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Preise für Heizöl und Erdgas sinken wieder

16.01.2024, 16:32 Uhr

2 min

Claudia Mühlbauer

Die Heizölpreise sind über den Winter leicht gesunken, bleiben aber auf hohem Niveau. Erdgas wird deutlich günstiger.

Offshore-Öl-Plattform bei Sonnenuntergang

Seit Mitte Oktober vergangenen Jahres haben die Preise für Heizöl leicht abgenommen. Kosteten 100 Liter während der Herbst- und Wintermonate in der Spitze etwa 119 Euro, sind es laut Daten des Portals Tecson aktuell noch knapp 107 Euro. Damit bleibt das Preisniveau dennoch vergleichsweise hoch – wenn die Spitzenpreise von teils über 200 Euro nach Beginn des russisch-ukrainischen Kriegs auch der Vergangenheit angehören.

Was sind die Gründe für die Preisentwicklung?

2022 war geprägt von der Energiekrise. Im Vergleich zum Durchschnittspreis dieses Jahres liegt der Heizölpreis aktuell etwa 20 Prozent niedriger. Dass die Preise Ende letzten Jahres gesunken sind, lässt sich durch die schwache Konjunktur in China begründen, wodurch die Nachfrage nach Öl weltweit sinkt.

Die Ursache für die dennoch anhaltenden hohen Preise sieht Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW im insgesamt geringen Angebot auf dem Weltmarkt: „Russland und Saudi-Arabien halten den Ölmarkt knapp.“ Daneben wirkt sich auch der gestiegene CO2-Aufschlag preistreibend aus. Würde kein CO2-Preis erhoben, könnte ein Liter Heizöl statt 1,07 Euro nur noch 93 Cent kosten.

Hohe Prognoseunsicherheit bei künftigen Ölpreisen

Eine Abschätzung darüber, wie sich die Ölpreise weiter entwickeln werden, ist laut der Marktanalyse von Tecson mittelfristig sehr schwierig. Für steigende Preise spricht aktuell etwa die Gefährdungslage der Schiffsfrachtrouten im Roten Meer, die zu Risikoaufschlägen beim Rohöl und zu Lieferkettenproblemen führt. Für sinkende Preise könnte hingegen sprechen, dass Saudi-Arabien seine Angebotspreise für Februar gesenkt hat und für 2024 eine steigende Schieferölproduktion der USA erwartet wird. Da Heizöl vergangene Woche ein mehrmonatiges Preistief erreicht hat, könnten Verbraucher:innen das aktuelle Preisniveau gut zum Tanken nutzen, so Tecson.

Gaspreis ist deutlich gesunken

Deutlich stärker als beim Heizöl sind die Preise für Erdgas gesunken. Eine Megawattstunde kostete heute am Handelspunkt TTF in Amsterdam erstmals seit etwa fünf Monaten weniger als 30 Euro. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 79 Euro. Seit Mitte Oktober 2023 zeigen die Zahlen einen kontinuierlichen Abwärtstrend.

Ursache hierfür kann das hohe Angebot sein: Infolge des russisch-ukrainischen Kriegs haben viele Staaten das russische Gas durch Flüssiggas aus anderen Ländern ersetzt. In Deutschland wurden diese Importe etwa durch den Bau von LNG-Terminals ermöglicht. Dabei befinden sich aktuell drei schwimmende Terminals im Regelbetrieb, sechs sind geplant. Alle zusammen hätten laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz eine Gesamtkapazität von etwa 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das würde annähernd der halben Menge entsprechen, die 2021 noch aus Russland importiert worden war.

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Claudia Mühlbauer
Claudia Mühlbauer ist seit vier Jahren Editor bei Aroundhome und versorgt unsere Leser:innen mit hilfreichen News, Artikeln und Ratgebern zu den Themen Immobilienverkauf und Solaranlagen. Sie interessiert sich vor allem für Förderungen, die größere Projekte rund ums Haus erschwinglicher machen.
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