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Innovative Energieerzeugung

Balkon-Solaranlage aufhängen, einstöpseln und sparen

Redaktion Antonia
Antonia Rupnow
4. März 2020

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Balkon-Solaranlage beziehen Sie weniger Strom von Ihrem Versorger. Das spart Geld und CO2.
  • Die Anlagen fallen nicht unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz; eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist erforderlich.
  • Ein Solarmodul mit 300 Watt Leistung erzeugt pro Jahr etwa 200 Kilowattstunden Strom. Das deckt in etwa den Jahresverbrauch einer Kühl-Gefrier-Kombination ab.
  • Solarmodule für den Balkon sind bereits ab 300 Euro erhältlich.

Beneiden Sie Hausbesitzer:innen, die eine Solaranlage auf dem Dach haben und ihren Strombedarf weitgehend kostengünstig aus Sonnenenergie decken? Ab sofort können Sie das auch, denn nach Österreich und Luxemburg erobert die Balkon-Solaranlage nun Deutschland. Wir verraten, wie Sie auch als Wohnungseigentümer:innen oder Mieter:innen Ihren eigenen Strom produzieren können.

Wie funktioniert eine Balkon-Solaranlage?

Technisch unterscheidet sich eine Balkon-Solaranlage nicht von einer großen Photovoltaikanlage für das Dach. Es handelt sich sozusagen um eine Mini-Solaranlage für den Hausgebrauch.
Eine Balkon-Solaranlage besteht aus folgenden Komponenten:

  • Solarpaneele, vergleichbar mit den Solarzellen für ein Dach,
  • einem Gerüst zur Anbringung an der Balkonbrüstung,
  • Verbindungskabeln zwischen den Paneelen,
  • einem Wechselrichter
  • sowie einer Stromleitung zur Steckdose.

Die Kollektoren bzw. Solarpaneele erzeugen mithilfe der Sonnenenergie Gleichstrom, der durch den Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Über eine Steckdose wird der selbsterzeugte Strom dem Haushaltsstrom zugefügt.

Solar Balkon Minianlage
Eine Balkon-Solaranlage braucht nur wenig Platz. Eine Batterie kann zusätzlich integriert werden.

Die Einspeisung in das Haushaltsnetz

Die Verbindung zur Steckdose ist der Clou an der praktischen Balkon-Solaranlage. Die kleinen Modelle für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen leiten den bei Sonnenschein produzierten Strom direkt in das Haushaltsnetz. Eine Überversorgung ist nicht zu befürchten, denn viele Geräte im Haushalt wollen mit Strom versorgt werden, wenn sie im Standby-Modus laufen, wie zum Beispiel Kühl- und Gefrierschränke, WLAN-Router oder auch Fernseher oder Computer.

Weil Sie den Strom selbst in Ihr eigenes Hausnetzwerk speisen, beziehen Sie weniger Strom von Ihrem Versorger. Das bedeutet, der Stromzähler läuft erheblich langsamer oder bleibt sogar stehen. Schwankungen sind nicht zu befürchten, weil bei einer vorüberziehenden Wolke die Stromleitung des Versorgers automatisch mehr liefert. Das System reguliert sich selbst.

Wann lohnt sich eine Balkon-Solaranlage?

Eine Balkon-Solaranlage rentiert sich, wenn Sie über einen optimalen Aufstellort verfügen und bei Ihnen viele Geräte dauerhaft Strom verbrauchen, oder Sie am Tag zu Hause sind und elektrische Geräte nutzen. Eine Balkon-Solaranlage lässt sich leicht an folgenden Orten nutzen:

  • auf einem Balkon mit Südlage
  • auf der Terrasse in Südausrichtung aufgestellt
  • im Garten
  • an einer Hauswand in Südlage installiert

Die Anschaffungskosten für eine Balkon-Solaranlage amortisieren sich innerhalb weniger Jahre. Folgende Faktoren spielen dafür eine Rolle:

  • Anschaffungspreis,
  • Leistungsstärke der Balkon-Solaranlage,
  • Wohnort,
  • Ausrichtung der Anlage,
  • sowie der Strompreis.

Der mit der Balkon-Solaranlage produzierte Strom kostet zudem circa zehn Cent pro Kilowattstunde. Damit ist der Solarstrom rund ein Drittel günstiger als der Strom vom Versorger.

Wie viel Strom erzeugt eine Mini-Solaranlage für den Balkon?

Kleine, leichte Balkonsolarmodule haben eine Leistung von 50 bis 150 Watt, neuere Varianten erreichen sogar eine Leistung zwischen 300 und 600 Watt. Die folgende Beispielrechnung zeigt den Ertrag einer Balkon-Solaranlage:

Unter hiesigen Wetterbedingungen produziert ein Solarmodul mit 300 Watt Leistung an einem Südbalkon etwa 200 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch einer Kühl-Gefrierschrank-Kombination und einer Waschmaschine im Zweipersonenhaushalt. Ein Haushalt mit zwei Personen, der im Durchschnitt etwa 2.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht, spart somit acht Prozent des gesamten Stromverbrauchs ein.

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde senken Sie Ihre Stromrechnung in diesem Fall jährlich um circa 60 Euro. Steigen die Strompreise weiter, wächst auch das Sparpotenzial. Zusätzlich sparen Sie dabei rund 95 Kilogramm CO2 pro Jahr ein.

Balkon-Solaranlage anmelden

Balkon-Solaranlagen fallen nicht unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz, trotzdem verlangt der Gesetzgeber die Anmeldung der Anlagen beim Netzbetreiber. Haben sich die Netzbetreiber in den letzten Jahren oft gesperrt, sind diese nun gesetzlich dazu verpflichtet, Balkon-Solaranlagen bis zu einer Leistung von 600 Watt zu akzeptieren. Die Anmeldung ist kostenfrei.

Netzbetreiber finden

Der Netzbetreiber ist nicht automatisch Ihr Energieversorger. Regional sind unterschiedliche Unternehmen zum Ausbau und Erhalt der Netze verpflichtet. Ihren örtlichen Netzbetreiber erfahren Sie über Ihren Stromversorger oder ermitteln ihn bei der Bundesnetzagentur.

Worauf sollten Sie beim Kauf und Betrieb achten?

Die ehemals als Guerilla-Photovoltaik bezeichneten Anlagen gehören inzwischen zu den erlaubten Kleinanlagen. Mittlerweile werden in der Europäischen Union sogar mehr als 250.000 Balkon-Solaranlagen betrieben, allein 40.000 davon in Deutschland. Das zeigt, dass die kleinen Photovoltaikanlagen für den Hausgebrauch sicher sind. Einige Punkte sollten Sie dennoch beachten:

Die Solar-Steckdose

Die meisten Anbieter bewerben Balkon-Solaranlagen als Plug- & Play-Komplettlösung für die Haushaltssteckdose. Experten der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. gehen davon aus, dass Leistungen bis 600 Watt für eine handelsübliche Schutz-Kontakt-Steckdose unbedenklich sind. Allerdings sieht die VDE 0100-551 Norm vor, dass eine Balkon-Solaranlage über eine spezielle Einsteckvorrichtung an den Haushaltsstromkreis angeschlossen werden muss.

Fachfirma hinzuziehen

Aus rechtlichen Gründen und, um einer Überlastung zu entgehen, lassen Sie in jedem Fall eine entsprechende Solar-Steckdose zur Stromeinspeisung von einem Fachbetrieb installieren. Den passenden Fachbetrieb finden Sie einfach über Aroundhome: Füllen Sie dazu unser Online-Formular aus und erhalten Sie nach einem kurzen Gespräch bis zu drei unverbindliche Angebote von Fachfirmen in Ihrer Nähe.

Außerdem sind diese Punkte wichtig:

  • Sie benötigen einen Stromzähler mit Rücklaufsperre. Sonst würde überschüssiger Strom den Zählerstand verringern. Das ist verboten.
  • Eigentümer:innen sollten ihre Wohngebäudeversicherung und Wohngebäude-Haftpflicht über die Änderungen informieren.
  • Ebenso sollten Mieter:innen und Eigentümer:innen mit der Hausrat- und Privat-Haftpflichtversicherung sprechen.
  • Installieren Sie die Balkon-Solaranlage so, dass keine starke Blendung für die Nachbarn besteht.

Auf den richtigen Zähler achten

Prüfen Sie vorab, ob Sie einen Ferraris-Zähler oder einen elektrischen Stromzähler haben, der Messwerte in beiden Richtungen erfasst, und sich nicht rückwärts dreht. Muss der Netzbetreiber den Zähler austauschen, darf er Ihnen dafür keine Kosten in Rechnung stellen.

Kosten für die Balkon-Solaranlage

Die Kosten für eine Balkon-Solaranlage hängen von der Anzahl der Solarpanels und damit von der Leistungsfähigkeit ab. Die folgende Tabelle zeigt einen Durchschnitt der Marktpreise an und dient nur zur Orientierung.

Förderungen

Balkon-Solaranlagen sind nicht dafür zugelassen, den aus der Energie der Sonne gewonnenen Strom in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Die Anlagen sollen lediglich den Verbrauch von Strom aus fossilen Energieträgern im Haushalt reduzieren und die Vorteile von Photovoltaik aufzeigen. Daher sind für eine Balkon-Solaranlage keine Fördermittel erhältlich.

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