Hoch hinaus ohne Anstrengung

Personenaufzug: Ein Lift für mehr Komfort

Sie haben keine Lust, Ihre Einkäufe mehrere Stockwerke hochzutragen, sich mit dem Kinderwagen zu quälen oder sind nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs? Ein Personenaufzug kann dabei Abhilfe schaffen. Den Bewohnern bietet er viel Komfort und macht die oberen Etagen leicht zugänglich. Davon profitieren alle – besonders Senioren, Menschen mit Behinderung und Eltern kleiner Kinder wissen die Vorteile zu schätzen. Teilweise ist ein Aufzug die einzige Möglichkeit, die oberen Etagen zu erreichen. Kleine Liftsysteme mit geringer Förderhöhe sind sogar für Einfamilienhäuser geeignet.

Welche Fahrstuhl-Typen eignen sich für Ihre Situation?

Welcher Lift für Ihre Zwecke am besten geeignet ist, richtet sich nach der geplanten Nutzung. In Wohnhäusern ist ein Personenaufzug die passende Wahl. In Krankenhäusern, Hotels und Gewerbeimmobilien sind zusätzlich Lastenaufzüge nötig, die mit einer großen Kabine und viel Hubkraft punkten. Wir zeigen Ihnen, welche Modelle zur Wahl stehen.

  Personenaufzug

Der klassische Personenaufzug bietet Ihnen die Möglichkeit, das beschwerliche Treppensteigen zu umgehen. Die Tragkraft für einen Lift für die Personenbeförderung berechnen Fachleute anhand der gewünschten Fahrgastzahl. Für jede Person werden 75 Kilogramm Körpergewicht gerechnet. Ein Personenaufzug kann individuell gestaltet werden – von zwei Personen bis zu über 50 Nutzer (zum Beispiel in großen Kliniken) ist alles möglich. Je mehr Personen den Fahrstuhl nutzen sollen, desto größer und teurer wird die Anlage.

  Überlegen Sie genau, wie groß Ihr Personenaufzug sein muss, und lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten. Zu große Modelle werden unnötig teuer.

  Lastenaufzug

Lastenaufzüge werden vor allem in Industrie- und Handelsgebäuden genutzt. 

Ein Lastenaufzug unterscheidet sich in erster Linie durch die größere Kabine von einem Personenaufzug. Bei der Planung der Anlage sollten Sie die Ausmaße der zu transportierenden Gegenstände ebenso beachten wie deren Gewicht. Wie bei einem Personenaufzug sind hier Förderhöhen von mehreren Hundert Metern möglich, wie sie in Wolkenkratzern benötigt werden.

  Außenaufzug

Außenaufzug am Bürogebäude
Außenaufzüge werden oftmals an großen Bürogebäuden angebaut, aber auch als Nachrüstungsmöglichkeit bei Ein- oder Mehrfamilienhäußern sind sie eine gute Option.

Ein Außenaufzug ist immer dann ideal, wenn ein Lift nachgerüstet werden soll, aber der Raum für einen Aufzugschacht im Gebäudeinneren fehlt. Der Schacht des Aufzugs wird in diesem Fall an einer geeigneten Stelle (beispielsweise an der Außenwand des Hausflurs) an die Fassade angesetzt. Durchbrüche auf den einzelnen Etagen ermöglichen den Zugang zum Haus. Der Außenaufzug kann so geplant werden, dass die Fahrgäste erst das Haus betreten und im Erdgeschoss in den Lift steigen. Auch ein separater Zugang von außen ist denkbar. In diesem Fall wird die Kabine mit zwei Türen ausgestattet.

  Glasaufzug

Ein teilweise oder ganz verglaster Personenaufzug mit tragenden Elementen aus Aluminium oder Edelstahl wirkt äußerst repräsentativ. Oftmals werden die Aufzüge so geplant, dass die Nutzer auf der Fahrt imposante Ausblicke genießen können. Doch auch für Besitzer eines Einfamilienhauses ist ein Glasaufzug interessant. Ein Personenaufzug aus Glas wirkt im Wohnraum transparent und verkleinert den Raum optisch weniger als ein blickdichter Aufzugsschacht. Zudem fügt sich das Design harmonisch in eine moderne Architektur ein. Sogar der schachtlose Aufbau an einer Schiene ist realisierbar.

  Behindertengerechte und barrierefreie Lifte

Genügend Platz sind neben akustischen Signalen die wichtigsten Merkmale eines behindertengerechten Aufzugs.

Ein behindertengerechter und barrierefreier Personenaufzug zeichnet sich durch eine gewisse Mindestgröße aus, zudem sind die Bedienelemente auch für Sehbehinderte lesbar beschriftet. Akustische Signale zeigen das Öffnen und Schließen der Türen sowie die erreichte Etage an. Rechtlich gelten für einen behindertengerechten und barrierefreien Fahrstuhl einige Besonderheiten. So fällt ein solcher Lift mit einer Förderhöhe von maximal drei Metern und einer maximalen Geschwindigkeit von 0,15 Metern pro Sekunde nicht unter die strengere Aufzugsvorschrift EN81. Hier gelten die Regeln der Verordnung MRL 2006/42. Die Mindestgröße, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, regelt die DIN 18040, die eine Kabinenmindestgröße von 100 x 145 Zentimetern (Breite x Tiefe) vorsieht.

  Ein behindertengerechter Aufzug in einem Privathaus ohne Vermietung unterliegt nicht der jährlichen Prüfpflicht durch eine anerkannte technische Prüforganisation. Trotzdem sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen, um den Lift einmal pro Jahr prüfen und warten zu lassen.

Die einzelnen Aufzugsanlagen im Überblick

Je nach gewünschter Nutzung haben Sie die Wahl zwischen vielen verschiedenen Anlagentypen. So bieten sich für ein Einfamilienhaus folgende Lösungen an:

  • Personenaufzug: Einen klassischen Personenaufzug können Sie im Einfamilienhaus innen oder als Außenaufzug installieren. Dank der kleinen Grundfläche ist sogar der Einbau in den Wohnräumen möglich.
  • Plattformlift: Diese Modelle erinnern an einen Treppenlift, allerdings sind sie mit einer Plattform für Rollstuhl oder Kinderwagen ausgestattet. Nutzer, die selbst gehen, können auf einem ausklappbaren Sitz Platz nehmen. Diese Modelle sind geeignet, wenn nur ein geringer Höhenunterschied bewältigt werden muss (zum Beispiel Eingangs- oder Terrassentreppe). Sie bieten mehr Komfort und Sicherheit als eine Rampe.
  • Hublift: Dieser Personenaufzug besteht aus einer Plattform mit Sicherheitsgitter und ist oben offen. Er ermöglicht den einfachen Zugang von außen, wenn beispielsweise eine Wohnung im ersten Stock für Gehbehinderte zugänglich sein soll.
  • Treppenlift: Ein Treppenlift ist dann die richtige Wahl, wenn der Nutzer noch gehfähig ist und nur die Treppen ein Hindernis darstellen. Der ständige Wechsel vom Rollstuhl zur Sitzgelegenheit des Lifts und wieder in den Rollstuhl kann allerdings anstrengend sein. Eventuell sind hier ein Personenaufzug oder ein Hublift die bessere Wahl.
  Unser Tipp: 

Überlegen Sie sich genau, welche Anforderungen Sie an einen Fahrstuhl stellen, und lassen Sie sich vom Fachmann beraten. Er kann genau abschätzen, welche Lösungen zu Ihren Bedürfnissen – auch in der Zukunft – und Ihrer Immobilie passen.

So werden Personenaufzüge angetrieben

Ein Personenaufzug unterscheidet sich nicht nur durch die Größe und die Gestaltung der Kabine. Gut verborgen im Aufzugsschacht und im Maschinenraum versteckt sich der Antrieb. Wir zeigen Ihnen die am weitesten verbreiteten Lösungen, wie Aufzüge bewegt werden können.

  Hydraulikaufzug

Bei einem Hydraulikaufzug sorgt ein Kolben für den Antrieb. Bei einem direkten Hydraulikaufzug ist der Kolben unmittelbar unter dem Boden installiert. Wird der Hydraulikaufzug indirekt angetrieben, wird die Kraft des Kolbens auf Seile mit Umlenkrollen geleitet. Beide Varianten sind für einen Personenaufzug mit geringer Förderhöhe geeignet. Spätestens ab 25 Metern Höhenunterschied wird der Kolbenantrieb unwirtschaftlich.

  Seilaufzug

Ein moderner Seilaufzug arbeitet mit Gegengewichten. Diese Variante ist für große Förderhöhen und einen schnellen Betrieb geeignet. In der Anschaffung sind Seilaufzüge teurer als Hydrauliklösungen. Dafür ist der Energieverbrauch im Betrieb geringer.

  Zahnstangenantrieb

Bei einem Aufzug mit Zahnstangenantrieb sitzt der Motor an der Kabine. Ein Elektromotor setzt ein Zahnrad in Gang, das in die Zahnstange greift und so die Kabine an der Stange entlang auf- und abwärts bewegt.

  Vakuumantrieb

Sehr selten sind Fahrstühle mit Vakuumbetrieb. Eigentlich wird hier aber kein Vakuum erzeugt, die Bewegung erfolgt ähnlich wie bei der Rohrpost durch Druckluft.

Original 05x personenaufzug cta
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Genehmigung und Einbau des Fahrstuhls: Das sollten Sie wissen

Einen Personenaufzug im Inneren eines Gebäudes, der eine maximale Förderhöhe von drei Metern überwinden soll, dürfen Sie ohne Baugenehmigung nachträglich einbauen. Es ist allerdings empfehlenswert, freiwillig einen Prüfstatiker zu beauftragen, um sicherzustellen, dass die Statik des Gebäudes den Umbau verträgt.

Soll der Fahrstuhl im Außenbereich installiert werden oder liegt die Höhe über drei Meter, ist immer eine Baugenehmigung erforderlich. Dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Nehmen Sie einen Beratungstermin bei Ihrem Bauamt wahr. Dort erfahren Sie, welche Unterlagen Sie einreichen müssen und wie lange das Genehmigungsverfahren voraussichtlich dauert.
  • Sie benötigen einen Architekten und einen Statiker, um den Bauantrag korrekt zu stellen.
  • Reichen Sie den Antrag bei Ihrem zuständigen Bauamt ein.
  • Lassen Sie den Einbau von einem Fachbetrieb vornehmen. Ein Personenaufzug für ein Einfamilienhaus ist innerhalb weniger Tage eingebaut und einsatzbereit.
  • Melden Sie Ihren Aufzug zur Prüfung und Abnahme beim TÜV an.

  Lassen Sie das Aufmaß für Ihren Aufzug vom beauftragten Fachbetrieb vornehmen. So vermeiden Sie Streit zwischen den involvierten Handwerkern, wenn etwas nicht passen sollte.

Sicherheitsmaßnahmen: Von regelmäßiger Wartung bis zum Notrufsystem

Ein Notrufknopf im Aufzug kann im Notfall Leben retten und wird deshalb ab 2020 in allen Aufzügen zur Pflicht.

Ist der Personenaufzug eingebaut, sind Sie als Eigentümer dazu verpflichtet, verschiedene Sicherheitsmaßnahmen zu beachten. Ausnahmen bestehen nur für behindertengerechte Aufzüge im selbst genutzten Eigenheim. In vermieteten Objekten oder Mehrfamilienhäusern gelten folgende Regeln:

  • Alle zwei Jahre ist eine Hauptprüfung durch eine anerkannte Prüforganisation erforderlich, die Prüfplakette muss gut sichtbar in der Kabine angebracht werden.
  • Zwischen den Hauptprüfungen ist eine weniger umfangreiche Zwischenprüfung Pflicht.
  • Seit 2016 muss für jeden Lift ein Notfallplan vorhanden sein, der beispielsweise angibt, wer eingeschlossene Personen befreien kann.
  • Ab 2020 müssen alle Fahrstuhlkabinen mit einem Notrufsystem ausgestattet sein.

Smarte Aufzüge: Den Lift per App steuern

Smarte Aufzüge, die in ein Konzept zum intelligenten Wohnen eingebunden werden, sind bereits heute Wirklichkeit. So ist die Hol- und Sendeoption für einen Treppenlift über ein Smart-Home-Angebot bereits Standard. Auch für Aufzüge sind intelligente Lösungen geplant oder bereits im Einsatz. Manche Personenaufzüge melden ihren Status permanent an die Techniker und zeigen – anhand der Nutzung – den Wartungsbedarf an. Bald werden Fahrstühle bereits auf Sie warten, wenn Sie daheim ankommen und aus dem Auto steigen.

Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen

Die Anschaffungskosten für einen Lift hängen von der Größe der Kabine, der zu überwindenden Höhe, der gewünschten Geschwindigkeit und der Antriebsart ab. Genaue Aussagen können hier nur die Anbieter treffen, nachdem sie Ihre Wünsche und Ihre Immobilie und damit die Einbaubedingungen kennen. Rechnen Sie für einen Personenaufzug als selbsttragende Lösung im Innenbereich eines Einfamilienhauses mit Kosten von rund 20.000 Euro. Ein Hublift zur Überwindung einer Etage im Außenbereich ist ab etwa 8.000 Euro realisierbar.

Ist der Personenaufzug eingebaut, fallen weitere Kosten für die Wartung und den Betrieb an. In einem Einfamilienhaus steht der Aufzug die meiste Zeit still, trotzdem zieht die Anlage im Stand-by-Betrieb Strom. Rechnen Sie mit einem Stromverbrauch von etwa 1.200 Kilowattstunden pro Jahr. Je nach Art des Lifts sind etwa alle zehn Jahre größere Wartungsarbeiten nötig.

  Unser Tipp:
Schließen Sie mit Ihrem Aufzugsunternehmen einen Vollwartungsvertrag ab. Dann sind alle Einstellarbeiten, die Schachtreinigung und die Wartung im Pauschalpreis enthalten. Oftmals erhalten Sie sogar einen Rabatt und die jährlichen Kosten sind gut kalkulierbar.

Gut zu wissen: Fördermöglichkeiten für Personenaufzüge

Da ein Personenaufzug eine große Ausgabe bedeutet, ist es sinnvoll, alle Fördermittel zu nutzen, um die eigenen Investitionskosten zu senken. Dafür haben Sie vielfältige Optionen:

  • Pflegekasse: Wenn Sie über einen Pflegegrad verfügen, fördert die Pflegekasse Maßnahmen wie einen Fahrstuhl mit bis zu 4.000 Euro pro betroffener Person.
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Mit den Programmen 159 oder 455 „Altersgerecht Umbauen“ können Sie einen staatlichen Zuschuss oder einen günstigen Kredit mit Tilgungszuschuss bei der KfW beantragen.
  • Landesprogramme: Viele Bundesländer fördern den barrierefreien Umbau von Bestandsimmobilien mit Zuschüssen oder günstigen Krediten.
  • Kommunale Förderprogramme: Auch Städte und Gemeinden stellen Fördermittel für den barrierefreien Umbau bereit.
  • Träger für berufliche Integration: Es kann Fördergeld beantragt werden, wenn der Personenaufzug unerlässlich ist, damit Sie am Arbeitsleben teilnehmen können.
  Unser Tipp:

Lassen Sie sich von Ihrem Fachbetrieb beraten. Die Aufzugsbauer wissen genau, welche Fördermittel zur Verfügung stehen und welche Programme Sie kombinieren können.