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Lohnt sich die Modernisierung vor dem Hausverkauf?

Christina Tobias, Online-Redakteurin
Christina Tobias
27. Februar 2023

Ein Auto wird vor dem Verkauf gerne repariert und aufgehübscht, um den Preis zu steigern. Bei einer Immobilie sind die Summen für eine Sanierung wesentlich höher, und es ist nicht immer klar, ob sie sich rentiert. Unter welchen Umständen lohnt es sich, Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten vor dem Immobilienverkauf durchführen zu lassen, und welche Fördermittel gibt es?

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Welche Modernisierungen werden gefördert?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten eine breite Auswahl an Programmen, die Sie bei der Finanzierung von Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten unterstützen.

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Welche Umgestaltungen lohnen sich vor dem Verkauf?

Große Modernisierungsarbeiten und Umbauten lohnen sich vor dem Immobilienverkauf nicht immer. Gerade wenn der Preis für die Maßnahme sehr hoch ausfällt, sollten Sie genau abwägen, ob sich die Investition für Sie rentiert. Das hängt auch davon ab, wie gefragt die Lage Ihrer Immobilie momentan ist, und wie die Häuser und Wohnungen, die in der Umgebung liegen, ausgestattet sind. Steht Ihre Wohnung zum Beispiel in einer Universitätsstadt und könnte vor allem für eine spätere Vermietung an Studierende attraktiv sein, reicht eine einfache Ausstattung aus. Günstige, aber dennoch preissteigernde Umgestaltungen können Reparaturen, Malerarbeiten und Home Staging sein.

Größere Modernisierungsarbeiten lohnen sich besonders, wenn Sie noch ein paar Jahre in der entsprechenden Immobilie wohnen bleiben wollen, bevor Sie sie verkaufen. So profitieren Sie nicht nur von dem gesteigerten Verkaufspreis, sondern auch von den positiven Effekten der Umbauten, wie Strom- oder Heizkostenersparnisse.

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Reparaturen

Kleine Schönheitsfehler, die Ihre Immobilie aufweist, sollten Sie vor dem Verkauf beheben. Ein gepflegtes Haus macht immer einen guten Eindruck und lässt sich leichter weiterverkaufen. Was Sie immer beseitigen sollten, ist ein Schimmelbefall. Dieser wirkt sich stark wertmindernd auf Ihre Immobilie aus und kann schwere Schäden am Gebäude verursachen. Wenn Sie den Schimmel nicht selbst beseitigen können oder wollen, sollten Sie ihn dem Kaufinteressent:innen nicht verschweigen. Wird der Schimmel nämlich nach dem Vertragsabschluss entdeckt, kann der Kaufvertrag angefochten und Schadensersatz eingefordert werden.

ARTIKEL: Was kostet eine Schimmelsanierung?

Sanierung einer Eigentumswohnung: Wer zahlt?

Im Juni 2019 urteilte der Bundesgerichtshof (BGH), dass Sanierungen, die nicht vorher mit der Eigentümergemeinschaft abgestimmt wurden, vom Eigentümer selbst getragen werden müssen. Jede Maßnahme muss prinzipiell vorher gemeinsam beschlossen werden, wenn die Kosten von der Gemeinschaft mitfinanziert werden sollen.

Malerarbeiten

Sind die Räumlichkeiten eher dunkel oder haben exzentrische Muster an der Wand, lohnt es sich, die Umgebung etwas neutraler zu gestalten. Weiße Wände lassen die Zimmer hell, offen und freundlich wirken. Das erhöht die Chancen, die Immobilie schneller zu verkaufen. Diese Arbeiten können Sie entweder selbst durchführen oder einen Maler oder eine Malerin engagieren.

Home Staging

Kleine Investition, große Wirkung: Der Begriff „Home Staging“ meint das gezielte Herrichten einer Immobilie, um sie zu einem besseren Preis verkaufen zu können. Dabei geht es vorrangig darum, potenziellen Käufer:innen mit einer geschmackvollen Einrichtung ein Gefühl dafür zu geben, wie das zukünftige Zuhause aussehen könnte. Viele Makler:innen arbeiten mit professionellen Home Stager:innen zusammen. Fragen Sie gleich, wenn Sie einen Makler oder eine Maklerin beauftragen, ob er oder sie diesen Service ebenfalls anbietet.

Frau bei Malerarbeiten
Die Wände in hellen Farben zu streichen, lohnt sich vor dem Verkauf meist sehr.

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Welche Umbauten lohnen sich nicht?

Wer seine Immobilie vor dem Verkauf noch renoviert, möchte im Idealfall eine Wertsteigerung erreichen. Da Käufer:innen ganz eigene Vorstellungen haben, ist es nicht immer empfehlenswert, Umbaumaßnahmen vorzunehmen. Der Einbau einer neuen Küche zum Beispiel, lohnt sich oft nicht. Wenn Sie eine Hochglanz-Küche einbauen lassen, aber der Käufer oder die Käuferin den Landhausstil bevorzugt, haben Sie keine verkaufsfördernden Argumente auf Ihrer Seite. Ausnahme: Sie wollen die Wohnung nur vermieten. Hier wird eine Einbauküche häufig als sehr attraktiv wahrgenommen.

Auch das Aussuchen neuer Fliesen für das Bad sollten Sie den zukünftigen Besitzer:innen überlassen und keine Wände einreißen, um größere Zimmer zu kreieren. Schließlich können Sie nicht wissen, welche Raumaufteilung die Kaufinteressent:innen bevorzugen. So entstehen Ihnen unnötige Kosten, die den Wert der Immobilie höchstwahrscheinlich nicht erhöhen.

Das sagen Expert:innen

Matthias Jugel von RE/MAX in Landsberg am Lech rät von umfangreichen Modernisierungsarbeiten ab: „Es kann schnell verschwendete Zeit, Geld und Mühe sein, denn vielleicht will der Käufer oder die Käuferin dann etwas ganz anderes oder hat einen Onkel, der das hätte günstiger machen können.“ Bei weniger schönen Objekten rät er zum Engagieren von Makler:innen, da diese wissen, wie man Objekte aufbereitet, beschreibt und in einem Exposé gut aussehen lässt.

Christian Rocca,Geschäftsführer von Engel & Völkers in Leipzig gibt zu bedenken: „Es lohnt sich schon oft, Dinge in einen neuwertigen Zustand zu versetzen, sodass die Immobilie Erstbezugscharakter hat. Der Haken daran ist, dass die Arbeiten den Zeitraum verlängern, bis ich verkaufen kann. Und ob der Markt in einem halben Jahr noch genauso gut ist, kann keiner garantieren. Zudem ist es schwierig, die Wertsteigerung konkret abzubilden.“

Makler:innen für Ihren Immobilienverkauf finden

Eine Immobilie zu veräußern, erfordert weitreichende Kenntnisse über die aktuelle Marktlage und die bürokratischen Erfordernisse. Bei allen Aufgaben rund um den Immobilienverkauf können professionelle Makler:innen Sie mit Ihrer Erfahrung bestmöglich unterstützen.