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Viele Stromversorger geben höhere Netzentgelte vorerst nicht weiter

02.02.2024, 14:04 Uhr

2 min

Claudia Mühlbauer

Die höheren Netzentgelte werden vorerst nicht von allen Versorgern weitergegeben. Die Strompreise werden perspektivisch dennoch steigen - aber weniger stark als befürchtet.

Schnell laufender analoger Stromzähler im Privathaushalt, Nahaufnahme vom Zählerstand

Zum Jahreswechsel haben die vier Betreiber der Stromübertragungsnetze in Deutschland die Netzentgelte von 3,12 auf 6,43 Cent pro Kilowattstunde mehr als verdoppelt. Einen starken Anstieg der Strompreise müssen Verbraucher:innen laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aber vorerst nicht erwarten. Mehrere Versorger und Stadtwerke haben demnach angekündigt, die höheren Netzentgelte zunächst nicht an ihre Kund:innen weiterzugeben. Das teilte neben dem Energiekonzern Eon auch der regionale Stromversorger in Nürnberg, N-Ergie, mit. Dass die Netzentgelte auch in Zukunft nicht auf die Verbraucher:innen umgelegt werden, sei damit nicht ausgeschlossen.

Unterschiedliche Vorgehensweisen der Stromversorger

Eine andere Antwort gaben etwa die regionalen Versorger in Leipzig, Dresden und Hannover: Sie erklärten, komplett auf eine Erhöhung des Strompreises aufgrund der gestiegenen Netzentgelte verzichten zu wollen. Einzelne Anbieter kündigten sogar an, ihre Preise zu senken. Kerstin Andreae, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärte das damit, dass die Beschaffungskosten zuletzt gesunken sind:

„Da die Beschaffungsstrategien der Energieversorger sehr unterschiedlich sind, können im Einzelfall günstigere Beschaffungskosten eventuell die gestiegenen Netzentgelte teilweise kompensieren.“

Strompreis wird vielerorts steigen – aber weniger als erwartet

Mehrere der von der dpa befragten Unternehmen gaben an, die gestiegenen Netzentgelte vollständig an die Verbraucher:innen weiterzugeben und die Strompreise zum 1. April zu erhöhen. Die meisten Versorger machten allerdings noch keine konkreten Angaben zum Umfang der geplanten Strompreiserhöhungen.

Dass die gestiegenen Netzentgelte sich erst verzögert beim Strompreis bemerkbar machen werden und es noch keinen Aufschlag seit Januar 2024 gibt, liegt an der Kurzfristigkeit der Entscheidung der Bundesregierung. Sie hatte erst am 13. Dezember vergangenen Jahres beschlossen, den Bundeszuschuss von 5,5 Milliarden Euro für die Stromnetze zu streichen. Daraufhin hatten die vier großen Fernleitungsbetreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und Transnet BW die Netzentgelte zum Jahreswechsel erhöht. Die Versorger konnten die Frist zur Erhöhung des Strompreises daher nicht einhalten: In der Grundversorgung müssen Preissteigerungen sechs Wochen vorher angekündigt werden, in anderen Verträgen sind es in der Regel vier Wochen.

Die Erhöhung der Netzentgelte wirkt sich für Haushalte allerdings weniger stark aus als befürchtet. Laut Berechnungen von Enet, einem auf Energieunternehmen spezialisierten IT-Dienstleister, führen die angekündigten Erhöhungen bei den Fernleitungen im Schnitt nur zu einer Mehrbelastung von 1,1 Cent pro Kilowattstunde bei den lokalen Verteilnetzen. Ein typischer Familienhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt dadurch etwa 38 Euro mehr pro Jahr.

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Claudia Mühlbauer
Claudia Mühlbauer ist seit vier Jahren Editor bei Aroundhome und versorgt unsere Leser:innen mit hilfreichen News, Artikeln und Ratgebern zu den Themen Immobilienverkauf und Solaranlagen. Sie interessiert sich vor allem für Förderungen, die größere Projekte rund ums Haus erschwinglicher machen.
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