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Fassadendämmung:

Sorgen Sie für ein angenehmes Klima im Gebäudeinneren

Christina Tobias
Christina Tobias
3. Juni 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Fassadendämmung hält den Wärmeverlust im Winter gering und verhindert ebenfalls, dass im Sommer Hitze ins Gebäude gelangt.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Dämmung für einschalige und mehrschalige Fassaden, z.B. WDVS und Kerndämmung.
  • Je nach Dämmart können Sie mit Preisen zwischen 60 bis 250 Euro pro Quadratmeter rechnen.
  • Fassadendämmungen werden mit staatlichen Fördergeldern unterstützt.

Die Fassadendämmung ist eine Form der Außendämmung. Das bedeutet, dass die Außenwände Ihres Gebäudes thermisch isoliert werden. So soll der Verlust der Heizwärme im Winter möglichst gering gehalten werden. Außerdem wird im Sommer verhindert, dass Hitze ins Gebäude gelangt. Es stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten der Fassadendämmung zur Verfügung. Wir stellen Ihnen die Unterschiede vor.

Einschalige Fassaden

Vom Wärmedämmverbundsystem über den klassischen Putz bis hin zum Pfosten-Riegel-System zeichnen sich die Variationen der einschaligen Fassaden durch eine große Vielfalt aus.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Beim Wärmedämmverbundsystem (WDVS) handelt es sich um eine Gebäudefassaden-Dämmtechnik. Diese kommt zum Einsatz, wenn ein Gebäude saniert wird (zum Beispiel im Rahmen einer energetischen Sanierung). Darf es aus bestimmten Gründen nicht zu einer Änderung der Fassade kommen, können Sie diese Art der Dämmung nicht anwenden. Das heißt, für denkmalgeschützte Gebäude ist ein WDVS ungeeignet.

Fassadendämmung Wärmeverbundsystem

Mehrschalige Fassaden

Die mehrschaligen Fassaden zeichnen sich zwar durch weniger Vielfalt, aber dafür durch komplexere Konstruktionen aus: Konstruktionen, die für angenehme klimatische Verhältnisse und eine effektive Wärmedämmung ohne Feuchtigkeitsbildung sorgen.

Kerndämmung / Einblasdämmung

Bei der Kerndämmung wird die Dämmung innerhalb eines zweischaligen Mauerwerks angebracht. Da viele Altbauten über ein selbiges verfügen, ist diese Variante besonders bei der Sanierung historischer Gebäude beliebt. Das liegt auch daran, dass die Optik der Fassade erhalten bleibt und das Verfahren recht kostengünstig ist. Während bei Neubauten häufig mit Mineralschaum oder -wolle gearbeitet wird, erfolgt bei Altbauten eine Einblasdämmung. Dabei werden Löcher in die Fassade gebohrt und Mineralwolle oder Zellulose-Flocken in den Hohlraum geblasen, sodass sich eine kompakte Dämmschicht zwischen dem Mauerwerk und der Fassade bildet.

 Fassadendämmung Kerndämmung

Vorgehängte Fassade

Eine Fassadenverkleidung bestehend aus Holz, Schiefer, Stein, Zement oder einem anderen Werkstoff und schützt die Mauer vor Kälte, Regen, Wind und Sonne. Dahinter findet die sogenannte Hinterlüftung statt. Das heißt, dass zwischen Fassade und Mauerwerk oder zwischen Fassade und Dämmung die Luft ungehindert von unten nach oben strömen kann. Der Vorteil bei diesem System liegt darin, dass jegliche Feuchtigkeit vom Mauerwerk oder von der Dämmung wegtransportiert wird und dort keinen Schaden anrichten kann. Neben dem Schutz vor Feuchtigkeit hat die Hinterlüftung im Sommer einen praktischen Nebeneffekt: Da die Warmluft ebenfalls abtransportiert wird, ist das Gebäude vor Überhitzung geschützt. Als Dämmmaterial kommen Mineralfasern wie Glas- und Steinwolle, Hartschaum (bestehend aus Polystyrol und Polyurethan), Holzfaser, Hanf, Jute, Schafwolle und Kork infrage.

Wärmedämmung Vorhangfassade

Wechsel- oder Hybridfassade

Mit der Hybridfassade lassen sich die Vorteile von einschaligen und mehrschaligen Fassaden miteinander kombinieren. Die beiden Konstruktionsarten werden hierbei abwechselnd angeordnet, um beide Vorteile am besten nutzen zu können. In der kälteren Jahreszeit wärmt sich die Luft in den Zwischenräumen der mehrschaligen Fassade auf und versorgt den Innenraum mit warmer und frischer Luft – Sie können auf diese Weise Heizkosten reduzieren. Durch den Einbau von Lüftungsklappen wird die erwärmte Luft im Sommer dagegen wieder ausgestoßen, damit sich die Innenräume nicht überhitzen.

Solarfassaden

Die Montage von Solarmodulen ist sowohl am Dach als auch an der Fassade möglich. Solarfassaden werden bisher vorwiegend für Bürogebäude genutzt –aber auch für Privathäuser werden sie attraktiver. Wenn eine Installation auf dem Dach beispielsweise aus statischen Gründen nicht möglich ist, weil das Dach das Gewicht nicht tragen kann, stellt die Solarfassade eine Alternative dar. Der optischen Ästhetik schadet eine Solarfassade nicht. Ohne dass ein Leistungsverlust spürbar wäre, können Sie Dünnschichtmodule mit einer Oberflächenbeschichtung in vielen möglichen Farben versehen. Häufig sind die Solarmodule sogar günstiger als optisch vergleichbare Glasscheiben, die üblicherweise an Bürogebäuden zu finden sind. So können Sie Dünnschichtmodule oftmals einfach in das Designkonzept eines Gebäudes integrieren. Außerdem sparen Sie Kosten, weil Sie keine zusätzlichen Bauteile benötigen, um die Fassade zu gestalten.

Welches Material ist das richtige?

Sobald Sie sich für eine Art der Fassadendämmung entschieden haben, geht es an die Wahl des passenden Materials. Jeder Dämmstoff weist unterschiedliche Vor- und Nachteile auf, die Sie in den Entscheidungsprozess einfließen lassen sollten.

Dämmen lohnt sich!

In nicht ausreichend gedämmten Gebäuden kann durch Wärmebrücken bis zu 50 Prozent der Wärme ungenutzt verloren gehen. Außerdem kann sich im Innenbereich Kondenswasser bilden, das langfristig einen Schimmelpilzbefall verursacht. Mit einer Außendämmung sparen Sie dauerhaft Energiekosten und schützen Ihr Zuhause vor Schimmel.

Was kostet eine Fassadendämmung?

Die Kosten für die Dämmung Ihrer Fassade hängen von der bevorzugten Art der Dämmung und dem verwendeten Material ab. Die Kosten liegen zwischen 60 Euro und 250 Euro pro Quadratmeter inklusive Arbeitskraft, wenn ein günstiger Dämmstoff wie EPS verwendet wird. Hinzu kommen weitere Kosten für den Gerüstauf- und abbau und eventuell Entsorgungskosten für Mineralwolle.

Förderungen nutzen

Erhöhen Sie mit der Fassadendämmung die Energieeffizienz Ihres Hauses im Sinne der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), stehen Ihnen unterschiedliche Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Verfügung. Bei der Fassadenförderung sind Zuschüsse und zinsgünstige Kredite beantragbar. Bevor Sie einen Antrag ausfüllen, sollten Sie Ihr Gebäude von einem Energieberater oder einer Energieberaterin begutachten lassen. Auf diese Weise können Sie feststellen, welche Maßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll sind.

Fassade wird durch Handwerker gedämmt
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