Für viele Nutzer:innen ist es wichtig, dass ihr Elektrorollstuhl zerlegbar ist, damit er auch im Auto transportiert werden kann. Daher sind viele Modelle faltbar. Doch es gibt extra leichte oder Reiserollstühle, die sich von Standardmodellen unterscheiden. Durch das geringe Gewicht eignen sie sich hervorragend für den Transport. In wenigen Handgriffen sind sie platzsparend gefaltet und nehmen auch in der Wohnung wenig Platz ein, wenn sie gerade nicht gebraucht werden.

Allerdings sind klappbare Elektrorollstühle in der extra leichten Ausführung auch weniger robust oder langlebig. Um Gewicht zu sparen, wird häufig auf komfortable Extras verzichtet, wie zum Beispiel eine gute Stoßdämpfung, größere Reifen oder andere Sonderausstattungen. Darunter leidet mitunder der Fahrkomfort, weswegen sie in solchen Fällen eher nicht für eine dauerhafte Nutzung geeignet sind.

faltbarer Elektrorollstuhl unterwegs

Dann passt ein faltbarer Elektrorollstuhl zu Ihnen:

  • Sie sind nicht dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen.
  • Sie wollen auf Reisen oder Ausflügen einen elektrischen Rollstuhl nutzen.
  • Sie suchen ein Modell, das leicht zu transportieren ist.

Rollstuhl mit Zusatzantrieb

Falls Sie einen manuellen Rollstuhl haben, sich jedoch einen elektrischen Antrieb wünschen, können Sie Ihr Fahrzeug nachrüsten. Elektrische Zusatzantriebe werden ganz einfach an den Rollstuhl ab- und anmotiert. Je nach Bedarf können Sie dann mit eigenem Kraftaufwand oder mit zusätzlicher Unterstützung fahren. So lassen sich Berge und längere Strecken bewältigen. Rollstühle mit Zusatzantrieb gibt es in folgenden Varianten:

Beim Radnabenantrieb werden restkräfteverstärkende Greifreifen angebracht, die die Fortbewegung durch einen Elektroantrieb erleichtern. Oft lässt sich zwischen zwei Stufen der elektrischen Unterstützung wählen. Dagegen wird beim Rollstuhlzuggerät ein Hilfsmittel vor den Rollstuhl geschnallt. Als Drittes gibt es den Zusatzantrieb für Schiebende, wodurch die Begleitperson beim Schieben oder Bremsen entlastet wird.

Elektrorollstuhl Rollstuhl Mit Zusatzantrieb

Dann eignet sich ein Rollstuhl mit Zusatzantrieb:

  • Sie haben noch Kraft in den Armen, wünschen sich jedoch Unterstützung für längere oder anstrengendere Strecken.
  • Sie wollen Ihre Begleitperson beim Schieben und Bremsen entlasten.
  • Sie haben einen manuellen Rollstuhl, auf den Sie nicht verzichten wollen.
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Elektrische Rollstühle mit Spezialfunktionen

Neben den alltagstauglichen Elektrorollstuhl-Modellen gibt es noch Ausführungen mit verschiedenen Spezialfunktionen.

Elektrischer Treppensteiger oder Treppenraupe: Ein Rollstuhl, der Treppen steigen kann, ist besonders praktisch für Menschen, die zum Beispiel in einem Haus mit Treppen wohnen oder arbeiten. So sind sie unabhängig, auch wenn es keinen Fahrstuhl oder Rollstuhllift gibt.

Elektrorollstuhl mit Stehfunktion: Indem der Sitz mit Hilfe eines Elektromotors aufgerichtet wird, ist es Rollstuhlfahrer:innen selbstständig möglich, eine aufrechte Position einzunehmen. So erweitert der Stehrollstuhl den individuellen Bewegungsradius.

Schwerlast-Elektrorollstühle: Je schwerer die Person ist, desto leistungsstärker und stabiler muss der Akku sein. Eine Belastbarkeit des Elektrorollstuhls bis 180 Kilo oder mehr ist bei Schwerlast-Modellen gegeben. Außerdem sind sie oft breiter gebaut.

Treppenraupe

Dann sind Rollstühle mit Spezialfunktionen etwas für Sie:

  • Sie sind zum Beispiel schwergewichtig oder überdurchschnittlich groß.
  • Sie benötigen zum Beispiel Hilfe beim Aufstehen.
  • Sie möchten mit Ihrem Elektrorollstuhl-Modell Treppen überwinden.
  • Sie haben sonstige Sonderwünsche.

Elektromobile (Seniorenscooter)

Elektromobile unterscheiden sich von Elektrorollstühlen darin, dass sie mit einem Lenker und nicht mit einem Joystick gelenkt werden. Sie werden auch Seniorenmobile oder Scooter genannt und es gibt sie in vielen verschiedenen Ausführungen. Reisescooter sind zum Beispiel so klein, dass sie auch in Innenräumen fahrbar sind. Elektromobile mit Dach oder Kabine sind bei jedem Wetter einsatzbereit. Es gibt sogar Zweisitzer für Menschen, die oft mit einer weiteren Person unterwegs sind.

Elektromobile werden vor allem von Personen genutzt, die zwar noch selbst laufen können, sich aber bei weiteren Strecken Entlastung wünschen. Für Modelle mit einer Geschwindigkeit bis zu 15 Stundenkilometer wird kein Führerschein benötigt. Für schnellere Seniorenmobile ist ein Führerschein AM (Mofaführerschein) erforderlich.

Mann testet gebrauchtes Elektromobil

Dann passt ein Elektromobil zu Ihnen:

  • Sie können kurze Strecken noch laufen, wünschen sich aber Entlastung bei Strecken außerhalb der Wohnung.
  • Sie suchen nach einer sportlicheren Alternative zu einem Krankenfahrzeug.
  • Sie ziehen einen Lenker einem Joystick vor.

Unterschiede in der Elektrorollstuhl-Bereifung

PU-Reifen

PU-Reifen bestehen aus Polyurethan-Vollgummi und werden nicht mit Luft gefüllt. Deswegen gelten sie als pannensicher, selbst wenn der Rollstuhl über Scherben oder Nägel fährt. Sie sind zwar besonders robust und langlebig, haben aber auch keine Dämpfung und kaum Grip auf unebenem Gelände. Damit sind Elektrorollstühle mit PU-Reifen nicht für Outdoor-Aktivitäten geeignet, sondern ideal, wenn Sie im Innenraum oder auf dem Gehweg fahren.

Luftbereifung

Luftbefüllte Reifen sind meistens größer und haben auch mehr Profil. Damit bieten sie zusätzliche Dämpfung und besondere Bodenhaftung. Elektrorollstühle mit Luftbereifung gleichen größere Unebenheiten aus und fahren auch gut auf sandigem oder losem Untergrund. Da sie jedoch nicht pannensicher sind, ist es von Zeit zu Zeit erforderlich, die Reifen aufzupumpen oder zu wechseln. Dadurch sind luftbefüllte Reifen im Vergleich teurer als PU-Reifen.

Elektrorollstuhl-Testsieger 2023

Elektrorollstuhl-Tests und -Vergleiche können bei der Kaufentscheidung helfen. Wir haben uns den aktuellen Elektrorollstuhl-Vergleich von Bild, den Bestseller-Test 2023 von bestn.de sowie den Elektrorollstuhl-Test von gewohnt-mobil.de angeschaut und stellen Ihnen die Testsieger entsprechend der Elektrorollstuhl-Modelle vor.

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So treffen Sie die richtige Wahl

Unter den vielen Elektrorollstuhl-Modellen das richtige auszuwählen, ist gar nicht so einfach. Um das passende Modell zu finden, sollten Sie daher ein persönliches Anforderungsprofil Ihres Wunschrollstuhls erstellen. Für die erste wichtige Orientierung haben wir Ihnen im Folgenden einen Fragenkatalog zusammengestellt. Im zweiten Schritt sollten Sie sich am besten von einer Fachfirma beraten lassen und vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen.

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf stellen:

  • Wird der Elektrorollstuhl dauerhaft, regelmäßig oder nur sporadisch genutzt?
  • Muss der Rollstuhl auf bestimmte körperliche Bedürfnisse abgestimmt sein (z. B. Beinlänge, Gewicht, Linkshänder)?
  • Wünschen Sie sich Zusatzfunktionen (Aufstehhilfe, Stehfunktion, Sportmodell etc.)?
  • Wird der Elektrorollstuhl überwiegend drinnen oder draußen genutzt oder beides?
  • Welche Strecken muss der E-Rolli zurücklegen? Eher kurze Wege oder längere?
  • Wie sind die Strecken beschaffen? Asphalt mit möglichen Glassplittern oder freies Gelände? Gerade oder bergige Strecke?
  • Muss er auch für den öffentlichen Nahverkehr zugelassen sein?
  • Müssen Treppen mit dem Rollstuhl überwunden werden?
  • Sollte er faltbar und leicht zu transportieren sein?
  • Bevorzugen Sie ein extraleichtes Modell oder wünschen Sie sich mehr Sicherheit in einem robusten Rollstuhl?

Fachfirmen für Elektrorollstühle finden

Sie wollen sich fachkundig zu Elektrorollstuhl-Modellen beraten lassen und Ihr perfektes Match finden? Aroundhome kann Sie bei der Wahl Ihrer Elektrofahrzeuge unterstützen. Mithilfe unseres Online-Fragebogens nehmen wir Ihre Wünsche und Anforderungen an den neuen Elektrorollstuhl auf und empfehlen Ihnen bis zu drei Anbieter aus Ihrer Region.

Häufige Fragen zum Thema

Kann man einen elektrischen Rollstuhl zusammenklappen?

Viele elektrischen Rollstühle lassen sich problemlos zusammenklappen oder falten und können so leicht transpotiert werden.

Wie viel wiegt ein Elektrorollstuhl?

Durchschnittliche Elektrorollstühle wiegen zwischen 20 und 40 Kilogramm. Es gibt allerdings auch extraleichte Modelle, die ca. 16 Kilogramm wiegen, genauso wie schwere Modelle, die bis zu 80 Kilogramm Eigengewicht haben.

Wie schnell fährt ein elektrischer Rollstuhl?

Die meisten Elektrorollstühle fahren bis zu 6 km/h schnell. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 15 km/h.