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Frau im Stehlift fährt die Treppe hoch
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Der Stehlift als platzsparende Alternative zum Sitzlift

Claudia Mühlbauer
15. November 2022

Mithilfe eines Stehlifts können Personen mit Mobilitätseinschränkungen Treppenverläufe stehend meistern. Das kann sich zum Beispiel anbieten, wenn Gelenkversteifungen das Sitzen und Aufstehen schwierig machen oder auch wenn zu wenig Platz für einen Sitzlift zur Verfügung steht. Wir informieren Sie über die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile und die Preise von Stehliften.

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Für wen eignet sich ein Stehlift?

Ein Treppenlift in Form eines Stehlifts eignet sich für Personen, die beispielsweise Gelenkprobleme haben und denen es daher Mühe bereitet, selbstständig Treppen zu steigen. Ein Stehlift ermöglicht den Etagenwechsel nicht im Sitzen, sondern im Stand. Daher können ihn zum Beispiel Personen, die ihre Knie schlecht oder gar nicht anwinkeln können, angenehmer empfinden als Sitzlifte.

Durch den Wegfall der Sitzfläche ist der Stehlift kompakter als ein Sitzlift. Gleichzeitig nimmt er deutlich weniger Platz weg als zum Beispiel ein Plattformlift, der ebenfalls im Stehen benutzt werden könnte. Für schmale Treppenhäuser und Treppen mit engen Kurven ist so ein Lift daher äußerst praktisch.

Funktionsweise und Sicherheit

Der Stehlift ist eine Kreuzung aus Sitz- und Plattformlift. Technisch näher ist er dem Sitzlift. Vom Transporttyp wird er jedoch eher zu den Plattformliften gezählt, da er eine Person nicht auf einer Sitzfläche, sondern mittels einer rutschfesten Plattform zum sicheren Stehen über Steigungen hinweghilft.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Plattformliften, die Platz für Rollstühle bieten, ist die Plattform von Stehliften gerade so groß, dass eine Person bequem auf ihr stehen kann. Ist der Lift nicht in Gebrauch, kann die Plattform hochgeklappt werden. Ein Gurt oder Bügel sichert die zu transportierende Person während der Fahrt. Armlehnen bieten zusätzlich Sicherheit und Komfort.

Stehlifte werden entlang einer Schiene auf der Treppe geführt. Die Treppenschiene wird meist direkt auf den Stufen der Treppe befestigt und ist häufig klappbar. Die Steuerung erfolgt über einen Joystick in der Armlehne. Fernbedienungen oder Ruftasten gewährleisten das Holen und Senden des Lifts. Er kann wie der Sitzlift sowohl im Innen- als auch im Außenbereich angebracht werden und ohne Mühe bis zu fünf Etagen bewältigen.

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Mögliche Probleme bei Deckenstürzen

Da die Nutzerin oder der Nutzer während des Transports ausschließlich steht, kann es zu Problemen mit dem Deckensturz kommen. Muss die Person den Kopf einziehen oder zur Seite neigen, wenn sich die Decke mit der nach unten führenden Treppe schneidet, kommt ein Stehlift nicht infrage. Daher ist vorab zu prüfen, ob sich ein Stehlift für Ihren Treppenaufgang überhaupt eignet. Gegebenenfalls müssten Sie ansonsten über ein anderes Transportmittel nachdenken.

Grafik eines Stehlifts

Vor- und Nachteile eines Stehlifts

Preise von Stehliften

Die Kosten für einen neuen Stehlift hängen von verschiedenen Faktoren ab. Im Regelfall handelt es sich hierbei um eine Maßanfertigung, da jedes Treppenhaus verschieden ist. Es lässt sich jedoch sagen, dass Stehlifte für gerade Treppenverläufe günstiger sind als für kurvige. Gerade bei gewundenen Treppenverläufen müssen die Fahrschienen individuell angepasst werden. Daher können Stehlifte für kurvige Treppen bis zu 50 Prozent teurer sein als für gerade. Einfache Modelle beginnen bei 4.000 Euro und sind damit immer noch günstiger als Plattformlifte, die erst ab etwa 10.000 Euro zu haben sind.

Um die Anschaffungskosten zu senken, können Sie einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro bei der Pflegekasse beantragen. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für den altersgerechten Umbau und die Barrierereduzierung an.

Stehlifte gebraucht kaufen oder mieten

Falls Sie Kosten sparen wollen, können Sie den Lift auch gebraucht kaufen. Dies ist vor allem für gerade Treppenverläufe möglich, da hier eine Standardmontage erfolgen kann. Beim Gebrauchtkauf können Sie mitunter etwa 10 Prozent der Originalkosten sparen. Die Miete eines Lifts rentiert sich hingegen meist nur, wenn Sie ihn lediglich vorübergehend benötigen.

Relevante Kostenfaktoren bei der Anschaffung eines Stehlifts sind zum Beispiel die Komplexität und der Neigungswinkel der Treppe, der Installationsaufwand, Zusatzausstattungen, die Anzahl der Haltepunkte und die Fahrgeschwindigkeit. Auch Service- und Wartungsverträge können unterschiedlich viel kosten. Üblicherweise wird eine Wartung einmal pro Jahr durchgeführt und kostet 150 bis 200 Euro. Allerdings gibt es auch kombinierte Serviceverträge, in denen die Garantieleistung eingeschlossen ist. Dafür sollten Sie etwa mit 300 Euro pro Jahr rechnen. Die jährlichen Energiekosten eines Stehlifts entsprechen ungefähr dem Jahresverbrauch einer Waschmaschine

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Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen müssen für einen Stehlift erfüllt sein?

Vor allem die baulichen Voraussetzungen entscheiden darüber, ob ein Stehlift für Ihre Treppe infrage kommt. Maßgeblich ist hier die Deckenhöhe. Oftmals muss sie mindestens 2,25 Meter in der oberen Etage betragen. Ein Deckensturz, der die Deckenhöhe deutlich verringert, kann dem Einbau eines Stehlifts entgegenstehen. Während der Fahrt mit dem Lift muss der Nutzer oder die Nutzerin gerade stehen können.

Wirkt sich die Tragfähigkeit eines Stehlifts auf den Preis aus?

Das unterscheidet sich je nach Anbieter. Oftmals erhöhen sich die Preise allerdings nur wenig durch eine höhere Tragfähigkeit. Ausschlaggebender ist, wie komplex die Treppe ist und wie aufwendig die Konstruktion und der Einbau sind. Ein preiserhöhender Faktor ist auch die Ausstattung des Treppenlifts.