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Rekordabsatz von Wärmepumpen im Jahr 2023

26.01.2024, 11:20 Uhr

2 min

Claudia Mühlbauer

Der Wärmepumpenabsatz in Deutschland war vergangenes Jahr so hoch wie nie. Für einen erfolgreichen Wärmepumpenausbau muss die Politik laut Branchenvertretern nachsteuern.

Nahaufnahme einer Wärmepumpe an einem Gebäude von Blumen umgeben

438.500 Wärmepumpen wurden letztes Jahr verkauft. Das meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Den größten Anteil an den Absatzzahlen hatten Luft-Wärmepumpen. Gemeinsam mit erdgekoppelten Wärmepumpen lagen die Verkaufszahlen 2023 bei 356.000. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von mehr als 50 Prozent. Dazu kamen 82.500 Warmwasserwärmepumpen.

Grafische Darstellung zur Absatzentwicklung von Wärmepumpen von 2004 bis 2023 nach Wärmepumpentyp

Drohende Gasmangellage als treibender Faktor

Vor allem im ersten Halbjahr 2023 war die Nachfrage nach Wärmepumpen groß. Verbände führen das auf die politischen Entwicklungen im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und die damit einhergehende drohende Gasmangellage zurück. Claus Fest, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V., äußerte sich zu der Nachfrageentwicklung:

„Die Verbraucher haben im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine saubere, nachhaltige und sichere Wärmeversorgung als sehr wichtig empfunden. Die hohen Gaspreise haben den Umstieg zudem auch schnell wirtschaftlich gemacht. Daher ist der Absatz noch im ersten Halbjahr 2023 sprunghaft nach oben geschnellt – mit Zuwächsen von rund 100 % gegenüber dem Vorjahr.“

Rückgang der Nachfrage im zweiten Halbjahr 2023

In der zweiten Jahreshälfte 2023 ging die Nachfrage hingegen deutlich zurück und fiel zum Jahresende sogar unter das Niveau des Vorjahreszeitraums. Den Grund hierfür sehen Branchenvertreter wie Fest in der destruktiven und irreführenden politischen Diskussion um das neue Gebäudeenergiegesetz und die lange Unklarheit über die neuen Förderungen für Heizungen. Bis kurz vor Ende des vergangenen Jahres war unklar, welche Bedingungen zukünftig in der BEG-Förderung gelten würden. Dennoch zeigt die Nachfrageentwicklung des vergangenen Jahres ein zunehmendes Interesse der Verbraucher:innen an Wärmepumpen. Nun, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen feststehen, äußert sich BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt optimistisch zur künftigen Entwicklung:

„Die Industrie hat ihre Hausaufgaben erledigt und umfangreiche Investitionen in neue Fertigungskapazitäten getätigt. Somit haben wir die Voraussetzungen für die politische Zielsetzung geschaffen, 500.000 Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 in den Markt zu bringen.“

Forderungen an die Politik

Staudt wünscht sich, dass auch die Bundesregierung ihren Beitrag zu ihren selbst gesteckten Wärmepumpenzielen erfüllt. BDH und BWP sehen aktuell Handlungsbedarf bei den Strompreisen. Beide Verbände fordern in einem gemeinsamen Positionspapier, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum und den Mehrwertsteuersatz auf sieben Prozent zu senken. Die gestrichene Entlastung bei den Netzentgelten stelle eine weitere Hürde beim Wärmepumpenausbau dar.

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Claudia Mühlbauer
Claudia Mühlbauer ist seit vier Jahren Editor bei Aroundhome und versorgt unsere Leser:innen mit hilfreichen News, Artikeln und Ratgebern zu den Themen Immobilienverkauf und Solaranlagen. Sie interessiert sich vor allem für Förderungen, die größere Projekte rund ums Haus erschwinglicher machen.
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